Sommer 2082 – Die Zürcher Ermittlerin Lea Walker soll im Auftrag der europäischen Regierungs-KI in einer Kleinstadt in den Christlichen Staaten des Nachbürgerkriegs-Amerika einen Zeugen aufspüren und in Sicherheit bringen. Was als einfache Such- und Rettungsaktion beginnt, verwandelt sich bald in einen blutigen Albtraum.
Begleitet von ihrer Androidenfreundin Cali und ihrer Lebenspartnerin Melissa stolpert Lea über einen brutalen Foltermord und kommt mit einer geheimen Tech-Droge namens M-98 in Kontakt. Zwischen Nazi-Gangs, Unternehmenssoldaten, korrupten Agenten und einem schiessfreudigen Kindermädchen stossen die Ermittlerinnen auf ein Sklavencamp, in dem ein skrupelloser Wissenschaftler Menschenversuche durchführt.
Bevor sich das Trio versieht, finden sie sich zwischen den Fronten der übermächtigen Gov-KIs und deren Nemesis, der wilden Künstlichen Intelligenz KayN wieder und es bleibt nur die Flucht in die Schweizer Alpen. Doch da werden sie bereits erwartet … »Asimovs Kindergarten« ist ein Page-Turner erster Güteklasse.
DIE Entdeckung der letzten Monate ! Im 2. Roman des schweizer SF-Autors El Arbi soll die Ermittlerin Lea Walker (erst im Nachhinein erfuhr ich, dass dies bereits der 2. Roman um diese Person ist) wieder eine schwierige und gefährliche Ermittlertätigkeit übernehmen. Die Protagonistin ist eine Ermittlerin, die den Auftrag von der europäischen Regierungs-KI hat, (fast alle Kontinente der Welt werden in den 2080 Jahren von großen KI's regiert um der Klimaerwärmung Herr zu werden) eine Person aus den USA nach Europa zu bringen, die den großen KI's Angst macht. Unterstützt wird sie dabei von der Androidin Cali, die keinen festen Körper hat, sondern sich mit Hilfe zukünftiger Technologie bei Bedarf in eine kampffähige Frau verwandeln kann. Diese Fähigkeiten brauchen die beiden Heldinnen auch, denn die zukünftige Welt ist martialisch: die USA sind dem Faschismus erlegen, heißen jetzt die "Christlichen Staaten von Amerika" und sind ein "technikfeindliches Fundamentalistenparadies". Die Schauplätze dieser Geschichte sind neben den CSA, den Christlichen Staaten von Amerika, im Cyberspace, wo abgelebte Menschen eine digitale Zweitexistenz führen, in einem Lager, in dem an den Insassen schauerliche Experimente durchgeführt werden, auf einer künstlichen Insel, die aus uralten Supertankern und aufgegebenen Bohrinseln zusammengeschweißt ist, in Zürich und am Ende in den Schweizer Alpen. Die Geschichte, von der der Schweizer Autor Reda El Arbi erzählt, erweist sich als so kehr- und wendungsreich wie ein Alpenpass: Wenig ist, wie es scheint; aus Feinden werden Verbündete und umgekehrt. An Konflikten ist kein Mangel, und ausgetragen werden sie bevorzugt mit Gewalt: mit Maschinengewehren und Railguns, EMPs, mit Armprothesen, die zu Waffen aufgerüstet worden sind, zur Not mit Messern oder der bloßen Faust... Das war für mich ein rasantes und hart gesottener Roman mit tollen Charakteren, die sich entwickeln, nicht schwarz-weiss, dicht geschrieben, gefüllt mit Leben man hat das Gefühl man kann alles riechen, hören, sehen. Auch hier wieder tolle Frauen - eine stirbt, damit hader ich noch, aber ich denke, hier folgt der Autor den George R.R. Martin-Moment. (Keiner ist sicher). Trotzdem fand ich es manchmal soo witzig. Kaufempfehlung !
Das Buch ist eigentlich eine Fortsetzung, lässt sich aber auch gut ohne Kenntnis des ersten Teils lesen. Wieder muss Lea einen Auftrag übernehmen und zusammen mit der Androidin Cali und ihrer Freundin, einer Samurai, eine Person aus den USA nach Europa bringen.
Die geschilderte, unter Klimaerwärmung leidenden Welt des Jahres 2080 ist komplex: In manchen Teilen der Welt herrschen Regierungs-KIs und in den Christlichen Staaten von Amerika gibt es faschistisch-christliche Fundamentalisten und andere Gruppen; brutale Verbrechergangs mit oder ohne Ehrenkodex, Versuche an Menschen, Drogen und Ähnliches kommen hinzu. Lea gerät von einem Kampf in den nächsten und dabei werden gigantische Mengen an verschiedensten Waffen ge- und Menschen verbraucht. Das Buch ist spannend und es überleben nicht alle liebgewonnenen Charaktere.
Das Worldbuilding im Roman ist sehr gut: Mit vielen Details wirkt die Welt lebendig und echt. Der Autor schreibt gut und immer wieder witzig. Er teilt die Welt aber auch ein in die Guten mit klarem moralischem Kompass und die “Arschlöcher”, die es meist nicht überleben. Es wird nicht mehr so viel geraucht, wie im ersten Teil, dafür aber noch mehr gekämpft. Man hätte gefühlte zweihundert Seiten Kampf streichen und das Buch auf eine vernünftige Länge zusammenkürzen können. Insgesamt ist mir zu viel Gewalt drin: zu viele detailliert geschilderte Kampfszenen, zu viele platzende Schädel, verstreutes Blut und Exkremente. Die Lust des Autors an Waffenschilderungen hat mich öfter genervt.
Für den Titel gibt es übrigens gegen Ende eine schlüssige Erklärung und hier wird auch eine Idee entwickelt, wie wir mit den KIs zusammenleben können, ohne von ihnen gegängelt zu werden. Wozu man allerdings die Eidechse, die auf dem Titelbild abgebildet ist und die auch immer herumgetragen wird, wirklich gebraucht hat, habe ich nicht verstanden
Man kann seinen Spaß mit dem Buch haben, andere Verlage hätten es mit etlichen Inhaltswarnungen versehen.
Reda El Arbis erster Roman «[empfindungsfæhig]» erschien kurz vor dem grossen KI-Hype. Der zweite Band knüpft nun unmittelbar an die Geschichte um Ermittlerin Lea Walker an. Willkommen zurück im Jahr 2082.
Die Welt wird weiterhin von sogenannten GovKIs regiert – zumindest das meiste davon. Die grossen Technologieverweigerer sind die Christlichen Staaten von Amerika. Ausgerechnet hier soll die Zürcher Ermittlerin Lea Walker einen Zeugen aufspüren und in Sicherheit bringen; begleitet wird sie von der Androidin Cali und ihrer Lebenspartnerin Melissa, einer erfahrenen Kämpferin.
Als das Trio im Zuge der Rettungsaktion einen brutalen Foltermord aufdeckt, sieht es sich plötzlich in skrupellose Machenschaften verwickelt und ist fortan damit beschäftigt, nicht selber zu sterben. Alles scheint mit einer neuartigen Tech-Droge namens M-98 zusammenzuhängen, die mittels Naniten im Blut die Kontrolle über physiologische Vorgänge übernehmen kann. Beziehungsweise: mittels der der Hersteller der Droge ebenjene Kontrolle übernehmen kann …
Und so artet ein simpler Auftrag in eine blutige Gewaltorgie aus. Lea, Cali und Melissa nehmen es mit Rassisten, Corpo-Soldaten, korrupten Ermittlern und grössenwahnsinnigen Wissenschaftlern auf. Ihr Waffenarsenal ist vielfältig und unerschöpflich, Prügeleien und Verfolgungsjagden ihre Spezialität. Letztere prägen weite Teile des Romans – so sehr, dass man kaum realisiert, dass in der Geschichte währenddessen nur wenige Stunden vergehen.
Wer auf bildhafte, filmtaugliche Actionszenen steht, dürfte hier also bestens bedient sein. Bisweilen ist das aber auch ermüdend zu lesen, zumal sich dieser Band auf knapp 650 Seiten erstreckt. Doch gerade gegen Schluss, wenn alle Handlungsstränge zusammenfinden, kommt El Arbi mit richtig spannenden Gedanken zum Paradoxon von KIs, die der Menschheit dienen sollen, um die Ecke; seine Zukunftsvision ist komplex und regt zum weiterspinnen an.
«Asimovs Kindergarten» ist erneut ein kreativer, rasanter Cyberpunk-Thriller und fast unheimlich visionär. Stereotypen von trinkenden Ermittlern und bösen KIs werden umschifft, Darlings gekillt, und sprachlich liest sich auch dieser Band süffig. Gerne mehr davon.
Erste Hälfte ist etwas langatmig. Viele Erklärungen zu den KI's, Personen und dem Worldbuilding. Danach wird es rasant. Die Action ist sehr lebendig und ein Pageturner.
Ah, und übrigens: Lea hat eine Desert Eagle, imfall.