Begine Serafina hat sich in ihrer neuen Heimat gut eingelebt. Da erschüttert ein schlimmer Frevel Freiburg. Entweihte Hostien - im Münster, dem heiligsten Ort der Stadt! Der Verdacht fällt auf einen jüdischen Schuster, der unter der Folter auch alles gesteht, was man von ihm hören will. Serafina indes hat einen anderen Verdächtigen im Blick. Doch der stirbt bald gewaltsam. Und es geschehen Dinge, die Serafina an ihrem heimlichen Verbündeten, dem Stadtarzt Achaz, zweifeln lassen ...
Geboren und aufgewachsen bin ich im nordbadischen Pforzheim, zusammen mit zwei älteren Geschwistern, einem Hund, zwei Meerschweinchen und einer Goldhamsterzucht.
Nach dem Abitur folgte eine eher unruhige, wenngleich spannende Zeit: Nach einem dreimonatigen Praktikum auf einem Biobauernhof im idyllischen Emmental studierte ich zunächst Tiermedizin, dann Theaterwissenschaft, Literatur und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Danach brachte mich meine erste Arbeitsstelle als Fachzeitschriften-Redakteurin nach Darmstadt, später ging es wieder zurück nach Freiburg, wo ich insgesamt die meisten Jahre verbracht habe.
In diese Zeit Ende der Achtziger fielen auch mehrere Monate der Arbeitslosigkeit, in denen ich mich mit Literaturbesprechungen und Korrekturarbeiten für einen Verlag sozusagen geistig über Wasser hielt. Und es entstand das erste Buch: Mein Studienfreund Bernhard Thill und ich verfassten einen Stadtführer der etwas anderen Art, der sich unter dem Titel „Unbekanntes Freiburg“ bis heute verkauft.
Bei der Recherche hierzu bin ich auf die Lebensgeschichte der Catharina Stadellmenin gestoßen, die 1599 als vermeintliche Hexe verbrannt wurde. Sie sollte später zur Protagonistin meines ersten historischen Romans „Die Hexe von Freiburg“ werden.
Nach einer zweijährigen Ausbildung zur EDV-Kauffrau arbeitete ich mehrere Jahre in einem Freiburger Softwarehaus als Schulungsreferentin und technische Redakteurin – bis es dann 1994, zusammen mit meiner Familie, für drei spannende Jahre nach Santiago de Chile ging. Neben der Kindererziehung, der freien Mitarbeit für eine deutsch-chilenische Wochenzeitung und den ersten inhaltlichen Entwürfen zu meiner „Hexe“ erkundete ich Land und Leute. Dabei wunderte ich mich immer mehr über die zahlreichen deutschen Spuren in Chile. Ich begann über die Einwandererströme hundertfünfzig Jahre zuvor zu recherchieren, woraus die Idee zu meinem Roman „Der Ruf des Kondors“ entstand.
Zurück in Deutschland, ging es über die Stationen Worpswede, Ravensburg und abermals Freiburg ins Schwäbische, in die Nähe von Stuttgart. Meine nicht gerade bahnbrechende Karriere als Texterin für Web und Werbung beendete sich von selbst, als im November 2003 bei Rowohlt meine „Hexe von Freiburg“ erschien. Seither lebe ich als freiberufliche Autorin vom Schreiben historischer Romane.
Nach „Das Aschenkreuz“ ist „Hostienfrevel“ der zweite Band der Reihe um die Begine Serafina. Wenn ich mich nicht irre, hat die Reihe insgesamt vier Bände, so dass ich nun noch zwei vor mir habe und mich sehr auf diese freue! Ich mag die Reihe sehr und habe es auch in diesem Buch sehr genossen, mit Serafina auf Mörderjagd zu gehen! Das mittelalterliche Setting finde ich sehr spannend und interessant. Ich konnte mich sehr gut in die Handlung und die Zeit hineinfühlen, da die Autorin einen sehr bildhaften und packenden Schreibstil hat. Auch die Mischung aus Historischem Roman und Krimi mag ich sehr! In diesem Band erfahren wir viel über Serafinas Vergangenheit. Das Buch ist in sich abgeschlossen, aber das Ende hat auch einen Cliffhanger, so dass ich den dritten Band recht bald lesen möchte!
„Hostienfrevel“ ist der zweite Band um die sympathische und kluge Begine Serafina. Schon der erste Band „Das Aschenkreuz“ hat mir sehr gefallen und mich neugierig gemacht, denn es gibt um Serafina noch so manches Geheimnis, das gelüftet werden will. Meine Erwartungen in diese Fortsetzung wurden voll und ganz erfüllt. Auch diesmal gerät Serafina wieder in verzwickte Situationen, denn ihr wacher Verstand verbietet ihr, so manches Gerücht, das sich in Windeseile verbreitet, als Wahrheit anzuerkennen. Auf der Suche nach den wirklichen Schuldigen am Hostienfrevel und am Tod des alten Kreuzbruders betreibt sie Nachforschungen auf eigene Faust. Sie ist von der Unschuld der Juden überzeugt, denen man die Tat in die Schuhe schieben will. Hinter diesem plötzlichen Judenhass vermutet sie andere Gründe, denen sie auf die Spur kommen möchte. Bei ihren Nachforschungen kommt ihr zugute, dass auch Meisterin Catharina von der Unschuld der jüdischen Freiburger überzeugt ist. Ihre Ermahnungen, Serafina solle sich aus der Angelegenheit heraushalten, erfolgen daher nur halbherzig. Dafür macht ihr Serafina das Verhalten des Stadtarztes Achaz Kummer, denn dieser benimmt sich ihr gegenüber sehr seltsam, und sie hat den Eindruck, dass er ihr einiges verschweigt. Neben den äußerst spannenden Ermittlungen zu diesem mittelalterlichen Kriminalfall erfährt man im Roman so einiges über Serafinas Vergangenheit. Ihr Schicksal ist sehr einfühlsam dargestellt, und schnell wird klar, wieso die mutige Begine sich so für Gerechtigkeit einsetzt, denn ihr selbst ist in der Vergangenheit so viel Unrecht widerfahren!
Auch das gemeinschaftliche Leben der Beginen wird ausführlich geschildert, so dass man sich sehr gut in die damalige Zeit versetzen kann. Auch dieser zweite Band war spannend von der ersten bis zur letzten Seite, und ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung, die glücklicherweise schon bereit liegt.
I N H A L T Die Beginne Serafina rutscht tatsächlich von einem Fall in den Anderen. Kaum ist der erste Mordfall vergangen, passiert in Freiburg schon der nächste Mord und diesmal sieht es ganz so aus, als ob die hiesigen Juden Schuld daran tragen würden. Nachdem unter Folter ein Jude gesteht, scheint der Täter gefunden zu sein, aber die Beginne erkennt, das Andere Bürger Freiburgs auch in diesem Fall verwickelt sind. Eine spannende Jagd nach dem wahren Täter beginnt.
M E I N E M E I N U N G Hach, endlich der zweite Teil von Serafina. Ich habe mich echt gefreut als ich bei Lovelybooks gesehen habe, das dort eine Leserunde stattfand mit Begleitung der Autorin (ich liebe die Autorin bzw. ihre Werke). Nur leider hatte ich kaum Zeit gehabt mich an der Leserrunde zu beteiligen weil ich so viel Unistress hatte… sogar bis jetzt…. Ich fühl mich deswegen so mies. Nun aber zum Buch. Der zweite Teil beginnt gleich mit dem Mord und wir wissen gleich, was das der rote Faden der Geschichte sein wird. Er klingt vorerst unspektakulär aber für die damalige Zeit war ein Mord und eine Schändung der Hostien ein Frevel (daher auch der Titel). Da unsere Hauptprotagonistin von sehr neugieriger Natur ist, erfährt sie durch viele Freunde wie den Stadtarzt Achaz oder den Stadtbekannten Bettelzwerg, das diverse Aussagen von Zeugen nicht stimmen können und das der offensichtliche Täter nicht der Richtige ist. Der Handlung der Geschichte ist sehr leicht zu folgen. Gerne wird zwischen den Kapitel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewechselt. Die Autorin weiß, wie man den Leser an das Buch fesselt denn die Erzählungen aus Serafinas Vergangenheit sind unglaublich interessant und mitfühlend geschrieben. Kaum kennt mein ein Stückchen ihrer Geschichte, schon geht es mit dem Fall weiter. So kommt man kaum dazu, das Buch aus der Hand zu legen und hat mir ein paar dunkle Augenringe verpasst. ;) Gerade durch diesen Wechsel, finde ich, das das Ende sehr gut gelungen ist und neugierig auf den kommenden Teil macht. Man erhofft sich so einiges für Serafina und ich bin gespannt, was sich die Autorin für das nächste Mal einfallen lässt. Wie in fast allen ihren Werken, gibt es auch hier wieder ein Glossar, in dem die vorkommenden Personen erwähn und diverse altertümliche Worte erklärt werden. Finde ich sehr praktisch, gerade wenn zwischen den Bänden immer eine gewisse Zeitspanne lag ;)
F A Z I T Hostienfrevel ist der zweite historische Krimi von Astrid Fritz mit der pfiffigen Beginne Serafina und bietet wieder einmal sehr unterhaltsame Lesestunden. Wiederkehrende Figuren machen die Handlung mitfühlender, sodass man sich sehr schnell mit der Hauptperson mitreißen lässt und miträtselt, wer denn der wahre Täter ist. Sind Freunde vielleicht doch Feinde? Mich konnte der zweite Teil definitiv überzeugen und ich freue mich schon auf den nächsten. Daher vergebe ich auch 4 Sterne.