Der Schweizer Student Sascha Burger weiß zwar, dass er der Urenkel der britischen Königin Elisabeth II. ist, doch wirklich ernst genommen hat er seine Familiengeschichte bisher nicht. Immerhin wurde sein Zweig vom königlichen Stammbaum abgesägt, da seine britische Mutter einen katholischen Schweizer Financier heiratete.Völlig unvorbereitet trifft ihn daher die Nachricht aus Großbritannien, er sei nun doch nicht aus der Thronfolgeliste gestrichen worden. Somit könnte Sascha nun theoretisch der übernächste britische König werden. Eine Audienz bei Sir Geoffrey von der royalen Prinzenaufsicht und sogar bei der Queen ist jetzt unausweichlich.Sascha und sein Lebenspartner Simon geraten in ein Kreuzfeuer zwischen konservativ-religiösen Monarchisten und Paparazzi, denn bei einer Institution wie dem britischen Adelsgeschlecht wundert es nicht, dass es erheblichen Widerstand aus vielen Richtungen gibt.Mit seinem Was wäre wenn? -Szenario schafft Roland Brodbeck eine unerwartete und spannungsgeladene Situation, in der die Weltgeschichte völlig neu geschrieben werden müsste. Eins ist aber klar:The queen is not amused!
1966 geboren, studierte Physik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, Promotion 1998. Danach arbeitete er bis 2005 am Geographischen Institut der Universität Zürich. Parallel dazu sammelte er Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit und im Wissenschaftsjournalismus. Sein erster Roman Plötzlich Royal erschien 2012 im Querverlag; Der Sieger von Sotschi folgte dann 2014.
Sascha lebt gemeinsam mit seinem Lebenspartner Simon ein ruhiges Leben in seinem schweizer Heimatort. Er ist hier höchstens für sein Engagement in der LGBTQIA+ - Bewegung bekannt. Kaum einer weiß von seinen Verbindungen zum britischen Königshaus. Doch was, wenn sich in London plötzlich die Gesetze ändern und er nicht mehr als von der Thronfolge ausgeschlossen gilt, sondern der Kronprinz von Großbritannien ist? Kann er sein Leben noch so leben, wie bisher? Wird seine britische Verwandtschaft seinen Partner akzeptieren? Und noch wichtiger kann es einen schwulen König geben? Oder sollte er von vornherein auf seinen Platz in der Thronfolge verzichten?
Ich muss gestehen, dass mich der Schreibstil dieses Buches absolut nicht abgeholt hat und ich das Buch aufgrund dessen auch fast abgebrochen hätte. Aber die Idee der Story gefiel mir dann doch zu gut und ich habe durchgehalten. Die Story erstreckt sich insgesamt über die Zeit von mehreren Monaten. Dadurch gibt es einige Zeitsprünge, die mich zusätzlich irritiert haben.
Die Protagonisten Sascha und Simon haben mir an sich gut gefallen. Sie gehen offen mit ihrer Sexualität um und lassen sich auch nicht durch jahrhundertealte Traditionen davon abhalten. Die Entwicklung, der ihre Beziehung durch die äußeren Umstände unterworfen wird, konnte ich gut nachvollziehen. Besonders Simon als Prince Consort hat mir gefallen.
Insgesamt ein Buch, dass mich vor allem durch sein Thema überzeugen konnte.
Dieses Buch ist einfach genial! Der einzige Grund, warum es keine 5 Sterne von mir bekommt, ist, dass auf diesem einsamen 5-Sterne-Thron bei mir nur ein Buch steht und für immer stehen wird ;)
Aber zurück zu diesem Buch: Wie gesagt - genial! Wer hier eine Komödie ala "Plötzlich Prinzessin" oder "King Ralph" erwartet, wird sehr enttäuscht sein. Denn auch wenn das Ganze erst recht seicht anfängt, über "Ein Schweizer könnte britischer König werden - lach, lach" wandert, endet es mit Schusswechseln und Panzerwagen. Im Ernst: Ich würde viel mehr Geld bezahlen um hiervon eine Verfilmung zu sehen als von der "Olympus"-Nachmache "London has fallen". Aber ich schweife ab und spoiler ...
Das Faszinierende an dem Buch: Es beschreibt ernst mit einem Augenzwinkern ein Was-Wäre-Wenn-Szenario mit allem Drum und Dran. Ein offen Schwuler auf dem Thron des Commonwealth von 53 Staaten (wovon noch einige Homosexualität verurteilen)? Was wird da wohl passieren~? Aber gleich zur Beruhigung: Das Buch ist kein politisches Ränkespiel und auch die Hauptfigur lässt sich nicht zum Spielball degradieren. Die Hauptfigur hat ihren eigenen Kopf, ist aber noch unbedarft, welche politischen Auswirkungen ihr Handeln manchmal hat. Die Figuren sind gut durchdacht und lebendig beschrieben. Sie entwickeln sich anhand der Geschehnisse weiter und die Etikette am Hof scheint - für mich Unwissenden - gut recherchiert und beschrieben. Auch die Geschichte ist spannend, abwechslungsreich und kann mit Überraschungen aufwarten.
Das Buch kann ich nur empfehlen - also: Lesen! Hopp, hopp!