Obwohl wir inzwischen im 21. Jahrhundert leben, herrscht noch immer das Patriarchat.
Warum zur Hölle ist das so? Und was kann jede*r persönlich dazu beitragen, die häufig unbewussten toxischen Strukturen zu erkennen und aufzulösen? Dieses Hörbuch mit Beiträgen von bekannten Autor*innen bietet Hilfestellung.
Sich gegen das Patriarchat zur Wehr zu setzen, ist besonders im Alltag schwierig. Denn vieles ist uns so vertraut, dass wir es gar nicht hinterfragen. Sogar bekennende Feminist*innen tappen immer wieder in die gleichen Fallen. Wir schließen Frauen durch Sprache aus, folgen veralteten Vorstellungen von einer glücklichen Kleinfamilie inklusive traditionellen Rollenbildern. Oder wir passen uns männergemachten und kapitalistischen Strukturen an, wenn wir im Beruf erfolgreich sein wollen.
Die Beitragenden der Anthologie Unlearn Patriarchy berichten von ihren Erfahrungen und spüren eigenen fatalen Denkmustern nach. Sie zeigen, wie über alle Gesellschaftsbereiche hinweg von Sprache und Liebe über Arbeit bis hin zu Politik, Bildung oder Identität die patriarchalen Handlungsmuster gebrochen werden können und ein besseres Leben für alle möglich wird.
Die vollständige Liste aller Autoren beinhaltet Naomi Ryland, Silvie Horch, Lisa Jaspers, Kenza Ait Si Abbou, Madeleine Alizadeh, Laura Gehlhaar, Lena Marbacher, Emilia Roig, Kübra Gümüşay, Teresa Bücker, Kristina Lunz, Linus Giese, Tebogo Nimindé-Dundadengar, Margret Rasfeld, Olaolu Fajembola, Ise Bosch, Friederike Otto.
In deiner Audible-Bibliothek findest du für dieses Hörerlebnis eine PDF-Datei mit zusätzlichem Material.
Das Buch enthält einige sehr gute und zur Reflektion anregende Beiträge. Wer Experten zu den verschiedenen Aspekten des Patriarchalen Systems hören und Wege erfahren möchte wie wir es hinter uns lassen können, ist hier richtig aufgehoben :)
Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht, aber nicht vollständig überzeugt. Unlearn Patriarchy analysiert sehr präzise, wie tief patriarchale Strukturen in unserem Alltag, unserer Sprache und unseren Beziehungen verankert sind. Viele Beobachtungen sind treffend formuliert und spiegeln gesellschaftliche Realität deutlich wider. Ich habe mich beim Lesen mehrfach dabei ertappt, wie ich innerlich genickt habe, weil die beschriebenen Muster so offensichtlich und gleichzeitig so normalisiert sind.
Was mir jedoch gefehlt hat, ist der nächste Schritt. Für mich bleibt das Buch stark in der Beschreibung des Ist-Zustands stehen. Die Analyse ist fundiert, aber konkrete Lösungsansätze oder praktikable Strategien, wie patriarchale Strukturen aktiv verlernt und verändert werden können, bleiben zu vage. Gerade weil das Thema so wichtig ist, hätte ich mir mehr Handlungsorientierung gewünscht. Ein klarer, mutiger Ausblick oder greifbare Werkzeuge hätten dem Buch mehr Tiefe und Wirksamkeit verliehen.
Ich habe das Gefühl, dass hier ein großer, entscheidender Teil fehlt, nämlich der Transfer von Erkenntnis in Veränderung. Das macht das Buch nicht schlecht, aber es lässt es für mich unvollständig wirken.
Insgesamt ein wichtiges, gut formuliertes Werk mit relevanter Analyse, dem jedoch die konkrete Umsetzungsebene fehlt.
Das Buch war im wahrsten Sinne des Wortes sehr augeneröffnend. Auch wenn uns bewusst ist, dass wir in einer patriarchalen Gesellschaft und Welt leben, sind uns die Säulen dieses Systems höhst wahrscheinlich nicht ganz bewusst. Mit diesem Buch entwickeln Leserinnen einen Verständnis für viele Phänomene und Erfahrungen; Vorallem aber, lernen sie diese zu erkennen und sich damit nicht zufrieden zu geben.
Nicht gefallen hat mir allerdings, dass mehrere Kapitel des Buches die Erfahrungen biologischer Frauen mit dem Patriarchalischen System den Erfahrungen von nicht biologischen Frauen gleichstellen. Diesen Aspekt fand ich sehr unüberlegt, vorallem hinsichtlich der Geschichte des Patriarchats und dem Leid der biologischen Frauen. Dass die LGBTQ Community ebenfalls darunter leidet ist unbestritten, aber das Leiden biologischer Frauen sollte hier meiner Meinung nach im Vordergrund stehen.
Wer nicht mit jeder Seite wütender werden möchte, der empfehle ich, das Buch nicht zu lesen. Ein noch größerer Rat: Zwei mal ganz lesen und die Wut produktiv nutzen, das Patriarchiat aus den Angeln zu heben.