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Bin noch da

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Vom gefeierten Autor der Sörensen-Reihe kommt jetzt ein Hörbuch über

Väter und Söhne, Kinder, die Eltern werden und Eltern, die wieder zu Kindern werden. Moritz Liebig ist 38 und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Eigenes Café, eigene Frau, eigener Sohn. Zwanzig Jahre lang hatte er keinen Kontakt zu seinen Eltern. Dann steht plötzlich sein Vater Karlheinz vor der Tü Mama ist tot. Seit drei Monaten schon. Karlheinz hat den letzten Rest seines Lebenswillens verloren, ist müde, verbraucht und verbittert. Er will nicht mehr. Moritz soll ihm dabei helfen, aus dem Leben zu scheiden - ausgerechnet. Moritz ist überfordert. Von der Aufgabe, der Gegenwart, den Erinnerungen, seinem Erzeuger sowieso. Soll er Karlheinz den Gefallen tun? Oder zumindest versuchen, ihm zu neuem Lebensmut verhelfen? Seine scheinbar so geordnete Welt gerät gewaltig ins Wanken...

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Published February 28, 2023

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About the author

Sven Stricker

37 books21 followers
Sven Stricker wurde 1970 in Tönning geboren. Er studierte Komparatistik, Anglistik und Neuere Geschichte und versuchte sich als Musiker und Nachwuchsjournalist. Heute ist er freier Autor und Hörspielregisseur und lebt in Potsdam.

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Uralte  Morla.
374 reviews138 followers
December 2, 2021
Karlheinz ist dauerschlechtgelaunt, beschwert sich über alles und ist so gut wie nie freundlich – auch nicht zu seinen Kindern. Als seine Frau stirbt, besucht er nach 20 Jahren Funkstille das erste Mal seinen Sohn Moritz, um ihn darüber zu informieren.  Man muss es informieren nennen, denn nachdem er die Nachricht überbracht hat, würde sich Karlheinz Liebig gerne einfach wieder in sein Grummeldasein vergraben. Und eigentlich würde Moritz ihn auch gerne wieder dorthin ziehen lassen, schon allein um unangenehme Kindheitserinnerungen nicht wieder hochsteigen zu lassen. Doch so richtig gelingt ihm das nicht, schon gar nicht als ihm sein Vater eröffnet, dass er nach dem Tod der Mutter ebenfalls aus dem Leben scheiden möchte.
Was dann beginnt, ist erfrischenderweise keine rührselige Familienzusammenführung, keine kitschige Vergeben-und-Vergessen-Mission, sondern ein vorsichtiges Annähern von Vater und Sohn. Eigentlich eher ein Anrumpeln,  denn Moritz seelische Wunden sitzen tief und Karlheinz kann eben nicht aus seiner Haut.
In Rückblenden werden Szenen aus Moritz' eher trostloser Kindheit und Jugend erzählt, die nachhallen und verdeutlichen, wie lange eine trostlose, von psychischer Gewalt geprägte Kindheit Betroffene begleitet.
Ein durch und durch gedrücktes Buch ist „Bin noch da“ trotzdem nicht geworden. Weil Sven Stricker es versteht, das Leben so zu zeichnen, wie es nun mal passiert: Mit schweren und leichten, mit erschütternden und skurrilen Momenten die nicht selten viel zu dicht nebeneinander liegen. Alles ist durchzogen von diesem leichten bis amüsanten Ton, der seine Geschichte dennoch immer ernst nimmt. 
Besonders gelungen sind die authentisch geschriebenen Dialoge, die in „Bin noch da“ von bedrückend ernst bis skurril verlaufen. Komisch ist auch Strickers Vorliebe für Namensspielereien. Eine ältere Nachbarin nennt er beispielsweise Frau Weishaupt, einen Arzt Brinkmann – nach dem Fernseharzt aus der Serie „Die Schwarzwaldklinik“.
Insgesamt ein sehr gutes, nahe am Leben bleibendes Buch, dass zwar - zum Glück - kein Vergebungsroman geworden ist, aber doch einer, der zeigt, dass es nicht die Vergangenheit allein ist, die uns prägt. „Dein Sohn ist wieder ein neuer Planet“, heißt es dazu hoffnungsvoll im Buch. „Gemacht aus der Erde von alten Planeten, aber dennoch: Was darauf wächst, ist nicht planbar. Die Karten werden neu gemischt, jedes Mal.“
(Gesamte Besprechung: https://www.pnn.de/kultur/buchrezensi...)
Profile Image for Lies.l.
117 reviews2 followers
May 6, 2023
Aus der Sicht eines unbeteiligten Zuschauers ist es eine tragisch komische Geschichte über die Sichtweisen verschiedener Generationen. Aus Sicht von Liebig Senior nur noch tragisch. Und aus der Sicht von Moritz Liebig, lässt sich für mich alles gnadenlos nachempfinden.
135 reviews
October 30, 2020
„Bin noch da“ von Sven Stricker beschreibt auf humorvolle Weise eine nicht ganz so heile Weilt. Moritz Liebig ist 38 Jahre alt, Vater, Ehemann und Besitzer eines kleinen Cafés. Eines Tages steht, nach 20 Jahren Funkstille, sein Vater Karl Heinz vor der Tür und berichtet, dass Moritz Mutter gestorben ist. Und das bereits vor Monaten. Karl Heinz hat zudem eine Bitte: Moritz soll ihm Sterbehilfe leisten.

Das Cover ist schlicht, aber dennoch irgendwie interessant. In real hat das Buch zudem eine sehr gute Haptik und der Umschlag wirkt wie Recycling-Papier – ich mag die Struktur.
Anfangs habe ich mich etwas schwer getan in die Geschichte reinzukommen. Sven Strickers Schreibstil ist wirklich klasse, daran hat es nicht gelegen. Vielmehr habe ich im Kopf die Protagonisten in Schubladen gesteckt. Moritz war für mich der arme Sohn, der eine miese Kindheit hatte und Karl Heinz der garstige Alte. Desto mehr ich gelesen habe und desto tiefer die Einblicke in die Vergangenheit der Protagonisten wurden, desto lieber hatte ich alle Charaktere - sogar Karl Heinz. Sven Stricker hat durch gut gewählte Rückblenden in die Kindheit von Moritz und seiner Schwester Nina einiges an Verständnis und Klarheit für die Charaktere geschaffen. Über das Buch hinweg haben sich meine Schubladen ein Stück weit aufgelöst.

Moritz war mir von Anfang an sympathisch. Im Verlauf des Buches merkt man aber, dass der Apfel definitiv nicht weit vom Stamm gefallen ist. Das fand ich aber witzig, da Moritz sich so oft über seinen Vater geärgert hat und nicht merkt wie ähnlich sie ab und an sind. Was ich an Moritz besonders mochte war, dass er ein schlechtes Gewissen hat, wenn er Karl Heinz einfach stehen lässt. Er hat zwar vor 20 Jahren seine Eltern verlassen, weil er es nicht mehr zuhause ausgehalte hat, aber er kann Karl Heinz nicht einfach sich selber überlassen, wenn er hilfsbedürftig ist. Das ist ein guter Charakterzug, den seine Schwester Nina eher wenig mitbekommen hat. Siegerin, für die beste Einstellung ist aber eindeutig seine Frau Jessy.

Sieger der Herzen ist dennoch Karl Heinz. Auch wenn er echt ein mieser alter Mann ist, ich glaube immer noch, dass er eigentlich sein Herz am rechten Fleck hat. Im Laufe der Geschichte merkt man, dass er selber eine schwere Kindheit hatte und von seinem schlechten Gewissen gegenüber seinem Bruder zerfressen ist.

Mir hat das Buch gefallen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Einen Stern Abzug gibt es, da das Buch zwischendurch die ein oder andere Länge hat, die ich nicht gebraucht hätte.
Profile Image for Krista Esta.
302 reviews4 followers
Read
June 18, 2024
Moritz Liebig lahkus oma 18ndal sünnipäeval vanematekodust ega pole sellest peale pea kakskümmend aastat suhelnud ei oma vanemate ega noorema õega. Tal on elukaaslane, väike poeg ja kohvik. Elu on hea, elu, mis on võimalikult erinev sellest, mida elati tema lapsepõlvekodus, kus rõõmule kohta ei olnud, küll aga hirmule, halvustamisele, ükskõiksusele, hoolimatusele. Nähes ekraanil tuttavat numbrit, arvab Moritz, et see on ema, kes teatab despoodist isa surmast. Ta ei leia endas jõudu tagasi helistada, kuni kohvikus seisab leti taga tema isa, täiesti elus ning teatab ema surmast.
Minevikudeemonitega tuleb nüüd silmitsi seista ning kuidas ja kas see õnnestub, sellest saabki lugeda. Muheda huumori ja eluterve vaatega romaan katkistest inimestest, korduvatest mustritest, uuest lootusest. Kuidas võtta vastutust, kasvada suureks, minna edasi. Mõista ja andestada, kui see tundub võimatuna.
Eve Sooneste tõlge oli nagu ikka 5+.
Displaying 1 - 4 of 4 reviews

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