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Keiner wird um etwas bitten

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»Seit Februar fahren keine Straßenbahnen mehr«. Immer wieder gibt es Momente der Stille in der vom Krieg heimgesuchten Großstadt. Menschen treffen sich an Orten, die noch halbwegs intakt sind: auf dem Fußballplatz, in der Kirche, in einem lichtdurchfluteten Hochhausbüro. Zhadan-Leser treffen Figuren, die sie aus Mesopotamien oder Internat kennen: Leute, bei denen man nie genau wusste, was sie eigentlich tun, ob sie Musiker, arbeitslose Lehrer, Werbeleute, Automechaniker oder unabhängige Experten sind.

Jetzt sind sie mit völlig anderen Dingen befasst: nach der Bombardierung eines Wohngebiets eine alte Frau evakuieren; einen Job für jemanden finden, der als Invalide von der Front zurückgekommen ist; an der Trauerfeier für einen getöteten Kollegen teilnehmen, der eine Einheit an der Front kommandiert hat.

180 pages, Hardcover

Published March 17, 2025

4 people are currently reading
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About the author

Serhij Zhadan

20 books5 followers
Alternate spelling for Serhiy Zhadan

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Lotte.
23 reviews2 followers
July 25, 2025
Serhij Zhadan beschreibt hier in Geschichten das Alltagsleben von Menschen in Charkiw. Das Leben, wie es weitergeht für die, die noch da sind. In klarer, schnörkelloser, eindringlicher, poetischer Sprache. Zeichnungen ergänzen hier ideal das Geschriebene. Ein Buch über Menschlichkeit und Hoffnung in Zeiten der Unmenschlichkeit.
Profile Image for Dorle Schmidt.
141 reviews
April 14, 2025
This book is by Serhij Zhadan.

Es beschreibt das Leben im Osten der Ukraine, den Alltag der dort verbliebenen Menschen im anhaltenden Verteidigungszustand.

S.38: „Die Zeit scheint kaputt zu sein und niemand hat es eilig, sie zu reparieren.“
S.44: „Wind kommt auf, es wird ganz warm, alle halten ihre Gesichter in die Sonne - die Sonne tut gut, man will dastehen und sich nicht bewegen. Stehen und spüren, wie das Leben weitergeht - sanft und unerbittlich.“
Profile Image for Anna.
627 reviews40 followers
August 6, 2025
There is war in the Ukraine, and this has been true for years at this point. How long can a state of emergency last before it becomes the norm? In a sense, Serhij Zhadan addresses this issue in his collection of twelve short stories, which depict a Ukraine in which war is no longer a shock, no longer something out of the ordinary. Just as there was life before, there is life after; and in this new reality, people exist, live and fight.

Some of the stories tackle the emotional numbing that people experience, while others describe quiet human moments or highlight attempts to maintain some semblance of life. There is no great resistance or show of strength against the Russian oppressor. In fact, people never even talk about Russia. They have neither the time nor the energy for anything performative. Even when they are home, their clothes smell of war. If they are not actively fighting, they must ensure that some kind of everyday life continues, even if the trams have not run for months.

I found this book difficult to judge purely on literary merit. Zhadan is actively fighting in Ukraine, and the novel includes little drawings he made of buildings and places. I felt bad when some of the stories left me cold, and there were more of these than I expected. Others moved me immensely - interestingly, often those including female perspectives and/or experiences. The prose is reduced, bordering on austere, with most things left between the lines to unfold their emotional force in all that remains unsaid.

Overall, it's an interesting book that makes you consider the relationship between experience, writing and literature. It is sad to have to read this kind of book not about conflicts long past and learned from, but about our own time.
103 reviews2 followers
April 16, 2025
Seit mehr als drei Jahren tobt nun schon dieser unmenschliche Krieg in der Ukraine, die Welt ist aus den Fugen geraten, der Tod gehört zum Alltag. In „Keiner wird um etwas bitten“ erzählt Sherhij Zhadan in zwölf kurzen, unaufgeregten Geschichten vom veränderten Leben in seiner Heimatstadt Charkiw, von Schmerz, Trauer, Verlust und Tod. Menschen begegnen sich an noch nicht zerstörten Orten – im Hotel, auf dem Fußballplatz, in der Kirche, etc. , finden sich in völlig anderen Situationen, die ohne Krieg nicht vorstellbar gewesen wären, z.B. die Evakuierung einer alten Frau nach der Bombardierung ihres Wohnblocks, die missglückte Liebesnacht eines Soldaten und einer Soldatin, etc. Es sind Geschichten von Liebe, Trauer und Solidarität im Krieg, Geschichten von der Wirkung des Krieges auf die Menschen, nicht vom Krieg selbst.
Serhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk in der Ostukraine geboren, studierte Germanistik, promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört heute zu den bekanntesten ukrainischen Schriftstellern. Für seine Werke hat er viele Auszeichnungen erhalten, z.B. den Friedenspreis des deutschen Buchhandels (2022). Er lebt in Charkiw und ist seit 2024 Soldat im ukrainischen Militär.
Die klare, kraft- aber auch poesievolle Sprache von „Keiner wird um etwas bitten“ hat mich sehr beeindruckt. Die Menschen in den Geschichten waren mir sehr nahe, bewundernswert ihre selbstbewusste und mutige Haltung in solch schweren Zeiten! Auch wenn man sich an die Nachrichten gewöhnt hat, die täglichen Schreckensmeldungen inzwischen fast verdrängt und kaum noch wahrnimmt, erinnert dieses Buch daran, dass es um Menschlichkeit, Würde und, ja, auch um Hoffnung geht. Wir dürfen die betroffenen Menschen nicht einfach vergessen, die Ukraine braucht nach wie vor unsere Solidarität und Unterstützung.
Ein wichtiges Buch und eine klare Leseempfehlung!
Profile Image for Alice.
232 reviews34 followers
July 7, 2025
3,5 🌟

Der Original-Name dieses Büchlein heißt übersetzt "Arabesken", was sehr eindeutig die Art des Inhalts widerspiegelt. Es beinhaltet 12 sehr kurze Geschichten, sowie einige Kugelschreiber-Zeichnungen des Autoren, mit einer Bildlegende im Anhang. Es ist erstaunlich groß gedruckt worden 😳 Und für diese "171" Seiten wollen sie noch 24€ haben...

Das sollte nun wirklich nicht dein erstes Buch von Zhadan sein, sonst wärst du sehr verloren in diesen Arabesken. Die titelgebende Geschichte handelt von der Verbringung humanitären Güter an Kinder im Kriegsgebiet, was der Autor selbst lange gemacht hat. Sämtlich Geschichten spiegeln die Realität im Krieg wider. Und auch diesmal sucht man wirklich freundliche Menschen wieder vergeblich. Die Charaktere tun, was getan werden muss, sind durchaus resigniert. Sie haben ihren eigenen Charme und Herangehensweise. Alles ist unblutig und ohne Gewalt.

Mir hat das Büchlein gefallen, aber ich kann nichts besonderes darüber sagen. Aber wie soll man unter solchen Bedingungen auch großes schreiben?

"Ich trug auch meine Jacke, noch vom Winter her, tat so, als wäre mir nicht kalt. Wir alle taten so, als wäre uns nicht kalt, als hätten wir keine Angst, als wären wir nicht einsam, als würde uns die nahe und überwältigende Gegenwart des Todes nichts ausmachen. Es war noch nicht lange her, da war das Leben zerbrochen, war die Zeit zerbrochen, hatte sich das Gefühl des Atmens verändert, sein Rhythmus und seine Regelmäßigkeit. Nun standen wir also unter dem großen, hellen Himmel - in einer Gruppe zusammen, suchten beieinander Schutz, warteten auf etwas, lauschten nach etwas. Verbargen Angst hinter Geschäftigkeit und die Panik hinter Konzentration."
Profile Image for Julia Yepifanova.
307 reviews24 followers
September 15, 2025
Das ist die deutsche Übersetzung von „Arabesken”. Die Audiofassung ist bis zum 10. März 2026 kostenlos auf MDR Kultur im Radio zu hören. Lesung mit Konstanze Becker und Janus Torp. Das Buch ist für keinen Preis nominiert – keinen Booker und auch keinen Deutscher Buchpreis natürlich. Es erzählt jedoch viel mehr über uns Ukrainer und unser Land im Krieg.
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