Wertungsfrei und liebevoll widmet sich Karsten Dusse dem Thema, das literarische Figuren derzeit beschäftigt wie kein Kinderbuchhelden, die aus ihren eigenen Büchern verscheucht werden. Eine Meerjungfrau, ein Hase, ein farbiger Lokomotivführer-Junge und ein werdender Indianerhäuptling hadern mit dem sie einenden Schicksal, dass sie nicht mehr die Hauptpersonen ihrer eigenen Geschichte sind. Sie bitten einen Anwalt - der zufälligerweise auch erfolgreicher Schriftsteller ist - um Rat. Vor dem Kaminfeuer seines Hauses nimmt der Autor die ihn besuchenden Romanfiguren mit auf eine Reise in die Welt der Fantasie, der Realität und der die beiden verbindenden Kreativität. In die Welt der Kunst und der Zensur. Des Erfolges und des Neids. Der Nörgler und der Solidarität, hinter der sie sich verstecken. Verscheuchte Helden ist ein Buch über die Freiheit der Kunst, die Freude am Schreiben und den Zauber des eigenen Erfolges.
KARSTEN DUSSE, Jahrgang 1973, Rechtsanwalt, Studium in Bonn, Lausanne und Los Angeles. Nach erfolgreicher Tätigkeit als Drehbuch- und Sachbuchautor wurde sein Debütroman Achtsam morden zum meistverkauften Taschenbuch des Jahres 2020.
Seine Romane wurden bislang in 21 Sprachen übersetzt und stehen regelmäßig an der Spitze der Bestsellerlisten. Ausgezeichnet wurde seine Arbeit mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Deutschen Comedypreis und dem Deutschen Hörbuchpreis. Seine Hörbücher haben Gold- und Platin-Status erreicht.
Ich frag mich ob die Person mit dem 1* review dasselbe Buch gelesen hat wie ich...
Der Autor geht im ersten Teil des Buches sehr ausführlich auf die 4 Fälle in diesem Buch ein und beleuchtet sie in einem Zwiegespräch mit diesen Figuren von allen Seiten. Er gibt sowohl die Argumente der Gegenseite als auch seine eigenen so wieder und tut dies, zumindest in diesem Teil, in seiner Rolle als Anwalt, auch wertungsfrei.
Im zweiten Teil des Buches spricht er dann schließlich aus seiner Rolle als Autor und da kommen dann eben auch seine subjektiven Empfindungen durch das ändern dieser Klassiker zu Tage. Er versucht eine, zugegebenermaßen, etwas fadenscheinige Begründung für das Verhalten derer zu finden die den Drang entwickeln alte Geschichten zu ändern oder gar zu verbieten. (Dafür den einen Punkt Abzug, das war mir zu Unterkomplex, da es viele Gründe dafür geben kann) Dennoch kann ich verstehen das es gerade als Autor besonders verstörend sein kann sich vorzustellen, dass in etlichen Jahren andere dein Werk einfach abändern nur weil sie vielleicht nicht mehr dieselben Werte teilen.
Nichtsdestotrotz ist es eine kurzweilige und dennoch vielschichtige Analyse eines Problems das einen großen Teil der Menschen aus der einen oder anderen Richtung interessiert und damit auch wert gelesen zu werden. Der Autor spricht letztendlich nicht Mal ab, dass diese Werke geändert werden können. Für sich scheint er einfach die Entscheidung getroffen zu haben die Klassiker in Ehren zu halten und die Werke so zu erinnern wie er sie erstmals kennen gelernt hat und die neuen Adaptionen dann einfach zu ignorieren und in diesem Punkt sehe ich mich auch selbst wieder.
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Bewerte hier eigentlich keine Bücher, aber bei diesem hat es mich gejuckt. Bin bei dem Buchcover in der Storytell App stutzig geworden und was soll ich sagen: I got what I expected, denn der Klappentext lässt es bereits erahnen.
Der Autor versucht unter dem Deckmantel der Satire für sich selbst und die weiße Mehrheitsgesllschaft rassistische Strukturen in der Kinderliteratur zu legitimieren.
„Wertungsfrei und liebevoll“ lässt sich das halt nur lesen, wenn man vor einer literarischen Neubewertung dieser problematischen Bücher nichts hören möchte und stattdessen versucht mit Zensur zu argumentieren.
Lässt sich auch so zusammenfassen:
Buhu, I want my racism, this was so much better with the racism.