Ich breche wirklich sehr, sehr selten Bücher ab. Ich würde schätzen, dass ich auf maximal 2 komme, inklusive diesem hier. "Die Formel der Hoffnung" sollte für mich ein feministisches Buch sein darüber, wie schwierig es für weiblich gelesene Wissenschaftlerinnen in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts war und heute auch mitunter noch ist. Was habe ich stattdessen, meiner Meinung nach, bekommen: Ein langatmiger, langweiliger, Roman, der dennoch häufig den Fokus auf die männlichen Wissenschaftler, deren Erfolge und Arbeit legt. Dr. Horstmann ist eine Frau und ihrer Zeit weit voraus. Sie ist studierte Medizinerin und widmet sich bei ihrer Arbeit vor allem der Heilung und Prävention von Kinderlähmung. Natürlich wird klar, dass der Weg für sie steiniger ist als für ihre männlichen Kollegen. Das kommt aber kaum zur Sprache, stattdessen verliebt sie sich in den unbekannten, natürlich gutaussehenden Dänen, in ihren Kollegen, den berühmten Dr. Sabin, der allerdings verheiratet ist. Nach über der Hälfte des Buches wurde die eigentliche Problematik kaum angesprochen, sowie ihre Arbeit nicht gewertschätzt. Ich habe es daher nicht beendet, weil mich auch die Schilderungen irgendwelcher Medizinertreffen so genervt haben. Sie waren an Klischee nicht zu überbieten, eventuell war das ein Stilmittel, aber falls ja, kam es überhaupt nicht zur Geltung.