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Sisyphos im Maschinenraum: Eine Geschichte der Fehlbarkeit von Mensch und Technologie

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Das menschliche Verhältnis zur Technik ist von einer bedenklichen Schieflage geprä Menschen erscheinen als Mängelwesen, die unnötige Fehler machen und Dummheiten begehen, während ihre Maschinen und Technologien als Überwinder ihrer Schwächen gefeiert werden. Martina Heßler erzählt die beeindruckende Geschichte dieses wirkmächtigen Gedankens, in dem sich die menschliche Fehlbarkeit hartnäckig mit technologischer Perfektion verbindet.

Von Automaten in frühen Fabriken über Sicherheitsgurte, Lügendetektoren und nette Roboter bis zu Computern als Präsidentschaftskandidaten und zur Die Geschichte der technologischen Überwindung menschlicher Fehler ist eine Geschichte des Technikchauvinismus, in der wir Menschen mehr und mehr einem modernen Sisyphos ähneln – im selbst gebauten Maschinenraum unentwegt mit der Beseitigung von Fehlern und Defekten beschäftigt. Derzeit verspricht künstliche Intelligenz, die Welt zu einem besseren Ort zu machen und menschliche Grenzen zu sprengen. Wie Martina Heßler eindrucksvoll darlegt, wird aber bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert versucht, fehlerhafte Menschen mit überlegenen Maschinen einzuhegen, zu ersetzen und zu übertreffen. Das Bild einer perfekten Maschine, die alle denkbaren Probleme lösen kann, hat seither den gesellschaftlichen Fortschritt maßgeblich geprägt. Es wird Zeit, diese unzeitgemäße Illusion zu verabschieden.

364 pages, Kindle Edition

Published March 20, 2025

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Martina Heßler

19 books1 follower

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Taipanix .
6 reviews
July 16, 2026
In dem Buch geht, es in erster Linie, um das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine, seit dem frühen 19. Jahrhundert bis heute, was ja ein durchaus durchmischtes Verhältnis war und ist. Es beleuchtet auch den Transhumanismus (das Verschmelzen von Mensch und Maschine) und den Posthumanismus (das Ersetzen des Menschen durch die Maschine).
Es wird ja gerne das Bild einer Welt gezeichnet, in der alle Arbeiten von Maschinen übernommen werden. Quasi eine Welt, die wie ein perfektes Uhrwerk funktioniert und alles automatisch passiert. Wenn in einer solchen Welt Fehler passieren würden, dann wegen des Menschen. Der Mensch kann Fehler machen und unvorhersehbar handeln. Er könnte perfektionierte Prozesse stören und das würde er auch. Wäre also eine perfekte Welt, eine Welt, die nur noch von Maschinen bevölkert wird und Menschen nicht mehr existieren? Gerade jetzt, im Zeitalter der KI, taucht der Gedanke oft auf.
Es gibt ja schon eine ganze Weile einige Geschichten darüber, wo die Maschinen den Menschen abschaffen wollen und es zum großen Krieg zwischen den Menschen und Maschinen kommt. Das ist durchaus unheimlich.
Was ich aber wesentlich unheimlicher finde, ist der Gedanke, dass die Maschinen recht haben könnten. Dass es rational betrachtet ein absolut logischer Schritt wäre, den Menschen abzuschaffen und die Maschinen die Welt übernehmen zu lassen.
In dem Buch geht es darum, warum Maschinen nicht die rationale Antwort sind, es diese "perfekte, mechanische Welt der Maschinen" nicht geben kann und was das eigentliche Problem im Verhältnis zwischen Mensch und Maschine ist. Wen das interessiert, sollte das Buch lesen. Es ist nicht schwer geschrieben und mit 240 Seiten auch nicht endlos lang, aber dafür sehr erhellend.
Profile Image for Jonas.
76 reviews1 follower
February 27, 2026
Sehr gut strukturiert und übersichtlich; Heßler gibt einen klaren Überblick über den angeblich fehlerhaften Menschen und die Maschinen mit denen dieser in Verbindung tritt. Auch sehr aktuell mit Bezügen auf die KI und welche neuen Probleme diese aufwerfen.
Profile Image for Koprophagus.
333 reviews5 followers
January 9, 2026
Martina Hessler untersucht in ihrem Buch fundiert und analytisch, wie sich das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine historisch entwickelt hat. Insbesondere der Glaube an den fehlerhaften Menschen und die perfekte Maschine, ein Technikchauvinismus der uns bis heute prägt. Sie zeigt dabei, dass der Traum von fehlerfreier Technik ein Mythos ist – und das menschliche und technische Unvollkommenheit Hand in Hand gehen. Der namensgebende Sisyphos-Effekt entsteht dabei dadurch, dass technische Systeme immer kokmplexer werden und immer mehr menschliche Arbeit nötig ist, um diese zu überwachen, zu reparieren und zu korrigieren. Dies fördert die Entwicklung neuer technischen Lösungen und Automatisierungen, die wiederum neue Abhänigkeiten schaffen. Eine endgültige Lösung gibt es also nicht.

Die erste Hälfte gibt einen etwas trockenen Einstieg. Der Fokus liegt auf einer theoretischen, philosophischen Perspektive. Wie verlief die historische Debatte über Mensch und Maschine sowie ihre Bedeutungen und Konsequenzen für Kultur und Gesellschaft.
Die zweite Hälfte ist dann weniger abstrakt. Konkrete Beispiele zeigen, wie sich das Verhältnis von Mensch und Maschine im Laufe der Zeit verändert hat und machen das Ganze greifbarer. Und da gabs auch wieder eine ganze Handvoll interessanter Fun-Facts, die ich dann zufällig irgendwelchen Unbekannten im Bus erzählen kann.
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