1995 kommt Hussein Akkouche als viertes von sechs Kindern einer Familie mit libanesischen Wurzeln zur Welt. Dass er Rapper wird, steht für den jungen Hussein fest, seit seine älteren Brüder ihn mit Songs von Tupac, Sido oder Bushido bekannt machen. Ohne Plan B stürzt er sich in die Musik und rappt sich voller Hunger und Talent aus Berlin-Lichterfelde nach ganz oben. Den Künstlernamen liefert ihm der Kosename seiner Samra, »der Dunkle«. Seine Geschichte ist die eines kleinen Jungen, der etwas gefunden hat, das ihm Spaß macht. Ein Träumer, direkt aus dem Herzen des Blocks, dessen Leben von Erfolg, aber auch bitteren Zerwürfnissen, Drogen und einem Vorwurf gezeichnet ist, der beinahe sein Leben zerstörte. Es ist eine Geschichte voller Licht und Schatten. Schon jetzt ließe sich ein Buch damit füllen. Hier ist es.
Das Buch ist ein textbook case dafür, wie sich Männer als geläutert inszenieren, damit ihnen geglaubt wird - und nicht denen, die ihnen vorwerfen, ein Vergewaltiger zu sein. Mit keinem Wort wird erwähnt, wie die ganze Deutschrap Szene auf Nika losgegangen ist, nur Samras Leid, seine psychische Gesundheit wird zentriert. Ich habe mich selten so manipuliert von einem Buch gefühlt. Dazu zählt auch, wie er über seine Frau spricht: der perfekte Engel, der ihn immer aus der Scheisse holt. Sie wird so Teil der Erzählung vom missverstanden Jungen, der eigentlich nichts gegen Frauen hat.