The United States is divided about the death penalty—17 states have banned it, while the remaining states have not. From wrongful convictions to botched executions, capital punishment is fraught with controversy. In The Death What’s Keeping It Alive, award-winning criminal defense attorney Andrea Lyon turns a critical eye towards the reasons why the death penalty remains active in most states, in spite of well-documented flaws in the justice system.
The book opens with an overview of the history of the death penalty in America, then digs into the reasons capital punishment is a fixture in the justice system of most states. The author argues that religious and moral convictions play a role, as does media coverage of crime and punishment. Politics, however, plays the biggest role, according to the author, with no one wanting to look soft on crime. The death penalty remains a deadly political tool in most of the United States.
Andrea D. Lyon bietet zunächst einen historischen Abriss der Todesstrafe in den USA und arbeitet heraus, wie und warum sie sich institutionell verankern konnte. In den fünf Hauptkapiteln des vergleichsweise kurzen Bandes behandelt sie neben diesem historischen Überblick die moralisch-religiösen Fundamente, die Rolle der Medien sowie die politische Instrumentalisierung der Todesstrafe und widmet sich abschließend deren Scheitern bzw. möglichen Perspektiven ihres prognostizierten Endes.
Anhand zahlreicher Fallstudien aus ihrer Praxis als Strafverteidigerin zeigt Lyon die gravierenden strukturellen Probleme des Systems auf – etwa Fehlurteile, fehlerhafte Hinrichtungen oder systemische Ungleichheiten – und betont die moralisch-religiöse Unterfütterung, die zur ethischen Legitimation der Todesstrafe beiträgt. Medien tragen, so Lyon, zur Konstruktion gesellschaftlicher Bedrohungsszenarien bei, wodurch die Todesstrafe als einzig „gerechte“ Reaktion auf schwere Verbrechen erscheint und von Politiker:innen, die nicht als „zu weich“ gelten wollen, aufgegriffen wird. Auf diese Weise würden Wahlkampf- und Kriminalitätsdiskurse instrumentalisiert und die Todesstrafe als machtvolles politisches Werkzeug genutzt.
Gleichwohl deutet die Autorin gegen Ende ihrer Einführung an, dass es – zugespitzt formuliert – nur noch eine Frage der Zeit sei, bis die Todesstrafe in den gesamten Vereinigten Staaten der Vergangenheit angehören werde. Insgesamt handelt es sich um eine sehr lesenswerte, klar strukturierte und gut verständliche Einführung in ein hochgradig polarisiertes Thema.