147 Kilo aber eigentlich kein echtes Problem …Das denkt Jan, bis er in eine Klinik für Adipositas kommt. Dort trifft er Franziska, die ihn dazu bringt, den Satz „Ich bin dick“ auszusprechen – der Beginn vieler Aha-Momente. Zwischen Gruppentherapien, skurrilen Übungen und emotionalen Rückschlägen lernt Jan, dass es nicht nur ums Abnehmen, sondern auch um Gefühle geht. Doch als er scheitert und aufgibt, helfen unerwartete Wendungen und die Unterstützung anderer, ihn zurück auf Kurs zu bringen.
Eine bewegende Geschichte über Selbstakzeptanz, persönliche Entwicklung und den Mut, neu anzufangen.
Jan Rose wiegt im Alter von 32 Jahren 147 kg bei 1,75 m Größe. Früher war er sportlich. Heute zieht er sich bei sportlichen Aktivitäten im Freundeskreis zurück. In körperlichen Situationen würde er sich am liebsten verstecken.
Er ist für sechs Wochen auf der Adipositasstation einer psychosomatischen Klinik, um einen besseren Umgang mit Essen zu lernen. Der Arzt hat Jan den Klinikaufenthalt empfohlen. Ganz einfach, denkt der. Doch es wird dann, viel intensiver, als er gedacht hätte.
Der "Butterberg" ist nicht der "Zauberberg". Literarisch ist der Roman im Vergleich zu dem Mann'schen Jahrhundertroman simpel. Die Klinik und ihre Abläufe sind die einzigen Gemeinsamkeiten. Der Roman lebt weniger von seiner Sprache als von seiner Geschichte und von seinen Protagonisten. Die Sprache ist aber nicht trivial. Sie ist leicht, funktional, und gelegentlich humorvoll. Sie ordnet sich der Geschichte unter.
Die Geschichte liest sich wie ein Bericht. Die Kapitel tragen Titel wie "Woche 3: 142 kg". Es ist sehr klar, worum es hier geht. Die Geschichte ist fiktiv, basiert aber stark auf persönlichen Erfahrungen des Autors. In einem Interview sagte er: "Vor ein paar Jahren war ich in einer Klinik, weil ich selbst an Adipositas leide. Freitags stand dort immer ein großer Spaziergang mit der Gruppe auf dem Programm. Bei einem solchen kam ich dabei mit einer Mitpatientin ins Gespräch – ganz spontan sagte ich zu ihr: „Mensch, über all das hier müsste man eigentlich mal ein Buch schreiben.“ Und genau in diesem Moment hat es Klick gemacht. Ich wusste plötzlich: Das ist mein Thema! Dieser Gedanke hat mich seitdem nicht mehr losgelassen, auch nicht nach dem Klinikaufenthalt. Und das Ergebnis liegt jetzt hier vor mir."
Die Rückblenden sind traurig und erschütternd. Hoffnung entsteht durch die detaillierte Beschreibung der Therapiegruppe. Einige werden ihr Ziel zwar nicht erreichen, aber einige eben doch. Ein Fünkchen Hoffnung in einer ungewöhnlichen, faszinierenden Geschichte.
Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich selbst gerade auf einer Abnehmreise bin und mich in vielen Gedanken und Mechanismen des Autors wiederfinden konnte. Besonders die Darstellung, dass es beim Thema Gewicht nicht nur um Zahlen auf der Waage, sondern auch um Gefühle und psychische Prozesse geht, fand ich wertvoll und wichtig.
Allerdings hatte ich bis zum Schluss grosse Schwierigkeiten mit der Art, wie der Ich-Erzähler seine Mitmenschen behandelt. Die Empathielosigkeit gegenüber anderen Figuren, ob Frauen, deren Emotionen ins Lächerliche gezogen werden, oder Patient*innen mit Depressionen oder Magersucht, war für mich sehr unangenehm zu lesen. Eine Figur wird sogar durchgehend nur „Die Unaussprechliche“ genannt, was wie eine Mikroaggression wirkt und die Ernsthaftigkeit der Themen untergräbt. Ich habe darauf gewartet, dass es eine Auflösung oder Entwicklung gibt, die dieses Verhalten erklärt oder reflektiert, doch das blieb aus.
Gerade in einer Geschichte, die eigentlich zeigen möchte, wie eng körperliche und psychische Probleme miteinander verbunden sind, hätte ich mir mehr Sensibilität und Respekt gegenüber allen Beteiligten gewünscht. Das Buch hat starke Momente und wichtige Botschaften über Selbstakzeptanz und persönliche Entwicklung, aber die überzeichnete und oft abwertende Haltung des Erzählers hat für mich den Lesefluss stark gestört.
Trotzdem möchte ich mich beim Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar bedanken und freue mich auf mehr (und sensiblere) Bücher im deutschsprachigen Raum zu diesem Thema.
Hat mir dann doch viel besser gefallen als ich zu Beginn der Lektüre dachte.
Noch so ein Erfahrungsbericht aus einer psychosomatischen Klinik von jemandem der nicht wirklich gut erzählen kann. Ja es ist kein literarisches Highlight, aber es hat etwas in mir berührt und wenn ein Buch das tut gibt es eben vier statt der zuerst drei gedachten Sterne. Ich hatte das Buch sehr schnell durch, es hat mich gut unterhalten. Eigentlich würde ich auch gerne wissen, wie es nach den sechs Wochen Klinik zu Hause weiter ging.
Zum Inhalt: Jan verschlägt es in eine Klinik für Adipositas und er fühlt sich von Anfang an alles andere als wohl. Denn Jan hat sich selbst noch nie als dick bezeichnet und ist zudem eher introvertiert. So schlingert er von Gruppentherapie über Schwimmen bis hin zu Waldspaziergängen, ohne sich wirklich zu öffnen. Dabei ist er ein guter Zuhörer und erfährt die Geschichten seiner Mitinsass*innen: warum sie den Weg in die Klinik auf sich genommen haben und weshalb Essen für sie zum Trost geworden ist.
Jan hingegen glaubt, keine solche Geschichte zu haben. Doch was steckt dann hinter seinem Aufenthalt?
Zwischen kreativen Beleidigungen durch Mitmenschen wie „Elefantenküken“ oder „Pommespanzer“ und vermeintlich kuriosen Therapiemaßnahmen entwickelt sich nach und nach eine Gruppe von Menschen, die alle viel Ballast auf ihren Schultern tragen. Unerwartet helfen ihnen die Wochen in der Klinik in eine ganz andere Richtung, als sie es zunächst gedacht hätten.
Mein Fazit: Mit viel Witz und ehrlichen Worten begleiten wir Jans Reise durch den Klinikalltag. Schnell wird klar: In so einer Einrichtung hält man zusammen, denn alle teilen ein ähnliches Problem. Endlich fühlt Jan sich gesehen.
So verbringen wir sechs Wochen mit ihm in einem geschützten Raum, der zwischen Ukulele-Spielen, dem „Döner-Song“, Fressattacken und echtem Zusammenhalt zeigt, dass das Miteinander oft mehr wert ist als alles andere.
Persönliche Worte: Ich möchte an dieser Stelle noch ein paar persönliche Gedanken teilen. Aufgrund meiner Behinderung habe ich selbst bereits einige Klinikerfahrungen gesammelt. Dieses Buch schafft es auf beeindruckende Weise einzufangen, wie man sich in einer solchen Situation fühlt: Endlich steht man mit seinen Problemen nicht mehr allein da, und alles, was man erzählt, wird mit verständnisvollem Kopfnicken aufgenommen.
Natürlich kann dabei auch Missgunst entstehen, etwa wenn jemand vermeintlich mehr „geschafft“ hat oder „gesünder“ die Klinik verlässt. Doch auch das gehört zum Prozess dazu. Für mich war immer klar, dass nicht unbedingt die Therapien selbst am meisten geholfen haben, sondern die Gespräche.
Lieber Sven, auch die Bekanntschaften in deinem Buch haben mich am meisten bewegt!!
Schonungslos ehrlich, manchmal witzig und mal traurig regt dieses Buch zum Nachdenken an. In 'Der Butterberg' erzählt der Autor Sven Weiss, angelehnt an seine eigenen Erfahrungen, von der Zeit in einer Klinik für Adipositas. Schonungslos ehrlich und ungeschönt wird hier über das Leben mit erheblich zu vielen Pfunden erzählt. Aber auf eine sehr angenehme Weise, und für mich fühlte es sich an, als würde mir ein Kumpel erzählen wie es dort war. Wir erleben mit, wie die Hauptfigur Jan mit einer ziemlich hohen und stabilen Mauer um sich herum in der Klinik ankommt, und nach und nach bröckelt diese betont lustige und lockere Fassade. Auch die anderen Figuren der Gruppe sind alles ganz eigene Typen und haben zusätzlich zum Gewicht noch ordentlich Ballast zu tragen. Es ist eine schöne Gruppendynamik zu spüren. Etwas gefehlt hat mir, mehr von dem Klinik Konzept zu erfahren und was es den Menschen schlussendlich gebracht hat. Ich habe diesen Roman an einem Wochenende durchgelesen und der lockere, flockige Schreibstil hat mir eine gute Lesezeit beschert. Ein Buch, das gute Einblicke in das Leben mit "zuviel auf den Rippen" gibt und Platz für Verständnis schafft. Auch Adipositas ist eine Krankheit.
Jan ist dick. Auch wenn er sich das lange schönredet. „Nur eine Phase“, „bald spiele ich wieder mit den Jungs Fußball“, klar. Erst in der Adipositas-Klinik wird ihm wirklich bewusst: Ja, ich bin dick. Und ich muss mich damit auseinandersetzen. Wir begleiten ihn durch sechs Wochen, die mehr verändern als nur eine Zahl auf der Waage. Anfangs verschlossen, taut Jan langsam auf. Gegenüber den anderen Patient*innen, den Therapeut*innen und auch sich selbst. Erst ein paar Tage nachdem ich das Buch beendet habe, habe ich gemerkt, wie viel es auch in mir bewegt hat. Wie sehr ich mit Jan mitgefiebert und -gefühlt habe. Man will ihm einfach sagen: alles wird gut. Und vielleicht ist das genau das, was man sich selbst auch öfter sagen sollte.