Ein einsames Militärgelände mitten in der Wüste. Verschiedene Menschen finden sich dort ein, die glauben, an einem psychologischen Experiment teilzunehmen oder zu einer Anhörung gebracht zu werden – allesamt Personen, die niemand vermissen würde, wenn sie verschwänden. Die Wahrheit ist allerdings viel grausamer: Es geht um den Praxistest einer neuartigen militärischen Waffe und das Überleben der Teilnehmenden ist nicht eingeplant ... Als die diversen Gruppen erkennen, dass sie in der Falle sitzen und menschenfressende Untote auf sie losgelassen werden, müssen sie sich zusammenschließen, um überhaupt eine Chance zu haben, der tödlichen Gefahr zu entkommen. Unter der Leitung der beiden Frauen Lee und Cara kämpfen sie verzweifelt gegen die Übermacht der Zombies, die jeden Tag größer wird. Aber ihre Möglichkeiten, dieser Hölle zu entfliehen, werden immer kleiner ... Das Experiment ist längst außer Kontrolle und die Welt von morgen könnte eine Welt der Toten sein.
Ja, "Phase V" von Martina Bernsdorf ist ganz klar ein Zombiebuch, worauf schon das Buchcover eindeutig hinweist. Das heißt, im Roman herrscht absolut kein Mangel an Untoten, Blut, Gedärmen und grausamen Toden, so dass Splatterfans hier voll auf ihre Kosten kommen. Das Buch ist allerdings durchaus keine ganz normale, durchschnittliche Horrorgeschichte. Es ist überaus spannend, hat wohldosierte politisch-sozialkritische Anflüge und erzählt interessant und auch warmherzig das (teils kurze) Leben, das den Romanfiguren im Angesicht des Todes bleibt, einer Schicksalsgemeinschaft aus vollkommen unterschiedlichen Außenseiter*innen der Gesellschaft. Bei dem verzweifelten Versuch zu überleben finden im Lauf der Story die verschiedensten Paarungen und Gruppierungen zusammen. Daraus entwickelt sich u. a. eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten, die ich in meiner langen Geschichte als Leserin je erlebt habe. ;-) Ein außergewöhnlicher und gerade darum äußerst lohnenswerter Roman!