Bevor ich angefangen hatte dieses Buch zu lesen dachte ich eigentlich zumindest halbwegs über die Geschichte Chinas Bescheid zu wissen. Tatsächlich wusste ich fast nichts, und was ich zu wissen glaubte stellte sich im Laufe der Lektüre als Mythen, Halbwissen und Propaganda heraus.
Das beginnt bei der angeblich 5000 Jahre langen, ungebrochenen Geschichte und endet keineswegs bei dem grundfalschen Bild von Mao dem viele immer noch anhängen. Augenöffnend ist hier wirklich mal angemessen.
Den Aufbau des Werkes – sich an den Europäischen Epochenbezeichnungen orientierend – fand ich zunächst überraschend, denke jetzt aber dass da durchaus etwas dran ist. Die immer wieder eingeschobenen kurzen Kapitel zu speziellen Einzelaspekten, in diesem Fall epochenübergreifend, sind ausgesprochen informativ und eine sehr gute Idee. Die Sprache mag nicht ganz so unterhaltsam und fließend sein wie einige angelsächsische Historiker das drauf haben, anderseits aber auch nicht ansatzweise so staubtrocken-dozierend wie in anderen Büchern deutscher Autoren gelegentlich zu beobachten. Dem Gegenstand angemessen, würde ich das beschreiben, Ich habe es jedenfalls gern gelesen.
Einige Schwachpunkte gibt es auch: Ein paar mehr Fotos wären schön gewesen, und vor allem mehr und bessere Karten. Auch neigt der Autor gelegentlich dazu ein unnötiges Fremdwort zu verwenden.
Aber das sind Kleinigkeiten, insgesamt ist die „Geschichte Chinas“ ein großartiges, stellenweise geradezu spannend zu lesendes Geschichtsbuch. Für jeden der an sich feststellt eigentlich erschreckend wenig über die chinesische Geschichte und Kultur zu wissen genau das richtige Hilfsmittel.