Pizza Orlando: Roman | Eine pulsierende, rauschhafte Liebesgeschichte von wahrhaftiger Schönheit | Für Fans von Hengameh Yaghoobifarah, Martina Hefter und Chris Kraus | Queere Liebe
»Ich schreibe weinend ins digitale Nichts, aber es ist alles real hier bei mir. Ich wäre gerne deine Partnerin und nicht dein Sidekick.«
Clara und Nina kennen sich seit Jugendtagen, lange bevor diese Geschichte beginnt. Als sie nach vielen Jahren als erwachsene Frauen wieder aufeinandertreffen, leidet Nina bereits an den ersten Symptomen einer unheilbaren Erkrankung, der Huntington-Krankheit. Die beiden verlieben sich und stürzen sich in eine rasende Liebesbeziehung. Trotz der Distanz zwischen ihren Leben in Berlin und Hamburg entsteht eine intensive Nähe. In ihren Chatnachrichten bricht sich Begehren und Verletzlichkeit Bahn, Alltägliches steht neben Existenziellem. Während Nina trotz ihrer begrenzten Lebenszeit um eine Zukunftsperspektive mit Clara ringt, kämpft diese als alleinerziehende Mutter um Selbstbestimmung in einem Alltag aus Kinderpflege, Studium und Lohnarbeit. Wie lässt sich diese Liebe leben – angesichts der begrenzten Zeit, die Nina und Clara bleibt?
Lebendig, berührend und voller Sehnsucht erzählt »Pizza Orlando« vom Wunsch, der eigenen Geschichte habhaft zu werden.
»Pizza Orlando ist Reflektieren und Dialog, Erinnern und Verstehen-Wollen. Liebe, Leid, Leidenschaft – ein unglaublich bewegender Text.« Franziska Gänsler
Wer glaubt, dass Figuren wie Conrad Fisher, Noah Calhoun oder Connell Waldron das Yearning-Maß sind, hat noch keine Geschichte über Yearning Lesbians gelesen.
Clara und Nina haben sich an einer Schule in Bayern kennengelernt. Nach vielen Jahren begegnen sie sich wieder und verlieben sich auf eine Weise, die nur Seelenverwandte wirklich nachvollziehen können. Sie haben viel und innigen Sex, teilen die Liebe zur Literatur und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Doch es ist zu schön, um wahr zu sein: Nina hat die unheilbare Huntington-Krankheit, die ihr Wesen nach und nach verändert.
Dieses Buch ist Erinnerung, ein langer Tagebucheintrag, eine Liebeserklärung und ein Versuch des Festhaltens: Es bewahrt intime, schmerzhafte und zugleich zärtliche Dialoge zwischen zwei Frauen, die sich verletzen, sich aufrichten, sich verstehen – und vor allem: sich lieben. Für mich ein ganz besonderes Buch.
Leider überhaupt nicht das, was ich mir vom Lesen des Klappentextes erwartet habe. Der Schreibstil war unglaublich anstrengend und trotz der Kürze des Buches hat es sich sehr stockend gelesen.
Clara Umbach: "Pizza Orlando". Ein moderner "Brief"roman?
Manchmal sollte ich nicht nur den Klappentext, sondern auch die Leseprobe lesen oder zumindest einen Blick ins Buch werfen, bevor ich es kaufe. Dann wäre ich hier nicht so überrascht - und ich gebe zu, ein bisschen genervt - gewesen, als ich feststellte, dass dieser Roman fast ausschließlich aus Chatverläufen besteht.
Geführt werden sie von Nina und Clara, zwei Frauen, die sich schon seit der Kindheit kennen und irgendwann als Erwachsene - wann und warum genau wird nicht erklärt - plötzlich mehr füreinander empfinden, vor allem sexuelle Anziehungskraft. Offensichtlich wohnen sie weit auseinander, denn sehen werden sie sich nach einer intensiven, aber scheinbar sehr kurzen Zeit nur selten. Dafür schreiben sie sich Nachrichten. Am Anfang voller Sehnsucht und sexueller Fantasien, nach einem gemeinsamen Weihnachten, bei dem die Chemie analog scheinbar nicht mehr da war, eher wieder als Freundinnen. Doch obwohl sie andere Personen Daten und vor allem Nina auch wechselnde Sexpartner:innen hat, scheint nicht so ganz klar zu, wie die beiden nun wirklich zueinander stehen. Erschwerend kommt hinzu, dass Nina an Huntington erkrankt ist und sich jetzt schon aktiv mit dem Tod auseinandersetzen muss. Sie kämpft mit Depressionen und Alkohol,während Clara zwei Kinder alleine großzieht und versucht, ihr Studium endlich abzuschließen. Geld haben sie beide nicht, was die Reisen zueinander schwierig bis unmöglich macht.
"Pizza Orlando" ist ein Roman, der sich unglaublich fluffig durchliest und trotzdem viele schwere Themen beinhaltet. Auch in Hinblick auf Ninas Familiengeschichte. Doch durch die Form des modernen "Brief"romans, der sich immer wieder auf den Briefwechsel zwischen Virginia Woolf und Vita Sackville-West bezieht, bleibt das alles irgendwie seltsam oberflächlich. Man erfährt nicht, wie die beiden wirklich miteinander sind, wie sie sich analog unterhalten oder was sie tatsächlich verbindet. Die kurzen Prosaeinschübe aus Clara Sicht geben nur kurze Hinweise oder philosophieren wieder über Verbindungen berühmter Frauen.
Ich konnte da leider nicht richtig andocken bzw. mir fehlte es an Tiefe, um wirklich emotional mitgehen zu können.
So war "Pizza Orlando" ein gutes Leseerlebnis, über das ich noch ein bisschen nachdenken werde, aber wahrscheinlich einfach nicht wirklich mein Buch. Schade, ich hatte mich aufgrund des Klappentextes sehr darauf gefreut.