Achtung SPOILER!
Als ich dieses Buch gefunden hatte, klang der Klappentext soo gut. Man nehme einen Schürzenjäger-Gott ohne Kräfte und eine Frau ohne Augenlicht. Was ergibt das? Gähnende Langeweile. Selbst die Dinge, die spannend hätten sein können, waren es einfach nicht.
Aber fangen wir ganz am Anfang an. Zuerst haben wir Triton. Einen Waschlappengott ohne Gleichen. Gleich zu Beginn werden ihm seine Kräfte genommen und er kommt auf die Erde. Zuerst wird erstmal rumgeheult wie unfair das doch alles ist und der böse Zeus, buhuuu. Wäh, wäh. Fun Fact: Tatsächlich ist er nur ein paar Wochen auf der Erde bis er seine kräfte wieder bekommt.
Triton ist natürlich der Sex pur. Wo immer er auch hingeht, werden Frauen zu sabbernden feuchten Furien, die nur eines wohlen. Was ihn natürlich plötzlich richtig nervt. Der arme Gott. In einer Bar trifft er auf Sophia, die ihn abweist, obwohl sie natürlich rasend vor Verlangen ist.
Sophia hat mich sogar noch mehr genervt, als der Weicheigott. Sie ist unabhängig, brauch keinen Mann und muss jedem beweisen, wie geistig gesund sie ist. Das letzte ist das Wichtigste. Denn sie hat als Kind eine Begegnung mit einem Gott, die ihr niemand glaubt und offenbar hielt sie alle Welt für verrückt. Mal ernsthaft: Kinder denken sich ja nie Fantasiefiguren aus, das war also wirklich alarmierend. Das störte mich ja am Anfang nicht, aber dann steigerte sich das durch das ganze Buch. Dass sie nicht bei ihren Eltern aufwuchs, ist egal, aber dass ihr als Kind ihre Tante nicht glaubte - das ist ihr Kindheitstrauma. Als ihr Triton schließlich eröffnet, was er ist, reagiert sie auf die logischste Art: Sie will ihn einweisen lassen.
Dann hat sie einen Unfall und wird blind. Hätte eine gute Wendung sein können - war es aber nicht. Nun wird aus der so unabhängigen Frau ein hilfloser jammersack, die scheinbar auch ihr logisches Denken im Krankenhaus abgegeben hat. Wie gut, dass Triton da ist, dessen Stimme Sophia schon verrückt macht. Und plötzlich wird Sophia als männerverschlingende von ihrer Libido gesteuerte Nymphomanin hingestellt und der arme Triton, der ja nichts für seine Triebe kann. Er fängt an sie zu knutschen, während sie schläft und Sophia gibt sich die Schuld daran. Ja, wirklich! Dann muss der arme Triton sich einen von der palme wedeln und prompt taucht ein Gott auf, der sonst so hilfreich ist wie Fußpilz und verspottet ihn, während er noch seine Latte in der Hand hält.
Sophie hat viele innere Monologe und jeder davon ist einfach zum weglaufen. Sie ist verletzt und innerhalb von Sekunden dreht sie das gedanklich alles so, dass der arme Triton ja der Heilige ist. Die großen Einsichten geschahen schneller als ein Finger schnippen.
Der größte Feind in diesem Buch sind nicht die Götter, die allesamt wie Waschlappen rüber kommen und sich von Sterblichen verprügeln lassen, sondern ein Familienmitglied Sophias. Der wird dann von den Göttern verschreckt. Da kommen zwei Götter, zeigen ihm mal kurz die Unterwelt, er hält es für einen schlechten Trip und dann taucht er nie wieder auf. Das war es.
Und dann kommt für mich der Oberhammer: Triton bekommt seine Macht zurück - was höchste Zeit wird, denn ein Sturm nähert sich. Und dann bläst er in eine Muschel und puff, alles gut. Das ist seine ganze herrliche Goteskraft: Eine Muschel. Überhaupt liest sich das Buch nicht wie ein Fantasyroman, denn kaum ein Gott hat irgendwelche Kräfte. Im Prinzip ist es einfach eine langweilige Love Story.
Am Ende ist alles wunderbar und schön, alle lieben sich. Sogar seine Unsterblichkeit geht irgendwie auf sie über. Wie, keine Ahnung. Vielleicht Wundersperma. Was ich nicht liebe, ist dieses Buch. Mehrmals habe ich überlegt meinen Reader einfach über den Balkon zu werfen. Sophia bekommt ihr Augenlicht wieder, aber erst am Ende, als sie Triton schon liebt. Was damit aber eigentlich nichts zutun hat, denn Triton hätte bereits am Anfang schon dafür sorgen können.
Um das alles abzurunden, gibt es noch die Sexszenen. Denn die beiden treiben es oft. Während des ja so schlimmen Sturmes und so weiter. Die Wortwahl war einfach daneben. Nicht so schlecht, dass man hätte lachen können, aber auch nicht gut.
Am Ende gibt es von mir 1 Stern, weil der Prolog so gut war und ich da noch sicher war, dass ich dieses Buch liebe. Tja. Das war wohl nix.