Tomaten auf den Ohren zu haben, ist nicht immer leicht. Umso weniger, wenn das Problem einen unsexy wirkenden Ruf hat.
Doch wie ist es wirklich, als schwerhörige Jugendliche und junge Erwachsene durch das Leben zu gehen? Welche Hindernisse, Vorurteile und Grenzen müssen überwunden werden? Wie reagieren die Mitmenschen auf das Thema und wie gehen sie mit Schwerhörigkeit um?
All das sind Fragen, die ich in diesem Buch aus meiner Sicht beantworten werde, denn Schwerhörigkeit ist mehr als nur nicht gut hören. Europaweit sind Millionen Menschen betroffen, doch oft wird das Thema stillgeschwiegen. Damit ist jetzt Reden wir Tacheles!
Dieses Buch dient in all seiner Unvollkommenheit der Aufklärung und Sensibilisierung im alltäglichen Umgang mit Schwerhörigen. Es ist kein geradliniger Guide und beinhaltet meine eigenen und die Erfahrungswerte anderer Betroffener in all ihrer ungeschönten Wahrheit.
Neu überarbeitete Version aus der Feder von Jillian Petry
Informativ und gibt einen interessanten und wichtigen Einblick in das Leben mit Schwerhörigkeit. Auch spannend, dass die Autorin von Kindesbeinen an schwerhörig ist, ist doch eher das Schlechthören im Alter bekannt.
Jillian Petry legt mit dieser neu überarbeiteten Ausgabe ein zutiefst persönliches, ehrliches und zugleich aufrüttelndes Werk vor. Sie nimmt die Lesenden mit auf ihre Reise durch Kindheit, Jugend und Erwachsenenleben, immer begleitet von ihrer Schwerhörigkeit. Dabei spart sie nichts aus: Von den ersten irritierenden Alltagssituationen über Mobbingerfahrungen in der Schule bis hin zu Vorurteilen im Berufsleben.
Was dieses Buch besonders macht, ist die Nähe, die die Autorin zu ihren Leserinnen und Lesern aufbaut. Jillian Petry schreibt in einer warmen, direkten Sprache, die ihre Emotionen unverfälscht transportiert, sei es Wut, Frust, Verletzlichkeit oder humorvolle Selbstironie. Sie lässt tief blicken, erzählt ungeschönt von Rückschlägen, aber auch von den kleinen und großen Siegen, die Mut machen.
Zwischen den persönlichen Episoden streut sie wertvolle Tipps und konkrete Hinweise für den Umgang mit Schwerhörigkeit ein, sowohl für Betroffene als auch für ihr Umfeld. Damit schafft sie einen seltenen Spagat: Ihr Buch ist gleichzeitig autobiografisch, informativ und sensibilisierend.
Besonders stark ist die Botschaft, die sich wie ein roter Faden durch alle Kapitel zieht: Schwerhörigkeit definiert nicht den ganzen Menschen. Mit Offenheit, Selbstakzeptanz und gegenseitigem Verständnis lassen sich viele Barrieren überwinden und genau dafür wirbt Petry leidenschaftlich.
Ein berührendes, mutmachendes und wichtiges Buch, das nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige, Freunde, Lehrkräfte und Kolleginnen lesen sollten. Es öffnet Augen und Herzen für eine Realität, die oft überhört wird.