Sie schrieben Geschichte und gingen vergessen. Sie leisteten Pionierarbeit und blieben unbekannt. Sie kämpften im Heer von Napoleon und opferten ihm ihre Kinder, sie reisten allein um die Welt und waren zu Gast beim Kaiser von China, sie politisierten in den Salons von Paris und brachten in Weimar Schiller zur Weissglut, sie forderten früh «gleichen Lohn für gleiche Arbeit!» und andere Frauenrechte ein. Die Schweizer Geschichte ist reich an Frauen, die Grosses geleistet haben, die aufmüpfig waren, sich nicht um Konventionen scherten. Die sich durchsetzten und wieder vergessen gingen.
In 24 brillanten Porträts stellt Daniele Muscionico eine überraschende Auswahl aussergewöhnlicher Schweizerinnen vor. Sie hat dabei viele Vergessene wiedergefunden, aber auch Bekannte wie Meret Oppenheim oder Madame de Staël in ein neues Licht gerückt.
Und immer wieder viel zu viele Frauen, von denen ich viel zu wenig weiss. Und ihre Geschichten? Viel zu oft Repetition eines bösen Märchens, arm aufgewachsen, früh zeigt sich Stärke, Mut, Kreativität und Neugeist, von Vätern und Familie zurückgehalten, jung gestorbene Mütter, rasche Hochzeit mit unzuverlässigen Männern und scharenweise Kinder oder soziale Ausgrenzung, weil sie sich gegen ebendiese Hochzeit wehren. Ein Leben im Schatten der Vorwürfe der Angehörigen, Verspottung durch die Gesellschaft, Nicht-Anerkennung durch Staat und Institutionen bis nach ihrem Tod. Doch die Hoffnung bleibt, mit diesem Buch einen Teil ihres Weges und ihres Schaffens zu beleuchten, ihre Kunst, ihre Durchsetzungskraft, die Visionen, die Institutionen, die sie aufgebaut, die Schriften, die sie verfasst haben, die bleiben.
Ein tolles Buch mit wirkungsmächtiger Sprache, Geschichten, die gesprochen und gelesen werden müssen, gegen das wiederholende Vergessen. Wunderbare Einstiegstexte, die inspirieren weiterzulesen und da verzeiht man auch die manchmal etwas fehlende kritische Betrachtung, denn so sollen die Protagonistinnen für einmal gefeiert werden.
A wonderful book with incredibly impactful writing, stories that need to be told against forgetting them. Great introductions for further reading, sometimes I missed a bit of a more critical look but it was nice for once to see these women being celebrated!
I have lots of thoughts about this book but I don't want to write them down just now. There are quite a few hits and misses here. Is it a bad book? No, certainly not. I can definitely see how much work was put into it. Is it an extraordinary book? No, unfortunately not. It lacks in a few places.
I need to let it sit for a while but I want to update the review soon.