27 Geschichten, beinahe alle ohne richtige Pointe, dafür aus dem Leben. Man glaubt sofort, dass sich alles genau so zugetragen hat. Ein Mann heiratet eine Prostituierte, die Kolleginnen, die Zuhälter, alle sind bei der Feier dabei. Die Gattin des Rabbis fühlt sich unwohl, aber alle wünschen ihr viel Glück. Die beiden bekommen ein Kind. Sie ist eine gute jüdische Hausfrau, und nun, denkt man, kommt doch noch irgendwas, aber nein, das ist schon die Geschichte. Und grade darum genial. Eine Frau will sich von ihrem Gatten scheiden lassen, weil der sie vernachlässige, nie mit ihr ins Kino oder zum Tanzen gehe, ihr nie Geschenke mache. Der Mann, zum Rabbi vorgeladen ist völlig perplex, ja, er mache sich nichts aus Tanz und Kino, hätte aber nichts dagegen, wenn sie mit dem Schwager ginge und Geschenke? Just an diesem Tag hatte er ihr eine teure Brosche schenken wollen, kein Firlefanz. Ende. Beide sind betroffen. Ein Rabbinerpaar will sich im fortgeschrittenen Alter scheiden lassen, weil er nach Israel gehen will, und sie nicht. Und da ein Mann ja unbedingt eine Frau haben müsse, wegen Socken stopfen und so, wollen beide die Scheidung. Er geht nach Israel, heiratet aber nicht, dafür sie. Einen Kaufmann. Ob das richtig ist? Eine Frau verspricht Gatten auf dem Sterbebett, nicht wieder zu heiraten, Rabbi entbindet sie von dem Versprechen, darauf wird sie von Ex-Mann, oder dessen Geist verprügelt, und sie überlegt es sich anders.
Sehr einfach. Klare Sprache wie immer, und man könnte hundert solcher Geschichten lesen.