Ich als hoffnungslose Romantikern habe mich riesig über die E-Mail der Verlagsgruppe Oetinger gefreut, in der sie mir Loving von Katrin Bongard als Rezensionsexemplar angeboten haben. Mit "Stolz und Vorurteil reloaded" betitelt habe ich nach dem Durchlesen einer kurzen Inhaltsangabe dieses Angebot voller Freude angenommen und das obwohl ich Stolz und Vorurteil von Jane Austen bisher nicht gelesen habe. Doch wenn das Buch für eines gesorgt hat, dann dafür, dass ich jetzt unbedingt einmal ein paar Jane Austen Romane lesen möchte. Und zwar sobald es mir wieder erlaubt ist, Bücher zu kaufen.
Ich konnte mich so unglaublich gut in die liebe Ella hineinversetzen, wie schon lange nicht mehr in eine Buchprotagonistin. Ella ist Buchbloggerin, liest für ihr Leben gerne, schaut sich gerade Vampire Diaries an und hat einen SUB der beinahe bis zur Decke reicht. Ich konnte mich unglaublich mit ihr identifizieren, auch wenn ich Partys gegenüber nicht unbedingt so abgeneigt bin, wie sie es ist. Die ersten paar Kapitel habe ich regelrecht verschlungen. Irgendwann wurde es dann allerdings etwas langweilig und es kamen immer mehr Dinge zum Vorschein, die ich eher weniger mochte.
Der Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen, bis auf ein paar kleine Ausnahmen. Was mich doch etwas gestört hat war, dass die Autorin hin und wieder englische Worte benutzt hat. Nicht, dass ich was gegen Englisch hätte, doch finde ich, dass wenn man Deutsch schreibt, sollte man auch bei Deutsch bleiben (mit Ausnahme dieser Wörter, die man sowieso schon seit Anbeginn der Zeit auch bei uns benutzt wie z. B. das Wort "cool", etc. pp.) Hin und wieder hieß es z. B. "Er lächelte smart." Irgendwie hat mich das doch etwas genervt und in meinem Lesefluss gestört, doch das sind nur Banalitäten, die einem anderen Leser womöglich noch nicht einmal aufgefallen sind. Ansonsten ist ihr Schreibstil sehr flüssig. Ich mag ihre Art zu Schreiben wirklich sehr gerne; er ist jugendlich und frech; angepasst an das Alter der Protagonisten. Auch mochte ich die Dialoge sehr gerne, die Witze und auch Ellas von Zeit zu Zeit auftauchende Schlagfertigkeit.
Auch die Charaktere mochte ich sehr gerne, ganz vorne an natürlich Ella. Wäre ja auch blöd, wenn sie mir nicht irgendwie sympatisch gewesen wäre. Immerhin sind sie und ich uns in manchen Punkten wirklich sehr ähnlich. Ich mochte es sehr, dass sie schüchtern und gleichzeitig doch irgendwie gerade heraus und direkt ist. Ich finde es toll, dass sie ein kleiner Bücherwurm ist, vielleicht sogar ein Nerd und dass sie sich so unglaublich für kleine Dinge begeistern kann. Luca mochte ich im Allgemeinen ebenfalls, manchmal ist er mir aber ziemlich auf die Nerven gegangen. Hin und wider hatte ich echt den Eindruck, als wäre er das Mädchen. Ich meine, kann man als Kerl echt so empfindlich sein? Zoe hat mich hin und wieder genervt. Manchmal war sie mir etwas zu aufgedreht, aber ansonsten finde ich, dass sie eine sehr gute Freundin ist. Melanie hingegen hätte ich von Zeit zu Zeit ziemlich gerne irgendwo gegen eine Wand geklatscht und ihr zusätzlich noch eine gescheuert.
Zur Story selbst muss ich sagen, dass ich Teile davon mochte, sehr sogar, andere wiederum nicht so gerne, wie ich anfangs gehofft bzw. vermutet hätte. Ich mochte es, wie Ella und Luca sich immer näher gekommen sind; wie sie gelernt haben, sich ineinander zu verlieben. Irgendwann ging es dann aber Schlag auf Schlag und schwupp diwupp, wurde kräftig "gefummelt" was ich doch für etwas überstürzt empfunden habe. Dann dieses ständige Hin und Her. Ella sagt etwas, Luca wird sauer. Ella verheimlicht etwas, Luca wird sauer. Luca versteht etwas, das Ella sagt, falsch und wird wieder sauer. Was für ein Baby, ich meine, wie wäre es mal mit Reden? Die Sache auszudiskutieren? Wieso muss man gleich die Flucht ergreifen und abhauen? Das alles hat mich doch ein wenig gestört und hin und wieder erschien mir die Geschichte doch etwas zu oberflächlich. Was letztendlich bei dem Deutschprojekt herausgekommen ist, hat man auch nie wirklich erfahren, was ich noch als interessant empfunden hätte, immerhin war dieses Projekt erst der Grund, weshalb sich die beiden näher gekommen sind.
Im Großen und Ganzen hat mir das Buch recht gut gefallen, meiner Meinung nach zwar kein Bestseller, doch eine wirklich süße Geschichte für zwischendurch, die auf jeden Fall unterhält und Spaß macht. Wer als Ablenkung eine kleine Liebesgeschichte gebrauchen kann, für denjenigen ist dieses Buch genau das Richtige. Leider hat es jedoch zu nicht mehr als drei Punkten geführt. Trotz allem werde ich auch Teil Zwei lesen. Es interessiert mich brennend, wie es mit Luca und Ella weitergeht.