Das Mutter-Tochter-Ding
Eines Tages erhält Annett einen Anruf aus Berlin, ihre Tochter Linn ist während eines Vortrags, den sie gehalten hat, einfach umgekippt. Sofort macht sich Annett auf den Weg, um nach ihrer Tochter zu sehen. Linn kann schon bald entlassen werden und Annett nimmt sie erstmal mit auf die Halbinsel in der Nordsee, wo sie das Familienhaus schon seit langem bewohnt. Natürlich ist es schön, Linn daheim zu haben. Aber der Aufenthalt der Tochter, die nach dem Studium einen tollen Job gefunden hatte, dehnt sich doch viel länger aus als erwartet. Annett versucht, die Hintergründe zu entschlüsseln und gleichzeitig werden Erinnerungen an ihren vor langen Jahren verstorbenen Mann wieder wach.
Wie ist es, wenn die Tochter, die eigentlich aus dem Haus war, auf einmal wieder da ist? Hauptsächlich aus Sicht Annetts kann man erfahren, dass das nicht nur eitel Freude ist. Annett muss feststellen, dass sie manchmal genervt ist, weil Linn allem Anschein nach nach den Ereignissen während des Vortrags nicht so richtig wieder in die Gänge kommt. Das kann doch irgendwie nicht sein, es lief doch alles. Annett versucht herauszufinden, was bei dem Vortrag wirklich geschehen ist. Da gibt es tatsächlich ein paar Ungereimtheiten, die zu klären sind.
Dieses Hörbuch wird sehr angenehm vorgetragen von Isabelle Redfern. Sie versteht es sehr gut, eine ruhige Küstenstimmung entstehen zu lassen.
Man meint ja immer, es ist das höchste für die Eltern, wenn die Kinder zu Hause sind. Wie erfrischen ist es, hier zu lesen, dass auch die Eltern, hier eben die Mutter, sich daran gewöhnen, wenn die Nachkommen nicht mehr daheim wohnen, dass sie sich ihren eigenen Rhythmus geschaffen haben. Dann ist es nicht so einfach, wenn die Tochter plötzlich da ist und nicht mal nur zu Besuch. Das ist schon eine Umgewöhnung. Es geht nicht so nach der Nase der Mutter, aber natürlich kümmert sie sich. Und sie möchte, dass es ihrer Tochter wieder besser geht. Wenn das Buch nicht einfach so mitten in der Bewegung aufhören würde, wäre es beinahe perfekt. Es ist klasse, mal einen anderen Blickwinkel einzunehmen und dabei von einer spannenden Geschichte zu erfahren.
Für gewisse Dinge haben die Töchter nach Abschluss der Ausbildung im Übrigen selbst Sorge zu tragen.