An wen soll man sich wenden, wenn man als sterbenskranker Alt-Mafioso seine Verhältnisse neu ordnen möchte und auf seiner Deutschlandreise mehr nur als ein wenig Unterstützung benötigt? Oder wenn man als amerikanischer Tycoon den Mörder seiner Tochter aufspüren will, die in Berlin unter seltsamen Umständen zu Tode gekommen ist? In solchen Fällen ruft man besser Carl an – Carl, der in längst vergangenen Tagen das legendäre Jugendzentrum »Die Kurve« im Herzen des Ruhrgebiets leitete, bis er merkte, dass er noch ganz andere Talente hat.
Heute betreibt er ein ebenso riskantes wie lukratives Unternehmen für kriminelle Dienstleistungen. Und für Jobs wie diese kommen nur seine besten Mitarbeiter in Frage: Ridley, eine Art mathematisches Genie, ein Drogen- und Sexfreak mit Stil und Köpfchen, und die superschnelle Allesbeschafferin Betty mit dem Loch im Herzen. Für die beiden Aufträge muss Carl geradestehen. Kein Problem eigentlich. Aber beide entwickeln sich plötzlich in eine ganz andere, tödliche Richtung …
„Carl, nennen Sie mich Carl. Carl aus Herne.“ „Aus was?“ „Herne. Vergessen Sie es wieder. Herne ist nämlich ein Ort zum Vergessen oder Nie-davon-gehört-Haben. In Herne will man nicht leben und nicht sterben. Zum da Rauskommen ist Herne allerdings so gut wie jeder andere Ort. Warum haben Sie mich angerufen?“ (Auszug S. 11).
In Herne hat allerdings damals alles angefangen. Im Jugend- und Freizeitzentrum „Die Kurve“ war Carl der Betreuer und hatte die wilde Mischung der Jugendlichen ganz gut in Griff. Seine Klientel war nicht einfach zu händeln, meist aus armem trostlosem Zuhause, Kleinkriminalität, Drogen, Gewalttätigkeit. Carl konnte gut mit den Jugendlichen, ein paar wuchsen ihm besonders ans Herz. Und dann stellte Carl fest, dass man mit ihnen ein Geschäft ganz anderer Art aufbauen konnte.
„Was ich anbiete? Alles. Alles, was Sie sich vorstellen können. […] Die meisten meiner Kunden bevorzugen allerdings Dienstleistungen, die sich ihren unmittelbaren Möglichkeiten entziehen. Zur Frage, ob sie mir vertrauen können, kann ich nur sagen, dass ich absolut und einhundertprozentig vertrauenswürdig bin.“ (Auszug S. 11-12).
Heute betreibt Carl ein exklusives, aber auch riskantes Unternehmen für kriminelle Dienstleistungen aller Art, auch tödlicher Art. Carl lebt inzwischen in Monaco (großartiger Running Gag, dass er mit beiläufigen Äußerungen seinen Aufenthaltsort verschleiern will, etwa: „Ich schnapp‘ mir das Boot und fahre rüber nach Acapulco, da ist heute Abend All-you-can-eat-Burrito-Buffet.“) und zieht die Fäden. Er erhält Anrufe, seine Nummer wird im Vertrauen weitergegeben. Dann setzt er seine Leute ein: Betty etwa, Ridley oder Schneider. Per Telefonat gibt er Anweisungen, will regelmäßig unterrichtet werden. Er hält ein strenges Regiment, alles, was man ihm sagt, kann auch gegen einen verwendet werden. Er kümmert sich aber auch um seine Leute, verlangt dafür aber absolute Loyalität. Seine Telefonate und Dialoge, die sich um geschäftliche Dinge, aber auch um das Seelenleben seiner Mitarbeiter drehen, gehören zu den Höhepunkten dieses Romans.
Die Aufträge, die Carls Crew bearbeiten muss, sind durchaus speziell. Ridley darf einen alten Mafiaboss aus Neapel und seine Tochter auf einer Tour durch Deutschland begleiten, bei der es offenbar um dessen Nachfolge geht. Betty hingegen soll den Tod einer jungen Amerikanerin aufklären, die sich aus der Enge ihrer kriminellen Familie in Detroit nach Berlin befreit hatte und dort nach einer Partynacht tot im Kanal aufgefunden wurde. Währenddessen gibt Schneider den Ausputzer im Hintergrund.
„Ich soll Ihnen Grüße bestellen. Von Mustapha.“ […] „Ich kenn keinen Mustapha“, entgegnet der Dönerbudenbesitzer. „Oh“, sagt Schneider. „Dann muss ich Sie wohl verwechselt haben. Das tut mir jetzt aber leid.“ „Was…?“ Schneider trifft ihn ziemlich genau in den Mund. Nicht ganz einfach bei den Lichtverhältnissen. (Auszug S.153)
Autor Dirk Schmidt ist als Drehbuchautor bekannt, insbesondere für den Radio Tatort um die „Task Force Hamm“. „Die Kurve“ ist sein erster Genreroman seit zehn Jahren. Für mich überzeugen vor allem die Attitüde, der Ton und die ungewöhnlichen Orte des Romans. Carl und sein Geschäft kommen hier ziemlich lässig rüber – vor allem die Dialoge habe ich gerne gelesen. Der Plot hingegen wurde hingegen für meinen Geschmack manchmal etwas zu sehr nebenbei behandelt, so richtig packend wurde es selten. Aber das war sicherlich auch so gewollt in diesem komplexen Roman, der insgesamt auf jeden Fall eine interessante und kluge Abwechslung im Genre bietet.
Ein Slowburn Thriller mit äußerst nervigem Hauptprotagonisten
Auch im kriminellen Milieu läuft nicht immer alles nach Plan. Für solche Fälle ruft man Carl zu Hilfe, um alles wieder gerade zu biegen. Carl, ein gerissener Problemlöser, der weiß wie er seine Crew einsetzen muss und welche Strippen zu bewegen sind. Die Mafia hat Probleme? You better call Carl. Eine Millionärstochter wird ermordet? You better call Carl. Ein außenstehender Erzähler berichtet die Geschehnisse in kleinen Episoden, wobei jedes Kapitel aus der Sicht von einem anderen Mitarbeiter Carls sowie ihm selbst handelt. Eine Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt zu bekommen und einen größeren Überblick zu erhalten gefiel mir schon immer am besten. Leider war es für mich nicht immer leicht, gleich herauszufinden, von wem das jeweilige Kapitel handelt. Selbst in den Kapiteln wurde des Öfteren hin und her geswitched und irgendwann ging mir dann einfach der rote Faden verloren. Dabei ist er ja eigentlich vorhanden, in Form von Carls Telefonaten, die er mit seinen Mitarbeitern führt und damit zu einem allumfassenden Verbindungsglied wird. Ein wenig hat es mich an die Erzählweise von Tarrantino erinnert. Zu Beginn war ich wirklich neugierig auf Carl und seine Arbeitsweise. Ich stellte ihn mir als ein charmantes und cleveres Genie a la Raymond Reddington vor. Die Ernüchterung kam leider sehr schnell. In meinen Augen ist Carl einfach ein unsympathischer Krimineller, der seine Mitarbeiter mit Gewalt unter Kontrolle hält. In den häufig eingeschobenen Monologen ist er sich fast nur am selbstbemitleiden. Seine ständigen Stimmungsschwankungen waren für mich schwer auszuhalten. War er doch mal ehrlich sympathisch, sodass ich ihn hätte mögen können, war er in der nächsten Sekunde hochgradig aggressiv und unter der Gürtellinie. Einzig eine Szene ließ mich meine Gefühle gegenüber Carl überdenken. Ich weiß bis heute nicht, ob ich ihn vielleicht doch unterschätzt habe oder es ihn noch egoistischer für mich macht. Carl deutete mal an es mit der Verschlüsselung seiner Geschäfte am Telefon manchmal zu übertreiben. Genau dieses Gefühl hatte ich teilweise beim Lesen der Geschichte. In meinen Augen ging es weniger um die Fälle an sich, sondern mehr um Carls Mitarbeiter. Besonders Ridley ist mir da in Erinnerung geblieben. Seine Hintergrundgeschichte hat mich am meisten berührt sowie das, was das Schicksal noch für ihn bereit hält. Während die aktuellen Fälle in Bearbeitung sind, erfährt man als Leser immer wieder zwischendurch, quasi Schnipselweise, mehr über die Vergangenheit von Carl und seinen Mitarbeitern. Also die Geschehnisse, die sie ins Hier und Jetzt gebracht haben und mit welchen Traumata sie bis heute zu kämpfen haben. Der derbe bisweilen vulgäre Schreibstil mag manchmal abschreckend wirken aber passt meiner Meinung nach sehr gut zum rauen Umgangston, der in diesem Milieu herrscht. An sich hätte ich diesen Roman schon echt mögen wollen. Die langsame Erzählart und die Hintergründe der meisten Protagonisten gefielen mir echt gut. Auch, dass die Fälle so abliefen bzw. so ausgingen hätte ich auch noch verkraften können, wie das sehr offene Ende. Aber ganz ehrlich? Carl hat es einfach versaut. Sein widerlicher Charakter legte sich einfach wie ein Schatten über die ganze Geschichte. Schwer zu sagen, ob ich eine Leseempfehlung geben kann. Ich denke hier sollte jeder selbst entscheiden, ob er sich auf die Geschichte einlassen möchte oder nicht. Ich persönlich bereue es nicht, hätte mir aber mehr erhofft.
»Die Kurve« ist ein Kriminalroman von Dirk Schmidt, der 2025 bei Suhrkamp erschienen ist.
Zum Autor: Dirk Schmidt, geboren 1964, studierte nach dem Abitur Geschichte, Germanistik und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Einer frühen Phase als Drehbuchautor folgten Jahrzehnte als Texter und Kreativdirektor in verschiedenen Werbeagenturen. Erste Arbeiten für den Rundfunk bereits während des Studiums, erstes Kriminalhörspiel 1993, Debütroman Letzte Nacht in Queens 2003. Seit 2011 verantwortlich für den WDR Radio-Tatort rund um die »Task Force Hamm«, der Kult geworden ist.
Zum Inhalt: In seinem früheren Leben hat Carl das Jugendzentrum »Die Kurve« im Ruhrgebiet geleitet. Dort hat er die meisten seiner heutigen Mitarbeiter kennengelernt. Heute betreibt er eine Agentur für kriminelle Dienstleistungen jeder Art und seine Aufträge erhält er aus der ganzen Welt. Carl und seine Leute stehen unter Druck und kleine Fehler können tödlich sein.
Meine Meinung: Dieses Buch ist Vieles, aber ganz sicher nicht ein klassischer Kriminalroman. Es erfordert aufmerksame Leser, weil es teilweise rasante Handlungs-, Zeit- und Gedankensprünge gibt, die oft auch unvermittelt geschehen. Gewalt und Skrupellosigkeit sind allgegenwärtig, obwohl kaum eine Gewalthandlung direkt beschrieben wird. Die Hauptfiguren Carl, Betty und Ridley sind vielschichtig gezeichnet und wirken trotz vieler negativer Attribute durchaus sympathisch. Carl ist der Denker und Lenker mit Kundenkontakt, der seine Mitarbeiter vom Telefon aus betreut. Wie Betty und Ridley agiert er oft skrupellos und doch verbindet ihn mit seinen Mitarbeitern mehr als der reine Job. Er hat sich ein gewisses Vertrauen bei Betty und Ridley erarbeitet, das vorwiegend aus ihrer Zeit im Ruhrgebiet stammt. Carl ist meist gut informiert und mischt sich auch in deren Privatleben ein. Ridley und Betty haben besondere Talente und doch bedürfen sie Carls Fürsorge. Beide sind schwer gezeichnet und kämpfen mit Dämonen aus ihrer Vergangenheit. Zwei Kundenaufträge bilden den Rahmen für das Tun der Handelnden. Es gibt aber immer wieder Nebenhandlungen und Rückblenden, die das Handeln der Hauptfiguren verständlicher werden lassen. Beeindruckt hat mich die sprachliche Komponente des Romans, die etwas ganz Besonderes ist und das alte Ruhrgebiet lebendig werden lässt. Faszinierend sind die Telefongespräche von Carl mit seinen Mitarbeitern, die durch Pausen, Andeutungen und vermeintlichen Nebensächlichkeiten geprägt sind. Trotz der oft gezeigten Skrupellosigkeit zeigen Betty, Carl und Ridley auch etwas wie Moral und soziale Kompetenz. Es geht nicht um die Aufklärung von Verbrechen sondern um die Zufriedenheit der Auftraggeber. Dieser Gangsterroman mit Anleihen bei Roadmovies und Beziehungsromanen hat seine eigenen Spannungsmomente und bietet eine Vielzahl von Überraschungen. Mich hat diese Mischung nahezu aus den Schuhen gehauen und die Schlusssequenzen waren ein überzeugendes Ende.
Fazit: Diese Mischung aus diversen Genre und unerwarteten Handlungsabläufen hat mich auch mit ihrer Sprache und der faszinierenden Figurenzeichnung begeistert. Deshalb bekommt der Titel von mir die Höchstwertung von fünf Sternen und 100 Punkten und eine klare Leseempfehlung. Es ist ein besonderes Buch.
Es ist eine Team das für spezielle Aufgaben zur Verfügung steht. Ein Auftrag ist die Nachfolgeregelung für einen kranken Mafioso. Elisa seine Tochter bittet um eine Lösung des Problems und wendet sich an Carl, der dafür bekannt ist, dass er solche Probleme löst. Dann ist da noch der Amerikaner, der unbedingt wissen will, wo seine verschwundene Tochter ist und was mit ihr geschehen ist. Auch hier hat Carl jemanden, den er beauftragt, dieses Untersuchungen auszuführen. Denn Carl war einmal Leiter eines Jugendzentrums in Herne und hat sich dann selbstständig gemacht. Daher ist er in der Szene bekannt durch seine Zuverlässigkeit. Der Thriller „Die Kurve“ von Dirk Schmidt wartet schon mit einem sehr eindrucksvollen Cover auf. Ein sehr bekanntes Gebäude eingebaut in eine Ruhrgebietsszene, wie sie z.B. in Herne zu finden sein könnte. Herne ist auch eine sehr wichtige Stadt für diesen Thriller, da alle Charaktere, die für Carl arbeiten aus dieser Stadt kommen. Es sind alles ehemalige Besucher der Kurve und sind untereinander befreundet. Es gibt schon ein paar Unglücksfälle, die die Gruppe reduziert hat, wie z.B. Max, der Freund von Betty, dessen Mörder Betty und Ole suchen. Ansonsten nehmen sie die Aufträge von Carl an und stehen mit ihm in Verbindung. Carl lebt zurzeit an der Cote D´Azur und betreut die Aufträge, die Ridley und Schneider, aber auch Betty ausführen. Die Sprache des Thrillers ist sehr bildhaft und interessant, die Spannung liegt wohl eher in der Ausführung der Aufträge und der Geschichte, der einzelnen Charaktere. Am Ende gibt es auf jeden Fall eine Aufklärung, wie die Aufträge ausgeführt werden. Dieser Thriller ist kein Thriller von der Stange und ich habe einige Zeit gebraucht mich in den Szenen zurecht zu finden. Der Handlungsstrang war für mich sehr verwirrend. Interessant waren die Charaktere und wie sie zusammengehörten. Das war für mich nachvollziehbar und die Spannung blitzte immer wieder auf
Carl, ist nicht der Mann für gewisse Stunden, sondern für verschiedene Dienstleistungen krimineller Art. Immer, wenn seine Dienste mal wieder gebraucht werden, sei es von der italienischen Mafia oder einem amerikanischen Großindustriellen, telefoniert er mit einem oder eine seiner abgebrühten Mitarbeiter, um sie zu beauftragen, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Dass sie dabei nicht gerade zimperlich vorgehen, ist bei der Art von Calrls Gewerbe wenig überraschend.
Erzählt aus verschiedenen Perspektiven, taucht man in die kriminelle Unterwelt von Carl und seinen Mitarbeitern, wie z.B. Ridley, Betty oder Schneider, ein und lernt so die Figuren und vor allem ihre Abgründe näher kennen. Bedingt durch den eher dialogorientierten Aufbau der Kapitel und den knappen Schreibstil, findet dabei jedoch keine tiefergehende Introspektion statt. Die Charakterzeichnung verbleibt so eher oberflächlich und besonders Carl behält so eine mysteriöse Aura, was wiederum für seine Art von Geschäft von Vorteil ist.
Die Geschichte wird drehbuchartig und sprunghaft erzählt. Es gibt einen regen Wechsel zwischen den Charakteren, sowie Rückblicke in vergangene Lebensereignisse derer.
Für mich plätscherte das alles so hin, richtig Spannung kam für mich zu keinem Zeitpunkt auf. Der sich auf das Wesentliche fokussierte Schreibstil sorgt zwar für schnelles Lesen, ein vielschichtiges Bild von Carls Universum entsteht dabei nicht. Das Spannung verheißende Potenzial der kriminellen Unterwelt wird so leider nicht wirklich genutzt.
Insgesamt hinterlässt "Die Kurve" einen gemischten Eindruck. Ein vielversprechender Mix aus Thrillerelementen und interessanten Charakteren verbindet sich enttäuschenderweise nicht zu einem fesselnden Thriller. Da wäre mehr drin gewesen, auch was das KI-generierte Cover angeht.
"Die Kurve" ein wirklich fesselnder Gangsterthriller von dem Autor Dirk Schmidt.
Carl ist ein Mann für die richtig schweren Aufträge und zwielichtigen Geschäfte. In dem legendären Jugendzentrum "Die Kurve", das er im Herzen des Ruhrgebiets leitete, hat er sich ein etwas anderes Standbein aufgebaut und profitiert von seinen jahrelangen aufgebauten Netzwerken im Untergrund. Er hat dort ein Team aufgestellt und leitet dieses telefonisch aus dem Hintergrund heraus.
Die Probleme mit denen Carl konfrontiert und beauftragt wird, sind sehr abwechslungsreich und haben auch immer wieder Spannungshöhepunkte. Mir haben die Telefonate mit dem Team sehr gut gefallen und neben den sehr ernsten Themen, bringen diese auch einen gewissen Humor in die Handlung rein. Teilweise unfreiwillig komisch, ironisch und skurril sind die Schlagabtausche und man kann die nächsten Dialoge kaum erwarten. Dennoch sind die gefährlichen Aufgaben nichts für schwache Nerven und man merkt, dass das Team gut ausgebildet sein muss. Wirklich sehr spannend und interessiert bleibt man in der Handlung kleben. Vieles spielt sich hier und da im Hintergrund ab und man bekommt nach und nach erst die Informationen, aber ich fand den Handlungsverlauf in sich sehr stimmig.
Insgesamt ein wirklich toller Gangsterthriller, den ich so noch nicht gelesen habe. Daher eine klare Leseempfehlung von mir.
"Die Kurve" von Dirk Schmidt ist mehr als enttäuschend. Hier haben wir eine Ansammlung kaputter Menschen, die von der Vertrauensperson, die ihnen helfen sollte, heidlos ausgenutzt werden. Karl, der ehemalige Sozialarbeiter, steht im Mittelpunkt, Er zieht sich aus seinen ehemaligen Schützlingen eine Horde höriger Krimineller heran, die in seinem Auftrag Straftaten begehen. Dabei geht es für Karl nur um Geld. Sehr enttäuschend, wenn man Karls unverständlichen Monologen folgen muss, die nur dazu dienen mehr von seiner Arroganz und Selbstsüchtgkeit zu zeigen. Das Buch wirkt zwischenzeitlich Menschen verachtend, wie die Hauptpersonen mit anderen Leuten umgehen, aber dies soll wohl den normalen Umgang im kriminellen Milieu zeigen, in dem sie herangewachsen sind. Die Kapitel beziehen sich auf Einzelpersonen, allerdings ist eine zusammenführende Idee nicht erkennbar. Die Intention des Autors ist verwaschen und unklar. Gegen Ende zeigt Karl nur für den Leser erkennbar begrenztes Mitgefühl, obwohl er versucht die Verfehlungen seiner Jünger, die zu ihm aufsehen, zu regulieren. Insgesamt ein unerfreuliches frustrierendes Buch.
Die Kurve handelt von Carl, der ein Netzwerk aufgebaut hat aus jungen Menschen, die er in seinem Jugendzentrum kennengelernt hat. Jetzt, viele Jahre später, arbeiten alle für ihn und seine Auftraggeber. Als er für einen amerikanischen Tycoon herausfinden soll, wie seine Tochter gestorben ist und gleichzeitig die Tochter eines Mafia Paten und ihren sterbenskranken Vater in Deutschland betreuen lassen soll, wird es für alle Beteiligten lebensgefährlich. Der Roman kommt erst langsam in Fahrt und ich brauchte etwas, um mit den vielen Perspektivwechseln und den Personen warm zu werden. Allerdings wurde dann der Bogen zwischen Gegenwart und Vergangenheit geschlagen und ab dann wurde es für mich spannend. Ich tauchte immer tiefer in die kaputten Leben der einzelnen Personen ein und wurde mehr und mehr in die Geschichte eingesogen bis zum heftigen Schluss. Fazit: Die Geschichte ist nicht im klassischen Sinne spannend oder ein Pageturner Thriller, aber sie ist wirklich gut aufgebaut und alle Fäden finden am Ende zusammen. Und kleine Warnung - einige Stellen sind wirklich brutal!
No proszę, co za niespodzianka! Okazuje się, że można napisać coś nowego, świeżego w tym zatęchłym gatunku, gdzie ostatnio już tylko coraz bardziej piętrowe intrygi, coraz bardziej idiotyczne i coraz mniej prawdopodobne sploty, coraz większa brutalność zbrodni, lub, wręcz odwrotnie, coraz bardziej emeryckie cosy-historyjki z sympatycznym przestępstwem w tle. A tu zagrały i postaci (świetny Carl), i dialogi, i plot. Ze smaczkami i podszyciem ironią, gdzie trzeba, z dobrym, wiarygodnym tłem. I jeszcze autor dobrze bawi się konwencją. Tak jak czytelniczka.