Zweihundert Jahre Systemkritik für systematische Weltverbesserer. In 36 Bänden führt die »Edition Marxismen« von Ingar Solty in die wichtigsten Denkerinnen und Denker des Marxismus ein. Der erste Band behandelt die Marxsche Philosophie der Praxis. KARL MARX (*5. Mai 1818 in Trier; †14. März 1883 in London) war ein deutscher Philosoph und begründete zusammen mit Friedrich Engels die historisch-materialistische Methode der Analyse und praktischen Veränderung der Gesellschaft, die man heute als Marxismus bezeichnet. Für seine grundlegende Kritik des Kapitalismus vollzog er in seinem Denken eine Bewegung weg von der Philosophie hin zur politischen Ökonomie.
entspannter read an einem sonntag. vorwort ist ein netter einführender text, wofür und warum man sich heute noch mit marx(ismus) beschäftigen sollte. wäre ein guter workshoptext zur einführung. hatte jedoch keinen großen neuen erkenntnisgewinn, freue mich auf die nächsten bände.
Ich hatte die Ausgabe aufgrund der vielen positiven Stimmen vor Veröffentlichung vorbestellt und mich sehr darauf gefreut. Endlich eine Reihe, die für eine gemeinsame Diskussion verschiedener Theorieschulen gemacht ist, so dass man ohne vorher viel Vorarbeit und Recherche leisten zu müssen (die ja meistens auch trotz sehr viel investierter Zeit nicht dazu führt, dass man die prägnantesten Texte des für einen selbst noch unbekannten Autors findet) sich zusammen bilden kann.
Leider hatte ich ganz andere Erwartungen an die kleinen Heftchen. Angepriesen wurde ja, dass sie kurz sind (unter hundert Seiten). Das sind sie auch, allerdings deutlich kürzer als erwartet, und dazu noch in einer wirklich riesigen Schrift - und das alles im Reclam-Format.
Lesen lassen sich die Texte sehr gut, Sloty schreibt sehr angenehm und verständlich. Aber 9 Euro für einen Einführungstext, der auch ein längerer Artikel in einer Zeitschrift hätte sein können?
Damit meine ich, dass es entgegen meiner Erwartung gar nicht so aufgezogen ist, dass man eine gute Zusammenstellung an Primärquellen mit einer Einordnung durch Sloty bekommt, sondern wirklich nur eine Erläuterung von Sloty zum Autor. Was soll man diskutieren ohne die Worte des Theoretikers? Also leider gar nicht für das geeignet, worauf ich mich gefreut hatte.
Was man aber bekommt, ist natürlich eine Erläuterung zur Person und was ihre politische Wirkung ausgemacht hat. Wer genau das erwartet hat, und gerne an einem entspannten Nachmittag sich einfach jeweils eine neue Theorie anlesen möchte, ist mit den kleinen Bänden wahrscheinlich gut beraten.
5 ⭐️ aus Prinzip. Natürlich gibt es auch zu kritisierende Aspekte (zB wurde mMn bisschen zu wenig aus Primärquellen zitiert), ABER es ist ein wirklich einfach zu verstehendes, kurzes Werk, was wirklich bei der Einordnung und dem Verständnis für Zusammenhänge der marxistischen Grundzüge hilft. Nichts was man noch nie gehört hat, aber sehr anschaulich!! Endgültig kann man glaube ich auch erst nach den drei Teilen, die von Marx handeln, urteilen. 😚
Kurzweilige und schnell zu lesende Einführung. Teil 1 des Buchs erklärt kurz Marx’ zentrale Standpunkte, Teil 2 erläutert zentrale Begrifflichkeiten. Solider Einstieg in die Marxismen-Reihe. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Das kleine Heftchen ist eine außerordentlich gute Einführung in den Marxismus, weil Ingar Solty sehr eindeutig und direkt die Hauptmerkmalen der Theorie benennt. Und zwar auch jene, die gar nicht so einfach zu begreifen sind und oft untergehen können, wie z.B. dass der Marxismus an Zusammenhänge, d.h. an Totalitäten bzw. Systemen interessiert ist; oder dass er eine Erkenntnistheorie vertritt, die gleichzeitig einen starken Anspruch an objektiver Wahrheit erhebt und nichtsdestotrotz parteiisch ist. - Sicherlich kann dies Anlass zu weiterem Hinterfragen sein. Aber es werden dann zumindest die richtigen Fragen sein.
Es geht nicht darum, Menschen zu verändern, sondern darum, „Strukturen zu schaffen, in denen Menschen Menschen bleiben bzw. werden können, also lernen können, sich solidarisch und humanistisch zu verhalten.“ (S. 40) Der Mensch ist nicht pauschal gut oder schlecht, sondern immer nur so gut oder schlecht, wie das System, in dem er lebt. Und good news: Das System ist so geworden, weil Menschen es so gemacht haben; das heißt, wir können es auch wieder verändern.
Zugänglich, wenn man ein bisschen Vorwissen mitbringt. Teils aber recht lange Sätze und wissenschaftlicher Sprachgebrauch über den man stolpern kann, wenn man das nicht gewohnt ist.