Marc Aurel ist eine der bekanntesten und populärsten Gestalten unter den römischen Kaisern. Seine "Selbstbetrachtungen", auf seinen zahlreichen Feldzügen verfasst, geben Aufschluss über sein Leben und Denken und begründen bis heute seinen Ruhm als "Kaiser und Philosoph". Mit ihm endet die Zeit der dauerhaften Prosperität des römischen Reiches.
Als Kaiser sah Marc Aurel sich mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Die Grenzen des Reiches wurden bedrängt, eine verheerende Pestepidemie suchte das dichtbesiedelte Rom heim, die Kriege drohten die Finanzen des Staates zu ruinieren und soziale Spannungen gefährdeten den inneren Frieden.
Jörg Fündling arbeitet erstmals die Widersprüche zwischen der Selbststilisierung Marc Aurels in seinen "Selbstbetrachtungen" und der tatsächlichen Persönlichkeit heraus.
Auf 175 Seiten erwartete ich eine kurze prägnante Einführung in Leben und Zeit von Marc Aurel. Leider ist der Autor zu selbstverliebt um das zu liefern. Ständig versucht er sein grosses Wissen zum Thema des Buches dadurch zu beweisen, dass er unvollständige Hinweise und Anmerkungen macht. Ich hatte oft das Gefühl, dass man Marc Aurel schon aus einer anderen Quelle kennen muss, um das Buch zu geniessen. Der Stil ist ebenfalls schlecht, manchmal ganz umgänglich, aber dann mit komplizierten Nebensatzkonstruktionen, wo man nicht versteht, auf welches Subjekt sie sich beziehen. Ich bin wahrlich kein ungeübter Leser, und habe schon viele Geschichtsbücher gelesen, aber dieses war eines der Schlechtesten.