Allmen geht in die sechste Runde. Da das Setting rund um des Privatermittlers Wohnort in der Schweiz schon in den ersten fünf Büchern hinlänglich beschrieben wurde, gibt es nun einen Ortswechsel. Der Lebemann und sein Butler Carlos, der in diesem Buch mehr und mehr zum Kompagnon wird, reisen nach Ibiza, um einen verschwundenen Koi-Karpfen wieder ausfindig zu machen. Dabei kann der Leser Allmen dann wieder einmal bei der Auswahl seiner edlen Abendgarderobe, dem Genießen exklusiver Schaumweine und einem amourösen Abenteuer beobachten.
Der Fall selbst hat mich nicht so vom Hocker gerissen, und wo der Fisch wann weshalb in welchen Händen bzw. in welchem Teich war, hat sich mir nicht so ganz erschlossen. Das mediterrane Flair beschreibt Suter gelungen und streut nebenher ein paar Infos über die Balearen-Insel ein, die jedoch meist nur an der Oberfläche bleiben – es ist heiß, deshalb Waldbrandgefahr, es herrscht Party-Tourismus. Mir neu war lediglich, dass es auf der Insel mit Ibizenkisch einen katalanischen Dialekt gibt. Das war es dann aber auch so ziemlich mit Lokalkolorit.
So ganz warm bin ich mit Band sechs nicht geworden. Man schaut Allmen halt dabei zu, was er immer tut: Wenn es geht, lang ausschlafen, seine teuren Anzüge auftragen und sich in der (neu)reichen Gesellschaft durchschnorren. Dass er dabei Charme und Esprit hat, ist unbestritten, aber eine wirkliche Charakterentwicklung gibt es – übrigens auch bei den Nebenfiguren – nicht wirklich. Wahrscheinlich werde ich aber doch wieder zu Band 7 greifen, dessen Erscheinen für Ende März 2024 angekündigt ist. Mal sehen, ob sich dann bei Allmen wieder mehr tut als nur Lustwandeln an den Gestaden des Mittelmeers.