Warum „neu“ das älteste Wort der Welt ist Ich habe dieses Buch gekauft, weil die Vorauflage bereits veraltet war – treffender lässt sich sein Thema kaum illustrieren. Jeanne Guien, Philosophin und ausgewiesene Müll-Spezialistin, zerlegt darin eine der langlebigsten Täuschungen der Konsumgesellschaft: Das angebliche „Bedürfnis nach Neuem“ ist keine anthropologische Konstante, sondern eine seit dem 16. Jahrhundert stetig verfeinerte Geldmaschine. Ihr Zweck ist so simpel wie zerstörerisch: das Wirtschaftsmodell kaufen, wegwerfen, neu kaufen zu rechtfertigen. Guien zeigt präzise, wie Ökonomen und Marketing-Gurus sich an Definitionen von „Neuheit“ abarbeiten, obwohl längst bekannt ist, dass die überwältigende Mehrheit aller Produkteinführungen scheitert und keinerlei echtes Bedürfnis befriedigt. Ein Muss für alle, die verstehen wollen, warum sich das Smartphone vom letzten Jahr bereits wie ein alter Putzlappen anfühlt. Den EcoloObs-Preis 2025 hat dieses Buch redlich verdient.