QQ "quiet quality": Das neue Schlagwort für alles, was nicht schreit und spritzt.
"Warum legen eigentlich heute so viele Frauen Wert darauf, möglichst gemein zu sein? Jede noch so biedere Seriendarstellerin sagt im Fernsehen, daß sie am liebsten "bitterböse" sei, und selbst meine gute Mutter liest nur noch Bücher, in denen Frauen ihre Gatten im Schornstein einmauern." PETRA HIPPROTH (Krimiautorin): "Ach, das sind halt ins Ritualhafte abgedriftete Überbleibsel eines einstmals berechtigten Widerstands gegen das Postulat des Sanften. Alter Käse, streng genommen. Das wird sich schon wieder beruhigen. Ich bewege mich schon seit längerem davon weg, ich verspüre mehr so einen Drall in Richtung QQ." "QQ? Sie verwenden heute ziemlich exotische Ausdrücke." PETRA "Kennen Sie nicht QQ? Das steht für "quiet Quality" - stille Güte. Ein neues Schlagwort aus den USA für alles, was nicht schreit und spritzt. Da ich mir allerdings einmal eine schöne Wohnung im Augustinum leisten möchte, also in einem dieser Altersheime für gutsituierte Leute mit ein bißchen Hirn, habe ich mir ausgerechnet, daß ich noch fünf Jahre schreien und spritzen muß, und dann kann's losgehen mit QQ."
1. Über Fernsehmusik, 2. Gedanken bei der Cranio, 3. Nein zum Masermontag, 4. So machen es die klugen Sprachen, 5. Hannah Arendt hat recht, 6. Was schön ist und was häßlich ist, 7. Prekariat und Prokrastination, 8. VL (Die Schöpfung hatte gerade erst begonnen), 9. Kinder fauler Mütter, 10. Die Verbesserung von Jessicas Mutter mit Hilfe eines Mülleimers, 11. Ein Querulant hört was knarren, 12. Preisung der grotesken Dame.
Opa, es langt! Dieses Buch ist absurd egal und unspektakulär. Grade weil dieser Mann es schafft den ein oder anderen graden Satz zur Schau zu stellen, mit teilweise bezauberndem Klang, gleicht es einer kleineren Tragödie, dass dieses Buch so unlustig und langweilig ist. Eklig hab ich die Rassismen, sexismen und die generelle Abneigung mit der Zeit zu gehen und das Verharren im kleinbürgerlichen Konservativismus mit der gleichzeitig dazu stattfindenden Abgrenzung von eben diesem, gefunden. Hammer, falls Leser:innen (Max Goldt, ich halte deine Hand, während ich hier Gendere) Vergnügen an diesem kleinen Büchlein haben. Covertechnisch kann ich mich nicht beschweren, ansehnlich ist es ja.
Raff dich, Goldt, gegens Gendern sein ist so peinlo. Vor allem wenn eins so doll auf Korrektheit der Sprache besteht.
Respektiere Gold für seine stabile anti-Haltung gegenüber der Bild-Zeitung (auch wenn er 2007 wohl einen Gastbeitrag im Bild-Blog veröffentlicht hat?!) und für seine Scheinehe, zwecks Aufenthaltserlaubnis. Und friedlichen Konsens finde ich in dem letzen Satz dieses Buches: „Immer schön ist es hingegen, wenn jemand endlich schweigt“ <3
Teils recht spießig und kleinbürgerlich, mit Ausreißern nach oben. Das Kapitel gegen "Armes Deutschland" Schimpfer hat mir sehr gut gefallen. Die, für 2008 üblichen, aber dadurch nicht weniger schlimmen, Alltagsrassismen nicht.
Es handelt sich um eine Auswahl von Artikeln Goldts aus den letzten Jahren. Besonders witzig sind seine Reisebeschreibung Maltas, seine Schilderung (un-)angemessenen Staunens und seine Lobeshymne auf das Wort Rohlingsspindel als gelungene Ausnahme unter Begriffen, die wir normalerweise aus dem englischen importieren: „Sogar Hoffnung geht aus von der Rohlingsspindel. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Deutsche allzu widerstandslos als eine Art Dorftrottel unter den Sprachen präsentiert, der nicht in der Lage ist, für aktuelle Gegenstände aus seinem angestammten Wortschatz neue Begriffe zu bilden, und sich statt dessen auf eine Weise, die ein amerikanischer Kommentator als ‚vorauseilende Unterwürfigkeit’ bezeichnete, mit schlaffer, alterfleckiger Hand aus dem weltweit dampfenden englischen Breitopf bedient.“
Stellenweise einfach genial. Situationen aus dem Alltäglichen präzise beobachtet und klug interpretiert . Natürlich gibt es auch befremdliche Passagen, aber an sich lohnt es sich Goldt zu lesen und vielleicht auch an der ein oder anderen Stelle seine Ausschweifungen zu dulden oder auch einfach zu schätzen.
Ein etwas schwächerer Goldt. Aber hey...es ist immer noch Max Goldt! Das Lesen des enthaltenen Textes "Prekariat und Prokrastination" erspart einem die Lektüre des Gesamtwerks von Sascha Lobo. Nein stimmt natürlich nicht...den Lobo darf man schon auch noch lesen.
Mein erster Goldt, der aber mit Sicherheit nicht der letzte bleiben wird. Ich liebe diese Wortgewandtheit und den absurden Humor...ganz unironisch, selten so gelacht :)