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Nachkommen

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›Nachkommen.‹ ist ein Roman über die Ordnung der Generationen und wie sie durch Gier und Vernachlässigung außer Kraft gesetzt wird.

Am Morgen verabschiedet sich die zwanzigjährige Nelia Fehn von ihrem toten Großvater, am Abend sitzt sie als jüngste Autorin bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises. In Frankfurt trifft sie ihren leiblichen Vater das erste Mal. Auf der Buchmesse wird sie gefragt, warum sie denn nun einen Roman geschrieben habe.
»Sie hatte nur nicht sagen können, was sie da gemacht hatte. Oder warum. Sie hatte nur einfach geschrieben und jetzt war das ein Roman, und das Leben ging weiter. Sie wußte nicht einmal, ob sie wieder schreiben wollte. Weiter schreiben.«
Marlene Streeruwitz gewährt uns einen Insider-Einblick in das Literaturgetriebe, und es gelingt ihr, aus dem Ende der Literatur Literatur zu machen.

432 pages, Hardcover

First published January 1, 2014

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82 people want to read

About the author

Marlene Streeruwitz

61 books24 followers
Aufgewachsen in Baden bei Wien studierte Streeruwitz nach einem abgebrochenen Jusstudium Slawistik und Kunstgeschichte in Wien. Seit 1992 werden ihre Theaterstücke an zahlreichen Bühnen aufgeführt. 1996 erschien ihr erster Roman, Verführungen. 3 Folge. Frauenjahre, für den sie unter anderem mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde.
In schneller Folge sind seither Romane, Theaterstücke, Novellen und theoretische Schriften erschienen. Die feministisch orientierte Streeruwitz gilt als eine der politisch engagiertesten deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen. Mit ungewöhnlicher Schärfe kommentierte sie die politischen Ereignisse in Österreich (ÖVP/FPÖ-Koalition) im Jahr 2000. Im November 2006 wehrt sich die österreichische Schriftstellerin öffentlich gegen die Inszenierung des neuen Stückes von Elfriede Jelinek, „Ulrike Maria Stuart“, im Hamburger Thalia Theater. In einer Szene des Stückes wird Streeruwitz in der Inszenierung von Nicolas Stemann als sprechende Vagina dargestellt. In einer Ausgabe des Spiegels kritisiert Streeruwitz, dass das Thalia Theater weiterhin das Stück in ungeänderter Form zur Aufführung bringt. „Ich will als handelndes und denkendes Subjekt nicht auf ein sprechendes Geschlechtsorgan reduziert werden.“, beklagt Streeruwitz im „Spiegel“. Dass es sich dabei um eine Satire handle, will Streeruwitz nicht gelten lassen: „Deutschsprachiger Humor war immer ein Mittel der Verächtlichmachung.“

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Community Reviews

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6 (8%)
1 star
3 (4%)
Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Jens van der Kreet.
Author 2 books21 followers
July 16, 2020
Ich frage mich. Ob dieses Buch relevant ist. Das frage ich mich. Die Mami. Die Mami wüsste das. Aber die ist ja nun nicht mehr. Die Mami. Der Rezensent. Der Rezensent ist ja auch alt. Und dick ist der. Ein richtiger Kreisel ist das. Der Rezensent meint, das Buch sei durchaus relevant, weil es die Unsicherheit und Zerrissenheit einer früh verwaisten jungen Frau aus chaotischen Patchwork-Verhältnissen authentisch aufzeigt. Das glaubt der. Der Rezensent. Obwohl er auch meint, das Buch. Es ist ja eigentlich ein Roman. Also der Roman. Der Roman ist eigentlich 140 Seiten zu lang. Sagt der. Der Rezensent. Der eigenwillige Stil sei ganz originell. Irgendwann fange man selber an, so zu schreiben und zu denken, als wäre man ein verwirrtes zwanzigjähriges Mädchen. Die Figuren. Die Figuren sind etwas unrealistisch. Meint der Rezensent. Aber der ist auch keine Frau. Der ist selber so ein alter Mann. Der brüllt bestimmt selber junge Frauen an. Der Vater. Der Vater von dem Mädchen ist auch unrealistisch. Meint der Rezensent. Selbst wenn er Literaturprofessor sei und die Macht habe, seine Tochter mit zwanzig in die Shortlist des Buchpreises zu pushen, sei es unwahrscheinlich, dass so ein Alter. Dass so ein alter Mann so viele junge Frauen am Start habe. Aber die Parodie eines berühmten Kritikers. Die ist realistisch. Weil so einen Typ gab es ja wirklich. Meint der Rezensent. Der kann sich noch an den erinnern.
Profile Image for draxtor.
199 reviews14 followers
September 5, 2025
What a beautiful novel. And NOT (just) a beautiful book.
Because there is a BIG distinction!
"Nachkommen" (only avail in German I am afraid) combines everything that makes literature to me more important than even music.
And a novel like this is the reason why I annoy every non-reader with constant evangelism about how YOU MUST READ NOVELS ALL CAPS!
My poor (non-reading 84 year old) dad: he asked me if he should read "Der Zauberberg" and I said YES EVERYONE SHOULD.
My head is bowed in shame before Marlene who includes Thomas Mann in a brilliant stab against a very well-known figure of the German literary world (of the past).
This is what good writing can do: be very specific (about the literary scene/business/clownshow in Germany) and very universal (a young passionate female artist in a world of old privileged white men who know they are DYING) at the very same time.
And I should probably reread this right away because I did not copy excerpts in my notebook darn it.
There is one section where Marlene's main character Nelia describes these bland formulaic TV shows about books/art as "Conscious calming for the middle class" or was it a stab at SZ or FAZ? Either way: brilliance!
I am already creating in my head "in Erfindung gebuendelte Wahrheit" (= truth condensed in fabrication) as the author describes fiction writing.
I am delighted to have picked this randomly out of the shelf and that I ignored my TBR stack.
Now another Streeruwitz before going back into my homemade cage of regimented reading?
What do you say?
Ok maybe I should leave you with a little translated passage from page 399, where Nelia observes her estranged father from the outside of his house. He is in the kitchen with a group of people from academia and the literary world engaged in conversation during a sort of house party celebrating the Frankfurt Book Fair:

"He said something humorous to the man, who had explained something to the woman.
Everything was like a theatre performance. There was no reality, but instead multiple stages. On each stage a different script. They lived like this. She knew this even from Mom. They detached themselves from themselves without a second thought and went on their adventures. They did not take care. Not take care of themselves. And indeed, the only question was, how each stage within their inner world would have to be separated from each other stage. This could lead to chaos. But they just slipped from denial directly into geriatric depression. No detours. And her father. He seemed to be right in this transitional phase. Ah well. She wished him the best of luck."
Profile Image for Otto.
750 reviews50 followers
September 1, 2014
ein wenig viel gekichert wird und die art der verkürzten sätze mit punkt geht auch schön langsam auf die nerven, noch dazu, wenn es nicht so recht passend erscheint zum inhalt des romans. dann natürlich die streerowitzsche bewusste feministische auseinanderstzung. aber trotzdem, ganz gut der roman rund um den deutschen buchpreis, die frankfurter buchmesse und die vater-, mutter-verwandtschaftsauseinanderstzung. wer mehr wissen will, schaue sich mal im blog parallele welten um.
Displaying 1 - 5 of 5 reviews

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