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Parts Per Million: Gewalt ist eine Option

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Aktuell, kritisch und äußerst spannend. Ein Climate-Fiction-Thriller über die Zukunft des Klima-Aktivismus.

Die Autorin Johanna Stromann will einen Roman über Klima-Aktivisten schreiben. Doch die Recherche erweist sich als gefährlich, denn der Staat versucht, die Proteste mit Gewalt zu unterdrücken. Bald ist es Johanna nicht mehr möglich, neutral am Rand zu stehen und nur zu dokumentieren. Im Ihr geht das alles nicht weit genug. Als ein Großteil der Klima-Gruppen verboten und ihre Mitglieder zu Haftstrafen verurteilt werden, gründet sie zusammen mit den verbliebenen die Gruppe "Parts Per Million", um die Verursacher der Klimakatastrophe zur Rechenschaft zu ziehen. Mit allen Mitteln.

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First published September 25, 2024

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About the author

Theresa Hannig

12 books51 followers
Theresa Hannig was born in 1984 in Munich, Germany. She studied Political Sciences, Economics and Philosophy at Ludwig-Maximilians-Universität München.

She worked as SAP consultand, project manager for solar power plants and light designer.

In 2016 Theresa Hannig won the Stefan-Lübbe-Preis and with it a contract for her first novel "Die Optimierer".

In March 2018 "Die Optimierer" was awarded with the Seraph 2018 for the best debut novel.

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Community Reviews

5 stars
46 (41%)
4 stars
49 (44%)
3 stars
11 (9%)
2 stars
4 (3%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 28 of 28 reviews
133 reviews5 followers
October 31, 2024
Ihr seid Millionäre. Wir sind Millionen.

„Parts Per Million“, der neue Roman von Theresa Hannig, erschienen 2024 bei TOR/S. Fischer, beschäftigt sich mit einem brennenden Thema, der (notwendigen?) Radikalisierung der Klimabewegung, die seit Jahren auf der Stelle tritt, weil Lobby und Politik ihrer Stimme nicht zuhören.

Im Zentrum des Romans steht Johanna, eine Autorin auf der Suche nach einem neuen Stoff, die auf die Klimabewegung aufmerksam wird und im Rahmen ihrer Recherche von der Beobachterin zur Mitstreiterin wird, die am Ende entscheidend für die Radikalisierung der Bewegung ist und miterleben muss, wie sie selbst sich immer weiter verändert – und die Bewegung mit ihr bis zur Eskalation.

Hannig hat eine enorme Recherchearbeit geleistet und bereitet die gefundenen Informationen meist sinnvoll auf – gerade im ersten Teil noch etwas trocken, später besser in die Handlung integriert. Ihre Nahe-Zukunft-Prognose ist erschreckend realistisch und brutal – hier muss sich niemand vormachen, dass es sich um Fiktion handelt. Über jedem Kapitel finden sich reale Klimameldungen unserer Zeit und auch die politische Entwicklung in Deutschland ist leider nur konsequent gedacht. Und auch die Protestbewegung stellt Hannig wirklich gut dar. Hier könnte also ein Knallerroman entstanden sein – wäre da nicht die Hauptfigur Johanna und ihre Entwicklung, die ich leider von vorn bis hinten unglaubwürdig fand. Innerhalb von kürzester Zeit durchläuft sich eine Blitzentwicklung von der das Klimathema weitestgehend ignorierenden Person zum Kopf der Aktivist:innenszene, die sich radikalisiert und zur Klimaterroristin wird. Dabei verhält sie sich immer wieder maximal pubertär und entwickelt am Ende auch noch einen Kink auf Gewalt – ich persönlich konnte diese Figur leider zu keinem Zeitpunkt ernst nehmen, ebenso wie ich auch mit so einigen Zufällen in dem Roman oder wirklich aberwitzigen Konstruktionen (klauen wir doch mal eben drei scharfe Fliegerbomben aus dem Rhein) überhaupt nicht mitgehen konnte. Schade auf, dass viele anentwickelte Themen sich im Nichts verlieren, die Familie von Johanna verschwindet ab der Mitte des Romans letztlich und auch ein Mensch, zu dem sie sich am Anfang des Romans extrem hingezogen fühlt, ist auf einmal doch nicht mehr relevant. Und auch das Ende hat mich eher verstimmt, da ich auch hier das Handeln einer Figur nicht glaubhaft finden, denn es ist nach der ganzen Geschichte nicht vorstellbar, dass diese wirklich denkt, mit ihrem Tun ihr Ziel zu erreichen. Ihr seid Millionäre. Wir sind Millionen. So sehen es die Parts Per Million und so wichtig und wahr ist dieser Satz. Ich befürchte nur, mit diesem Buch wird er nicht dazu führen, dass Menschen ihn Realität werden lassen.

Und so kann ich leider nicht mehr als 2 Sterne vergeben, was ich wirklich schade finde, aber Johanna blieb für mich durchweg ein Konstrukt. Für die dargestellten Informationen würde ich gerne 5 geben, aber die Handlung und vor allem die Figuren hat mich zu keinem Zeitpunkt gecatched. Vielleicht klappt das besser bei Menschen, die nicht feministisch und nicht vorgebildet im Bereich Klima sind. Für die Fakten ist es allemal ein lesenswertes Buch.

Ein großes Dankeschön an lovelybooks.de und TOR/S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Callibso.
968 reviews18 followers
December 23, 2024
Uff, da hat sich jemand ganz schön seinen Frust über die Behandlung der Klimakrise vom Herzen geschrieben. Danach kann niemand mehr behaupten, er habe von nichts gewusst - ok, das kann man eh nicht mehr….

Eine Autorin hat die Idee, einen Roman über Klimaaktivisten zu schreiben. Dazu nimmt sie Kontakt auf und beginnt zu recherchieren. Dies macht sie quasi “vor Ort”, das heißt, sie engagiert sich mit den Aktivisten. Dadurch erfahren wir sehr viel darüber, wie man Protestaktionen plant, wie es sich in einem Aktivistencamp lebt, wie man Protest organisiert, wie man auf die Polizei reagiert und anderes mehr. Die Ich-Erzählerin wird mehr und mehr ein Teil der Klimabewegung, die Recherche wird zur Beteiligung, das Zuschauen wird zum aktiven Mitmachen. Das ist sehr spannend und aufwühlend geschildert.
Es ist ein Roman zunehmender Radikalisierung, die Proteste und Methoden werden immer gewalttätiger und die Ich-Erzählerin wird mehr und mehr in diesen Strudel hineingezogen. Lehnt sie Gewalt anfangs noch klar ab, so stellt sie diese Einstellung mehr und mehr in Frage. Der Protest wird brutal und die Schilderungen gehen unter die Haut.

Für die Erzählerin hat ihre Beteiligung Konsequenzen im privaten Bereich: Die Ehe war vorher schon etwas brüchig, denn sie war unzufrieden mit der Aufteilung der Hausarbeit und Kinderbetreuung in der Ehe. Kurz, es lief "klassisch": Er machte Karriere, sie versorgte Kind und Haushalt, ihr Schreiben hat er nie ausreichend geschätzt, sie verdiente nie viel mit ihren Büchern. Der diesbezüglichen Plotanteil im Buch ist etwas vorhersehbar. Zu den Tiraden der Aktivisten, die ihre eigene Sicht auch auf die Polizei haben, kommen also noch Diskussionen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zwischen den Ehepartnern. Ab und zu kommen auch Stimmen ausserhalb der Aktivisten zu Wort, die ich aber argumentativ immer recht schwach fand.
Das Buch spielt sehr nahe an der heutigen Zeit, es wird aber keine konkrete Jahreszahl genannt. Die Kapitel beginnen mit kurzen Meldungen ohne Jahreszahl, aber der Anhang macht klar, dass es sich um reale Meldungen aus den letzten zwei Jahre handelt. Es gibt ein paar Andeutungen, dass es in der Zukunft spielt (Putin ist tot!), aber es gibt keinen eigentlichen Weltenbau.

Ein spannendes Buch, ein wichtiges Buch, das aufrütteln soll und eine klare Position bezieht. Ich habe wirklich dem Ende entgegen gefiebert, weil ich wissen wollte, wie Theresa Hannig den Schluß gestaltet. Es hat mir gefallen, es ließ mich nicht los, es erfordert eigenes Nachdenken und eine eigene Positionierung.

P.S. Unbedingt das Nachwort lesen.

Profile Image for faanielibri.
827 reviews61 followers
June 21, 2025
Die Geschichte wirkte wie ein Sog: Ein realistisches Near-Future-Szenario in dem man sich als Leser*in die Frage stellt, ob der Zweck die Mittel heiligt. Was passiert, wenn sich eine gewaltfreie Protestgruppe von Klimaaktivist*innen radikalisiert? Moralisch absolut bedenklich, spannend, mitreißend, erschreckend. Sehr lesenswert!
Profile Image for Dominik .
4 reviews1 follower
July 29, 2025
»Wir brauchen nur noch eine Stimme. Sind Sie dabei?« Der letzte Satz dieses Romans – Ja, ich wäre dabei …

Eine spannend erzählte Geschichte, die mich während des Lesens nicht losgelassen hat und mich noch lange beschäftigen wird, die mich mal wieder zum Nachdenken gebracht hat, zum Überdenken meiner Einstellung und Handlungsmuster.

Die Entwicklung der Hauptfigur ging am Ende sehr schnell, das Tempo der Story zieht stark an, beides vielleicht etwas zu sehr. Auch ein oder zwei Plot-Twists finde ich überzogen, aber hey, ein wenig Irrationalität tut hier gut, unsere echte Welt ist nicht weit weg davon :)

Das Szenario ist so plausibel, im Großen wie im Kleinen, und das Bild, das Theresa Hannig für die nächste Zukunft zeichnet, so nah an der Realität, dass ich etwas ratlos, fast frustriert, auf jeden Fall wütend zurückbleibe, aber auch motiviert, weniger Teil des Problems als Teil der Lösung zu sein. Vielen Dank dafür!

PS: Die Headlines, die Quellenangaben dazu, vor allem aber das Nachwort: unbedingt lesen!
Profile Image for Cosima.
3 reviews
February 26, 2025
Zu Beginn konnte ich die Hauptfigur nicht leiden, da sie nicht für sich selbst und ihre Bedürfnisse eingestanden ist. Umso mehr sie sich getraut hat umso mehr beeindruckt war ich von ihr. Die Wende zum Radikalen hätte ich ihr zu Beginn des Buchs auf keinen Fall zugetraut. Die vielen unerwarteten Wendungen haben die Geschichte sehr spannend gemacht und es gab eigentlich keinen Zeitpunkt zu dem ich das Buch nicht weiterlesen wollte. Der Schluss hat mich sehr beeindruckt, da ich in den letzten Kapiteln sehr deprimiert war, es das Ende aber trotzdem geschafft hat noch Hoffnung zu schöpfen.
Gefallen und Herzschmerz hat mir bereitet, dass das Buch so nah an der Realität geschrieben ist. Es hat in mir auf jeden Fall den Willen wieder stärker gemacht, mich weiterhin für eine bessere Zukunft einzusetzen. Zugleich weiß ich jedoch leider nicht welche Aktionen einen großen Einfluss auf die Gesellschaft und den Klimawandel haben und ich fühle mich ziemlich nutzlos. Ich fände es wunderschön, wenn man einflussreiche Menschen mit solch einem Buch (emotional) erreichen könnte, sodass sie wirklich etwas ändern, die Welt auch für zukünftige Generationen noch lebenswert zu erhalten.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for auserlesenes.
365 reviews17 followers
November 15, 2024
München im Jahr 2026: Eine Schreibblockade hat Johanna Stromann gerade fest im Griff, als die Autorin in eine Straßensperre der Letzten Generation gerät. Durch die Aktion knüpft sie Kontakt zu Klimaaktivisten. In ihrem Kopf entsteht schnell die Version eines neuen Buchprojekts: Sie möchte über die Gruppe schreiben. Johanna stürzt sich in die Recherche und wird zunehmend von der Initiative vereinnahmt. Ihre Familie, Ehemann Stefan und Tochter Finja (14), steht bald hintenan. Zudem wird nach kurzer Zeit klar: Die Aktivisten wollen künftig nicht nur friedliche Mittel einsetzen.

„Parts Per Million - Gewalt ist ein Option“ ist eine Mischung aus Science-Fiction-Roman und Klimathriller, geschrieben von Theresa Hannig.

Der Roman besteht aus 32 kurzen Kapiteln. Erzählt wird im Präsens in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Johanna, in chronologischer Reihenfolge. Die Handlung erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten, beginnend im April 2026. Sie spielt überwiegend an unterschiedlichen Orten in Deutschland, zum Teil in Frankreich.

Der Schreibstil ist eingängig und sprachlich treffsicher. Lebensnahe Dialoge und anschauliche Beschreibungen wechseln sich ab. Gendersensible Formulierungen fügen sich sehr organisch ein.

Im Vordergrund steht Johanna, eine interessante Protagonistin. Ihre Gedanken und Gefühle werden sehr gut deutlich. Die Figur verändert sich im Laufe der Geschichte sehr, was allerdings nur in geringem Umfang die Realitätsnähe schmälert.

Umweltschutz und Klimawandel sind die zentralen Themen. Dazu liefert der Roman viele interessante Informationen, die gleichermaßen aufrütteln, zum Nachdenken anregen und schockieren. Die Recherche der Autorin war offenbar besonders sorgfältig und fundiert. Jedes der Kapitel ist mit Zitaten aus internationalen Medien aus den Jahren 2023 und 2024 versehen, in denen es um die konkreten, bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels geht. Sie sind im Anhang verlinkt. In die Geschichte eingeflossen sind darüber hinaus viele weitere Fakten zu den klimatischen Veränderungen, dem Klimaaktivismus und ähnlichen Themen.

Sehr aufschlussreich ist das Nachwort der Autorin. Darin schildert sie nicht nur die Entstehung des Romans, sondern auch ihre Intention. Sie möchte ausdrücklich nicht zu Gewalt aufrufen, aber für das Thema Klimawandel sensibilisieren.

Auf den rund 350 Seiten ist die Geschichte unterhaltsam, spannend und vielseitig. Die Handlung ist größtenteils stimmig und nachvollziehbar. Nur wenige Details sind meiner Meinung nach unglaubwürdig.

Der Titel und das grafische Cover passen sowohl zum Genre als auch zum Thema.

Mein Fazit:
Obwohl ich ein paar Aspekte als nicht ganz realistisch empfunden habe, halte ich den Roman „Parts Per Million - Gewalt ist ein Option“ von Theresa Hannig für unbedingt lesenswert. Eine fesselnde und informative Lektüre, die die Augen für ein aktuelles Problem öffnet.
Profile Image for Ela B.
80 reviews10 followers
April 17, 2025
Die Autorin greift hier ein brisantes, aktuelles, viel diskutiertes aber auch kontroverses Thema auf. Der Umgang mit unserem Planeten liegt auch mir am Herzen, was einer der Hauptgründe dafür war, dass ich das Rezensionsexemplar angefragt hatte. Leider waren mir bei dieser Geschichte die Charaktere zu eindimensional, ihre Motivation und Taten - vor allem der Hauptfigur, aber nicht nur - teilweise nicht nachvollziehbar, besonders die extreme Radikalisierung und Bereitschaft zu schwerer Gewalt (”Gewalt ist eine Option”), in einigen Fällen gegen sich selbst.

Ich weiss nicht, was die Intention der Autorin war, ob sie auf die Dringlichkeit der Umweltsituation aufmerksam machen wollte, hoffte Leute wachzurütteln, oder einfach nur unterhalten wollte, aber auf mich wirkte es eher verstörend, was die Charaktere teilweise veranstalteten. Und oft kontraproduktiv. Die Geschichte selbst las sich danke des Schreibstils der Autorin zwar flüssig, und es bleibt interessant herauszufinden, wie es für die Hauptfigur endet, allerdings blieb sie durch meine innere Distanz zu den Personen für mich trotzdem oberflächlich.

Alles in allem war der Roman gut zu lesen, und hatte einige richtig gute Szenen. Deshalb gebe ich ihm 3 Sterne.

Für alle, die sich für das Klima und Umweltzerstörung interessieren, oder einfach aktuelle Themen in ihren Büchern lieben.
Profile Image for Noëlle Kröger.
Author 5 books12 followers
October 30, 2024
In einer anderen Review hat es schon jemand gesagt, und ich kann mich dem leider nur anschließen: Der Schreibstil ist sehr platt und die Figuren sind es ebenfalls. Dass die Protagonistin Stromann mit Nachnamen heißt sagt eigtl alles. Die Geschichte nimmt trotzdem an Fahrt auf, macht also neugierig darauf wo "das alles" hinführen soll, aber letztlich... na ja. Also. Na ja. Irgendwo steckt darin eine nuancierte Diskussion über Gewalt, die vom Nachwort aber gefühlt über den Haufen gefahren wird.
Profile Image for Buchdoktor.
2,365 reviews186 followers
September 25, 2024
Johanna Stromanns Verleger hatte klargestellt: wenn deine Buchidee eines Klima-Thrillers scheitert, scheitern wir beide. Für seinen kleinen Verlag würde ein Misserfolg den sicheren Bankrott bedeuten. Icherzählerin Johanna hat schon einige Romane veröffentlicht und lebt in bürgerlichen Münchener Verhältnissen mit sehr gut verdienendem Mann und Tochter Finja. Polizei, Klima-Aktivisten und durch deren Aktionen genervte Verkehrsteilnehmer hatten zuletzt mit harten Bandagen gegeneinander gekämpft. Im Gegensatz zu den Klimaschützern, die vermummt auftreten und in Kleingruppen agil handeln, ist Johanna jedoch durch ihr Autorenfoto bekannt und bisher stets mit Realnamen aufgetreten. Ihr sollte klar sein, dass ihre Informanten kaum begeistert sein werden, wenn eine Romanautorin finanziell von ihrem Engagement profitieren will.

In der nahen Zukunft nach dem Ende der Putin-Ära nehmen die Hiobsbotschaften über extreme Wetterlagen kein Ende, jedes Kapitel beginnt mit einer der Meldungen, die uns zu gut aus den Jahren 2023/24 bekannt sind und die die Spannung im Roman hochhalten. Die technische Welt hat sich bis auf Stefan Stromanns plaudernden Telefon-Bot kaum verändert. Besonders der seit Finjas Geburt bei Stromanns schwelende Konflikt um die Verteilung von Erwerbs- und Care-Arbeit wirkte auf mich rückständig. Hatten die drei Familienmitglieder (Finja ist 14!) seitdem keine andere Idee entwickelt als das Modell: wer weniger verdient, muss das Kind versorgen?

Johanna recherchiert, stellt mit Infodumping sprachlich eher lahm meine Geduld stark auf die Probe und bekommt zum Glück die Kurve, als sie den altlinken Berufs-Revolutionär Marcus Heller kennenlernt. Er will, dass Johannas Buch „knallt“, hat offenbar aus den Fehlern von Fridays for Future gelernt und wird mit "Parts per Million" einen völlig neuen Öko-Terrorismus auf die Beine stellen. Sein Denkfehler ist deutlich: Die Vernichtung des Kapitalismus als Haupt-Gegner bleibt ein eher abstraktes Ziel. Wenn agile Kleingruppen Leute von der eigenen Seite nicht mehr identifizieren können, öffnet die Struktur Manipulation Tür und Tor. Gemäßigte Aktivisten könnten an Einfluss verlieren und Marcus würde unkontrolliert eine gefährliche Machtfülle aufbauen. Vor dem Hintergrund der immer schneller drehenden Gewalt-Schraube zwischen Polizei und Aktivisten entscheidet sich Johanna für die Bewegung und ist schon bald gezwungen unterzutauchen …

Fazit
Mit Johanna als Autorin und Icherzählerin bin ich anfangs nur schwer warm geworden und konnte ihr gerade die Autorin nicht abnehmen. Vielleicht ist sie als Figur exakt so beabsichtigt. Sie konnte mich jedoch fesseln, als sich die Frage stellte, wie weit sie zu gehen bereit ist (andere Aktivisten haben keine Familie) und wie sie ihr Leben im Untergrund finanzieren wird. Der Roman entwickelt sich zu einem spannenden Near-Future-Thriller, den ich auch Jugendlichen ab 14 empfehle, die die anfängliche Durststrecke in Kauf nehmen.

4 1/2 Sterne
Profile Image for Wolle.
486 reviews4 followers
August 27, 2025
Wow.
Was für ein Roman, der die Frage stellt, wann ist Gewalt gerechtfertigt?
Aber der Roman hört bei der Frage nicht auf, sondern fragt weiter, selbst wenn Gewalt legitim ist, erschafft diese Gewalt ein positives Resultat?

Johanna ist Autorin und freundet sich mit Umweltaktivisten an, mit denen sie sich vorher solidarisch zeigt, da diese vorher von Bürgern bei einer Aktion angegangen wurden. Johanna nimmt sich vor ein Buch über die Klima-Bewegung zu schreiben und es macht was mit ihr. Irgendwann ist sie mit Ton angebend und radikalisiert sich immer weiter.

Angesiedelt ist dieser Roman in einer nahen Zukunft, in dem die AFD an der Macht ist. Es ist schon ein sehr realistisches Setting in dem Theresa Hanning ihr Gedankenspiel platziert hat.
Alles in allem ein sehr spannender Roman der zum Nachdenken anregt.
Profile Image for ZeilenZauber.
877 reviews6 followers
December 11, 2024
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Alles fing ganz easy an. Ich lernte alle Protagonisten kennen, tauchte mit Johanna in die Szene der Klima-Aktivisten ein. Es würde mich interessieren, ob es wirklich auf diese Art und Weise bei den Aktivisten läuft.
Der Weg zur Radikalisierung wurde authentisch und nachvollziehbar geschildert.
Johanna ging mir gewaltig auf den Zeiger. Zuhause bot sie ihrem Ehemann, der die typische „Alte Weiße Mann“ Manier an den Tag legte, keine Paroli. Diesen Frust tobte sie dann bei den Klima-Aktivitäten und -Aktivisten aus. Sie überfiel ihren Mann mit Tatsachen beim Frühstück, statt das Gespräch in aller Ruhe zu suchen und meckerte nur rum, statt proaktiv und konstruktiv zu handeln. Sie ließ sogar ihre Tochter im Stich. Und nein, ich kämpfe auch für die Zukunft meiner Tochter, lasse ich nicht gelten. In meinen Augen war es eine Flucht vor der Familien-Realität.
Es war interessant zu sehen, wie stereotyp die Autorin die Aktivisten beschrieb. Bei einem Camp waren alle Frauen unrasiert, liefen ohne BH und Make Up herum. Echt jetzt? Fiction hin oder her, da wäre ein Schippe mehr Realismus angenehm gewesen.
Dass es nichts bringt, wenn man den Klimaschutz mit radikalen Methoden schützt, kam allerdings sehr gut rüber. Na gut, das hat auch schon „Die letzte Generation“ bewiesen. Aber trotzdem wurde es hier um Einiges verstärkt und es wurde deutlich, dass dieser Weg eine Einbahnstraße ist. Klar, extreme Menschen finden immer wieder Unterstützer, aber die sitzen auch gemütlich Zuhause und bringen sich nicht in Gefahr.
Grundsätzlich rüttelt das Buch wach und zeigt auch die negativen Seiten des Aktivismus. Der Schreibstil Hannigs ist locker-flockig und Heike Warmuth hauchte Allem Leben ein. Sie transportierte Emotionen und ließ mich mitten in der Handlung sein. Ich war bei Aktionen live dabei, spürte die Angst, die Euphorie und auch das Tief nach einer Aktion.
Wegen der unsympathischen, unreflektierten Protagonistin und den Klischees, ziehe ich einen Stern ab, aber die 4 Klima-Sterne sind wohlverdient und das Buch definitiv eine Lektüre wert.
‘*‘ Klappentext ‘*‘
Aktuell, kritisch und äußerst spannend. Ein Climate-Fiction-Thriller über die Zukunft des Klima-Aktivismus.
Die Autorin Johanna Stromann will einen Roman über Klima-Aktivisten schreiben. Doch die Recherche erweist sich als gefährlich, denn der Staat versucht, die Proteste mit Gewalt zu unterdrücken. Bald ist es Johanna nicht mehr möglich, neutral am Rand zu stehen und nur zu dokumentieren. Im Gegenteil: Ihr geht das alles nicht weit genug. Als ein Großteil der Klima-Gruppen verboten und ihre Mitglieder zu Haftstrafen verurteilt werden, gründet sie zusammen mit den verbliebenen Aktivist:innen die Gruppe "Parts Per Million", um die Verursacher der Klimakatastrophe zur Rechenschaft zu ziehen. Mit allen Mitteln.
Profile Image for Vic.
41 reviews1 follower
April 14, 2025
Auch lesenswert für Menschen für die Klimakrise nicht das allererste Interessentshema darstellt.

Sehr spannend und schnell zu lesen auch wenn ich die wenigen Seiten mit körperlicher Gewalt überblättert habe.

Gelungen fand ich auch, das "Buch im Buch" - dass es um eine Autorin geht die eine Buch über die Klimabewegung schreibt
Profile Image for Su.
47 reviews17 followers
December 12, 2024
Interessantes Thema, aber irgendwie ernüchternd. Die Radikalisierung der Protagonistin war für mich nicht nachvollziehbar.
55 reviews
October 13, 2024
Johanna ist eine Autorin mittleren Alters und lebt mit ihrem Mann und ihrer Teenager-Tochter ein bürgerliches Leben. Ihr aktuelles Buch-Projekt ist ins Stocken geraten, daher verbringt sie ihre Tage nur teilweise am Laptop, und immer häufiger mit Haushalt und allem was sonst so ansteht. Schließlich ist es ihr Mann, der den Großteil des Familieneinkommens bestreitet. Zufällig gerät Johanna eines Tages in eine Aktion von Klimaschützern, die eine Straße blockieren. Während die anderen Autofahrer aggressiv und gewaltsam reagieren, ist Johanna fasziniert vom Mut und der Entschlossenheit der Protestierenden. Sie lädt die Gruppe in ein Café ein um mit ihnen ins Gespräch zu kommen und mehr über ihre Aktionen und Ziele zu erfahren. In Gedanken beginnt Johanne bereits zu schreiben: Eine Geschichte über ein Heldin in der Klimabewegung, ein Buch das gleichermaßen unterhält und aufrüttelt. Ohne groß darüber nachzudenken entscheidet Johanna sich, selbst an einem Camp der Aktivisten teilzunehmen und auch bei einer Protestaktion dabei zu sein – rein zu Recherche-Zwecken natürlich. Was sie dort erlebt verändert die Dinge für sie, und es fällt ihr schwer in ihr altes Leben zurückzukehren und alles zu vergessen, was sie mit den Aktivisten erlebt hat. Also entscheidet sie sich, das nicht zu tun – stattdessen verlässt sie ihre Familie, um an ihrem Buch zu schreiben und sich weiter mit den Klima-Aktivisten zu vernetzen.
Ich persönlich empfinde Klimaschutz als ein sehr wichtiges Thema und freue mich deshalb immer über Bücher, die die allgemeine Aufmerksamkeit auf dieses Thema richten und auch die verschiedenen Aspekte und Entwicklungen aufzeigen. Daher war ich auch auf „Parts per Million“ von Theresa Hannig sehr gespannt. Was mir wirklich gut gefallen hat, war die Anknüpfung an unsere heutige Realität. Auch wenn keine genauen Jahreszahlen genannt werden, und einige der politischen und rechtlichen Gegebenheiten anders sind, als wir sie heute vorfinden, könnte das Buch wahrscheinlich in 2030 oder 2035 spielen. Es geht also nicht um eine ferne Zukunft, eine Dystopie in weiter Ferne, sondern es geht um das, was uns erwarten könnte. Was wir selbst womöglich noch durchleben müssen. Damit grenzt sich das Buch beispielweise von „Der Plan zur Rettung der Welt“ von Nick Fuller Googins ab, obwohl es auch einige Parallelen gibt.
Durch diese zeitliche Nähe wirkt die Story zugänglich und es fällt leichter, sich die beschriebenen Entwicklungen tatsächlich in unserem Alltag vorzustellen. Auch die sprachliche Gestaltung hat es mir einfach gemacht, mich in die Geschichte einzufinden. Hannig schreibt flüssig und verständlich, ohne viel abstrakte Elemente oder Metaphern.
Die Hauptfigur Johanna ist für mich an manchen Stellen jedoch etwas eindimensional geblieben. Ihre persönliche Entwicklung war teilweise vorhersehbar, und auch ihr Ausbruch aus der klassischen Rolle der Hausfrau und Mutter, die den Großteil der Care-Arbeit übernimmt, hat für mich überzeichnet gewirkt. Generell hat die Autorin für mein Empfinden etwas zu viele Klischees bedient, denn auch die Klima-Aktivisten, die Johanna kennenlernt, werden durch einige sehr stereotype Eigenschaften beschrieben: Das sind Menschen die sich anders kleiden, anders sprechen, wenig Wert legen auf ihr Äußeres oder das Entfernen von Körperbehaarung – sie sind im Grunde die Hippies der Neuzeit. Entsprechend legen sie auch ein freizügiges Sexualverhalten an den Tag. Das war mir persönlich zu viel Schubladen-Denken, und hat der Erzählung keinen Mehrwert gebracht.
Deutlich besser gefallen hat mir das letzte Drittel des Buches, in dem Spannung aufkommt und den Leser in Atem hält. Alles in allem finde ich die Geschichte gelungen und unterhaltsam, auch wenn mir an einigen Stellen Schwächen aufgefallen sind.
3 reviews1 follower
April 20, 2025
hier eine Rezension aus Sicht einer Person, die selbst im (teils illegalen) Klimaaktivismus unterwegs ist:
vorweg: ich weiß, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt. Dadurch, dass sie auch von tatsächlichen Ereignissen, Bewegungen und Entwicklungen handelt, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion.

Das Buch bietet einen sehr realistischern Einstieg in die Thematik Klimakatastrophe und Aktivismus.
Die Darstellung der einzelnen Aktivist*innen finde ich ein wenig platt und vorurteilsbehaftet (alle unrasiert und ohne BH).
die initiale Radikalisierung der Protagonistin, als sie erkennt, dass die Klimakatastrophe eine Gefahr für sie und ihre Tochter ist, wurde für mich sehr nachfühlbar erzählt. Auch ihr Einstieg in den Aktivismus wurde plastisch und einfühlsam erzählt, genauso wie die Konflikte, die Aktivismus im bürgerlichen Teil des Lebens hervorrufen kann.
Die Darstellung der Eskalation der politischen Situation und der Zunahme der Repressionen gegen politische Bewegungen fand ich realistisch und einige geschilderte Situationen habe ich (und viele andere) bereits so erlebt.

Die Radikalisierung von zivilem Ungehorsam zur brutalen körperlichen Gewalt fand ich nicht nachvollziehbar.
Es gibt in der Geschichte keine Differenzierung zwischen Sabotageakten (bei denen Menschen nicht gefährdet werden) und körperlicher Gewalt. Das rückt nicht nur die reale Klimabewegung in ein schlechtes Licht, sondern wiederholt auch das verbreitete Narrativ, dass Sabotage gegen Sachen gleichzustellen sei mit körperlicher Gewalt.
Die Schilderung der Gewaltexzesse empfand ich verstörend (vielleicht war das aber auch das Ziel).

Mir hat hier die Darstellung der (in der politischen linken uralten und tief geführten) Debatte um körperliche Gewalt als Taktik gefehlt, sowohl als Grundsatzfrage als auch in der Frage nach Maß, Mittel und Nutzen.
Gewalt wurde erst zum Mittel zum Zweck und dann zum Selbstzweck.
Alle haben das mehr oder weniger einfach akzeptiert und für gut befunden.
Dadurch ist glaube ich viel Tiefe verloren gegangen und mir war es, anders als am Anfang, nicht mehr möglich, mich in die Charaktere hineinzuversetzen.

Trotzdem war es ein sehr fesselndes Buch, das ich nur schwer aus den Händen legen konnte und das mich an vielen Stellen auch sehr berührt hat. Und es hat deutlich gemacht, dass nichts tun eben auch keine Option ist.
This entire review has been hidden because of spoilers.
283 reviews
November 18, 2024
packende Geschichte, erschreckend nah an der Realität
Theresa Hannig verspricht mit ihrem Buch parts per Million einen Klimathriller nah an der Realität.

Vor allem zu Beginn verschwammen für mich die Grenzen von Fiktion und Realität. Im Laufe des Buches wurde immer mehr deutlich, dass es sich um Fiktion handelt, jedoch mit einer so dichten Handlung an unserem aktuellen Weltgeschehen, dass einem Angst und bange werden konnte.

Protagonistin Johanna, selbst Autorin, möchte ein Buch über Klimaaktivismus schreiben und taucht zu besseren Recherche ab in die Szene. In kleinen Schritten radikalisiert sie sich dabei immer weiter.

Jedes Kapitel hat ein aktuelles, reales Nachrichtenzitat aus dem vergangenen Jahr als Überschrift. Allein wenn man diese Überschriften geballt liest wird einem mulmig. So viele Anzeichen, dass mit unserer Umwelt etwas nicht in Ordnung ist, so wenig Aktion um das zu ändern.

Theresa Hannig hat fundiertes Wissen und gute Recherche mit in dieses Buch fließen lassen, so dass es vor allem für Menschen, die sich evtl. Nicht so stark mit Umweltthemen beschäftigen bzw MEnschen die nicht selber aktiv sind, ein realistisches Bild unserer heutigen Situation erhalten.

Im Laufe der Geschichte spitzt sich die Situation immer mehr zu und auch die Sichtweise wird recht einseitig (ja, es gibt Polizeigewalt und diese wird bestimmt auch zu selten verfolgt, aber es gibt doch auch unzählige gute Beispiele). Es passt aber perfekt zur Protagonistin und der Handlung.

Der Grund warum es diesmal nur 4 Sterne sind, ist, dass es mir am Ende zu heftig/überzogen wurde. Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich das Buch zur Seite legen soll. Überhaupt ist die Geschichte im Ganzen keine leichte Kost, so dass man immer wieder Pausen zum Verdauen einbauen sollte, auch wenn der Schreibstil und die Handlung spannend sind und zum weiterlesen reizen.

Fazit: Das Buch hält was es verspricht und gibt uns einen beängstigenden Blick auf unsere Nähe Zukunft.
Profile Image for Linda in Utopia.
307 reviews9 followers
November 18, 2024
Triggerwarnung: Blut, Gewalt, Polizeigewalt, Suizid, Misoynie, Hitze, Tod durch Verdursten (erwähnt)

Man kann tatsächlich nicht dieses Buch lesen und NICHT über die Klimakatastrophe nachdenken. Ich habe mich beim lesen selbst dabei ertappt wie ich dachte, ja, es ist schlimm, aber SO schlimm wird's doch hoffentlich nicht werden... Die genauen Ausmaße kennt keiner, aber dass es schlimm WIRD, sagen ja seit Jahren genügend Experten.
Aber diesen Experten auch zu glauben, ist wohl eine andere Sache, sieht man ja anhand der politischen Gegen-Propaganda. Aber ich will jetzt nicht die aktuelle Politik abschweifen.
Zurück zum Buch:
Ich habe es schnell gelesen, es ist spannend und leicht verständlich geschrieben.
Allerdings struggle ich wirklich mit den Figuren. Mit allen. Mit keiner von ihnen werde ich so richtig warm. Ich habe das Gefühl, dass ich mich ihnen gar nicht richtig annähern konnte, dafür war im Buch kaum Zeit.
Stephan ist von Anfang an mega unsympathisch, die angebliche Ausstrahlung von Marcus ist für mich nicht aus dem Buch geschwappt und alle anderen aus der PPM Gang waren auch irgendwie... sehr untereinander austauschbar.

Ich hätte mir ein weniger schnelles pacing des Plots gewünscht, dafür mehr Berührung mit den Figuren. Die Hauptfigur ist auch irgendwie zu eindimensional und ihr Wandel von "normal" zu "krass" etwas meh.

Es gibt viele Informationen im Buch, die wohl in unserer Realität wurzeln, aber vieles ist dann doch ein wenig überzogen mit Fiktion und manches auch sehr unrealistisch
Ich kann es empfehlen, wenn man sich für die Klimadebatte interessiert, aber "schön" ist es nicht.
Profile Image for Johanna Ruhl.
53 reviews1 follower
January 22, 2025
Parts per Million von Theresa Hannig ist ein Buch, das perfekt in die aktuelle Zeit passt. Spannend, brutal, ernst, aktuell und relevant stellt es die Frage, wie weit wir für das gehen würden, an das wir glauben und ob man dabei seine Werte verteidigt oder verrät.

Ich fand es unglaublich spannend, die Protagonistin Johanna auf ihrem Weg in die Klimaaktivismusbewegung zu folgen. Geht es am Anfang noch um die Recherche für ihr neues Buch, verstrickt sie sich immer mehr in den Aktionen der Aktivist*innen, bis sie vor der Frage steht, wie weit sie gehen möchte. Das Buch geht dabei bis an Grenzen und darüber hinaus, in einer Welt, die aller Wahrscheinlichkeit nach in ein paar Jahren (oder Monaten?) zu unserer Realität wird.

Beim Hören war ich immer wieder richtig wütend auf die Welt und die Menschen, die so achtlos mit unserer Lebensgrundlage umgehen, doch gleichzeitig auch hilflos, weil ich mich als einzelne Person machtlos fühle - so geht es wahrscheinlich vielen. Die Gemeinschaft und der Glauben an ihre Macht hat gut getan, auch wenn es zum Ende ziemlich krass wurde. Es war auch spannend, selbst zu überlegen, welche Mittel man wohl mitgehen, gutheißen, welche Methoden man selbst anwenden oder unterstützen würde. Definitiv ein Buch, das aufwühlt, Fragen aufwirft und aufrüttelt.

Ich habe es als Hörbuch gehört und fand es gut gelesen von Heike Warmuth. Danke an den Argon Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Eva.
1,168 reviews27 followers
July 18, 2025
While her last novel Pantopia leaves you giddy and optimistic about a benevolent A.I. dictator who takes care of all of our problems, Parts Per Million confronts you with a frustrating conundrum: As capitalistic society is too rigid to let itself be changed by peaceful climate activism, should activists hold on to notions of morality and democracy, or choose violence in order to achieve actual results? The author states she was inspired by The Ministry for the Future's Children of Kali, and in her book explores what an eco-activist/terrorist group in Germany would look like.

This is a great outside-look into organized activism, from first protests, to training camps, to the need of adult diapers, in-group differences of opinions, police confrontations, hide-outs, all the way up to radicalization.

I quite enjoyed the concept of a crowdsourcing platform, that let's you vote and donate towards the realization of specific acts of climate activism. Let me go look if this exists for real :)

Looking forward to Hannig's next book!
Profile Image for Jana.
314 reviews
November 8, 2024
Mit dem Schreibstil konnte ich mich wieder gut anfreunden, was für mich sehr einfach war, da dies inzwischen das fünfte Buch dieser Autorin ist, dass ich gelesen habe. Das Thema war hier sehr interessant und man merkt wie viel Recherchearbeit im Buch steckt.
Die Charaktere haben mir ganz gut gefallen, wobei die Hauptfigur für mich hauptsächlich durch die Beziehung zu ihrer Familie greifbar wurde.
Die Autorin schreibt zwar in ihrem Nachwort, dass sie dieses Buch eher als Warnung statt als Anleitung sieht, aber leider glaube ich im Anbetracht der aktuellen Weltlage, dass diese Zukunftsversion der PPM nicht so weit hergeholt ist.
Ich kann das Buch empfehlen, wenn man sich vom Thema Klimakrise und gewalttätiger Protest nicht abschrecken lässt.
Profile Image for Nada.
239 reviews
December 16, 2024
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen!
Sehr schön geschrieben, aber auch sehr brutal. Ich finde, man muss schon was aushalten können. Die Triggerwarnung hätte ruhig am Anfang des Buches stehen dürfen, nicht erst am Ende.

Besonders faszinierend finde ich, dass man sich immer wieder die Frage stellt, ob das jetzt wirklich so ist oder nicht. Wo hört Fiktion auf und wird plötzlich Realität?
Es ist ein Roman, eine erfundene Geschichte, dennoch fühlt es sich an, als wären wir kurz davor, in diese ausgelebte Fantasie zu verfallen.
Das gibt einen zu denken.

Wichtige Themen, über die wir mehr reden müssen (Klima, Aktivismus, Gemeinschaft, Ausbeute, Gewalt). Nur bitte in anderen Kontexten als es die Medien vermitteln. Mehr Konversation!

Absolute Empfehlung!
Profile Image for Katharina Kaletta.
7 reviews
June 22, 2025
Musste es zwischendurch weg legen, weil es so intensiv war. Regt sehr zum Nachdenken an über den Klimawandel, die politische Lage und wie weit Protest gehen darf. Fand es sehr spannend. Es macht wütend weil es so realistisch ist und in der jetzigen Zeit stattfinden könnte. Man bekommt das Gefühl in ein paar Jahren könnte diese Geschichte genauso stattfinden und weiterhin sieht keiner hin und es passiert so wenig. Gleichzeitig wird deutlich wie wenig radikale Aktionen etwas bringen und wie sie nur weiter vom Thema ablenken. Gutes Buch um zu verdeutlichen dass der Klimawandel ein Gemeinschaftsprojekt ist, das als solches angegangen werden muss, auch wenn man das Gefühl hat das alles viel zu langsam voran geht.
16 reviews
October 17, 2024
Egal wie wichtig das Thema ist: Die Sprache geht gar nicht. Nach den ersten paar Sätzen hatte ich den Eindruck, ich lese einen Schüleraufsatz.

"Es ist ein glühend heißer Tag Mitte April, als die Klimaanlage meines Autos beschließt, den Geist aufzugeben." Das ist der erste Satz!!! Dann: "Ich fluche, drücke und drehe an den Armaturen herum, aber es hilft nichts. Statt kalter kommt nur noch heiße Luft. Augenblicklich quillt mir Schweiß aus allen Poren."

Im Laufe des Buches wird es noch viel schlimmer. Ich bin fassungslos. Sorry für das harte Urteil, aber das hat nichts mit Literatur zu tun.
Profile Image for Frank Lang.
1,359 reviews15 followers
October 27, 2024
Dieses Review bezieht sich auf die Hörbuchfassung, veröffentlicht unter der ASIN B0DCK2NHGV beim Argon Verlag

Wie sähe es aus, wenn sich Klimaaktivisten radikalisieren würden. Was würde passieren, wenn aus dem gewaltfreien Protest der letzten Generation eine gewaltbereite Terrororganisation entsteht? Dieses Bild zeichnet die Autorin Theresa Hannig in ihrem Buch »Parts per Million«, das sie als Warnung vor einer solchen Radikalisierung versteht.

Um diesen Vorgang zu verdeutlichen, hat sie die Figur Johanna Stromann kreiert, die ein Buch über den Klimaaktivismus schreiben möchte und sich dafür hautnah in diese Szene begibt und dort erfährt, wie der Staat den Aktivisten gegenübertritt. Zu Beginn fand ich das Buch sehr authentisch, weil es nicht nur die Überreaktion zeigt, die den Aktivisten entgegenschlägt, sondern auch die »normalen« Probleme einer Familie.

Sehr treffend fand ich z.B. die Darstellung des »Gender Pay Gaps«, wo der Ehemann deutlich mehr verdient als die Frau, und damit klar ist, dass die Frau die Versorgung des Kindes übernimmt, während der Mann weiter Karriere macht. Es ist zwar ein wenig überspitzt dargestellt, aber durchaus sehr treffend.

War mir zu Beginn die Hauptfigur Johanna noch recht sympathisch, so wechselte das Gefühl mit der zunehmenden Radikalisierung ihrer Person, wodurch sie zunehmend unsympathischer wurde. Das liegt aber vielleicht auch in der Natur der Sache, denn auch ich bin Demokrat und glaube, dass die Probleme nur friedlich behoben werden können.

In diesem Buch finden sich sehr viele Thesen und Meinungen (wobei die Autorin am Ende des Buchs sagt, dass alles Fiktion ist, es also nicht den Anspruch eines Sachbuchs hat), aber auch sehr viele Gefühle, die in den Menschen brodeln, vor allem in unseren Kindern. Das fand ich sehr packend und oftmals sehr treffend formuliert.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, wobei die Autorin ihr Nachwort selbst eingesprochen hat. Der Haupttext hat Heike Warmuth übernommen und das sehr solide und sehr hörenswert.

Fazit
Seitdem in den letzten Jahren so vieles aus dem Ruder gelaufen ist, so ist ein solches Szenario, wie es die Autorin in ihrem Buch zeichnet, nicht mehr so undenkbar, wie viele vor gar nicht mal so langer Zeit sagen würden. Ich finde, dass dieses Buch sehr gut beschreibt, was in den Menschen angesichts der Ignoranz dem Klimawandel gegenüber vorgeht (nicht nur seitens der Politik, sondern von weiten Teilen der Gesellschaft) und welche Folgen es haben könnte. Folgen, die wir hoffentlich nie erfahren werden.
Profile Image for Natascha.
334 reviews
April 28, 2025
Sehr fesselnd geschrieben - Science Fiction, die nah an der Realität bleibt, um wachzurütteln. Es ist ein bisschen erhobener Zeigefinger dabei, viel Eindringlichkeit und extrem gute Hintergrundrecherche.

Well done - die Charaktere sind bisschen sehr an die Handlung gebunden und es passiert wenig rundherum. Macht Sinn, um den Fokus auf der Thematik zu lassen, aber deshalb 4 Sterne.
Profile Image for Mary Stormhouse.
40 reviews1 follower
April 5, 2025
Parts per Million ist eine packende, viel zu realistische Zukunftsvision, die von der ersten bis zur letzten Seite mitreißt.
Keine leichte, sondern eine aufrüttelnde Lektüre.
Profile Image for Julia.
162 reviews10 followers
June 14, 2025
Keine leichte Lektüre, die auch so ziemlich alle Emotionen triggert, die man haben kann.
Trotzdem absolut empfehlenswert und sehr spannend geschrieben.
Displaying 1 - 28 of 28 reviews

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