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Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna

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Auf dem Monte Somma oberhalb der mondänen, niedergehenden Stadt Pompeji werden tote Vögel gefunden. Während einer Versammlung von Vogelschützern hat der Einwanderer Jowna eine Wenn der Vulkan grollt, soll man das Weite suchen. Ohne Schulbildung, Geld und Einfluss gelingt es ihm, sich an die Spitze einer Aussteigerbewegung zu setzen. Bald fürchtet das Stadtoberhaupt Fabius Rufus, die Vulkangerüchte könnten Pompeji schaden. Als sich sogar der frühere Sklave Polybius dafür interessiert, schaltet sich Rufus' Frau Livia ein, und Jownas Eingebung verkehrt sich in ihr Gegenteil.

Das Pompeji von Eugen Ruge ist eine Erfindung, die auf historischer Wahrheit ein ferner Spiegel, in dem wir uns erstaunt wiedererkennen.

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Published May 12, 2023

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Eugen Ruge

10 books55 followers

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5 stars
110 (21%)
4 stars
225 (43%)
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140 (26%)
2 stars
42 (8%)
1 star
6 (1%)
Displaying 1 - 30 of 57 reviews
Profile Image for Semjon.
766 reviews504 followers
January 8, 2024
Historische Romane sind nicht unbedingt mein Metier. Aber Eugen Ruge schon. Und da ich mit Pompeji eher Pink Floyd als Pinus den Älteren verbinde, freute ich mich auf diese Lektüre. Die war dann auch recht unterhaltsam geschrieben, doch eines war sie in erster Linie nicht: ein historischer Roman. Zumindest hatte ich beim Lesen dieser Geschichte vom armen Josse, der in Pompeji in die oberen Gesellschaftsschichten gespült wird, weil er die Bedenken über einen anstehenden Vulkanausbruch teilt, immer das Gefühl, dass die Figuren nur einem Zweck dienten, nämlich der Satire auf die Dummheit des Menschen, die sich bis in die heutige Zeit hinzieht. Für eine Satire hätte es aber durchaus schärfer und konkreter formuliert werden können. Für einen historischen Roman hätte sie sich für meinen Geschmack stärker auf die verbürgten Tatsachen konzentrieren müssen. Sie hing der Roman irgendwie dazwischen und tendierte dann am Ende eher zu 3 Sternen. Aber weil es unterhaltsam geschrieben war und mich angeregt hat, mehr über Pompeji zu erfahren, bekommt das Buch einen Ruge-Bonus bei mir.
Profile Image for Babette Ernst.
347 reviews82 followers
August 14, 2024
Das ist kein historischer Roman, sondern eine sehr unterhaltsame Parabel auf den Umgang mit Anzeichen für Katastrophen, die sich bald oder erst nach langer Zeit einstellen könnten. Dabei ist die Darstellung Pompejis vor dem Vulkanausbruch den vorgefundenen Tatsachen einigermaßen entsprechend, aber mit einem modernen Vokabular versehen, es gibt z. B. Männerfantasien, das Patriarchat oder Touristen. Der Gegenwartsbezug ist allgegenwärtig, wobei viel Interpretationsspielraum bleibt, worauf Bezug genommen wird, vor allem wohl auf allzu menschliche Schwächen. Jeder verbindet das Katastrophenszenario mit seinen persönlichen Interessen, aber auch seinen Erfahrungen und grundsätzlichen Einstellungen. Da steht die Wissenschaft eines Plinius gegen angebliche Verschwörungsmythen,für den einen bietet sich die Gelegenheit, eine neue Siedlung für eine Randgruppe zu bauen und andere Lebensformen zu erproben (die Hippies lassen grüßen), der andere kann sich durch lukrative Baugeschäfte stärker in das allgemeine Blickfeld rücken. Manche sind nicht in der Lage, ihre Privilegien und Positionen für Gerüchte zu opfern und die Hauptfigur Jowna lässt sich von Macht und Geld korrumpieren. Die Geschichte seiner vollständigen Wendung ist überaus köstlich. Ganz besonders hat es mir der Rhetorik-Unterricht angetan, z. B. die Technik des „scheinbaren Beharrens im Falle, dass man sich geirrt hat.“ Genügend Beispiele kann man sich in jeder Talkshow, vor allem aber in Wahlkampfzeiten anhören. Aber auch das Argument des früheren Staatsgegners, man müsse die Gelegenheit nutzen, das System von innen her zu verbessern, kam mir durchaus bekannt vor.

Die Erkenntnisse aus dem Buch betreffen nur am Rande das alte Pompeji oder die aktuelle Politik, aber man kann gut verstehen, warum Menschen die Anzeichen einer bevorstehenden Katastrophe so unterschiedlich deuten und ganz verschiedene Schlüsse daraus ziehen. In erster Linie jedoch ist dieses Buch ein grandioser Lesespaß.
Profile Image for Anna Carina.
685 reviews352 followers
abgebrochen
August 14, 2023
12% reingehört
Mehrmals bereits die Augen ob des albernen und gleichzeitig spröden Humors verdreht.
Der Ton gefällt mir überhaupt nicht.
Was Antike angeht, bin ich eindeutig auf der eloquenten Seite und Sprache von Herrn Wieland.
Was anderes kann ich grad nicht akzeptieren, ich Snob 🤭
Profile Image for SusanneH.
515 reviews38 followers
June 4, 2023
Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, so leicht und mit Humor wird es erzählt.
Dabei wird schnell klar, dass es gar nicht um die Geschichte von Pompeji an sich geht.
Hier wird uns der Spiegel zu unser heutigen Gesellschaft vorgehalten. Es geht um Gruppendynamik, um Macht und Politik. Um Versprechen und den schönen Schein.
Hat mich bestens unterhalten
Profile Image for Buchdoktor.
2,367 reviews190 followers
April 27, 2023
In 18 Schriftrollen erzählt Eugen Ruge die Geschichte des Flüchtlingssohns Jozyg aus Pannonien, später Jowna, Jacobus und schließlich Josse genannt. Josse schämt sich, dass man ihm seine Armut ansehen kann; seine Mutter wird schicksalsergeben Körbe flechten, damit es ihm an nichts fehlt.

Als es am Monte Somma bei Pompeji zu sonderbaren Gasaustritten kommt und tote Vögel gefunden werden, lauschen interessierte Bürger konzentriert dem Vortrag eines „römisch veranlagten Griechen“, der lange am Fuß des Ätna gelebt hatte und den Anspruch erhob, sich mit Vulkanen auszukennen. Georgos sah alle Indizien gegeben, dass der Hausberg in Silhouette und Verhalten ein Vulkan sein müsste, der Tuffstein unter ihren Füßen würde seine These beweisen. Da die Bürger seit Jahren unzufrieden damit sind, dass Wahlen nichts ändern, bietet der angebliche Vulkan eine willkommene Gelegenheit, sich gegen den Staat aufzulehnen. Nörgler „glauben“ an den Vulkan, gebildete Bürger lehnen die Idee ab – und die Immobilienpreise in der Stadt sind bereits im Sinkflug.

Josse, selbst kein großer Redner, hängt an den Lippen des Vulkan-Experten. Da seit dem letzten Erdbeben die Wasserleitungen beschädigt sind und Wasser aus einer Quelle in Meernähe geholt werden muss, findet er sich bald in einer bunten Truppe, die nahe dieser Quelle eine Kommune gründen will. Als Handlanger erfahren auf Baustellen, ist Josse das einzige Mitglied, das mit Steinen und Zement umzugehen versteht. Er packt die Gelegenheit beim Schopf, sich neu zu erfinden und mimt in der jungen Kommune den Bauexperten. Der alte Maras, angeblich letzter Spross des Stamms der Samniten, verfolgt inzwischen die absurde Idee, das Volk würde hier am Meer am besten seine Häuser selbst bauen. Josse hat jedoch längst realisiert, dass das Volk die Verpflegung vertilgt, Fliegenpilzsud konsumiert und faulenzt. Wer als Antreiber am Schlendrian scheitert, muss wohl zwangsläufig an einer politischen Karriere arbeiten.

In weiteren Handlungssträngen sieht Livia, Ehefrau des Stadtoberhaupts, in ihrer Rolle als Bauunternehmerin bereits die Münzen im Beutel klingen und ein frei gelassener Sklave baut das Erbe seines Ex-Besitzers zur lukrativen Ziegelei und Zementmanufaktur aus. A propos Sklaven, eine wichtige Rolle füllt Epiphanes aus, ein eleganter, erfahrener Haussklave, der schon Livias Großmutter diente.

Äußerst süffisant hält Eugen Ruge seinen Leser:innen den Spiegel vor, indem er den alten Römern ein modernes Gewand der Anti-Demokraten und Verschwörungsmystiker umlegt. Der Logik seiner schrägen Figuren bin ich gern gefolgt und habe mich mit Vergnügen in Probleme brüchiger Wasserleitungen, defekter Latrinen und geschlossener Thermen versetzt. Neben Josses erstaunlicher Karriere nach einem Blitzkurs in Rhetorik hat mich besonders der Einfluss von Livia, Gattin des Fabius Rufus, erheitert.

Von Ruge erwartet hatte ich einen verschmitzten Blick auf seine Figuren – den er mir in einem Stapel Schriftrollen geliefert hat ...
Profile Image for Estrelas.
939 reviews
October 8, 2023
Pompeji, kurz vor dem Vulkanausbruch. Für diesen gibt es Anzeichen, deren Spur Josse folgt. Er ist ein Mann ohne besondere Stellung, dem keine große Aufmerksamkeit geschenkt wird, und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.
In 18 Schriftrollen wird die Geschichte der antiken Stadt erzählt mit all ihren illustren Bewohnern. Von den extremistischen Christen über Prostituierte bis hin zu Politikern - hier bekommt jedes Grüppchen sein Fett weg.
In erster Linie stehen (Aber-)Glaube und Wissenschaft einander gegenüber, denn während mancheiner aus der Art, wie die Hühner die Körner picken, seine Schlüsse zieht, gibt es durchaus Naturbeobachtungen, die als Warnung interpretiert werden könnten. Doch „Niemand spricht es aus, das Wort, das doch eben noch in aller Munde war: das V-Wort.“
Der Roman haucht dem Alltag Leben ein, schildert in mitunter skurrilen Szenen, worüber wir nicht in Geschichtsbüchern lesen können, beispielsweise, wie sich ein Immobilienhai zu bereichern versucht. Und er tut es mit Humor, indem er sich auf zukünftige Generationen bezieht, die etwas niemals für möglich halten würden, oder durch den Einsatz eines Lippenlesers, der an einer wichtigen Stelle etwas ganz Unmögliches interpretiert. „Pompeji“ entfesselt Freude an der Geschichte der Antike und an der Sprache, die dabei eingesetzt wird. Dies als Hörbuch zu erleben, war ein besonderer Genuss.
Profile Image for auserlesenes.
364 reviews16 followers
September 22, 2023
Die römische Stadt Pompeji rund 80 Jahre nach Christus: Der Halbwaise Josse lebt nach dem Tod seines Vaters, eines gelernten Metzgers, mit seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Als Zuwanderer hat es seine Familie nie leicht gehabt in der neuen Stadt. Doch anstatt zu arbeiten oder sich zu bilden verbringt Josse lieber seine Zeit mit dem Herumstreunen und besäuft sich mit seinen Freunden. Eines Tages jedoch kommt ihm zu Ohren, dass ein Vulkan nahe der Stadt vor dem Ausbruch steht. Mit anderen Aussteigern macht er sich daran, am „Fenster am Meer“ eine neue Siedlung zu planen…

„Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna“ ist ein Roman von Eugen Ruge.

Meine Meinung:
Der Roman gliedert sich in sechs Teile, die wiederum aus 18 Kapiteln („Rollen“) bestehen. Der etwas unzuverlässige namenlose Erzähler geht chronologisch vor, arbeitet aber mit Rückblenden und Vorausdeutungen. Die Handlung umfasst einige Jahre und endet mit dem Vulkanausbruch. Sie ist vor allem in Pompeji und im direkten Umfeld der Stadt verortet.

In sprachlicher Hinsicht ist der Roman kreativ und ungewöhnlich. Mit viel gelungenem Sprachwitz, süffisanten Bemerkungen und pointierten Beschreibungen sorgt der Schreibstil für ein unterhaltsames Lesevergnügen.

Josse steht im Vordergrund der Geschichte. Darüber hinaus richtet sich der Fokus nach und nach auf weitere Charaktere, die teils ebenfalls fiktiv, teils historisch belegt sind. Die Figuren werden bewusst überzeichnet, sind aber nicht gänzlich unglaubwürdig.

Inhaltlich dreht sich der Roman erwartungsgemäß um das Thema Vulkanismus. Wieso haben die Menschen die Vorzeichen des Ausbruchs nicht wahrgenommen oder nicht ernst genommen? Einer Antwort auf diese Frage nähert sich der Roman an. Zugleich ist er aber weitaus mehr als eine Dokumentation der historischen Ereignisse. Immer wieder schweift der Blick auf die Gesellschaft der Stadt, insbesondere auf politisch einflussreiche Persönlichkeiten. Machtstreben, Ränke, Gier, Demagogie, die frühe Demokratie, politischen und religiösen Wahn und vieles mehr werden dargestellt.

Das Zusammenspiel von gesellschaftlichen Tendenzen, die sich auch aktuell finden lassen, und Formulierungen, die an die Politik der jüngeren Geschichte erinnern, lassen bisweilen den Eindruck entstehen, dass es sich beim Roman um eine Parabel oder eine Satire in Bezug auf die Neuzeit handelt. Tatsächlich wird immer wieder deutlich, dass sich der Erzähler über seine Figuren und die Entwicklungen lustig macht. Mir ist es jedoch schwergefallen, das Buch als klassischen Schlüsselroman einzuordnen. Zu umfangreich und verschieden sind dafür die Verweise und Anklänge.

Obwohl das Ende, der Ausbruch, hinreichend bekannt und damit wenig überraschend ist, hat mich der rund 350 Seiten umfassende Roman auf keiner Seite gelangweilt. Trotz der ernsten Thematik habe ich mich beim Lesen köstlich amüsiert. Die eindrücklichen Beschreibungen des Ausbruchs konnten mich sehr bewegen. Dass sich Ruge, der frühere Erdbebenforscher, intensiv mit dem Vulkanismus und Pompeji beschäftigt hat, ist dem Buch anzumerken.

Der prägnante Titel und das ausdrucksstarke Cover passen sehr gut.

Mein Fazit:
Mit „Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna“ hat mich Eugen Ruge erneut überzeugt. Eine vergnügliche Lektüre, die zugleich zum Nachdenken anregt und aktuelle Themen aufgreift. Definitiv empfehlenswert.
Profile Image for Benni Beh.
31 reviews
August 12, 2024
Die Geschichte ist eigentlich spannend, aber der Ton und die Perspektive sind einfach nur seltsam. Kann man sich sparen.
Profile Image for Noah.
552 reviews75 followers
September 8, 2025
Keine Weltliteratur aber gut gelungen und unterhaltsam. Wer "Ein Gott der Frechheit" von Sten Nadolny oder "Aisopos" von Arnold Bronnen gelesen hat, wird auch diesen Roman schätzen.
20 reviews1 follower
November 29, 2025
Ein Buch, das mich echt positiv überrascht hat. Erwartet habe ich einen historischen Roman vor dramatischem Hintergrund, gelesen habe ich eine sehr kluge, humorvolle und unterhaltsame Parabel über Politik und Gesellschaft sowohl der heutigen wie wohl auch jeder anderen Zeit-Epoche. Prädikat absolut lesenswert.
Profile Image for Stefanie.
103 reviews9 followers
July 24, 2024
Der Anfang war etwas zäh, doch dann mochte ich die süffisante, gemächliche, ironisch-kluge und parabelhafte Erzählweise immer mehr. Durchaus viele Elemente eines Asterix-Comics.
1,404 reviews7 followers
May 20, 2023
Ein sprachgewaltiger Roman

Covertext:
Als auf einem Berg oberhalb der Stadt Pompeji tote Vögel gefunden werden, hat der Zuwanderer Jowna alias Josephus alias Josse eine Eingebung: Wenn da wirklich ein Vulkan grollt, wie von manchen behauptet wird, sollte man das Weite suchen. Ohne Schulbildung, Geld und Einfluss gelingt es ihm, sich an die Spitze einer Aussteigerbewegung zu setzen.
Bald fürchtet das Stadtoberhaupt Fabius Rufus, die Vulkangerüchte könnten Pompeji schaden. Erst als sich ein paar wohlhabende Bürger für die Gründung einer neuen Siedlung zu interessieren beginnen, die in sicherer Entfernung am Fenster des Meeres liegt, schaltet sich Livia ein, die mächtigste Frau der Stadt.
Allmählich wird der Aussteiger Josse zum Aufsteiger. Seine Weggefährten mit ihrer Schwäche für Fliegenpilzsud und Philosophie werden ihm zur Last, die eigenen Ideen fangen an, ihn zu stören. Doch wie wirft man Überzeugungen über Bord, ohne seine Anhängerschaft zu verprellen? Wie macht man eine Kehrtwende, ohne sich zu drehen?

In seinem Roman „Pompeji“ lässt Eugen Ruge die Antike auf besondere Art aufleben.
Die Einzelnen Kapitel sind als Schriftrollen deklariert was ich schon mal für eine gute Idee halten.
In 18 Schriftrollen erzählt der Autor die Geschichte von Pompeji und dem Ausbruch des Vesuvs.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig.
Im Mittelpunkt steht der Sohn eines Zuwanderers, er hat viele Namen bis er dann schließlich Josse gebannt wird.
Ihm ist es peinlich, dass man ihm Armut und seine wenige Bildung ansieht. Josse durchlebt eine große Entwicklung in der Geschichte. Ich habe ihn sehr gerne begleitet.

Das Buch hat verschiedene Handlungsstränge.
Die Leser*innen treffen auf die verschiedensten zum Teil recht schräge Charaktere.
Interessant ist Georgos, er bezeichnet sich als Fachmann in Sachen Vulkane da er am Ätna gelebt hat.
Er sieht die Zeichen, dass der Berg vor ihnen ein Vulkan ist und ausbrechen wird.
Die Bevölkerung ist zweigeteilt.
Die Unzufriedenen glauben Georgos und lehnen sich gegen die Regierung aus und die Gebildeten halten ihn für einen Spinner.

Verschiedene Gruppen wollen außerhalb von Pompeji eine neue Siedlung bauen.
Josse der es versteht mit Steinen und Zement zu arbeiten macht da „Karriere“
Er versteht es zu tangieren.
Er erhält zunehmend mehr Einfluss und macht Bekanntschaft mit den gutbetuchten Frauen der Stadt.

Mehr möchte ich von der Handlung nicht verraten, dass weitere müsst ihr selbst lesen.

Eugen Ruge versteht es Geschichten zu erzählen und so erzählt er die Geschichte von Pompeji mit einer gewaltigen Sprache.
Die Geschichte aus der Antike wird recht modern interpretiert, man kann das eine oder andere mit der Gegenwart vergleichen.
Auch heute noch gibt es genug Demokratiegegner und Verschwörungstheoretiker.

Hätte Eugen Ruge mir die Geschichte erzählt , hätte ich an seinen Lippen gehangen. So bin ich wie durch einen Sog in die Geschichte gezogen worden und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und gut verständlich.
Durch seinen süffisanten Wortwitz lockert er das Ganze auf.

„Pompeji“ ist eine Geschichte die mit ihren Figuren lebt.
Die Gewaltige und mit viel Wortwitz versehene Sprache haben das Buch zu einem Lesehighlight für mich gemacht.
Profile Image for Maximilian Stein.
70 reviews3 followers
April 25, 2023
Nachdem ich vor einigen Jahren das gleichnamige Buch von Robert Harris gelesen und verschlungen hatte, war ich sehr gespannt über ein neues Buch zum Thema.
Bei diesen Buch wurde ich jedoch enttäuscht, denn Ruges erzwingt Parallelen zur heutigen Zeit auf Kosten der Spannung und der Historie. . Genau wie bei Harris geht es hier um die Frage: Wussten die Menschen von Pompeji was passieren würde? Im Gegensatz zu Harris, der noch eine spannende Verschwörung und den Ablauf der Katastrophe selbst im Buch hatte, geht es bei Ruge vielmehr um die dekadente Gesellschaft die wissentlich auf den Untergang zusteuert aber nichts unternimmt. Na worauf soll das wohl anspielen? Diese ziemlich plumpen Allegorien werden in meinen Augen nur von der pseudointellektuellen Darstellung der antiken Gesellschaft in Pompeji übertroffen. Hätte ich zufälligerweise nicht Geschichte studiert, würde ich die ständige Diskussion über antike philosophische Richtungen (Welches Lager der Epikureer ist nun im Recht? Die Anhänger des hedonistischen Epikureismus vielleicht?) noch weniger verstehen als ich es jetzt tue, mal abgesehen davon dass mich in einem Buch über einen Vulkanausbruch nichts mehr langweilt als das Sodbrennen von Epikur. Außerdem dreht sich Ruge stellenweiße historische Fakten wie er sie gerade brauch. Z.B. ist ein verarmter samnitischer Adeliger eingeschnappt weil die ganzen reichen römischen Besatzer das besitzen, was eigentlich ihm zusteht. Das Problem ist nur: zur Zeit des Ausbruchs des Vesuvs 79n.Chr. waren die Samnitenkriege bereits fast 400 Jahre her! (343 v.Chr.) Die Gegend um Pompeji war somit schon seit langem römisches Kerngebiet und ein Narrativ über die gekränkten Einheimischen somit nicht nur unglaubwürdig sondern auch unlogisch.
Profile Image for Agnieszka Hofmann.
Author 24 books57 followers
May 26, 2023
Niesamowicie błyskotliwa pod względem językowym. Zdumiewa bogactwo detali i szczegółowość researchu. Autor zdecydował się rozegrać całość na poziomie politycznym i to jest całkiem zabawne, kiedy czytelnik stwierdza, że pod pewnymi względami nasza rzeczywistość zupełnie, ale to zupełnie się nie zmieniła - te same wojenki podjazdowe, sojusze zawierane, by coś ugrać, ta sama demagogia i ten sam populizm. Jest to absolutnie zachwycające i przerażające zarazem. Ale całość jest dość niemrawa pod względem narracyjnym, mało tu napięcia, sporo nudy.
2 reviews
November 5, 2025
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen, nicht zuletzt weil ich die Ausgrabungsstätte in Pompeji selbst schon besucht habe. Die Schilderungen der Stadt, ihrer Atmosphäre und des alltäglichen Lebens wirkten dadurch auf mich besonders lebendig und greifbar. Die detailreichen Beschreibungen lassen einen regelrecht in die damalige Zeit eintauchen.

Besonders spannend fand ich die politische Ebene, die der Autor in die Handlung einfließen lässt.

Eine Inhaltszusammenfassung möchte ich bewusst vermeiden. Stattdessen meine Empfehlung: Pompeji ist ein vielschichtiges, sprachlich starkes Buch, das vor allem Leserinnen und Leser mit geschichtlichem oder politischem Interesse begeistern dürfte.
Profile Image for Frani.
108 reviews74 followers
June 11, 2024
Das war leider nichts. - Jetzt habe ich aber umso mehr Lust auf einen Reread von Robert Harris gleichnamigen Roman. ☺️

Eugen Ruge’s Buch ist vor allem eine Sache nicht: ein historischer Roman. Ich habe hier in einer Rezension gelesen, dass das Buch vor allem “Warum Männer nicht treu sind und Frauen schlecht Vulkanausbrüche vorhersehen" heißen sollte und kann das nur unterschrieben. 🤝🏼
Profile Image for BabyHarry.
67 reviews1 follower
August 27, 2023
7/10 ⭐

Gutes Buch, witzig geschrieben, mal was anderes. 🐢
71 reviews
December 10, 2023
Guter historischer Roman darüber, was vor dem Ausbruch in der Stadt hätte passiert sein können.
Profile Image for Greta Bunjes.
9 reviews1 follower
January 19, 2025
Toll! Eine recht ansurde, lustige und spannende fiktive Geschichte über den Vulkanausbrauch von Pompeji. Auch geeignet, wenn man historische Romane grundsätzlich meidet.
Profile Image for stefanb.
259 reviews
May 9, 2023
Ein Aussteiger wird zum Aufsteiger
Der Roman "Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna" von Eugen Ruge war mein erstes Buch des Autors und genau nach meinem Geschmack. Historischen Fakten, Fiktion und ein tolles Setting begeistern.
Bereits die Vorrede hatte mich in ihren Bann gezogen. Sprachlich auf hohem Niveau, ein feiner Sprachwitz, sehr pointierte Gesellschaftskritik. Für mich ist "Pompeji" ein rundum gelungenes Buch, welches sich aufgrund des Schreibstils sehr gut lesen lässt und gerade mit den eingestreuten historischen Fakten glänzt. Eine Gesellschaft, die unaufhaltsam in die Katastrophe geht. Das kommt einem bekannt vor und wahrscheinlich gerade deswegen folgt man den Ereignissen so gespannt. Ruge hält uns den Spiegel vor und man sieht die Parallelen zur heutigen Zeit.
Josse ist der Protagonist des Romans. Mir persönlich gefällt die Entwicklung des Charakters und wie er, langsam aber sicher, immer mehr aufsteigt. "Pompeji" ist ein tolles Stück Literatur, das zudem äußerst begeistert.
Profile Image for Marianna.
9 reviews
April 2, 2024
Wer hier denkt, er hätte es "nur" mit einem historischen Roman zu tun, irrt gewaltig. Ruge beschreibt geistreich und humorvoll die heutige Politik und Gesellschaft anhand des antiken Lebens in Pompeji und der drohenden Katastrophe, als hätte sich die Menschheit seitdem nicht fortentwickelt.
Profile Image for Pascal.
309 reviews54 followers
September 8, 2023
Ob Klimakrise, Covid-19 oder ein apokalyptischer Vulkanausbruch – Krisen, die sich spürbar anbahnen und Menschen, die diese Krisen managen müssen, gibt es seit Anbeginn der Zivilisation, wie Pompeji veranschaulicht. Neben den Warnenden und den Leugnenden gibt es die Lenkenden, die zuweilen manipulierbar, aber nie unfehlbar sind.

Durch seine zeitliche Entrückung liefert Pompeji die nötige Distanz, um unseren Umgang mit aktuellen Krisen in all seiner Absurdität und mit all seinen menschlichen Schwächen zu betrachten. Bei diesem Abgleich hilft, dass die Gesellschaft der Antike (im Buch zwar spürbar fiktionalisiert) deutlich näher an unserer „fortgeschrittenen“ Gegenwart ist als wir es in unserer Hybris manchmal wahr haben möchten.

Sprachlich interessant ist das konsequente Ausreizen der deutschen Sprache, ohne zu versuchen, irgendwelche lateinischen Wurzeln vorzutäuschen. Typisch deutsche Sprichwörter und Sprachbilder werden verwendet, ungeachtet, ob sie damals in dieser oder irgendeiner anderen Sprache existierten. Die richtige Entscheidung, die sprachliche Qualität nicht dem historischen Anspruch unterzuordnen.

Insgesamt blieb mir der Zeitzeugenbericht, als der das Buch verfasst ist, über weite Strecken zu distanziert. Besonders zu Beginn schildert der Roman viel, erzählt aber wenig. Für einen derart kompakten Roman über ein Thema mit einem natürlichen dramatischen Höhepunkt (der Ausbruch des Vesuvs eben) musste ich mich überraschend häufig selbst motivieren, weiterzulesen.
Profile Image for zoagli.
633 reviews5 followers
July 19, 2023
Kein schlechtes Buch, aber auch kein wirklich gutes. Nach einem furiosen Prolog mäandert die Geschichte die meiste Zeit vor sich her, und ich wollte schon aufgeben.

Das – nicht überraschende, da lange angekündigte und geschichtlich bekannte – Ende hingegen ist stark, wenn auch die Identität des Erzählers (der Erzählerin?) weiterhin unklar bleibt.
Profile Image for Tarian.
336 reviews18 followers
September 30, 2023
Durchaus unterhaltsam zu lesende Politfarce im Gewand des historischen Romans, die es an einigen Stellen vermag, uns Lesende in das lebendige Pompeji zu versetzen, seine stinkenden Gassen und die Prunkbauten der Adligen. Leider tritt an vielen Stellen die Konstruktion zu deutlich zu Tage, die Gegenwart wird über-projiziert, sodass die unbeantwortetete Frage bleibnt, wieso das historische Setting überhaupt besteht, wenn Ruge vor allem Überlegungen zur Gegenwart anstellen möchte. Denn diese sind herrlich hinterhältig und böse - wirken aber vor der historischen Folie der römischen Provinzstadt bisweilen deplatziert.
Achja - Ruge über Sex schreiben zu lesen (und das kommt in diesem Roman nicht selten vor) ist eher unangenehm, er findet kein ästhetisch ansprechendes oder angemessenes Sprachregister dafür, obwohl ihm das in anderen Themenbereichen ausgezeichnet gelingt.
Profile Image for Labyrinth.
336 reviews8 followers
February 24, 2024
Die Hauptperson ist Josse, ein Junge, der in Armut aufwächst und sich als Mann in der Gesellschaft hochlügt. Durch geschicktes Kopfnicken, Meinungswechsel zum richtigen Zeitpunkt und Manipulation als Redner kommt er zu einer immer grösseren Zahl von Anhänger.

Pompeji ist eine Mischung aus historischem Roman, Gesellschaftskritik und Satire, die zwar zur Zeit des Ausbruchs spielt, allerdings auf das heutige Leben zielt.

Mir hat diese Mischung gefallen, allerdings hatte ich mir vom Autor noch ein bisschen mehr erwartet.
Profile Image for Michael Wanger.
60 reviews2 followers
December 27, 2024
Spannender Schauplatz, durchdachte Handlung und eine wichtige Botschaft. Alles jedoch etwas hölzern zusammengefügt. Es ist historical fiction, ja, aber Dialoge, Denkmuster und Verhaltensweisen einzelner Protagonist:innen erinnern mehr an das 21. als das 1. Jahrhundert. Dies macht es schwerer, in die Geschichte einzutauchen. Nichtsdestotrotz sind Schauplatz und viele Eigenheiten jener Ära historisch korrekt oder zumindest authentisch wiedergegeben.

Alles in allem sind sowohl drei als auch vier Sterne als Bewertung gerechtfertigt.
11 reviews
August 6, 2025
Unterhaltsamer parabelartiger Text der zwar gekonnt geschrieben ist dem es aber an analytischer Tiefe zur tatsächlichen Entfaltung seiner These fehlt. Der Erzählfluss teils etwas anstrengend aber im grossen und ganzen sehr souverän und macht Spass. Etwas mehr Brecht und etwas weniger Popliteratur vielleicht?!
Profile Image for Annika.
21 reviews7 followers
July 16, 2024
Unterhaltsame Lektüre, ideal für den Urlaub. Aus historischer Perspektive zwar teils sehr frei und fiktiv, aber das Buch erhebt auch keinen Anspruch auf historische Akkuratesse und wenn man das ausklammert, ist es ein kurzweiliges Lesevergnügen!
31 reviews
December 14, 2024
Amüsanter Roman, welcher - mit ein oder zwei Schleifen zu viel - der aristokratischen Elite im römisch kolonialisierten Pompeji den Spiegel vorhält. Populismus, Korruption und patriarchale Traditionen werden in ironischer Erzählweise entlarft.
Displaying 1 - 30 of 57 reviews

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