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Protokoll eines Verschwindens: Basierend auf einem wahren Kriminalfall | Debütroman | Autor ist Kriminalreporter der ZEIT und ZEIT Verbrechen | Für Fans ... Schirach und Heinz Strunk

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Gabriel verlässt Rio, um zu seiner Schwester Isabella nach Deutschland zu ziehen. In Hamburg läuft für ihn zunächst alles nach Er findet Arbeit in einer IT-Firma und verliebt sich. Doch dann verschwindet er spurlos. Für Isabella beginnt eine verzweifelte Suche in einem Land, das ihr immer fremder wird.
Zur gleichen Zeit versucht der Pfleger Fabio, sein unauffälliges Leben weiterzuführen, bis er nicht mehr ignorieren kann, was in seinem Gästezimmer eine seit Monaten verwesende Leiche.

Den Fakten treu, gleichzeitig zutiefst menschlich, rekonstruiert Alexander Rupflin die erschütternden Details eines Verbrechens. Er gibt den Angehörigen eine Stimme und taucht in das Selbstbild eines Täters ein, der noch immer seine Unschuld beteuert.

»Protokoll eines Verschwindens« ist eine Geschichte vom Streben nach Glück, der Suche nach Wahrheit, dem Gefühl der Verlorenheit und den Abgründen unserer Triebe.

289 pages, Kindle Edition

Published August 26, 2025

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2 (4%)
Displaying 1 - 22 of 22 reviews
430 reviews4 followers
October 19, 2025
Dieser Titel ist weit mehr als eine Lektüre – er ist eine forensisch genaue, zutiefst menschliche und erschütternde Reise in die dunkelsten Ecken der menschlichen Psyche. Alexander Rupflins Arbeit, ursprünglich inspiriert durch das Verbrechen-Magazin der Zeit, ist keine reißerische Nacherzählung, sondern eine literarische Reportage über ein unfassbares Verbrechen, dessen erschreckende Details der Autor akribisch rekonstruiert.

Die Geschichte beginnt mit einem Traum: Gabriel, ein junger Brasilianer, folgt seiner Schwester Isabella nach Hamburg, findet Arbeit in einer IT-Firma, verliebt sich und gilt als zuverlässig. Alles scheint nach Plan zu laufen – bis zu jenem Tag, an dem Gabriel spurlos verschwindet.

Für Isabella, die plötzlich mit der deutschen Bürokratie und der Unnahbarkeit der Großstadt konfrontiert wird, beginnt eine verzweifelte, isolierte Suche. Die Polizei erklärt den Fall zunächst als Routine – erwachsene Menschen hätten schließlich das Recht, alle Brücken hinter sich abzubrechen. Doch Isabella weiß instinktiv, dass ihr Bruder, der so fest im Leben stand, sie niemals ohne ein Wort im Stich lassen würde. Die Familie hört nie auf, nach ihm zu suchen – eine herzzerreißende Odyssee in einem Land, das für Isabella immer fremder wird.

Parallel dazu führt der Autor den Leser in die Welt des Pflegers Fabio. Ein scheinbar unauffälliger Mann, der sein Leben wie gewohnt weiterführt. Doch Fabio hütet ein monströses Geheimnis: In seinem Gästezimmer, sorgfältig verschlossen, liegt seit Monaten eine verwesende Leiche.

Dieses Protokoll eines Verschwindens ist die bittere Realität eines wahren Kriminalfalls aus dem Jahr 2019. Der Autor rekonstruiert detailliert und ungeschönt, was davor geschah: Wie der Täter Gabriel in seine Wohnung lockte, ihn betäubte und sich an ihm verging, nur um ihn dann mit brutaler Gewalt zum Schweigen zu bringen, als dieser wieder zu sich kam.

Alexander Rupflin, selbst in Hamburg verwurzelt, tauchte tief in diesen Fall ein. Er recherchierte intensiv, führte emotionale Interviews mit Isabella und reiste sogar nach Brasilien, um Gabriels Mutter zu treffen. Diese Nähe zu den Angehörigen gibt dem Opfer und seiner Familie eine dringende Stimme. Gleichzeitig geht er erschreckend nah an den Täter heran. Er beleuchtet Fabios Leben als Pfleger, der das Verbrechen verdrängt, es vor sich selbst beschönigt und sogar leugnet.

Der Autor protokolliert die Ignoranz und das verschobene Selbstbild eines Täters, der sich seine vermeintliche Unschuld einredet und die Schuld sogar auf das Opfer projiziert. Fabio führte sein Leben monatelang weiter, während der Leichnam in seiner Wohnung lag. Wenn er auf den Verwesungsgeruch angesprochen wurde, erklärte er diesen schlicht als Schimmel – und kam damit durch. Erschreckend, oder? Dieses detaillierte Sezieren der Täterpsychologie ist das wahre, erschütternde Herzstück des Buches.

Persönliches Fazit: Alexander Rupflins Reportage ist ein umfassendes Gesamtbild über ein unglaubliches Verbrechen. Es ist ein tiefgründiger, intensiver Blick auf die Abgründe der Psyche und die verheerenden Auswirkungen auf die Opferfamilie. Ein absolut lesenswertes Buch, das weit über den klassischen True-Crime-Roman hinausgeht und (sehr) lange nachhallt.
Profile Image for Magnolia .
598 reviews3 followers
October 6, 2025
Ein unglaubliches Verbrechen

True Crime habe ich zur Genüge gehört und gelesen, irgendwann dann doch aufgehört, diesen wahren Verbrechen nachzuspüren. Bis jetzt. Bis ich auf dieses PROTOKOLL EINES VERSCHWINDENS aufmerksam wurde.

Für den Brasilianer Gabriel läuft es in Hamburg gut. Er ist seiner Schwester Isabella hierher gefolgt, er findet Arbeit als Informatiker, hat eine Freundin, er gilt als zuverlässig. Bis er eines Tages verschwindet. Spurlos. Isabella wendet sich an die Polizei, diese jedoch erklärt ihr, dass eine erwachsene Person durchaus das Recht hat, alle Brücken hinter sich abzubrechen. Isabella jedoch weiß, dass ihr Bruder so nie handeln würde. Sie und auch ihre Familie hören nie auf, nach ihm zu suchen.

Der Autor selbst hat das Hörbuch eingesprochen, ihm habe ich gebannt und tief erschüttert über 8 Stunden und 11 Minuten zugehört. Zunächst schien es mir, als ob dieser eher monotone Vortrag zu distanziert, zu unnahbar wäre. Doch je mehr ich höre, je weiter ich mich auf diesen Fall einlasse, desto mehr weiß ich, das es genau diese Art des Berichtens ist, die diese entsetzliche Tat einigermaßen erträglich macht.

Was muss in einem Menschen vorgehen, der einen anderen in seine Wohnung lockt, ihn betäubt, sich an ihm vergeht und dann, als dieser wieder zu sich kommt, ihn mit Gewalt zum Schweigen bringt? Und nicht nur das, der Täter führt sein Leben weiter wie bisher - bis auf die Tatsache, dass in seiner Wohnung, in einem Zimmer, das er sorgfältig verschließt, über vier Monate ein Leichnam liegt.

Alexander Rupflin ist ganz nah dran am Täter. Er sieht genau hin, begleitet Fabio, der als Pfleger arbeitet, der sein Verbrechen verdrängt und dies vor sich selbst beschönigt, ja leugnet. Den Verwesungsgeruch, auf den er zuweilen angesprochen wird, erklärt er als Schimmel und kommt damit durch.

Dieses Protokoll eines Verschwindens ist bittere Realität. Der wahre Fall, dem der Autor hier nachspürt, ereignete sich 2019. Anfang 2020 wurde der stark verweste Leichnam des Brasilianers gefunden und was davor geschah, wie der Täter getickt hat, wie er seine Tat so lange vertuschen konnte, das hat der Autor in diesem Protokoll eines Verschwindens aufgrund der Fakten detailliert rekonstruiert. Er zeigt menschliche Abgründe auf, rekonstruiert die Ignoranz und das verschobene Selbstbild eines Täters, der sich seine vermeintliche Unschuld einredet und im Umkehrschluss dem Opfer Schuld zuweist. Und auch der Suche der Familie des Opfers widmet er Zeit. So entsteht ein umfassendes Gesamtbild über dieses unglaubliche Verbrechen, das Alexander Rupflin ungeschönt, ohne reißerisch zu sein, verarbeitet hat. Ein absolut lesens- bzw. hörenswertes Buch, nicht nur für True-Crime-Fans.
57 reviews
October 6, 2025
Gabriel ist Brasilianer und lebt seit einer Weile in Hamburg. Dort arbeitet er bei einer IT-Firma, seine Schwester und ihr Sohn leben ebenfalls in Deutschland. Vor Kurzem hat Gabriel sich von seiner Freundin getrennt, und tatsächlich auch schon jemand Neues kennengelernt. Doch plötzlich verschwindet Gabriel, und niemand weiß, was mit ihm passiert ist. Weder seine Mutter in Rio, seine Schwester in Hamburg, noch seine Ex oder seine neue Bekanntschaft. Auch bei der Arbeit fällt sein Fehlen auf, er gilt als zuverlässiger und verantwortungsbewusster Mitarbeiter. Seine Schwester setzt alle Hebel in Bewegung um ihn zu finden, denn ihr ist klar, dass ihm etwas Schreckliches zugestoßen sein muss. Doch die deutsche Polizei bleibt zunächst untätig: Ein erwachsener Mensch darf jederzeit alles hinter sich lassen, auch seine Familie und Freunde, darf Kontakte abbrechen und Nachrichten ignorieren, das ist sein gutes Recht. Ohne Hinweis auf ein Verbrechen können sie nicht tätig werden. Für Gabriels Umfeld beginnt eine schwere Zeit der Ungewissheit. Bis seine Leiche schließlich in der Wohnung eines Fremden entdeckt wird, durchleben Gabriels Angehörige vier Monate voller Hoffnung und Sorge, voller zermürbender Fragen.
Der Autor Alexander Rupflin erzählt von dieser Zeit, von den Emotionen und vom Engagement Gabriels Familie, die nichts unversucht lassen, um ihn wieder zu finden. Doch Rupflin beschreibt nicht nur seine Interviews mit den Angehörigen dieses Mordopfers, sondern er beschreibt auch die Tat selbst, er rekonstruiert sie aus Gerichtsakten und Vernehmungsprotokollen, und schmückt aus was unklar ist. Er macht daraus einen Roman, in dem der mutmaßliche Mörder Fabio die Hauptrolle spielt. Dieser für den Bereich True Crime ungewöhlniche Kunstgriff hat mich anfangs neugierig gemacht, doch so richtig warm geworden bin ich damit nicht. Ich fand es zwar spannend, mehr über diesen echten Kriminalfall zu erfahren, doch das Ausschmücken und Ergänzen der Geschehnisse hat mir nicht zugesagt. Man hat als Leser*in keine Möglichkeit, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden, sondern bekommt Tatsachen und Erfindungen des Autors in einer bunten Melange serviert. Auch der Tathergang selbst und der vorausgegangene sexuelle Missbrauch werden ausdrücklich geschildert. Hier hätte ich eine Content Warnung als angemessen empfunden.
Insgesamt fand ich die Aufarbeitung des Falls zwar spannend, hätte mir aber eine andere Umsetzung gewünscht. Auch andere Schwerpunkte hätten mir besser gefallen: Ein Großteil des Textes beschreibt das Leben des Täters, während dem Opfer und seinen Angehörigen deutlich weniger Raum zukommt.
Alles in allem hat "Protokoll eines Verschwindes" also nicht ganz meinen Geschmack getroffen.
137 reviews4 followers
November 24, 2025
Zwischen Voyeurismus und Empathie - Die Erzählung eines spektakulären Kriminalfalls

Gabriel ist seiner Schwester Isabella nach Deutschland gefolgt um den Gefahren und der Perspektivlosigkeit der Favela in Rio de Janeiro zu entkommen. Der junge Mann findet Arbeit in einer IT-Firma. Anschluss sucht er in Hamburgs Partyszene, wo er dem Krankenpfleger Fabio begegnet. Kurz darauf erhält Isabella einen Anruf, dass ihr Bruder vermisst wird.

Der Autor hat diesen wahren Fall intensiv verfolgt und journalistisch begleitet. Hier werden verschiedene Perspektiven beleuchtet und schon von Anfang an wenig offen gelassen. Es wird relativ schnell klar, was passiert ist, der Fokus dieses Buchs liegt deutlich stärker darauf, die einzelnen Geschichte zu erzählen. Isabella sucht verzweifelt nach ihrem Bruder, wird von den deutschen Behörden jedoch ziemlich allein gelassen. Es gibt auch Einblicke in die Herkunft von Gabriel. Parallel wird Fabios Geschichte erzählt, der ein Zimmer seiner Wohnung untervermietet und regelmäßig Sex mit seinen Mietern hat, notfalls unter Zuhilfenahme von Betäubung. Gleichzeitig geht er mit der netten alten Dame von nebenan zu kulturellen Veranstaltungen, während seit Monaten eine Leiche in seiner Wohnung liegt. Viele Szenen sind sehr explizit und lassen ein "Wegsehen" kaum zu. Hier habe ich mich gefragt, ob diese Ausführlichkeit wirklich immer nötig war, da es durchaus voyeuristisch wirkte. Der Autor führt später auch Interviews mit Fabio, in denen gewisse Persönlichkeitszüge von Fabio durchscheinen, die jedoch wenig eingeordnet werden. Es geht aber auch darum, wie es sein kann, dass über Monate hinweg eine Leiche in einer Wohnung liegt und niemand es bemerkt bzw. meldet. Demgegenüber stehen die Emotionen von Gabriels Familie. Der Autor räumt hier der Familie und ihrer Trauer mehr Platz ein und versucht, den Fokus stärker auf das Opfer und auch die weiteren Opfer von Fabio zu legen. Das gelingt meiner Meinung nach nicht immer, weil der Kriminalfall doch zu spektakulär aufgemacht wird und die Details zu stark ausgeschmückt werden. Auch kommen die Enden der Erzählstränge am Ende des Buchs nicht so recht zusammen und es bleibt unklar, mit welcher Intention jenseits des Erzählens eines aktuellen spektakulären Kriminalfalls diese Geschichte erzählt wird.

Für Fans von True Crime ist dies meiner Meinung nach ein gutes und fesselndes Buch. Der Autor hält sich wenig mit Nebensächlichkeiten auf und ist nah an den beteiligten Personen dran. Dennoch konnte ich ein gewisses Unwohlsein aufgrund der Skrupellosigkeit des Täters, aber auch der direkten und schonungslosen Schilderung der Details nicht abschütteln während die große Nähe zu den Angehörigen gleichzeitig ein Gefühl von Betroffenheit hinterlässt.
1,451 reviews8 followers
October 10, 2025
Ein True Crime

Klappentext:
Gabriel verlässt Rio, um zu seiner Schwester Isabella nach Deutschland zu ziehen. In Hamburg läuft für ihn zunächst alles nach Plan: Er findet Arbeit in einer IT-Firma und verliebt sich. Doch dann verschwindet er spurlos. Für Isabella beginnt eine verzweifelte Suche in einem Land, das ihr immer fremder wird.
Zur gleichen Zeit versucht der Pfleger Fabio, sein unauffälliges Leben weiterzuführen, bis er nicht mehr ignorieren kann, was in seinem Gästezimmer liegt: eine seit Monaten verwesende Leiche.

„Protokoll eines Verschwindens“ ist der Debütroman von Alexander Rupflin.
Der Roman basierend auf einem wahren Kriminalfall.

Gabriel ist aus Brasilien nach Deutschlang gekommen, wo auch seine Schwester lebt. Für Gabriel scheint alles gut zu laufen. Er kann als Informatiker arbeiten und hat auch eine Freundin gefunden.
Doch plötzlich verschwindet Gabriel spurlos. Die Polizei will nichts unternehmen, weil Gabriel ein Erwachsener ist und seinen Aufenthaltsort selbst bestimmen kann. Isabell glaubt nicht daran, dass ihr Bruder so einfach verschwindet.

Eine weitere Person ist Fabio. Er arbeitet als Pfleger und ist ein unauffälliger Charakter. Bis eines Tages die Polizei bei ihn steht und erinnern beißenden Geruch wahrnehme. Unter seinem Sofa liegt eine Leiche.

Als Kriminalreporter hat Alexander Rupflin (zu diesem Fall recherchierte.
Die Geschichte liest sich wie ein Protokoll. Der Fall wird rekonstruiert. Als Leser*in kommt man dem Täter sehr nahe. Aber auch den Angehörigen ist man beim Lesen nahe.
Man schaut zum einen in die Psyche eines Menschen und auf der anderen Seite ist die Trauer und das Entsetzen der Angehörigen.

Alexander Rupflin erzählt die Geschichte ehrlich und spannend. Durch seine Recherche als Kriminalreporter war er nahe an diesem Fall dran. Er jetzt in einem Roman zu lesen und zu wissen, dass es ein wahrer Kriminalfall ist, ist schon bedrückend.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und gut verständlich.

„Protokoll eines Verschwindens“ ist das richtige Buch für alle True Crime Liebhaber.
77 reviews
November 26, 2025
Außergewöhnlicher True-Crime-Fall sehr gut recherchiert

Gabriel verlässt seine Heimat Brasilien, um sich bei seiner Schwester Isabella ein neues Leben aufzubauen. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten findet er einen Job und geht kurze Zeit später eine Beziehung ein. Doch plötzlich ist er von einem Moment auf den anderen spurlos verschwunden. Seine Schwester macht sich auf die Suche, bittet dabei immer wieder vergeblich um Hilfe bei der Polizei, und findet keine Spur ihres Bruders. Hat er sich selbst etwas angetan? Ist er einem Verbrechen zum Opfer gefallen, oder hat er nur Reiß-aus genommen? Isabella will keine der Varianten wahrhaben, aber Gabriel bleibt weiterhin verschwunden...

Der Kriminalreporter Alexander Rupflin hat sich in seinem Buch "Protokoll eines Verschwindens" mit einem mehr als außergewöhnlichen Verbrechen auseinandergesetzt. Er berichtet von dem Fall in einem sehr klaren und rationalem Schreibstil, was der Geschichte eine berührende und zugleich beängstigende Authentizität verleiht. Allein das Wissen, dass es sich um ein reales Verbrechen handelt, hat mich immer wieder zusätzlich berührt und fassungslos auf das Geschehen schauen lassen. Die Berichterstattung erfolgt aus den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten, wie der Schwester, der Mutter, oder letzten Endes des Täters. Es ist spannend zu beobachten, welche Auswirkungen ein solches Verbrechen auf diese Protagonisten hat. Der Kriminalfall ist so außergewöhnlich, dass ich bei einer fiktiven Geschichte dem Autor unterstellt hätte, dass die Geschehnisse so niemals der Realität entsprechen würden.

Insgesamt ist "Protokoll eines Verschwindens" ein aus meiner Sicht mehr als gelungener Einblick in die Welt des Verbrechens, der aufzeigt, inwiefern ein Mord Menschen verändert und die Sicht auf die Realität verschiebt. Alexander Rupflin hat hier seine berufliche Erfahrung als Kriminalreporter hervorragend mit seinem erzählerischen Talent verbunden. Ein sehr lesenswertes Buch, welches ich gerne weiterempfehle und folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.
Ihr Bewertungstext*
32 reviews
September 11, 2025
Mehr als True Crime - ein Blick in Abgründe und Gefühle

Das Buch erzählt die Geschichte von Gabriel, der aus Brasilien nach Deutschland kommt, um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch dann verschwindet er spurlos. Seine Schwester Isabella kämpft darum, die Wahrheit herauszufinden – in einem Land, das ihr fremd bleibt und in dem sie immer wieder an Grenzen stößt. Parallel dazu begleitet man Fabio, der in Hamburg lebt und auf erschütternde Weise in den Fall verwickelt wird.

Ich lese leidenschaftlich gerne True Crime und bin ein großer Fan von Zeit Verbrechen. Schon Artikel von Alexander Rupflin haben mich beeindruckt, aber dieses Buch hat alles übertroffen. Es ist mit einer Intensität und Genauigkeit geschrieben, die mich tief berührt hat. Besonders stark fand ich, dass der Autor es schafft, alle Seiten sichtbar zu machen: nicht nur die psychologische Dimension des Täters, sondern auch die Gefühle der Hinterbliebenen. Das macht das Buch so vielschichtig und emotional. Ich war oft gefesselt, manchmal angeekelt, aber immer tief betroffen. Man merkt, mit wie viel Herzblut Rupflin recherchiert und geschrieben hat. Seine Sprache ist klar, aber niemals sensationslüstern. Das Buch geht unter die Haut und zeigt, wie real und brutal das Verschwinden eines Menschen für alle Beteiligten ist.

„Protokoll eines Verschwindens“ ist kein leichter Stoff, aber genau das macht es so wertvoll. Es ist spannend, aufwühlend und menschlich. Für mich eines der besten True-Crime-Bücher der letzten Zeit – ein Werk, das noch lange nachhallt. Absolute Empfehlung!
207 reviews
September 3, 2025
Spannende Mischung aus Roman und Reportage
Ich bin ein echter True Crime Fan und daher war natürlich auch dieses Buch eine spannende Lektüre für mich. Tatsächlich war sie etwas anders als erwartet, denn ich habe damit gerechnet, dass die Geschichte Roman-mäßig erzählt wird. Letztendlich war es aber ein Wechsel aus eben diesen Romanelementen und auch der Perspektive des Reporters, wie wir ihn bei seinen Gesprächen mit der Schwerster des Ermordeten und mit dem Täter begleiten. Der erste Perspektivenwechsel kam daher etwas überraschend für mich, aber ich habe mich total schnell damit zurechtgefunden und fand dann vor allem diesen Wechsel total spannend.
Wir haben also einerseits die Geschehnisse im Leben von Schwester und Täter erzählt bekommen. Und andererseits können wir die Gespräche begleiten, in denen vor allem der Täter seine Unschuld beteuert. Während des gesamten Buches hat der Autor nicht irgendwie wertend geschrieben, sondern eine Art neutrale Berichterstattung von sich gegeben.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und mochte es, dass auch dem Täter Platz gegeben wurde, auch wenn man als Leser natürlich nicht neutral an die gesamte Sache ran geht. Vielleicht hätte man auch dem Opfer etwas mehr Platz geben können, aber das wäre letztendlich alles nur eine Mutmaßung des Autors gewesen, da er mit Gabriel ja nicht mehr sprechen konnte. Insgesamt auf jeden Fall ein sehr gelungenes Buch und für True Crime Fans eine klare Empfehlung.
Profile Image for Fruggielicious .
682 reviews4 followers
September 5, 2025
Protokoll eines Verschwindens von Alexander Rupflin / Rezension

Das war mein erstes Buch des Autors und es handelt sich dabei um die Aufarbeitung eines Hamburger True Crime Falls:

Gabriel ist von Rio zu seiner Schwester nach Deutschland gezogen, sie ist Medizinerin, er arbeitet bei der IT. Alles ist gut, bis Gabriel spurlos verschwindet…

Ich habe mit Absicht nichts im Internet nachgeschlagen und habe mich komplett auf das Buch eingelassen, was richtig schwer war, aber sich gelohnt hat. Man findet online wie ich jetzt weiß wirklich nur rudimentäre Informationen, wohingegen das Buch von Herrn Rupflin absolut detailliert zunächst das Verschwinden von und dann das Verbrechen an Gabriel beleuchtet und aufarbeitet.

Das Buch war sehr interessant, schrecklich und traurig zugleich. Es hat mir Gänsehaut bereitet und mich zu Tränen gerührt. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, denn Gabriels Geschichte darf nicht vergessen werden.

Der Schreibstil ist sehr sensibel und respektvoll, dabei dennoch ehrlich und roh, man kann sich in die Familie des Opfers hineinversetzen. Überhaupt fokussiert sich die Erzählung zum Großteil auf das Opfer, was ich sehr gut und richtig finde. Die Gegenseite findet natürlich ebenfalls vielfach Erwähnung, Verständnis kann man nicht aufbringen, im Gegenteil wird einem eiskalt, wenn man sich da zu tief hineindenkt.

Ein ganz tolles Buch! Lest es unbedingt!

RIP Matheus Jose Gabriel Amaro (†29)

5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
97 reviews
August 28, 2025
Protokoll eines Verschwindens, von Alexander Rupflin

Cover:
Das dunkle und eigentlich nüchterne Cover gefällt mir hier gut.

Inhalt und meine Meinung:
Im Klappentext lesen wir schon was passiert. Und wenn wir das Buch beginnen wird auch schnell klar, dass der Pfleger Fabio auch der Täter ist.
Doch das tut der Spannung überhaupt keinen Abbruch, denn der Autor versteht e blendend und auf einen Weg mitzunehmen, auf dem er versucht die ganzen Hintergründe und die Gefühle und Motivation aller beteiligten Personen zu ergründen und auch alle zu Wort kommen zu lassen.
Sehr detailliert wird hier aufgearbeitet.
Ich kann alles verstehen und nachvollziehen, wenn auch nicht gut heißen.
Gut gefällt mir, dass nicht nur er Täter genau „seziert“ wird, sondern dass Opfer und sein Umfeld genauso viel Raum bekommen.
Der Blick in den Abgrund der Menschlichen Existenz wird hier sehr behutsam vorgenommen..

Autor:
Alexander Rupflin, geboren 1991, lebt in Hamburg. Als Kriminalreporter schreibt er für die ZEIT und das Magazin ZEIT Verbrechen. Er studierte Jura an der Universität Augsburg, verfasste und inszenierte zugleich teils prämierte Theaterstücke. Zudem ist er Mitgründer der Autorenagentur Hermes Baby, die sich der literarischen Reportage widmet.

Mein Fazit:
Ein tolles Buch das wirklich fesselt.
Von mir 5 Sterne.
Profile Image for yesterday.
491 reviews3 followers
October 13, 2025
Weniges in diesem Buch ist erfunden, aber diesen Roman als “true crime” zu bezeichnen, wäre auch nicht ganz richtig. Der Titel trifft in diesem Fall den Nagel auf den Kopf. Autor und Kriminaljournalist Alexander Rupflin verdichtet einen Zeitraum von wenigen Jahren auf weniger als 290 Seiten.

Natürlich erzählt er nicht jeden Tag und Stunde genau nach, dennoch üben die “Bruchstücke” dieses real passierten Verbrechens eine ganz spezielle Magie auf den Leser aus. Noch greifbarer wird das Geschehene durch viele Einblicke in das Leben und die Gefühlswelt vieler direkt und indirekt Betroffener: Familie, Freunde, Bekannte von Opfer und Täter, andere Opfer, Zufallsbekanntschaften, einfach viele Personen, die zumindest kurz den Weg einers der Beteiligten gekreuzt haben.

Gerade, wenn es weniger um Fiktion und vielmehr um Tatsachen geht, muss minutiös recherchiert werden. In kleinen Momenten, zwischen Zitaten aus offiziellen Unterlagen und der Aufarbeitung bekannter Geschehnisse, blitz durch, wie viel Zeit und Sorgfalt in diesem Buch stecken.

Der Autor war nicht nur beim zweiten Gerichtsprozess anwesend, sondern sprach auch mit vielen Beteiligten mehrfach persönlich und besuchte zahlreiche Originalschauplätze. Dass, wie im Vorwort angesprochen, Namen, Eigenschaften und Abläufe zugunsten der Privatsphäre verändert werden mussten, stört überhaupt nicht.
25 reviews
October 31, 2025
Der Titel "Protokoll eines Verschwindens" beschreibt den Roman schon ziemlich gut, denn es liest sich tatsächlich wie ein Protokoll aus unterschiedlichen Perspektiven, das ein echtes Verbrechen beschreibt.
Ein junger Mann aus Brasilien, der in Hamburg lebt, verschwindet eines Tages spurlos. Seine Schwester und seine Mutter machen sich verzweifelt auf die Suche. Ein sympathischer und gutmütiger Pfleger lebt Monate lang mit einer Leiche zusammen, wird verurteilt, aber beteuert seine Unschuld. Wir begleiten den Autor wie er ein paar Jahre später versucht das Geschehene zu rekonstruieren und vor allem zu verstehen. Er führt viele Gespräche mit dem Täter selbst und mit den Hinterbliebenen des Opfers.

Der Roman ist spannend und hat eine distanzierte, aber gleichzeitig emotional tiefgründige Erzählweise. Er ist faszinierend und erschütternd zugleich, da es wirklich um die erschreckenden Abgründe der menschlichen Triebe geht und um die Macht der Verdrängung. Er zeigt auf, wie sehr man sich auch in Menschen täuschen kann, die charmant und symphatisch wirken.

Ich würde das Buch allen empfehlen, die sich gerne mit True Crime beschäftigen, denn es ist gut geschrieben und recherchiert. Allerdings braucht man starke Nerven für diese Lektüre und einige Teile des Buches waren schon schwer zu lesen für mich.
2,327 reviews13 followers
September 16, 2025
Zum Inhalt:
Die Ärztin Isabella überzeugt ihren Bruder Gabriel aus der Favela Rios zu ihr nach Deutschland zu kommen. Erst funktioniert auch alles für Gabriel. Er findet einen Job, verliebt sich. Doch dann verschwindet er spurlos. Für Isabella beginnt eine verzweifelte Suche. Gleichzeitig versucht Fabio sein unauffälliges Leben weiterzuführen, während in seinem Gästezimmer eine Leiche vor sich hin verwest.
Meine Meinung:
Das Erschreckende an dem Buch, dass die ganze Geschichte auf einem wahren Fall beruht. Ja, die Namen sind angepasst und natürlich ist das ein oder andere sicherlich für den Romanfluss angepasst worden, aber den wahren Fall hat man schnell gegoogelt und die Geschichte ist schon nah am Geschehenen wie es scheint. Der Autor hat viel recherchiert. Was ich schon erstaunlich fand, dass dies ein Erstlingsroman ist, das finde ich schon bemerkenswert, wieviel Mühe der Autor sich gemacht hat und wie einerseits sachlich berichtet wird, anderseits doch auch die Personen nahbar werden und das selbst beim Täter. Ich hatte auch die Hörbuchversion, da musste ich mich schon ein wenig an die Art des Vortrags gewöhnen, aber am Ende gefielen mir beide Varianten.
Fazit:
Interessanter Mix
13 reviews
January 30, 2026
Gekonnter Einblick in die Psyche eines Mörders

„Protokoll eines Verschwindens“ basierend auf einem wahren Kriminalfall ist tatsächlich mehr Roman als True Crime Thriller. Die Rollen der Figuren ist von vornherein klar, spannend macht das Buch der Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten und das Aufdecken der Tat, die von Anfang an wie ein unheilvolles Omen über dem Buch schwebt.
Rupflin verwebt verschiedene Zeitebenen gekonnt miteinander: Die Zeit vor der Tat, die Zeit nach der Tat – quasi das tatsächliche Protokoll des Verschwindens, gespickt mit Zeitungsberichten, Einblick in die Prozessakten usw. – und den Gesprächen die er sowohl mit dem Täter im Gefängnis führt als auch mit Angehörigen des Opfers. Er schafft es einen Einblick in die Gefühlswelten zu geben und sich so auch in Stück weit dem Opfer selbst zu nähren. Es wird dabei keine Entschuldigung für die Tat und den Täter aufgebaut, aber Hintergründe aufgezeigt, die darlegen, wie es zu einer solchen Tat kommen kann und man sich in Menschen täuschen kann.
Ein wirklich feinfühliger Roman über die menschlichen Abgründe und Hoffnungen, so hält uns alle doch der Wunsch nach Liebe zusammen. Eine klare Empfehlung auch für alle, die kein True Crime mögen, aber fasziniert sind von der menschlichen Psyche.
Profile Image for Jenny Mischenko.
19 reviews
September 17, 2025
Alexander Rupflins Debüt „Protokoll eines Verschwindens“ liest sich fast wie eine schriftliche True-Crime-Dokumentation, dicht, präzise und durchdrungen von einer Atmosphäre der Beklemmung. Als Fan von ZEIT Verbrechen fühlte ich mich sofort abgeholt: Die Mischung aus journalistischer Genauigkeit, psychologischer Tiefe und multiperspektivischem Erzählen war stark.

Besonders gelungen fand ich den Perspektivwechsel: Die Erzählstränge um den Täter, die Schwester des Opfers und den Autor selbst greifen stimmig ineinander. Dadurch entsteht ein vollständiges, packendes Bild, das nicht nur einen Kriminalfall rekonstruiert, sondern auch Fragen nach Schuld, Identität und Wahrheit aufwirft.

Einziger Kritikpunkt: Manchmal wirkten einzelne Fakten oder Tatbestände mehrfach wiederholt. Das führte stellenweise dazu, dass sich Passagen wie doppelt gelesen anfühlten, vermutlich dem dokumentarischen Stil der Recherche geschuldet, aber dennoch auffällig.

Trotzdem ein beeindruckender Roman, der nicht nur unter die Haut geht, sondern auch nachdenklich macht. Klare Leseempfehlung für alle, die True Crime mit literarischem Anspruch schätzen.
18 reviews
September 26, 2025
"Protokoll eines Verschwindens" ist eine vielschichtige Auseinandersetzung mit den Themen Wahrheit, Schuld und dem Gefühl der Verlorenheit. Da der Fall auf einer wahren Begebenheit beruht, bleibt er – typisch für True Crime – in manchen Details unbefriedigend. Die endgültige, unzweifelhafte Klärung dessen, was in jener Nacht wirklich geschah, bleibt verwehrt, was die Lektüre besonders nachhaltig macht.

Wer einen rasanten Thriller erwartet, könnte von dem bedachten Tempo und der dokumentarischen Tiefe überrascht sein. Wer hingegen einen intelligenten, differenzierten True-Crime-Roman sucht, der die menschlichen Abgründe beleuchtet, ohne reißerisch zu sein, und die erschütternden Auswirkungen eines Verbrechens auf alle Beteiligten eindrücklich darstellt, wird dieses Buch kaum aus der Hand legen können.

Fazit: Alexander Rupflin hat mit "Protokoll eines Verschwindens" ein tief recherchiertes und zutiefst bewegendes Debüt vorgelegt, das in seiner Sachlichkeit große emotionale Wucht entfaltet. Eine klare Leseempfehlung, wenn man starke Nerven und ein Interesse an der komplexen Natur von Verbrechen und Wahrheit mitbringt.
Profile Image for Laura.
89 reviews1 follower
September 9, 2025
Das Cover hat mir sofort gefallen und auch das True-Crime-Thema hat mich direkt angesprochen. Als langjährige Hörerin von True-Crime-Podcasts war meine Neugier sofort geweckt.

Man merkt dem Buch an, dass der Autor sehr gründlich recherchiert hat – Interviews, Quellen, dazu eigene Ausschmückungen. Das funktioniert insgesamt gut, auch wenn ich mich beim Lesen immer wieder gefragt habe, wie wohl die Betroffenen über diese Mischung aus Fakt und Fiktion denken. Der Reiz von True Crime liegt ja oft darin, möglichst nah an realen Ereignissen zu sein. Hier bewegt sich die Erzählung irgendwo dazwischen: teils Akte, teils zusammengereimte Geschichte. Dadurch entsteht zwar ein spannender Roman, aber eben nicht der ganz klassische True-Crime-Effekt.

Die verschiedene POVs, Einschübe aus Sicht des Autors und Auszüge gehören im Genre zwar dazu, haben mich hier aber manchmal aus dem Lesefluss gebracht.

Trotzdem: Insgesamt ein spannendes Buch, das man gut lesen kann. Gerade, wenn man Lust auf True Crime mit literarischer Note hat, ist es definitiv einen Blick wert.
Profile Image for Chrissie.
280 reviews29 followers
October 1, 2025
Nach der Leseprobe war ich sehr gespannt, ja geradezu enthusiastisch, die gesamte Geschichte dieses Falls zu lesen.

Der Aufbau gefällt mir nach wie vor sehr gut, und ich mochte weiterhin die unterschiedlichen Perspektiven in denen Alexander Rupflin uns den Fall näher bringt. Dadurch kam es zeitweise eher zu dem Gefühl einen Roman statt einer recerchierten Darstellung eines wahren Verbrechens zu lesen. Das ist per se nicht verkehrt und funktioniert hier auch auf gewisse Weise sehr gut.

Der Fall selbst bleibt aber dennoch etwas schleierhaft. Und das nicht nur, weil zuletzt nur "Fabio" die Wahrheit zu jener verhängnisvollen Nacht kennt. Und dazu schweigt.

Die Darstellung seiner Person fand ich doch sehr fasznierend. Es würde mich nach wie vor interessieren, ob seine Gedankengänge authentisch sind oder für das Buch mehr ausgeschmückt wurden. Plausibel dargelegt finde ich sie in jedem Fall.

Mir persönlich hat die Lektüre jedenfalls gefallen, ich verstehe aber durchaus, dass die Umsetzung nicht einem klassischen True Crime entspricht.
Profile Image for Franzi.
44 reviews
November 30, 2025
Natürlich lieben wir eine gute True-Crime-Story. In diesem Fall wurde sie auch noch besonders gut recherchiert.
Aber vielleicht ist auch das schon das erste Problem: Ich hatte teilweise das Gefühl, der Autor müsse seine Seiten vollkriegen und hat jede noch so kleine Belanglosigkeit niedergeschrieben. Und auch wenn es zum Ende hin vereinzelt spannend wurde, fand ich den Fall an sich zu unspektakulär, um ein ganzes Buch drüber zu schreiben. Ich hatte fest mit einem überraschenderen Ende gerechnet.
Der Schreibstil war an sich solide, leider auch von vielen Doppelungen geprägt (Berg wie fauler Backenzahn, bei FFN läuft immer genau die gleiche Musik). Die Zeitsprünge waren teilweise sehr wirr, der rote Faden hat gefehlt. Auch das letzte Kapitel fand ich schlecht gewählt.
Besonders schlimm fand ich zudem die Rechtschreibfehler, die man teilweise nicht einmal als Flüchtigkeitsfehler abtun kann: „vielen“ statt „fielen“, „warnehmen“ statt „wahrnehmen“ usw.

Insgesamt daher leider etwas enttäuschend für mich.
198 reviews
September 15, 2025
Traurig, realistisch, bewegend.

Gabriel zieht aus der Favela in Rio zu seiner Schwester Isabella nach Hamburg. Alles scheint gut: er findet einen Job, verliebt sich – und verschwindet dann spurlos. Isabella beginnt eine verzweifelte Suche in einem fremden Land, das ihr immer unverständlicher wird. Gleichzeitig gibt es Fabio, einen Pfleger, der in seinem Gästezimmer etwas Unfassbares entdeckt: eine seit Monaten verwesende Leiche.

Dieser Thriller ist kein lautes Actionstück. Er wirkt leise, mit literarischer Tiefe und authentischer Stimme. Ich habe innerlich mit Isabella gefühlt, ihre Verzweiflung erahnt.

„Protokoll eines Verschwindens“ ist ein stilles, doch starkes Buch. Für alle, die eine Mischung aus True Crime und Reportage schätzen. Es nimmt dich mit in die Dunkelheit des Verschwindens – ohne Licht, aber mit viel Wahrheit. Es bleibt lange im Kopf und im Herzen. Traurig, realistisch, bewegend.

62 reviews
September 11, 2025
Das Buch "Protokoll eines Verschwindens" von Alexander Rupflin konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Ich fand das Buch, obwohl es sich auf ein wahres Verbrechen bezieht, etwas langweilig und nicht ganz packend. Die Geschichte, welche aus mehreren Perspektiven geschrieben wurde, bezieht sich auf das Verschwinden von Gabriel, einem Brasilianischen Staatsbürger in Deutschland. Während der Pfleger Fabio versucht sein Leben unauffällig weiterzuführen, kann er irgendwann sein Geheimnis nicht mehr verbergen. Einerseits fand ich es ganz gut, dass aus mehreren Perspektiven berichtet wird und dadurch der Zeitpunkt der Geschehnisse von mehreren Personen berichtet wird. Andererseits hatte ich dadurch trotzdem nicht das Gefühl, dass ich bis zum Zerreißen gespannt bin, wie es mit der einen Person weitergegangen ist.
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September 30, 2025
Das (Hör-)Buch "Protokoll eines Verschwindens" ist halb fiktiv und halb basierend auf einen wahren Kriminalfall. Da Alexander Rupflin als Kriminalreporter für die ZEIT bzw. ZEIT Verbrechen schreibt und auch dort im Podcast zu hören ist, macht diese Kombination durchaus Sinn. Genau so wie die Tatsache, dass der Autor das Hörbuch sehr eingesprochen hat. Ich war bereits in der Verlagsvorschau auf der Buch aufmerksam geworden und habe mich sehr gefreut, dass ich das Hörbuch hören durfte.

Grundlegend war die Story interessant: Gabriel verlässt Rio für Deutschland, wo auch seine Schwester lebt. Er arbeitet bei einer IT-Firma und verliebt sich. Eines Tages verschwindet er jedoch plötzlich und seine Schwester Isabella beginnt eine verzweifelte Suche. Parallel belegleiten Leser*innen bzw. Hörer*innen den Pfleger Fabio. Er versucht krampfhaft, nicht aufzufallen, denn in seinem Gästezimmer liegt eine seit Monaten verwesende Leiche.

Um es kurz auf den Punkt zu bringen, hat mir die Spannung gefehlt. Durch die Erzählstruktur wird ziemlich schnell klar, dass Fabio nicht unbedingt ein guter Mensch ist. Ich fand die Einschübe vor Gericht und die Befragungen deutlich spannender und aufregender, leider kamen sie verhältnismäßig wenig zum Einsatz. Auch der Wechsel der Zeitebenen war im Hörbuch schwer auseinander zu halten.

Generell ist es ein unterhaltsames (Hör-)Buch, aber für mich hat die Umsetzung einfach nicht ganz gepasst, Ich mochte auch den Einschub zu Anfang, in dem der Autor die Fiktionalität des Werkes betonte, obwohl sie auf einem wahren Fall basiert.

3.5/5
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