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Wo der Name wohnt

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Hausnummer 36 und 37, hier in Berlin haben sie jahrelang in direkter Nachbarschaft gelebt. Als Kind spielte die Enkeltochter Tischtennis auf dem Glastisch im Wohnzimmer der Großeltern. Als Erwachsene löst sie deren Wohnung schließlich auf, bringt Besteck, Töpfe und Musikkassetten nach nebenan zu sich. Und sie will noch etwas bewahren: Levitanus, den Familiennamen. Der Wunsch, den Namen wieder anzunehmen, begleitet sie nicht nur im Alltag, sondern führt sie auch nach Riga. Sie folgt den Worten ihres Urgroßvaters Salomon und findet ein Fenster im ehemaligen Rigaer Ghetto, das eng mit ihrer Familiengeschichte verknüpft ist – und sie zeichnet die Bewegungen von vier Generationen nach, vom sowjetischen Lettland der siebziger Jahre bis nach Deutschland.
Ricarda Messner erzählt in ihrem Debütroman vom Ort ihrer Erinnerungen, kehrt immer wieder zurück zum Leben in zwei Wohnungen, nähert sich Verlusten und Lücken, verbindet Heute und Gestern. Wo der Name wohnt lässt so zärtlich wie klar eine Familie aufleben und bewahrt ihre Geschichten.

170 pages, Hardcover

First published February 18, 2025

10 people are currently reading
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About the author

Ricarda Messner

3 books4 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Literatursprechstunde .
196 reviews100 followers
February 24, 2025
„Und irgendwo zwischen den beiden Häusern, ich zählte während der Wohnungsauflösung zum ersten Mal die Schritte, überkam mich die Sehnsucht. Ich wollte den Nachnamen wieder tragen, sehnte mich nach ihm, wie nach Großmutters Gesicht, das ich nicht mehr sehen würde. Es waren ungefähr vierzig Schritte von Tür zu Tür.“

Ricarda Messner hat ein autobiografisches Werk über die Beziehung von Vergangenheit und Gegenwart geschrieben, das vom sowjetischen Lettland bis in unser Deutschland der Gegenwart reicht. Dabei zeichnet sie ein berührendes Familienportrait, das zurück zu ihren Wurzeln führt, sie geht dabei auf Spurensuche und versucht so, ihren Erinnerungen Raum zu geben.

Von Riga nach Berlin führte der Weg der Großeltern und damit auch der von Ricardas Wurzeln. 1971 gelingt ihnen die Ausreise aus der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik.
Mit „Wo der Name wohnt“ nimmt uns Ricarda mit in die Welt ihrer ganz eigenen Erinnerungen, in denen neben Gegenständen, Geschehnissen, gemeinsamen Erlebnissen, auch der Name „Levitanus“ eine wichtige Rolle spielt - denn den möchte sie bewahren, indem sie ihn wieder tragen möchte und ihn so vor dem Aussterben retten. Doch ist das so einfach in Deutschland möglich?! Ihr könnt die Antwort wahrscheinlich erahnen.

Zu ihrer Großmutter hat sie eine besondere Bindung, die nochmal stärker wurde, als sie ins Haus direkt neben ihr zog in Berlin - Hausnummer 36 und 37, fortan trennten sie nur 40 Schritte voneinander. Sie entwickelten gemeinsame Rituale, wie zusammen einzukaufen oder ihre Mahlzeiten miteinander einzunehmen. Wir erleben eine absolut rührende Großmutter-Enkelin-Beziehung, die in Ricarda nur den Wunsch verstärkt, den Familiennamen mit Stolz tragen zu wollen.

Was mich besonders berührt hat, ist die schonungslose Ehrlichkeit mit der die Autorin von ihren eigenen Unsicherheiten bezüglich ihres eigenen Verhaltens an Gräbern berichtet.

„Ich habe versucht, dort zu sitzen, habe den Stein flüstern hören. Auch er hat mich aufgefordert, erzähl mir was, aber ich wusste wieder nicht, was ich sagen sollte. Ich fürchte, ich weiß nicht, wie ich mich vor den Gräbern geliebter Menschen verhalten, in welcher Haltung ich den Steinen begegnen soll.“

Das war für mich persönlich der emotionalste Part des Buches, da es mir ganz genauso geht (daher vermeide ich Friedhöfe konsequent, was sicherlich nicht die richtige Lösung ist).

Nicht nur mich hat Ricarda Messner überzeugt mit ihrem Debütroman „Wo der Name wohnt“ - sondern ihr wird auch der Literaturpreis Fulda 2025 verliehen, absolut verdient, herzlichen Glückwunsch!
Ich kann Euch nur wärmstens empfehlen dieses Buch auf Eure Leseliste zu setzen, sofern Ihr es nicht bereits getan habt - lasst Euch dieses besondere Familienporträt nicht entgehen!
Profile Image for Sandra.
207 reviews51 followers
August 20, 2025
Autofiktion, die zunächst von der Beziehung zur verstorbenen Großmutter erzählt, dann aber ausholt, um Jahrzehnte zurück liegende Familiengeschichte, die ihre Wurzeln in Riga hat, zu erzählen. Außerdem versucht die Hauptfigur ihren Geburtsnamen, den Namen der Mutter zurück zu bekommen.

Ich mochte die Teile, die von der Großmutter handelten sehr. Es ist interessant und anrührend, wie die Erzählerin sich an die Zeit mit ihr und an sie als Person erinnert. Auch sehr schön fand ich die Kapitelanfänge, die immer Auszüge enthalten, aus der Ablehnung des Antrages auf öffentlich-rechtliche Namensänderung. 

Nicht so ganz mitnehmen konnte mich das Buch bei der Familiengeschichte, die über Großeltern hinaus ging. Diese führt uns nach Riga zurück in die Zeit des Holocaust. Naturgemäß sind diese Passagen bedrückend und intensiv, trotzdem fand ich sie nicht so überzeugend, vielleicht weil mir die dargestellten Personen in der Kürze der Erzählung zu fern blieben.

Insgesamt trotzdem ein lesenswertes Buch.
Profile Image for himbeerbuch.
428 reviews43 followers
May 27, 2025
Hach, war das ein schönes Buch. "Wo der Name wohnt" ist eine persönliche Erzählung über Namen, Wohnungen, Familie, Alltag. Und, wie es meine "post-ost" Generation glaube ich ganz gut nachfühlen kann, erzählt es von dem Versuch, Leerstellen in der eigenen Familiengeschichte zu füllen. Anhand von alltäglichen Dingen, Einrichtungsgegenständen, Reisen... Man hat sich der Erzählerin total nahe gefühlt - und irgendwie war es auch das richtige Buch für den Moment und mein aktuelles Interesse!
Profile Image for Jule.
359 reviews17 followers
June 23, 2025
Zärtlicher Roman über Familie und Erinnern, über Namen, Herkunft und den Umgang mit dem Tod. Toll, schön, sanft. Viel zu kurz!
Profile Image for Mark Swatek-Evenstein.
Author 1 book8 followers
March 15, 2025
ich tue mir ein wenig schwer damit, diese form von autofiktion als „roman“ zu lesen, aber es ist ein wunderbares buch - eine berührende meditation über familie, leben und tod, das leben mit den toten. in schönen bildern wird zärtlich ein abschied, der auch ein festhalten ist, beschrieben. das ist inspirierend zu lesen und hallt lange nach.
Profile Image for Clarissa.
721 reviews22 followers
Read
November 10, 2025
Eine zarte Familiengeschichte, die Sprache war mir persönlich etwas zu blumig.
49 reviews
May 19, 2025
Ein kleines, schönes Buch. Hat einen ruhigen Rhythmus und viel Innerlichkeit. Und ich mag solche Portraits liebenswerter Großmütter.
Profile Image for Nikita V..
5 reviews
July 2, 2025
Eine wunderschönes Leseerlebnis welches sich auf rührende Weise mit Trauer und der Suche nach der eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt.
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