Ein österreichisch-ungarischer Offizier im Ersten Weltkrieg, seit 1916 im besetzten Belgrad stationiert, erlebt in bitterer Verzweiflung den Zusammenbruch seines Reiches. Hundert Jahre später sitzen die Direktorin des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums und ihre Assistentin einander im Streitgespräch über Moral und Mitleid, Verbrechen und Verantwortung gegenüber. Ein Roman über sinn- und schamlos vergeudetes und zerstörtes Leben, über ein finsteres Kapitel der österreichischen Geschichte und über die Sehnsucht nach Aussöhnung.
Ein Buch über die Ambivalenz des Erinnerns. Aus der Vergangenheit in die Gegenwart und wieder zurück.
Wer gibt die Narration der Geschichte vor und wer sind die betroffenen Individuen? Was ist die Aufgabe öffentlicher Institutionen und wie schaffen wir eine anerkennende Gegenwartsbewältigung, trotz unserer problematischen Geschichte?
Ein Appell an die kollektive Verantwortung im hier und jetzt: „Wir sind die Zukunft… wir sind die Antwort… wir… die Millionen Unbekannten… und was wir wollen… wird morgen wahr.“ (Zitat aus dem Buch, S. 189)
Die Protagonistin Vida Nemec wird zur geschichts-politischen Romanfigur des literarischen Widerstands gegen das Vergessen und für ein neues Erinnern. Es bleibt ein langes Echo und Weckruf!