Verzweiflungen Essay Ein Mädchen steht vor der Schwimmlehrerin und bettelt, endlich in die Fortgeschrittenengruppe zu dürfen. Dabei kann sie nur am Beckenrand ohne Leine gut schwimmen. Die Lehrerin ist gnadenlos, das Mädchen verzweifelt. Dreißig Jahre später ist Heike Geißler erwachsen und noch immer verzweifelt – aber entschlossen, sich diesem Gefühl zu stellen: Wo ist der Fehler – in Geschlechterrollen, Heroismus, Militarisierung? Was fehlt? Wo sitzt die Menschenfeindlichkeit noch überall? Im Sprechen, im politischen Handeln. In den Landesparlamenten, nicht nur in Ostdeutschland. Sie wehrt sich gegen Rechtsextremismus, feindselige Strukturen und unaushaltbare Verhältnisse. Und übt einen neuen Ansatz, einen anderen Blick. Um daraus Trost und Mut zu schöpfen.
Die Worte, die mir oft fehlen, um das Dasein in dieser Gegenwart zu beschreiben. Und auch das Gefühl, dass man zu dieser ganzen Absurdität auch einfach gar nichts mehr sagen möchte. Dabei Verzweiflung zulassen aber auch wieder den Weg herausfinden, oder: „Die Verzweiflung hat mich zu einer Spaziergängerin gemacht. Ich verwandle Verzweiflung in Weg.“
"Denn alles, woran wir glaubten, und alles, wovon wir dachten, dass es halten würde, da sein würde, stirbt im Kontext derer, die Rettung rufen und zu retten behaupten, aber Zerstörung meinen und den Sturz durch die Zeiten." (S. 201)
Hatte anderes erwartet, vielleicht ist es mir zu fragmenthaft, zu persönlich, zu tagebuchartig, vielleicht war ich in der falschen Stimmung. Es ist nichts Neues und ich zweifle daran, dass mir dieses Buch im Gedächtnis bleiben wird. (Was nicht weiter schlimm ist) Vielleicht bin ich auch zu verzweifelt um die Verzweiflung zuzulassen, vielleicht kenne ich sie schon zu gut um über ein Kennenlernen erfreut oder aufgeregt zu sein. Ein paar Seiten weniger hättens auch getan, aber danke für die Leseempfehlungen.
Mein Buch des Jahres 2025. Eins der wenigen Bücher, die meine Gedanken sortieren und ausdrücken konnte, so wie ich es niemals könnte. Ich hab mich sehr gesehen gefühlt.