DNF at 82%
Ich kann nicht glauben, dass ich es überhaupt so weit geschafft habe... Einerseits war es leicht so weit zu kommen, weil sich das Buch so unglaublich einfach und schnell lesen lässt, andererseits ist es ein Wunder es bis zu diesem Punkt zu schaffen.
Ich hasse dieses Buch abgrundtief und gleichzeitig weiß ich nicht mal, was ich sagen soll. Es war einfach so schlecht, dass ich sprachlos bin.
Um es ganz simpel zu sagen: Meiner Meinung nach kann Gaida nicht schreiben. Es hat sich gelesen, wie die Fanfiction eines Dreizehnjährigen, der vor drei Monaten mit dem Schreiben angefangen hat. Das gesamte Buch liest sich, als wäre es ein MLM Buch für die straight girlies und nicht für andere queere Menschen. Es war langweilig, seltsam und unangenehm. Die meiste Zeit habe ich damit verbracht vor lauter Fremdscham im Boden versinken zu wollen.
Ich kann nicht mal sagen, dass mir die Charaktere egal waren. Zu Anfang waren sie das, aber je mehr ich gelesen habe, desto mehr habe ich sie einfach nur gehasst. Ich wünsche ihnen alles Schlechte und was schlussendlich aus ihnen wird, könnte mir nicht egaler sein.
Gaida hat sowohl Lucas als auch Nate Trauma gegeben und es zu ihrer Persönlichkeit gemacht, während er es beeindruckenderweise geschafft hat, zwei Charaktere zu schreiben, die überhaupt keine Persönlichkeit haben und die ganze Zeit nur rumheulen.
Die POVs von Hope waren völlig überflüssig, langweilig und nervig. Am liebsten hätte ich immer das gesamte Kapitel übersprungen, sobald ich ihren Namen gesehen habe. Mehr fällt mir zu ihr auch irgendwie nicht ein. Sie war einfach unglaublich nervig und überdramatisch.
Jeder einzelne Charakter, der in diesem Buch vorgekommen ist, hat sich gelesen, wie ein NPC in einem Videospiel und keine ihrer Taten hat auch nur annähernd Sinn ergeben.
Und dieses Masken-Gelaber! Maske fällt/Maske verrutscht/Wir alle tragen eine Maske/Hinter meiner Maske/... Jedes Mal, wenn ich das lesen musste, wollte ich das Buch einfach nur anzünden. Und es war gefühlt in jedem zweiten Satz! Vielleicht hätte es eine gute Metapher oder so etwas in der Art sein können, aber es war einfach viel zu viel und viel zu schlecht geschrieben.
Zum Plot:
Der Klappentext spricht von einer Dozent/Schüler-Beziehung. Mit keiner Silbe wird erwähnt, dass es hauptsächlich um ein Geheimnis, das irgendwie mit Nates toter Mutter zu tun hat, geht. Es hätte mich nicht weniger interessieren können und je mehr es thematisiert wurde, desto mehr war ich froh, dass die Mutter gestorben ist. Es war nicht auszuhalten. Dafür habe ich das Buch nicht gekauft. Wäre es wenigstens gut geschrieben gewesen, hätte es mich vielleicht nicht gestört, aber so... Es war einfach nur nervig und ein riesiger Störfaktor.
Mir ist bewusst, dass Gaida dieses Geheimnis reingebracht hat, um dem Buch dieses ganz bestimmte Dark Academia-Feeling zu geben, aber um ehrlich zu sein, sollte man nicht alles Dark Academia nennen, was in einer alten Schule spielt und ein gezwungenes Geheimnis hat.
Von der Romance, um die es in diesem Buch gehen sollte, war wenig zu spüren. Lucas und Nate haben die ganze Zeit nur rumgeheult, dass sie sich von einander fernhalten sollten, aber doch lieber etwas miteinander haben würden bla bla bla. Am Ende haben sie halt ständig gefickt und dann haben sie wieder gemerkt, dass sie das nicht dürfen und es für Lucas bedeuten könnte, dass er alles verliert, wofür er immer gearbeitet hat. Nate wollte nie auf der Schule sein und seien wir ehrlich, wenn ihnen diese Beziehung so wichtig war, hätte er auch einfach dafür sorgen können, dass er rausfliegt und das Problem wäre gelöst gewesen... Aber nein, das wäre ja zu einfach.
Mir ist wirklich egal, was aus ihrer Beziehung geworden ist und es könnte mich nicht weniger interessieren.
Zu guter Letzt:
Gaida hat verzweifelt versucht, die anderen Bücher aus der Serie anzuteasern. Für Band 1 hat das vielleicht noch ganz okay funktioniert (obwohl es mich trotzdem nicht weniger interessieren könnte), aber für Band 3 war es eine Katastrophe. Er hat so viel davon schon erzählt, dass ich es nicht mehr lesen muss, um genau zu wissen, was passieren wird. Es sei denn, er versucht auch da noch ein tieferes Geheimnis reinzuschreiben. Aber auch das würde mich nicht interessieren.
Persönlich würde ich nie wieder ein Buch von Gaida lesen und das Geld war in meinen Augen definitiv verschwendet. Ich hatte Hoffnung für dieses Buch und ich wollte einen deutschen, queeren Autor wirklich gerne unterstützen, aber das war einfach nur furchtbar. Bitte nie wieder.