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Arne Larsen #1

Ein dunkler Sommer

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Es ist Hochsommer, als die neunjährige Ulrike entführt wird – und in ihrem Gefängnis umkommt. Schnell findet sich ein Verdächtiger: Zeugen wollen Jens Brückner mit dem Mädchen gesehen haben. Bis zuletzt beteuert er seine Unschuld. Vergeblich.

Zehn Jahre später wird Brückner aus der Haft entlassen. Er hat alles verloren: Arbeit, Freunde, Familie. Kurz darauf wird der Hauptbelastungszeuge von damals ermordet. Anonyme Drohbriefe kursieren und Brückner ist plötzlich spurlos verschwunden.

Ein Racheakt? Zu naheliegend, findet der ermittelnde Kommissar Arne Larsen. Und auch sein Vorgänger Gregor Harms, der sich noch immer die Schuld am Tod des Mädchens gibt, zweifelt inzwischen, ob er vor zehn Jahren den Richtigen hinter Gitter gebracht hat.

Als schwere Unwetter Norddeutschland heimsuchen und wieder ein Kind verschwindet, scheinen sich die Ereignisse von damals auf unheilvolle Weise zu wiederholen. Doch diesmal vermag niemand zu sagen: Wer ist Opfer und wer Täter?

Der Auftakt zur Reihe um den jungen, hochsensiblen und eigenwilligen Hauptkommissar Arne Larsen.

416 pages, Paperback

First published June 2, 2014

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for WortGestalt.
255 reviews21 followers
December 25, 2014
„Ein dunkler Sommer“ konnte mich unglaublich überraschen! Der Krimi von Thomas Nommensen erzeugt eine derart starke Atmosphäre, wie es nur wenigen Büchern gelingt und lässt beim Lesen die tatsächliche Umgebung nahezu verschwinden. Nommensens Beschreibungen lösen einen aus der Realität und setzen einen direkt in seiner Geschichte ab, sodass man fast spüren kann, wie die Hitze der Julitage die Landschaft austrocknet, wie sich der blaue Himmel über die weite Landschaft Schleswig Holsteins wölbt, wie das Lichtspiel in den Blättern eines Baumes Schatten wirft und wie nach und nach die Luft immer dicker wird, bevor das herannahende Unwetter über das Land fegt und alles auf genau das eine Finale hinausläuft, das am Ende einer jeden Hitzewelle steht.

Und hier ist es vom Autor überaus gelungen inszeniert, den Krimi-Plot mit der Entwicklung einer heißen Sommerperiode zu koppeln, denn bei „Ein dunkler Sommer“ unterstützt diese Wetterlage die Entwicklung der Story und lässt eine sehr intensive Stimmung entstehen, die mich während des ganzen Buches begleitet hat.

Die Geschichte spielt im Juli, ein warmer Sommer hat die Region fest im Griff, die Luft flirrt über dem Asphalt, es ist heiß. Genau wie vor 10 Jahren, als ein kleines Mädchen sterben musste. Entführung mit Todesfolge lautete damals das Urteil, das über einen Mann gefällt wurde, der als Täter schuldig gesprochen wurde. Nun hat er seine Strafe abgesessen, wird aus der Haft entlassen. Und wenige Monate später wird der Hauptbelastungszeuge von damals ermordet aufgefunden.

Ein neuer Fall? Oder war der alte Fall nie wirklich abgeschlossen? Hauptkommissar Arne Larsen und sein Kollege Frank Kuhlmann tappen lange Zeit im Dunkeln, und es ist spannend, als Leser dabei zuzusehen, wie die fehlenden Puzzleteile nach und nach auftauchen, die Ermittler aber noch nicht in der Lage sind, Zusammenhänge herzustellen. So ist man gerade zu Beginn der Handlung Larsen und Kuhlmann immer einen Schritt voraus und möchte sich frustriert an die Stirn klatschen, wenn ein neuer Hinweis nicht richtig gedeutet werden kann! Das macht beim Lesen natürlich diebisch viel Freude und erhöht die Bindung an die Geschichte ungemein. Doch den kleinen Vorsprung verliert auch der Leser bald und schwankt zwischen Ahnung und Ungewissheit einer erschreckenden Auflösung entgegen.

Sprachlich wie auch inhaltlich finde ich diesen Krimi nahezu perfekt und angenehm anspruchsvoll! Man fühlt sich stilistisch absolut gut aufgehoben, denn da weiß einfach jemand, wie man mit Worten Stimmung erzeugt. Die Figuren, ihr Auftreten und die Dialoge fügen sich dieser Stimmung perfekt und bilden so ein stimmiges Gesamtkonzept. Für mich passten die einzelnen Figurenzeichnungen perfekt zur Handlung, einziger Kritikpunkt war für mich tatsächlich der Epilog.

Den hätte man für mein Empfinden weglassen müssen, er erscheint mir wie ein unnötiges Anhängsel. Als würde man auf ein perfektes Stück Torte, das schon mit einem schönen Sahnehäubchen versehen ist, noch einen Löffel Schlagsahne oben draufklatschen. Das macht irgendwie das schöne Bild kaputt und ist einfach zu viel. Bis dahin war es für mich nämlich ein 5-Sterne-Krimi!

Fazit: Dennoch insgesamt ein überaus gelungener Krimi, der mich vor allem mit seiner unglaublich dichten Atmosphäre begeistern konnte! Auch dem Plot wird raffiniert der Weg bereitet, die stetig ansteigende Spannung erzeugt ein schönes Lesetempo und das Gleichgewicht zwischen Figuren und Handlung rundet das Buch zusätzlich ab. Wer einen gehaltvollen Sommer-Krimi sucht und genug von Krabben- und Küstenklatsch hat, sollte hier zugreifen! „Ein dunkler Sommer“ ist ein empfehlenswerter Kriminalroman und mausert sich zum Sommer-Lesetipp!!

Gesamteindruck: Dicke 4 Sterne und eine Leseesmpfehlung für den Krimisommer 2014!

Rezension auch auf
http://wortgestalt-buchblog.blogspot.de
Profile Image for Jana.
44 reviews1 follower
October 18, 2021
Man kann die Hitze des Sommers in diesem Buch förmlich spüren. Ich hatte das Gefühl wirklich dabei zu sein und all das live zu erleben. Mich konnte der Autor hier definitiv überzeugen.
Profile Image for Kerstin.
746 reviews24 followers
October 5, 2016
(1st read: July 10, 2014 - July 12, 2014)

Kurzbeschreibung:
Ein kleines Mädchen. Entführt. Tot.
Ein Familienvater. Verdächtigt. Verurteilt.
Zehn Jahre später …
Es ist Hochsommer, als die neunjährige Ulrike entführt wird – und in ihrem Gefängnis umkommt. Schnell findet sich ein Verdächtiger: Zeugen wollen Jens Brückner mit dem Mädchen gesehen haben. Bis zuletzt beteuert er seine Unschuld. Vergeblich.
Zehn Jahre später wird Brückner aus der Haft entlassen. Er hat alles verloren: Arbeit, Freunde, Familie. Kurz darauf wird der Hauptbelastungszeuge von damals ermordet. Anonyme Drohbriefe kursieren, und Brückner ist plötzlich spurlos verschwunden.
Ein Racheakt? Zu naheliegend, findet der ermittelnde Kommissar Arne Larsen. Und auch sein Vorgänger Gregor Harms, der sich noch immer die Schuld am Tod des Mädchens gibt, zweifelt inzwischen, ob er vor zehn Jahren den Richtigen hinter Gitter gebracht hat.
Als schwere Unwetter Norddeutschland heimsuchen und wieder ein Kind verschwindet, scheinen sich die Ereignisse von damals auf unheilvolle Weise zu wiederholen. Doch diesmal vermag niemand zu sagen: Wer ist Opfer und wer Täter? *Quelle*

Zum Autor:
Thomas Nommensen, in Schleswig-Holstein geboren, zog vor dem Fall der Mauer nach Berlin und arbeitete dort als Musiker, Toningenieur, Dozent und Software-Entwickler. Seine Kurzkrimis und -thriller erschienen in zahlreichen Anthologien und wurden mit dem Freiburger Krimipreis, dem Agatha-Christie-Krimipreis und dem 1. Deutschen E-Book-Preis ausgezeichnet. Mit seiner Frau, der Thrillerautorin Jutta Maria Herrmann, lebt er vor den Toren Berlins im brandenburgischen Panketal.

Meinung:
Da vor kurzem der 2. Band um Hauptkommissar Arne Larsen, Wintertod, erschienen ist, wurde es Zeit für einen Re-Read des 1. Bandes, den ich bereits im Juli 2014 schon gelesen hatte.

Der Krimi spielt in der kleinen Stadt Nordermühlen in Schleswig-Holstein. Nach dem Prolog und einem Kapitel, das Anfang April spielt, beginnt die Geschichte am 17. Juli, endet am 30. Juli und wird mit einem Epilog abgerundet.

Hauptkommissar Arne Larsen ermittelt im Mordfall Sartorius, dem damaligen Hauptbelastungszeugen von Jens Brückner, und wird dadurch mit dem 10 Jahre zurückliegenden Tod der kleinen Ulrike wegner konfrontiert. Er ist ein bodenständiger Charakter, der aber auch in manchen Situationen etwas ruppig daherkommt.
Eine große Rolle spielt auch der damals ermittelnde Hauptkommissar Gregor Harms, der sich mittlerweile im Ruhestand befindet, aber von der Entlassung Jens Brückners alarmiert ist und merkwürdige anonyme Botschaften erhält. Dieser Charakter offenbart während der Handlung einige Geheimnisse und stellt zum Ende hin die tragische Figur des Krimis dar.

Erwähnenswerte Nebenfiguren sind Frank Kuhlmann (Partner von Arne Larsen, der sich von ihm oft zurückgesetzt und nicht ernstgenommen fühlt), Jens Brückner (der als Mörder von Ulrike Wegner schuldig gesprochen wurde und nun nach 10 Jahren aus der Haft entlassen wird), Olaf Koog (ein Versicherungsvertreter, der eine zunächst unklare Verbindung zu Jens Brückner hat und ebenso wie Gregor Harms anonyme Nachrichten erhält) und Frida Matthies (die Ärztin und Mutter eines Sohnes zieht neu in die Nachbarschaft von Gregor Harms ein und freundet sich mit ihm an, macht sich allerdings bald schon Sorgen um seine Gesundheit).

Die Erzählperspektiven in diesem Krimi sind allesamt in der 3. Person gehalten und wechseln sich um die vier Charaktere Jens Brückner, Arne Larsen, Gregor Harms und Olaf Koog ab. Ebenfalls, aber nur kurz, wird aus der Sicht des 10-jährigen Oliver Kohlmorgen und eines nicht näher bekannten Mannes berichtet.

Die Handlung gestaltet sich von Anfang bis Ende spannend, ohne allerdings ins Blutrünstige abzudriften. Durch die verschiedenen Sichtweisen werden der neue und alte Fall von allen Seiten betrachtet, was nach und nach zu einem stimmigen Gesamtbild führt. Doch gab es an manchen Stellen ein paar Zufälle, die mir etwas zu weit hergeholt waren. Vor allem die Geschichte um Gregor Harms konnte mich begeistern, denn sein Charakter hat etwas Tragisches, was auf den ersten Blick überhaupt nicht abzusehen war. Thomas Nommensens Schreibstil ist einfach gehalten und angenehm zu lesen. Die recht kurz gehaltenen Kapitel und die ständig wechselnden Perspektiven ermuntern zum schnellen Lesen.

Fazit:
Mit Ein dunkler Sommer hat Thomas Nommensen einen abwechslungsreichen Krimi erdacht, der dank seiner Perspektivwechsel spannend verläuft und mit einer verblüffenden, aber auch betroffen machenden Lösung endet. Ein lesenswerter Auftakt zur Reihe um Hauptkommissar Arne Larsen.
Profile Image for Angelique's Leseecke.
1,041 reviews5 followers
January 13, 2015
Ein heißer Sommer in Schleswig-Holstein, die 9jährige Ulrike wird vermisst und tot aufgefunden. Schnell schießt sich der Hauptkommissar Gregor Harms auf Jens Brückner ein. Er ist kurz vorher mit der Kleinen gesehen worden. Sein Zeuge Oskar Sartorius ändert seine Aussagen und wird somit zum Hauptbelastungszeugen. Jens Brückner kommt ins Gefängnis.
10 Jahre später wird er frei gelassen und steht vor einem Scherbenhaufen, keine Arbeit, keine Freunde und seine Frau hat sich scheiden lassen. Er erstellt eine Liste mit Leuten, mit denen er reden will, denn all die Jahre hat Jens Brückner seine Unschuld beteuert. Er habe lediglich das Fahrrad von Ulrike repariert.
Sein erster Weg führt ihn zu Sartorius, um ihm einen Beleg zu zeigen, der das Alibi doch bestätigt. Doch dieser lacht ihn nur aus und schmeißt ihn aus seiner Werkstatt. Als Jens Brückner ein zweites Mal mit ihm reden will, ist Sartorius tot, in einer Blutlache liegend und ein Schraubendreher steckt in seinem Kopf. Brückner flieht.

Tage später wird die Leiche entdeckt und Kommissar Arne Larsen und Frank Kuhlmann ermitteln in diesem Fall. Im Laufe der Ermittlungen stoßen sie auf den Fall Ulrike und wollen mit Brückner reden, doch dieser ist wie vom Erdboden verschwunden.
Verschiedene Menschen bekommen anonyme Briefe und mysteriöse Anrufe. Steckt Brückner dahinter? Was ist sein Motiv?
Hauptkommissar a.D. Gregor Harms macht seine eigenen Recherchen, denn er ist sich gar nicht mehr so sicher, ob er den richtigen in den Knast gebracht hat.
Dann verschwindet ein weiteres Kind und es sind wie damals große Unwetter angekündigt. Wiederholt sich die ganze Tragödie noch einmal?

Mit seinem Debüt-Krimi "Ein dunkler Sommer" entführt uns der Autor Thomas Nommensen ins schöne Schleswig-Holstein, meiner Heimat. Zwar ist die Stadt "Nordermühlen" fiktiv, aber die Umgebung um Kiel ist authentisch und gut beschrieben worden.
Sein Schreibstil ist spannend und fesselnd, gleich mit dem Prolog hat er mich gepackt und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Er beschreibt die düstere und beklemmende Situation des kleinen Mädchens sehr bildhaft, ich bekam eine Gänsehaut. Die Spannung wird die ganz Zeit über gehalten und endet in einem spektakulären Finale.

Verschiedene Handlungsstränge in einem Krimi steigern die Spannung, der Leser ist somit näher am Geschehen. Über jedem Kapitel steht eine Zeitangabe und um welchen Protagonisten es geht. Auch wenn der Leser nähere Einblicke in die Gedankenwelt der verschiedenen Personen hat, ist die Auflösung zum Schluss sehr überraschend, denn der Autor legt ständig falsche Fährten.
Zum Schluss führt er alle Stränge gekonnt und in einem spanenden Showdown zusammen.

Das Ermittlerteam Larsen und Kuhlmann gefällt mir ausgesprochen gut, sie haben Ecken und Kanten und müssen erstmal als Team zusammen wachsen. Sie machen hier noch zu oft Alleingänge und hören einander nicht zu. Hier ist Entwicklungspotential für weitere Krimis.

Der Protagonist Gregor Harms hat mich sehr berührt, seine Aussetzer haben mich als Leser mitleiden lassen. Ist das eine beginnende Demenz? Aufgrund dieser Angst geht er auch zu keinem Arzt und versucht in der ihm verbleibenden klaren Zeit, dem Täter auf die Spur zu kommen.

Fazit:
Dieser komplexe Krimi mit psychologischen Ansätzen ist sehr spannend, der schöne klare und bildhafte Schreibstil macht es zu einem absoluten Lesegenuss, den ich ohne Bedenken weiter empfehle. Ich vergebe gerne gute und verdiente 5*.
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