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10 Antworten auf die 10 großen Fragen der Polyamorie

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Hardcover

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Profile Image for Matt.
437 reviews13 followers
September 7, 2025
Was sagt die Wissenschaft über Polyamorie? Einiges, aber wie viel davon stimmt, hängt davon ab, ob man Studien mit weniger als 50 Teilnehmer für schlüssig hält. Polyamore Menschen machen eine kleine Minderheit in der Gesellschaft aus, aber Versuche, wissenschaftliche Studien über uns durchzuführen, kämpfen damit, dass die meisten polyamore Menschen weder out noch Teil einer großen Community sind und unsre Daten ist schwer zu sammeln in Mengen, die befriedigende Ergebnisse ermöglichen. Auf jeden Fall bietet dieses Buch einen fundierten Blick in die Welt der Polyamorie, hauptsächlich im deutschsprachigen Raum. Ossmann hat Interviews und Daten von 33 Teilnemher*innen aus einem deutschsprachigen Großstadt (Wien) gesammelt, und sie verarbeitet um die Leitfaden des Buches zu veranschaulichen. Die Fragen, aud die das Buch eingeht, sind ziemlich grundlegend: Was ist Polyamorie? Wie wird man polyamor? Wie passt Polyamorie in der Gesellschaft? Wie werden polyamore Menschen gesetzlich geschützt oder benachteiligt? Für erfahrene Polys, die schon ein oder mehr von den Poly-101-Bücher gelesen haben, e.g. Schlampen mit Moral, Mehr ist Mehr, oder Opening Up, oder halt eine Weile polyamor gelebt und sich mit den Realitäten dieser Identität/Lebensweise befasst haben, ist nicht so viel neues hier zu finden. Das Buch scheint sich eher an Verwandte, Freund*innen und Kolleg*innen von polyamoren Menschen zu richten, sowie an Wissenschaftler, die sich mit Thema auseinandersetzen möchten.

Was sind die Schlüsselergebnisse des Buches? Zum einen Polyamorie ist nicht Fremdgehen. Polyamorie muss konsensuell sein. Es geht auch nicht nur um Sex, sondern wie der Wortstamm -amor- deutlich zeigt, geht es auch manchmal um Liebe. Jeder polyamore Mensch ist unterschiedlich und jede polyamore Beziehung ist unterschiedlich. Ossmann behauptet, polyamore Menschen sind auch queer. Diese These wird auch in meinen polyamoren Kreisen diskutiert. Ich weiß nicht ob ich damit einverstanden bin, weil cis-, hetero- Polys, die passen können, für mich nicht als queer gelten. Es gibt auf jeden Fall eine Menge Polys, die auch queer sind, und wie Queers sind Polys auch gesellschaftlich benachteiligt. In der Familie, unter den Freund*innen und bei der Arbeit könnten Vorurteile, Missverständnisse und Feindseligkeit uns begegnen. Um sich als poly zu erkennen, braucht man Vorbilder oder irgendein Signal, dass so was erlaubt bzw. möglich ist. Problem ist, Polyamorie is ziemlich verzerrt in den Medien dargestellt, genauso wie BDSM, was Ossmann hier auch falsch vorstellt, da er die Abkürzung nicht richtig entschlüsselt. Vielleicht um den Begriff wissenschaftlich zu reduzieren, hat er BDSM erklärt als “Bondage/Domination/Sadism/Masochism”. Man muss nur einmal googlen um zu lernen, dass BDSM steht für “Bondage/Discipline, Domination/Submission, Sadism/Masochism”. Ja ja, es ist verwirrend, dass die Buchstaben gedoppelte Bedeutung haben, aber solches Unwissen zu verbreiten, büßt das Vertrauen ein und kann schädliche Konsequenzen verursachen.

Dieses Buch setzt sich der breitaufgefächterten Ratgeberliteratur entgegen, muss aber ziemlich oft zugeben, dass seine Thesen auf dermaßen dünne Datenmengen basieren, dass eine wissenschaftliche Objektivität nicht möglich ist. Wie in der Ratgeberliteratur plädiert er für Empathie, aber die wissenschaftliche Normierung von einer Gruppe von Menschen, die zugegeben eigenartig sind, kommt mir etwas seltsam vor. Ich habe mich eher selten im Buch gesehen. Den Epilog fan ich auch ziemlich blauäugig. Er schaut in die Zukunft und fragt sich, wie Polyamorie dann aussehen wird. Was er verherseht ist eher utopisch. Die aktuelle politische Lage, in der solche Minderheiten extrem gefährdet sind, zieht er aber nicht in Betracht. Queere Menschen merken doch wie gewaltsam die normative Gesellschaft wird gegen uns. Düfte er so was wegen einer vermeintlichen wissenschaftlichen Unparteilichkeit oder ist er nur naiv?
Profile Image for Lona.
240 reviews18 followers
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November 10, 2025
Hmm. Hmmmmmmmm.

Ich fands nicht schlecht. Aber aus den Socken haut es mich nicht. Wenn ich Werke zum Thema Polyamorie aus dem Deutschen Sprachraum empfehlen würde, dann eventuell nicht dieses hier. Aber es ist eine okaye Darstellung, die man lesen kann.

Zum persönlichen Kontext: Ich lebe Polyamor, bin in der Community viel unterwegs und habe eine Weile selbst Aktivistisch eine Seite dazu betrieben. Ich lese kontinuierlich Bücher zum Thema und schau mich in der Medienwelt um.

Ich mochte es, dass der Autor zu mehreren Statistiken erwähnt hat, dass ggf. nicht genug Daten erhoben wurden um etwas nun fest sagen zu können. Dass man viele Fragen nicht eindeutig beantworten kann, weil Menschen und ihre Lebensumstände unterschiedlich sind.

Am Anfang des Buches wird eine genaue Definition gesucht, "intime Praktiken" wurden Anstelle von "Sex" als eine der Vorraussetzungen genannt. Das war einerseits gut, weil der Autor selbst sagt, dass Sex mehr als Penetration ist und "intime Praktiken" vieles heißen mag. Andererseits hatte ich das Gefühl, dass Asexuelle Personen hier trotzdem ausgeklammert werden. Ich kenne einige davon, die sehr von Polyamoren Beziehungsmodellen begeistert sind und immer wieder vergessen werden.

Generell wurde das Thema Queerness mit einbezogen, aber ich hatte das Gefühl, dass dann trotzdem eher Heterobeziehungen als Überwiegendes Beispiel genannt wurden. Sowas find ich immer schade, weil gerade auch Queere Movements sehr viel am Schaffen der Akzeptanz beteiligt waren und - zumindest die Communities in denen ich war - sehr queer sind.

Ich weiß nicht. Ich würde die Hände nicht über dem Kopf zusammenschlagen, wenn jemand der noch gar nicht im Thema ist das hier als Einstiegswerk liest weils ein ganz guter Überblick ist, mehr aber auch nicht. Es trägt mit sicherheit etwas zu Sichtbarkeit und Akzeptanz bei, aber einige Aspekte haben mir eben doch gefehlt.
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