Wir alle sind verwundert über die Irrungen und Wirrungen unseres Innenlebens, doch die meisten wissen viel zu wenig darüber. Leon Windscheid, der aufgrund seines psychologischen Wissens Ende 2015 die Frage "Wer wird Millionär?" für sich beantworten konnte, erzählt, mit welchen kleineren und größeren Macken wir alle es zu tun haben (von Lampenfieber über Schlafstörungen bis hin zu selbsterfüllenden Prophezeiungen). Und verrät, wie er es geschafft hat, die Million bei Günther Jauch zu gewinnen.
Einerseits liest sich das Buch wirklich gut - es plätschert amüsant dahin, die Kapitel sind kurz (perfekt, um es in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit zu lesen), ein wenig ist es wie ein paar hübsch arrangierte Appetithäppchen, die man sich bequem im Vorbeigehen greift und kurz sehr lecker findet.
Andererseits - ich erinnere mich an nur sehr wenig von dem, was ich dort gelesen habe. Viel mehr als Appetit macht das Buch nicht: Sehr, sehr viele Konzepte oder Experimente aus der Psychologie werden kurz präsentiert, aber es bleibt (kein Wunder bei der Kürze der Kapitel) alles so sehr an der Oberfläche, dass ich beim Versuch, mich an konkrete Beispiele zu erinnern, mehr oder weniger bei einem "...öhm..." hängenbleibe. Schade eigentlich.
Leon Windscheid möchte Vorbehalte gegenüber der Psychologie abbauen und Neugier wecken. Dafür erklärt er, welche psychologischen Erkenntnisse er sich zu nutze gemacht hat, um sich auf seine Teilnahme bei „Wer wird Millionär“ erfolgreich vorzubereiten. Er beschreibt es sehr kurzweilig, unterhaltsam, auch lustig und verzichtet dafür auf Komplexität, Widersprüchlichkeit und die Metaebene. Wir können Psychologie nutzen, um auf den eigenen Erfolg bedacht, voranzukommen oder um für ein emphathischeres, sozialeres und friedlicheres Miteinander zu sorgen. Diesen Punkt ignoriert er vollständig.
Spannende Einblicke in viele Bereiche der Psychologie, spielerisch und mit vielen Beispielen aus dem Leben des Autors.
Mir persönlich haben diese Einblicke sehr gefallen. Zum einen um die Stimmung zwischendurch aufzulockern, zum anderen um den Bezug zur Praxis deutlich zu machen. Auch der Schreibstil mit den kurzen Kapiteln hat mir sehr gefallen. Ein schöner Einstieg für jeden, der sich für Psychologie interessiert und sich erstmal auf spielerische Art und Weise einen Überblick verschaffen möchte.
Abgebrochen. Viel zu viele persönliche Anekdoten, die dann die psychologischen Effekte einleiten. Diese kommen aber dann meiner Meinung nach zu kurz. Mir fehlt Tiefe.