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Die Schwestern von Krakau

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Als Édiths Vater Simon Mercier 2016 in Paris stirbt, erfährt die 53-Jährige völlig überraschend von ihren deutsch-polnischen Wurzeln. Anscheinend war Simon ein angenommenes Kind, dessen jüdischer Vater Opfer der großen Razzia im Juli 1942 wurde. Doch wie ist Simon in die Familie Mercier gekommen und was geschah mit Simons Mutter Helene? Als Édith ihre Großcousine Tatjana in der Nähe von Stuttgart ausfindig macht, suchen die Frauen gemeinsam nach Antworten und beginnen, ein jahrzehntelanges Schweigen zu durchbrechen. Wie hat Helenes Schwester, Tatjanas Großmutter Lilo, damals im von Deutschen besetzten Polen gelebt? In Krakau stoßen sie auf eine Apotheke, die nicht nur für Lilo eine zentrale Rolle gespielt hat, sondern auch für den jüdischen Widerstand.

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Published January 29, 2025

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Bettina Storks

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February 15, 2025
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Als Édiths Vater Simon im Jahre 2017 in Paris verstirbt, findet sie wenig später in seinem Zimmer alte Zeitungsausschnitte und Fotos. Darauf erkennt sie ihren Vater als Kind. Unter dem Foto sind die Namen Helene Wagner mit Sohn Simon und Samuel Altmann angegeben. Édiths Vater hieß jedoch Simon Mercier. Es scheint, als hätte er Nachforschungen betrieben und konnte die Suche nach seinen Wurzeln jedoch nicht mehr abschließen. Édith findet Hinweise auf die Apothekerfamilie Wagner im Raum Stuttgart. Sie kontaktiert die Wagners und erfährt, dass Helene Wagner und ihr kleiner Sohn Simon während des Krieges in Paris verstorben sind. Doch das kann nicht sein, denn aus Simon Wagner-Altmann wurde Simon Mercier. Wie ist das möglich? Und was passierte mit seiner Mutter?

Tatjana lässt der Anruf aus Paris keine Ruhe. Sie trifft sich mit Édith und beide erkennen, dass sie kaum etwas über ihre Wurzeln wissen. Zudem gibt es viel zu viele Ungereimtheiten. Helenes Schwester Lilo, Tatjanas Großmutter, ist nach dem Zweiten Weltkrieg aus Krakau nach Stuttgart geflohen. Erzählt hat sie jedoch kaum etwas von ihrer Vergangenheit. Tatjana bricht nach Krakau auf, findet Spuren von Lilos Vergangenheit und steht vor einer Apotheke mitten im Krakauer Ghetto, wo ihre Großmutter als Volksdeutsche ihr Praktikum zur Apothekerin absolvierte. Mit Adam, einem Historiker, der den Nachlass des Apothekers Tadeusz Pankiewicz verwaltet, findet sie immer mehr über ihre Großmutter und ihre wahre Geschichte heraus.

In Rückblenden erfahren wir, wie die polnische Bevölkerung und die jüdische Gemeinschaft während der Besetzung durch die Nationalsozialisten leben und was sie erleiden müssen. Lilo, die zur Volksdeutschen Minderheit gehört, kommt aus einer konservativen deutschen Familie. Sie sieht jedoch an ihrem Arbeitsplatz, wie die Menschen immer mehr unter der Besatzung leiden. Ihre rebellische Schwester Helene hat das streng katholische Elternhaus verlassen und ist nach Paris geflüchtet, wo sie ihr Glück sucht. Die pflichtbewusste Lilo ist hingegen geblieben, steht aber völlig im Schatten ihrer Schwester. Doch auch sie beginnt sich gegen ihre herrische Mutter und den an Demenz erkrankten Vater aufzulehnen. Die 27-jährige beschließt gegen den Willen ihrer Eltern ihre Ausbildung in der Adler Apotheke im Ghetto fortzusetzen. Sie liebt ihre Arbeit und auch ein bisschen ihren Chef, Tadeusz Pankiewicz. Dieser spielt in seiner Apotheke eine ganz besondere Rolle und Lilo muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen will....

Der Vergangenheitsstrang hat mich gefesselt und sehr berührt. Ich habe schon sehr viele Bücher und auch Biografien über diese Zeit gelesen, doch über den jüdischen Widerstand wurde bisher eher wenig geschrieben. Bettina Storks hat in ihrem Roman eine der wichtigsten Figuren dieses Widerstandes miteingebaut: Gusta Dawidson-Draenger.
Wir erleben Aktionen gegen die Juden und polnische Intellektuelle hautnah mit, begeben uns in den jüdischen Untergrund und sind Zeugen ihrer Versuche zu überleben. Bewundert habe ich aber vor allem den stillen Apotheker Tadeusz Pankiewicz, der Anlaufstelle für den jüdischen Widerstand war.
Bettina Storks hat historische und fiktive Personen und Begebenheiten gekonnt zusammengeführt. Die historischen Rückblicke stützen sich dabei auf das Tagebuch von Gusta Dawidson-Draengler, welches sie in Gefangenschaft geschrieben und danach versteckt hat, sowie den Memoiren von Tadeusz Pankiewicz.

Der Schreibstil von Bettina Storks hat mich sofort wieder gefangen genommen. Schon ihr letzter Roman "Die Kinder von Beauvallon" war ein Highlight. Der Schauplatz Krakau war so bildhaft dargestellt, dass ich alles wie in einen Film vor Augen hatte. Auch die Charaktere sind alle sehr lebendig und sympathisch gezeichnet. Nur mit Adam wurde ich nicht richtig warm, den ich als ziemlich hochnäsig und egoistisch empfunden habe. Auch Édith kam mir im Vergleich zu Tatjana im Roman etwas zu kurz.
Obwohl mich der Gegenwartsstrang nicht ganz so fesseln konnte, wie die Rückblicke in die Vergangenheit, erkennt man, wie die Sprachlosigkeit der Kriegsgeneration die folgenden Generationen in ihren Handeln und den weiteren Lebensweg beeinflusst. Ein großartiger Roman #gegendasvergessen und in der heutigen Zeit umso wichtiger!

Fazit:
Ein bewegender Roman über den jüdischen Widerstand, die Sprachlosigkeit der Kriegsgeneration und eine Geschichte, die auch später noch nachwirkt. Eine Leseempfehlung!
Profile Image for Magnolia .
574 reviews3 followers
January 22, 2025
Krakau während der deutschen Besatzung

Mit „Die Schwestern von Krakau“ hat Bettina Storks einen historischen Roman vorgelegt, der die Jahre 1941 bis 1943 in Krakau während der deutschen Besatzung wiedergibt.

Der Prolog führt uns ins Jahr 1943, wir gehen direkt hinein nach Krakau zu Gusta Dawidson Draenger in ihre Gefängniszelle. Ihr Tarnname ist Justyna, sie ist aktives Mitglied von Akiba, einer jüdischen Widerstandsgruppe während der deutschen Besatzung.

Danach führt uns der Weg nach Paris, wir schreiben das Jahr 2017. Bettina Storks verbindet das historische Geschehen mit der fiktiven Geschichte um die deutschstämmige Familie Wagner. Das Schicksal der beiden Schwestern Lilo und Helene steht im Mittelpunkt, erzählt wird abwechselnd auf zwei Zeitebenen mit Orts- und Zeitangaben, sodass man jederzeit weiß, wo man sich gerade befindet.

Nun, Édiths Vater Simon lebte in Paris, er erliegt mit 77 einem plötzlichen Herztod. Einige Monate zuvor hat er sie gebeten, zu ihm zu kommen, denn er wollte Wichtiges mit ihr besprechen. Das Gespräch, das zunächst nicht eilig schien, ist nicht mehr zustande gekommen. Nun sieht Édith sich in Simons Arbeitszimmer um und entdeckt dabei Notizen und eine Telefonnummer mit Stuttgarter Vorwahl, die zu einer Apotheke Wagner in Fellbach führt. „Was weiß Adi?“ steht auf einem Zettel. Adi ist Simons ältere Schwester, aber was soll sie wissen? Édiths Neugier ist geweckt und so ruft sie diese Nummer an, Tatjana meldet sich, sie ist bei ihrer Mutter Dora zu Besuch. Wie sich herausstellt, sind Édith und Tatjana miteinander verwandt, ihre Großmütter waren Schwestern. „Meine Großmutter Lilo und ihre Schwester Helene wuchsen als sogenannte Volksdeutsche im polnischen Krakau auf.“ Und so kommt es, dass Tatjana kurzerhand nach Krakau reist mit dem Ziel, mehr über ihre Familie zu erfahren. Édith versucht derweilen, in Paris bei ihrer Tante Adi mehr über die Vergangenheit herauszufinden, was sich allerdings als schier unmöglich erweist, da Adi keinerlei Erinnerungen zu haben scheint.

Der historische Teil umfasst die Jahre 1941 bis 1943 im von den Deutschen besetzten Krakau. Dabei lesen wir von den Gräueltaten der Nazis und deren Umgang mit den polnischen Bürgern, gehen direkt ins jüdische Ghetto, erfahren von den Widerstandskämpfern und deren mutigen Helfern und von den Deportationen der Juden. Die historischen Figuren findet man nochmal gut beschrieben am Ende des Buches, es sind sowohl Widerstandskämpfer als auch so einige der brutalen SS-Gruppenführer. Auch sind die wichtigsten historischen Ereignisse angeführt, was zusätzlich zum besseren Verständnis beiträgt und die wichtigsten Mitglieder der fiktiven Familie Wagner in Krakau, Fellbach bei Stuttgart und Paris finden sich am Buchanfang.

Es ist das Schweigen, das die Kriegsgeneration prägt. Auch bei den „Schwestern v on Krakau“ ist es nicht anders. Die junge Lilo bleibt in Krakau, sie war stets die Vernünftige, während ihre jüngere Schwester Helene es daheim nicht mehr aushält und sich klammheimlich nach Paris absetzt. Ihre Spur jedoch verliert sich, denn auch im fernen Frankreich sind es die Nazis, die viel Elend hinterlassen.
Es war nicht mein erstes Buch von Bettina Storks und wird auch nicht mein letztes sein. Ich schätze ihre hervorragende Recherche, sie ist ganz nah an den geschichtlichen Ereignissen, verknüpft sie geschickt mit den fiktiven Elementen und präsentiert eine homogene, gut lesbare Geschichte, die mich tief berührt hat und mir das Gefühl gibt, ein Stück weit mehr von der leider so unrühmlichen deutschen Geschichte zu wissen. Nie mehr – ich hoffe, dass auch dieser Roman dazu beiträgt, nie zu vergessen.
1,404 reviews7 followers
January 25, 2025
Selten so einen emotionalen Roman gelesen

Klappentext:
Als Édiths Vater Simon Mercier 2016 in Paris stirbt, erfährt die 53-Jährige völlig überraschend von ihren deutsch-polnischen Wurzeln. Anscheinend war Simon ein angenommenes Kind, dessen jüdischer Vater Opfer der großen Razzia im Juli 1942 wurde. Doch wie ist Simon in die Familie Mercier gekommen und was geschah mit Simons Mutter Helene? Als Édith ihre Cousine Tatjana in der Nähe von Stuttgart ausfindig macht, suchen die Frauen gemeinsam nach Antworten und beginnen, ein jahrzehntelanges Schweigen zu durchbrechen. Wie hat Helenes Schwester, Tatjanas Großmutter Lilo, damals im von Deutschen besetzten Polen gelebt? In Krakau stoßen sie auf eine Apotheke, die nicht nur für Lilo eine zentrale Rolle gespielt hat, sondern auch für den jüdischen Widerstand.

„Die Schwestern von Krakau“ ist ein emotionaler Roman von Bettina Storks.
Von der Autorin habe ich schon einige Romane gelesen und immer war ich sehr berührt und auch begeistert.

Die Geschichte spielt auf mehreren Zeitebenen und hat zwei Handlungsstränge.
In der Gegenwart, die 2017 verankert ist erfährt Edith, nach dem Tod ihres Vaters, dass sie deutsch-polnischen Wurzeln hat. Ganz überrascht setzt sie sich mit ihrer Cousine Tatjana in Verbindung. Die beiden Fragen sich, wie Ediths Großvater einst in die Familie Mercier aufgenommen wurde. Und was aus ihren Vorfahren in Krakau geworden ist. Durch eine Reise nach Krakau erhoffen sie sich Antworten auf ihre Fragen zu finden.

Der 2. Handlungsstrang spielt in den Jahren ab 1941 und die Leser*innen begleiten unter anderen Tatjanas Großeltern. Die Leser*innen erleben hautnah die Grausamkeiten die einst in dem durch deutsche besetzte Polen geschahen. Sie tauchen ein in das jüdische Ghetto Krakaus wo eine Apotheke, in der Lilo, Tatjanas Großmutter gearbeitet hatte eine große Rolle spielt.
Von der Besetzung durch deutsche Soldaten, den Deportationen, den Konzentrationslagern und dem Widerstand, den die jüdische Bevölkerung leistet, habe ich schon oft und von verschiedenen Orten gelesen. Doch emotional so aufgewühlt hat mich bisher noch keine dieser Geschichten. Ich musste immer wieder einmal im Lesen innehalten, um das gelesenen zu verarbeiten.

Die Charaktere, die Bettina Storks erschaffen hat, sind richtig lebendig und mir zum Teil ans Herz gewachsen. Das sorgt natürlich für noch mehr Emotionen und zum Teil auch für Wut.

Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Perspektive verschiedenen Charaktere, was dazu führt, dass sie mir besonders nah waren. Die Geschichte wird mit sehr viel Gefühl aber auch schonungslos erzählt. Bettina Storks zeichnet ein authentisches Bild von Krakau unter dem Naziregime und von den Menschen die dort lebten.
Man spürt auf jeder Seite, wie sehr dieses Thema der Autorin am Herzen liegt und spürt wie akribisch die Recherche gewesen sein muss.

Wie immer ist der Schreibstil der Autorin flüssig und gut verständlich.
Bettina Storks hat es wieder einmal geschafft, mich mit einer Geschichte völlig zu begeistern.
„Die Schwestern von Krakau“ ist ein Roman, den man unbedingt lesen muss, wenn man sich für die Geschichte der 1940er Jahre interessiert. Selten hat mich ein Buch emotional so berührt wie „Die Schwestern von Krakau“.
209 reviews
January 23, 2025
ein hstorischer Roman , den man kaum aus der Hand legen kann
Bettina Storks Roman“Die Schwestern von Krakau“ spielt auf zwei Zeitebenen und führt den Leser in eine Zeit zurück, die an Grausamkeit kaum zu überbieten ist.Die Geschichte basiert zum Teil auf wahren Begebenheiten und überzeugt durch eine ausgezeichnete Recherche.

Als Simon Mercier stirbt, erfährt seine Tochter Edith, dass er nicht der leibliche Sohn seiner Eltern war. Vor seinem Tod hat Simon versucht, herauszubekommen, woher sein Gefühl stammte, „ nie so ganz dazuzugehören.“Aufzeichnungen über seine Recherche findet Edith in seinem Zimmer und alle Nachforschungen führen nach Polen, bzw nach Krakau.

Auch von einem Familienzweig in Fellbach , bei Stuttgart war ihr nichts bekannt. Als sie Kontakt mit Tatjana aufnimmt und diese nach Krakau fährt, um Näheres zu erfahren, wird die Familiengeschichte nach und nach aufgedeckt. Eine Geschichte, die unter die Haut geht.

Als ich dieses Buch begann, fiel mir der Einstieg etwas schwer, weil schon sehr viele Namen aufgeführt werden. Geholfen hier einen roten Faden zu finden, hat mir das Personenverzeichnis, was vorne im Buch zu finden ist. Auch die Zusammenfassung historischer Ereignisse, die am Ende des Buches zu finden sind, waren Sehr hilfreich.
Hat man dann aber in die Geschichte hineingefunden, kann man das Buch kaum aus der Hand legen, so spannend und berührend ist es.
Die Geschichte Krakau‘s, der Widerstand der jüdischen Bevölkerung zur Zeit des Nationalsozialismus war mehr als eindringlich beschrieben. Mir ist beim Lesen immer wieder dieser Überlebenswille dieser mutigen Menschen aufgefallen, in einer Zeit, die mehr als entmutigend war.Menschen, denen die Autorin hiermit ein Denkmal setzt das sie mehr als verdient haben.

Die Autorin versteht es durch ihren Schreibstil den Leser so mitzunehmen, dass man sich im Geschehen wähnt und den Figuren sehr nahe ist. Dadurch hofft und bangt man mit ihnen und erlebt das Gelesene sehr intensiv mit.

Die Authentizität des Geschehenen wird durch die Tatsache, dass die Geschichte teilweise auf wahren Begebenheiten basiert ,noch stärker.

Bettina Storks hat einen historischen Roman geschrieben, der berührt und wichtig ist wie nie.

Lasst uns die Geschichte nicht vergessen, damit sie. N i e wieder geschieht.

Profile Image for tansmariechen.
370 reviews2 followers
January 25, 2025

Den Roman ��Die Schwestern von Krakau” hat Bettina Storks im Januar gemeinsam mit dem Verlag Heyne herausgebracht. Das Cover passt hervorragend in das Genre und in die Erzählung. Von Bettina Storks habe ich bereits “Klaras Schweigen” und “Die Kinder von Beauvallon” gelesen. Beide Erzählungen haben mir ausgezeichnet gefallen und auf “Die Schwestern von Krakau” war ich mehr als nur neugierig.

Es hat nur wenige Sätze gedauert und ich bin tief in dieses Buch versunken. Bettina Storks startet mit einem Prolog, der mich neugierig macht und mir nicht zu viel verrät. Sie erzählt eine Geschichte nach wahren Begebenheiten aus den Jahren 1939 bis 1944.

Regelmäßig läuft mir beim Lesen die Gänsehaut über den Rücken. Immer möchte ich wissen, wie es denn nun weiter geht und es gelingt mir nicht, diese Buch wieder aus der Hand zu legen. Zu spannend ist die Geschichte um den verstorbenen Simon Mercier, der in Paris stirbt. Erst mit seinem Tod wird klar, das er deutsch-polnische Wurzeln hat und eine ganz andere Ursprungsfamilie. Edith und ihre Großcousine Tatjana beschäftigen sich mit der Frage, wer Simon denn nun eigentlich war und was mit seiner Mutter Helene geschah. Sie folgen seinen Wurzeln bis nach Krakau und stoßen auf eine Mauer des Schweigens und auf Tatjanas Großmutter Lilo, die aus meiner Sicht eine der zentralen Figuren in diesem Werk ist.

Lilo, die zu Beginn noch recht unscheinbar wirkt, gewinnt mit jedem Satz an Format. Die Autorin hat sie und ihre anderen Charaktere entsprechend ihrer Rollen unterschiedlich fein gezeichnet. Sie wirken beim Lesen lebendig.

Bettina Storks erzählt eine Geschichte berührender Schicksale und dem Mut zum Widerstand nach wahren Begebenheiten. Mit diesem Buch habe ich viele fesselnde Lesestunden fernab von meinem Alltag verbracht. “Die Schwestern von Krakau” empfehle ich allen Lesern weiter, die sich für die deutsch-polnische Geschichte interessieren und Freude an ergreifenden Geschichten haben.
Profile Image for LeseHuhn.
575 reviews1 follower
February 6, 2025
- berührend

Meine Meinung
Die Schwestern von Krakau erzählt eine fiktive Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Bettina Storks hat wieder sehr gut recherchiert und bringt uns eine grausame Zeit sehr nahe. Wir begleiten die Volksdeutsche Lilo und ihre Familie in Krakau in der Zeit von1942 bis 1944. Und auf der anderen Seite erzählt Tatjana ihre Reise ins heutige Krakau.
Die Geschichte ins Rollen gebracht hat Èdith, als sie in der Wohnung ihres Vaters Hinweise auf deutsch-polnische Wurzeln findet und ihre Verwandte Tatjana in Stuttgart ausfindig macht. Tatjana begibt sich auf die Reise nach Krakau und lernt dort ihre Großmutter Lilo neu kennen. Es ist eine Aufarbeitung von einem Familiengeheimnis.
Der historische Teil erzählt von den Volksdeutschen in Krakau, dem Juden-Ghetto und dem grausamen deutschen Militär zu der Zeit. Jüdische und polnische Freiheitskämpfer, die nie aufgegeben haben. Dreh- und Angelpunkt ist hier die Apotheke unter dem Adler (heute ist dort ein Museum), in der Lilo gearbeitet hat. Ihre Schwester Helene ist mit der Liebe ihres Lebens nach Paris geflüchtet.
Der auf zwei Zeitebenen erzählte Roman berührt mein Herz, denn er ist spannend, aussagekräftig und informativ. Die Beschreibungen sind sehr bildlich und auch die Figuren sind sehr authentisch dargestellt.

Fazit
Auch hier bleibt die grausame deutsche Geschichte real. Genau zum richtigen Zeitpunkt, zum Gedenktag an Auschwitz, erscheint der neue Roman von Bettina Storks. Er wühlt auf, aber er hinterlässt auch den Gedanken, dass das - nie wieder passieren darf. Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter, hier wird Geschichte erzählt und dabei wird nichts verheimlicht. Von mir gibt es 5 🐥🐥🐥🐥🐥
88 reviews
January 17, 2025
Die Schwestern von Krakau, von Bettina Storks

Cover:
Es passt super zum Buch und wird im letzten Teil sogar genau beschrieben.

Inhalt und meine Meinung:
Als Simon 2016 in Paris stirbt, entdeckt seine Tochter Edith, dass er Nachforschungen zu seinen Eltern angestellt hat.
Er fühlte sich immer als „falsches“ Kind, und dies scheint sich nun zu bestätigen.
In Fellbach bei Stuttgart zustößt Edith auf ihre Großcousine Tatjana. Auch hier gibt es Geheimnisse im Familienstammbaum, alle Hinweise führen nach Krakau.

Die ersten fünfzig Seiten waren etwas schwierig. Sehr viele Personen und sehr viel das auf einmal passiert.
Als ich dann aber den roten Faden habe, hat das Buch seine Sogwirkung entfaltet.
Ich habe mit den Protagonisten gebangt, gelitten und gehofft.
Sehr behutsam, aber überaus eindringlich und voller Gefühle bringt uns die Autorin die Geschichte von Krakau mit dem jüdischen und polnischen Widerstand näher.

Autorin:
Bettina Storks, geboren bei Stuttgart, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und Autorin. Die Leidenschaft für Familiengeheimnisse hat Bettina Storks immer wieder in ihren Romanen zum Thema. Mit »Die Schwestern von Krakau« widmet sie sich zum ersten Mal der deutsch-polnischen Vergangenheit, die in ihrer Biografie eine große Rolle spielt. Die Autorin lebt und arbeitet am Bodensee.

Mein Fazit:
Ein bewegender historischer Roman der tief berührt.
Von mir 5 Sterne.

Profile Image for Anne Dietrich.
189 reviews
January 16, 2025
Ein sehr eindringlicher Roman

In diesem Buch geht es um ein Familiengeheimnis und um dieses zu lösen, nimmt uns die Autorin mit in die Vergangenheit in die Zeit um den Zweiten Weltkrieg.
Nach dem Tod ihres Vaters erfährt Édith, dass er ein angenommenes Kind der Familie war. Sie möchte mehr über ihre Familiengeschichte erfahren und begibt sich zu ihrer Großcousine Tatjana. Gemeinsam wollen sie mehr über ihre Herkunft herausbekommen und Tatjana reist nach Krakau.
Die Geschichte wird im Wechsel in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. Beide Erzählstränge sind spannend und interessant.
Ich fand es fesselnd zu lesen, wie in der Gegenwart die Spuren der Vergangenheit zusammengetragen werden.
Die historischen Ereignisse sind immer wieder erschreckend und bringen einiges an Unmenschlichkeit zu Tage.

Wie auch die anderen Bücher von Bettina Storks ist auch dieses wieder gut recherchiert.
Fakten und Fiktion greifen ineinander und dank der Übersicht der wichtigsten historischen Ereignisse zwischen 1939 und 1946, die hier eine Rolle spielen, wird deutlich wie nah sich die Autorin an der Realität befindet.
Mich hat das Buch gefesselt, erschreckt, berührt und auch sehr gut unterhalten.
Profile Image for Marie.
96 reviews
August 11, 2025
Was ein ergreifender Roman! Mehrmals war ich kurz davor zu weinen! Der Schreibstil de Autorin ist unglaublich emotional und bringt die Emotionen so rüber, dass ich sie wirklich nachempfinden konnte! Auch die Charaktere waren so tiefgründig, dass ich sie sofort sympathisch fand (abgesehen von den bestimmten Deutschen natürlich).
Einfach ein unglaublich ergreifender Roman, den ich jedem empfehlen kann!!!
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