Wenn man im Hörbuch ganz genau hinhört, kann man im Hintergrund ein leises, aber doch herzzerreißendes Schluchzen hören. Das ist meine Selbstachtung, die sich langsam aber sicher in Luft auflöst, je weiter ich diese Reihe höre.
In diesem Sinne herzlich willkommen zu Band 3 der Dark Castle Reihe, einer spannenden, nervenaufreibenden Achterbahn der Gefühle. Die Gefühle sind nur halt leider Resignation und der Wunsch, sich den Teil des Hirns, in dem diese Reihe abgespeichert wird, mit einem Teelöffel auszuhöhlen.
Trotz einer Schießerei, einer Verfolgungsjagd auf einem Motorrad und mehr feuchtfröhlichen Bumsereien, als ich an zwei Händen und Füßen abzählen kann, ist in diesem gesamten Buch mal wieder absolut nichts passiert. Ein Pluspunkt geht immerhin daran, dass wir inzwischen ein paar Informationen über die Planetenmänner haben und ich sie langsam aber sicher unterscheiden kann (Hinweis: Plutao ist der mit der Armprothese. Falls man es vergisst. Weil Maddison es ja nicht siebenundzwanzigmal pro Kapitel erwähnt). Weiterhin habe ich beschlossen, Joaquim fortan nur noch Joachim zu nennen, weil ihn das vermutlich in seinem fragilen portugiesischen Ego kränken würde.
Maddison ist inzwischen mehrfach von den Lords abgehauen und jedes Mal zurückgekehrt, hat zwischendrin dann auch mal eine Komplizin gefunden, die natürlich nach zwei Kapiteln tot war, denn in diesem Meisterwerk feministischer Literatur kann es nur eine positiv besetzte weibliche Figur geben. Joachim hatte anscheinend eine Eingebung, da er ihr gestanden hat, dass sie ihm wichtig ist - was ihn natürlich nicht davon abhält, sie als seine Hure zu bezeichnen, aber was erwarte ich eigentlich.
Highlight der Schreibkunst war dieses Mal ein Gedanke von Maddison, der beendet wurde mit „denke ich mir in Gedanken“. Über diese Ambivalenz des literarischen Ich werde ich wohl noch die ein oder andere Nacht grübeln.
Ich merke förmlich, wie die Gehirnzellen schmelzen und aus meinen Ohren sickern, aber irgendwie bin ich dann doch hooked. Abgesehen von dem Jumpscare, den man jedes Mal erleidet, wenn Saturno anfängt zu sprechen, und den Aggressionsschüben bei Cassios Parts (wieso klingt der Bro gleichzeitig weinerlich UND passiv-aggressiv?) habe ich irgendwie Spaß an den Hörbüchern. Es kann nur besser werden. Hoffe ich. Wirklich.