Berlin – Cabourg, 1928. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter findet die junge Emma eine Schatulle mit Liebesbriefen eines Unbekannten aus der Normandie. Hatte ihre Mutter fünfundzwanzig Jahre zuvor eine heimliche Liaison? Spontan schreibt Emma an die Adresse in Cabourg, um herauszufinden, was damals geschah. Doch statt des Fremden antwortet dessen Sohn Paul. Damit beginnt ein ungewöhnlicher Briefwechsel, der tiefe Gefühle in den beiden entfacht. Doch Emma ist verlobt, und ihre Hochzeit rückt näher. Sie wagt den Schritt und reist nach Cabourg …
Berlin 1928: Nachdem Emmas Mutter Josephine gestorben ist, findet Emma alte Liebesbriefe, die ihre Mutter von einem Mann aus der Normandie bekommen hat. Was hat das zu bedeuten? Hatte ihre Mutter etwa eine Affäre? Emma möchte mehr herausfinden und schreibt an die Adresse in Frankreich. Antwort bekommt sie von Paul, dem Sohn des Briefpartners ihrer Mutter. Paul und Emma schreiben sich weiterhin Briefe und kommen sich so immer näher. * Mein Leseeindruck: "Die Liebenden von Cabourg" erzählt die Geschichte von Emma und von Paul, aber auch von Emmas Mutter Josephine und Pauls Vater Gustave. Es ist sehr spannend zu verfolgen, wie Emma und Paul immer mehr von der Vergangenheit ihrer Eltern aufdecken und sich selbst dabei immer näher kommen. Der Schreibstil ist sehr angenehm; ich konnte von Anfang an in die Geschichte versinken. Es hatte mich schnell gepackt, so dass ich das Buch bald nicht mehr aus der Hand legen mochte. Die Geschichte ist unterhaltsam, geheimnisvoll, spannend und romantisch - eine sehr gelungene Mischung! Die Figuren sind sehr gut beschrieben und wirken echt und authentisch. Mit Emma konnte ich mitfühlen und habe sie gerne auf ihrem Weg begleitet. Die Geschichte hat mich sehr berührt und mitgenommen und mich in die 1920er Jahre versetzt. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und werde es gerne weiterempfehlen; es ist ein wunderbares Buch!
Die betagte Emma-Victoria, die nicht mehr allein reisen kann, ist mit einer Betreuerin an Bord der Queen Mary II unterwegs aus den USA nach Southampton. Von dort werden die beiden Frauen die Fähre in die Normandie nehmen. Ein Bündel alter Liebes-Briefe mit einem französischen Absender hatte Emma als junge Frau mit einer unbekannten Seite ihrer gerade verstorbenen Mutter konfrontiert. Josephine Pfeiffers Kinder ahnten nichts von Gustave Ricard, den sie als jung verheiratete Frau während ihrer Kuraufenthalte an der französischen Atlantikküste lieben gelernt haben musste. Gustaves Briefe von damals und die Faszination, die ihre eigene Korrespondenz mit dessen Sohn Paul auf Emma ausübt, lassen sie knapp vor ihrer Hochzeit am vorgezeichneten Lebensweg als Ehefrau zweifeln. In der Normandie ist Paul über die Nachricht vom Doppelleben seines Vaters ebenso bestürzt wie Emma und sucht Rat beim Beichtvater der Familie.
Auf vier Zeitebenen (die betagte Emma der Gegenwart, die junge Emma 1928, Josephine 1903, Paul in der Gegenwart) führt Amélie Breton ihre Leser in eine faszinierende Epoche technischer Entwicklungen und gesellschaftlicher Veränderungen. Starre Klassenschranken und unzeitgemäße Normen verwehrten vielen den Zugang zur modernen Welt – speziell den Frauen. Emma muss das leidvoll erfahren; denn sie hat mit 22 Jahren nur die Wahl ihrem Vater zu gehorchen oder einem Ehemann. Allein lebende Frauen, die sich in der Folge des Ersten Weltkriegs ihr Schicksal nicht aussuchen konnten und ihren Lebensunterhalt zu verdienen haben, sehen sich der Verachtung des gutsituierten Bürgertums ausgesetzt.
Eine für die Zeit der Handlung passende Sprache, weniger direkt als wir es heute gewöhnt sind, und die besondere Rolle der Briefe in Liebesbeziehungen nehmen Bretons Leser mit auf eine faszinierende Zeitreise. Unterschiedlichste Themen werden kurz angerissen: die Entwicklung von Automobilen und Flugzeugen, das Entstehen von Großunternehmen, Mode, Literatursalons, soziales Engagement der Gattinnen wohlhabender Bürger, Entwicklung einer kritischen Presse, die Geschichte französischer Seebäder und schließlich das Aufbegehren von Frauen gegen die Gängelung durch Ehemänner und selbst ernannte Moralinstanzen.
Emma Pfeiffer wirkt als junge Frau ohne Beruf, die nur auf ihre Verheiratung wartet, aus heutiger Sicht mitleiderregend. Obwohl Emma spätestens mit ihrer Heirat einen eigenen Haushalt führen muss, scheint der väterliche Haushalt ohne ihre Führung beinahe von selbst zu funktionieren. Die Hausdame Margarete wirkt im Hause Pfeiffer in einer Person als Emmas gebildete Gesellschafterin, Haushälterin, Köchin und Wäscherin - eine sehr unrealistische Annahme, wenn man den Erzählungen unserer Großmütter und Großtanten gelauscht hat, die diese Arbeiten in den Häusern der Wohlhabenden leisteten. An dieser Stelle wirkt der zeitliche Hintergrund unglaubwürdig.
Ein Liebesroman vor romantischer historischer Kulisse, in dem Liebesbriefe eine entscheidende Rolle spielen, verspricht leichte, angenehme Urlaubslektüre. Bis zur kaum überraschenden Auflösung des Geheimnisses von Josephine und Paul bleibt die Handlung durchgehend spannend. Im Kontrast zum gelungenen Plot überzeugen nicht alle Figuren durch Glaubwürdigkeit (wie Margarete). Um das Buch mit sehr gut zu bewerten, hätte es mich nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich beeindrucken müssen. Die üppige Verwendung nichtssagender Adjektive lässt die Sprache an einigen Stellen konventionell bis trivial wirken. Ein blauer Himmel am Meer bedient ein Klischee, interessanter wären Farbtöne oder Stimmungen, die die Leser nicht ohnehin mit dem Gedanken an das Meer verbinden.
Die alte Emma erzählt ihrer Krankenpflegerin die Geschichte ihrer jungen Jahre, in denen sie aufgrund von Briefen ihrer Mutter aus dem Berlin der späten 20er Jahre Kontakt in die Normandie aufnimmt, um mehr über deren Vergangenheit herauszufinden. Die Handlung ist also in mehreren Zeitebenen verschachtelt, deren Rahmen die heutige Zeit bildet. Das eigentliche Geschehen passiert jedoch am Anfang des 20. Jahrhunderts, wo Automobile noch eine neue Errungenschaft waren und Frauen sich Männern unterwerfen mussten. Mutter und Tochter rebellieren auf ähnliche Weise gegen diese Konventionen und versuchen ihren Herzen zu folgen, die sie eben an Frankreichs rauhe Küste führen. Damit plätschert der historische Liebesroman so dahin und bleibt unaufgeregt trotz der eingebauten Details der deutschen Geschichte. „Die Liebenden von Cabourg“ ist in sich stimmig und folgt dem typischen Handlungsverlauf des Genres.
Hauptperson in dem Buch „Die Liebenden von Cabourg“ von Amélie Breton ist Emma, Emma-Victoria Pfeiffer.
Sie ist zunächst als alte Dame anzutreffen, die ihrer von Liebeskummer geplagten jungen Pflegerin, ihren Kampf um die Liebe berichtet.
Dabei wechselt die Perspektive in die damalige Zeit, also in das Jahr 1928 in Berlin.
Bereits am Namen kann man erkennen, dass Emma-Victoria Pfeiffer zur Oberschicht der damaligen Zeit gehört.
O-Ton: „Gewiss, Verehrtes Fräulein“, antwortete die Hausdame lächelnd. „Briefe sind etwas wunderbares, vor allem zwischen Freunden.“
Briefe schreibt Emma-Victoria seit neuestem einem jungen Mann, der nicht ihr Verlobter ist.
Dieser Mann heißt Paul und ist der Sohn von der großen Liebe ihrer Mutter, Gustave.
Herausgefunden hat sie das Verhältnis erst kurz nach dem Tod ihrer Mutter.
Doch bereits zuvor hatte diese Angst um ihr Leben und hat von einer Gefahr in ihren Briefen an Gustave geschrieben.
Allein aus diesem Grund, um das Geheimnis um die Gefahr zu lüften, nimmt Emma-Victoria mit dessen Sohn Paul Kontakt auf.
Daraus entwickelt sich ein reger Briefwechsel zwischen Berlin und Cabourg.
Nach einiger Zeit beginnt sich auch der Unterton in den Briefen zu verändern.
Was soll Emma-Victoria nur tun, als sie ihre Gefühle für Paul entdeckt?
Auf ihr Herz hören, dass sie in die Normandie zieht oder ihrem Verlobten in Berlin treu zur Seite stehen?
Für mich persönlich war das Buch zu langatmig und kitschig. Dennoch habe ich ein passendes Zitat von einem Journalisten im Buch gefunden, dass meinen Eindruck über das Buch gut zusammenfasst.
O-Ton: „Auch wenn ich für gewöhnlich keinen Alkohol trinke, so scheinen besondere Augenblicke im Leben auch besondere Maßnahmen zu erfordern.“