Die New York Titans Reihe von Poppy J. Anderson konnte mich bereits auf weiten Strecken begeistern und mit "Hände weg vom Quarterback" geht es in die neunte Runde, die einen Charakter zurück führt, der bereits in Band eins einen Auftritt hatte. Mitch Cahill, 37 Jahre alt und seit neuestem der Generel Manager der Titans musste seine Karriere aufgrund einer schweren Knieverletzung beenden, was für ihn nie so wirklich schlimm war, da er alles erreicht hat, was er wollte und so private Chancen möglich wurden. Allen vorran seine Exfrau zurückzugewinnen, die er mehrfach betrogen hat.
Als er dann wirklich bei ihr vor der Tür steht ist sie schwanger und frisch verheiratet.
Auch wenn Mitch es eine lange Zeit ziemlich hat krachen lassen, ist er nicht mehr ganz so der Typ für wilde Parties und wirklich auf der Suche nach einer Partnerschaft scheint er auch nicht zu sein.
Überhaupt fiel es mir als Leserin schwer ein Ziel bei ihm zu erkennen.
Schließlich setzt die Titans-Besitzerin Teddy Mc Lachlan-Palmer Mitch eine Frau vor die Nase, die als neue Mannschaftsärztin eingestellt werden soll. Avery Lancaster ist laut Teddy nicht nur höchst kompetent, sondern auch nett.
Die erste Begegnung zwischen Mitch und Avery ist jedoch eine volle Katastrophe, bei der er sich ziemlich sexistisch verhält und sie ihn einen abgehalfterten Ex-Footballprofi nennt.
Die Weichen für eine höchst explosive Zusammenarbeit sind hiermit gestellt...
"Hände weg vom Quarterback" war für mich leider eines der schlechteren Titans-Bücher. Die Charaktereinführung war ein ziemliches hin und her. Anderson stellte sie mal total fürsorglich und zärtlich dar und dann kam ein abrupter Wechsel zu extrem sarkastisch, aufschäumend und uneinsichtig. Ich habe weder zu Mitch, noch zu Avery einen wirklichen Draht entwickeln können. Erst als Avery's siebenjähriger Sohn Seth mehr mit in die Handlung integriert wird, öffnet sich eine klarere Linie um den Gedanken der Charaktere folgen zu können. Kinder haben die Angewohnheit durch ihre Augen vieles verständlicher zu machen und wie auch schon die kleine Zoey in Band vier, hat Seth maßgeblich daran mitgewirkt, dass hier eine romantische Liebesgeschichte geschrieben werden konnte.
Und trotzdem gab es Kritikpunkte, die ich einfach maßlos übertrieben fand, wie z.B. der Umgang zwischen Avery und Mitch, als er ihr sagt, dass er sich um seine verzweifelte Ex-Frau kümmert. Man kann durch Averys Vorgeschichte vielleicht ein wenig Verständnis aufbringen, aber mir war die "angebliche Offensichtlichkeit" viel zu dramatisch dargestellt.
Es gab auch keine wirklichen Überraschungen. Irgendwie war mir vom ersten Treffen der Beiden an klar, wie ihre Geschichte weitergehen würde, auch wenn es ein paar Szenen gab, deren Schlagabtausch ich genüßlich grinsend verfolgt habe.
Die Autorin hätte außerdem dem Ende mehr Begeisterung schenken können. Alles ging viel zu schnell und wirkte dadurch igendwie dahingeklatscht.
Lediglich die Szenen mit dem großmäuligen Macho Blake O'Neill konnten dem Buch den Titans-Charme aufdrücken und ich fand es mal erfrischend, dass die Autorin ihm soviel Platz zugesteht.
Dieser neunte Band wirkte auf mich insgesamt zu sehr gewollt. Sie sehen sich, können sich nicht ausstehen und dann auf einmal - durch eine eher lapidare Szene - werden sie scharf aufeinander. Das war mehr als vorhersehbar und konnte mich kaum überraschen.
Die Liebe der Charaktere zu dem kleinen Seth und Blake's Rüpelattacken waren für mich leider die einzigen wirklichen Highlights.
Der romantische und erotische Teil der Geschichte entwickelt sich im angemessenen Tempo und war auf seine Art schön zu lesen, nur nicht ganz so lebhaft wie man das aus den bisherigen Büchern kennt, auch wenn Mitch und Avery sich Mühe geben den gewissen Pepp reinzubringen.