Warum wir selbst über unseren Namen und unser Geschlecht entscheiden können sollten.
Vor fünf Jahren hatte Linus Giese sein Coming out als trans Mann. Weil er sich traute, öffentlich darüber zu sprechen, erntete er Hass – und überwältigenden Zuspruch, insbesondere von jungen Menschen. Mit seinem neuen Buch möchte er ihnen etwas zurückgeben und Mut machen für die Zukunft. Trans Menschen erleben Diskriminierung im Alltag und auch strukturell, auf dem Arbeitsmarkt, im Gesundheitswesen, durch das Transsexuellengesetz, das als verfassungswidrig eingestuft wurde. Dagegen entwirft Giese ein Szenario, wie wir leben würden, wenn das Recht auf Selbstbestimmung für alle nicht nur ideell eingeräumt, sondern auch gesetzlich verankert würde. Und warum endlich Schluss sein muss mit der Pathologisierung der Geschlechterdiversität, um für alle Teile der Gesellschaft mehr Freiheit zu ermöglichen.
Sichtbar und präsent kämpft Aktivist und Autor Linus Giese im Netz für die Rechte von trans Personen. In seinem Buch «Ich bin Linus» erzählt er seine Lebensgeschichte, berichtet von Diskriminierung, Bedrohungen und dem großen Glück, endlich er selbst zu sein.
Dieses kurzweilige Buch habe ich als Hörbuch gehört und sehr gemocht.
Linus Gieses Brief an Jonas war sehr rührend zu hören, weil mir bewusst wurde, dass ich früher als Kind und Teenager keine queeren Vorbilder hatte. Weder Lehrer_innen noch Freund_innen waren queer - jedenfalls nicht hör- und sichtbar. Queere Themen waren stets ein Tabu und somit bin ich mit dem Glauben aufgewachsen, dass das alles irgendwann endet. Dass das nur ne Phase ist, so wie ne Grippe.
Fast 27 Jahre später bin ich froh und glücklich darüber, dass es solche Bücher gibt.
Dieses Buch ist gefühlt eine komprimierte Version von ‘Ich bin Linus’.
Sehr kurz, aber auch sehr eindrucksvoll. Ich selbst konnte nicht mehr viel Neues daraus mitnehmen, aber diese kleine Lektüre ist perfekt für Menschen, die etwas übers trans sein lernen wollen. Jedenfalls habe ich jetzt Lust bekommen, noch mehr von Linus Giese zu lesen.
Mir hat "Ich bin Linus" von Linus Giese damals sehr gut gefallen. Dieser Brief an Jonas klingt etwas wie eine Kurzfassung des Buches, ist aber auch wieder ein wichtiger Appell an die Gesellschaft und immer wieder lesenswert, weil trans Menschen viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.
Super als Einstieg in die Thematik und zum Verschenken.
Der Anlass, dieses Buch zu schreiben, war für Linus Giese der Besuch eines Jungen gemeinsam mit seiner Mutter in der Buchhandlung in der er arbeitet. Nicht selten wenden sich Menschen an Linus um nach Rat oder Empfehlungen hinsichtlich des Trans*-Seins zu fragen. So kam auch Jonas auf ihn zu, woraus sich dieses in Briefform gestaltete Buch entwickelte. In „Lieber Jonas oder Der Wunsch nach Selbstbestimmung“ wendet sich Linus an Jonas und spricht ihm in erster Linie Mut zu. Emphatisch animiert er ihn, an sich zu glauben, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und gibt ihm Tipps, wie der durch Hürden geprägte Weg der Transition einfacher werden kann. Einen großen Teil nimmt dabei das Selbstbestimmungsgesetz ein, welches bisher als Entwurf vorliegt. Linus reagiert dabei parallel auf etwaige Kritik, hebt die Notwendigkeit hervor und bezieht sich dabei immer auf aktuelle Diskurse. Durch die persönliche Anrede an Jonas fühlt man sich auch als Leser*in angesprochen und kann eigene Denkmuster reflektieren und hinterfragen. Auch wenn das Buch nur wenige Seiten hat, lohnt es sich doch besonders für cis Menschen sehr, es zu lesen. Ich möchte euch also herzlichst bitten, Linus zuzuhören und dieses Buch zu konsumieren. Und darüber hinaus auch sämtliche von ihm gegebene Empfehlungen gleich mit! Für mich ist es eine große Bereicherung und ich glaube, für viele andere ebenfalls 🤍
Kurz und knapp aber dafür umso eindrücklicher. Würde das Buch gerne jedem in die Hand drücken, weil es einfach so wichtig ist. Linus' Worte sprechen mir aus der Seele und haben mich echt berührt. Macht mir auf jeden Fall auch viel Mut für meinem Weg und ich werde es bestimmt noch einige Male zur Hand nehmen um Stellen nachzulesen.
ein kurzer prägnantes buch in form eines briefes geschrieben. für mich persönlich inhaltlich nicht unbedingt so viel neues. dafür hat mir das buch ganz viel mut und hoffnung geschenkt. lege es gerade menschen ans herz, die noch nicht so viel über trans* identität wissen.
Das war schön! Ich habe vor ein paar Monaten schon den Brief von Mareike Fallwickl gelesen & finde das Konzept dieser Reihe ganz ganz toll! Ich habe die ganze Zeit den Adressaten des Briefs, Jonas, vor Augen gehabt & mir gedacht, wie heilsam dieses kleine Buch für ihn, aber auch so viele andere trans Personen sein kann. Wie auch schon bei „Ich bin Linus“ bewundere ich, mit welch roher und authentischer Vulnerabilität der Autor schreiben kann & habe das Gefühl, dieses kleine Buch ist wieder mal eins, was viele Leben zutiefst berührt. Ich glaube der einzige Grund, warum ich persönlich keine 5 Sterne gegeben habe, ist, dass ich dadurch, dass ich z.B schon das andere Buch des Autors gelesen habe, nicht wirklich etwas Neues mitnehmen konnte. Aber es war trotzdem schön! <3
Meine durchschnittliche Bewertung ist weniger dem Inhalt des Buches geschuldet und mehr der Tatsache, dass es wie eine extrem komprimierte Version von Ich bin Linus: Wie ich der Mann wurde, der ich schon immer war wirkt. Da ich letzteres schon kenne, gab's hier einfach kaum etwas Neues für mich, aber ich freue mich über die Existenz des Buches, da es sicher einigen Leser*innen viel bedeuten wird.
Mit „Lieber Jonas oder Der Wunsch nach Selbstbestimmung“ legt Linus Giese einen schmalen, aber inhaltlich dichten Band vor, der sich wie eine Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht, politischem Appell und liebevollem Zuspruch liest. Ausgangspunkt ist ein junger trans Mensch – Jonas –, dem Giese schreibt, aber mehr noch: eine ganze Generation von Jugendlichen, die im Ringen um ihre Identität zwischen Unverständnis, Feindseligkeit und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben steht.
Die große Stärke des Textes liegt darin, dass er die Perspektive konsequent umdreht: Nicht trans Menschen müssen sich rechtfertigen, sondern eine Gesellschaft, die ihnen das Leben schwer macht. Giese zeigt ruhig, aber bestimmt, wie alltägliche Dinge – ein Formular, eine Umkleide, ein Arztbesuch – zu Hürden werden können. Er erklärt, ohne zu belehren und zeichnet dadurch ein Bild, das für Menschen ohne eigene Trans-Erfahrung gut nachvollziehbar wird.
Besonders berührend ist, wie oft der Text bei der Frage landet: Was brauchst du, um du selbst sein zu können?
Darin liegt eine große Wertschätzung gegenüber jungen Leser*innen. Es geht nicht nur um Begriffe oder Gesetze, sondern darum, dass ein Mensch überhaupt das Recht hat, über den eigenen Körper, Namen, die eigene Zukunft zu entscheiden.
Sprachlich ist das Buch sehr zugänglich: direkte Anrede, keine komplizierten Fachbegriffe. Giese nimmt seine Leser*innen mit, egal, ob sie gerade erst anfangen, über Geschlechtsidentität nachzudenken oder schon mitten in medizinischen/rechtlichen Prozessen stecken.
Der Ton ist dabei bemerkenswert freundlich. Selbst wenn Giese von Hass, Anfeindungen oder politischen Angriffen auf trans Rechte spricht, kippt er nicht in Resignation oder Zynismus. Stattdessen versucht er, Räume für Hoffnung und Solidarität aufzumachen: Freundschaften, queere Communities, Verbündete, die sich schützend vor vulnerable Menschen stellen.
Das macht das Buch gerade für Jugendliche und Eltern zu einer wertvollen Lektüre: Es ist informativ, ohne zu überfordern und tröstlich, ohne die Realität zu beschönigen.
Das Buch eignet sich vor allem als Einstieg, nicht „Endpunkt“ einer Beschäftigung mit dem Thema. Wer bereits tief in der queer-feministischen oder trans-aktivistischen Debatte steckt, wird inhaltlich wenig Neues lernen – aber möglicherweise dennoch die emotionale Ehrlichkeit und die klare, zugewandte Sprache zu schätzen wissen.
4.5 Sterne - Manchmal glaube ich sind es die kleinen Werke, die in uns große Emotionen erwecken können. So ging es mir auch mit "Lieber Jonas oder der Wunsch nach Selbstbestimmung".
Linus Giese nimmt uns hier in wenigen Seiten mit und klärt uns auf, was es heißt in der heutigen Gesellschaft trans* zu sein. Wie viel Schmerz da ist; wie es aber auch eine Community gibt, die zueinander hält und sich gegenseitig Hoffnung gibt. Hoffnung das man irgendwann ein selbstbestimmteres Leben führen kann.
Ich selbst musste manchmal mit den Tränen kämpfen, weil dieses Buch eindrücklich zeigt, an welchem Punkt wir aktuell stehen. Egal ob trans* oder nicht, wir alle müssen dafür kämpfen, das Menschen in Zukunft selbstbestimmt über sich und ihr Leben bestimmen können.
aaaah gfühl. gebed das buech eune eltere und verwandte und grosseltere und vor allem allne mitmänsche vu trans lüt! es isch herzig und eifach und gschiid und schön! aaaaaahhhhh
ich hab zwar nicht soo viel neues gelernt, aber es war trotzdem wirklich berührend und dazu perfekt für menschen, die noch nicht so viel über trans* identitäten und die fakten/sachlage dahinter wissen. kurz, aber einprägsam :)
Sehr cute, ließt sich sehr schnell. Die Briefform gefällt mir mega gut und ich würde das Buch auf jeden Fall Menschen empfehlen, die noch keinen oder kaum Bezug zu trans* Menschen haben oder (jungen) trans* Menschen, die noch am Anfang ihres Coming-outs sind.
Für mich persönlich war hier nix neues dabei und ich würde manche Dinge auch anders ausdrücken (was aber ja voll ok ist!) Ich finde auch, dass hier alles nur sehr oberflächlich angerissen und nicht sonderlich radikal oder konkret vertieft wird. Und der Text war dann doch weniger persönlich und emotional als ich dachte und ging viel mehr in die Richtung Bildungsarbeit. Ich frage mich, ob das wirklich von vornerein das Ziel des Autors war oder ob es ihm beim Schreiben eher so passiert ist, dass er an sich selbst den Anspruch gestellt hat, alles richtig erklären zu müssen, eben weil es so wenig hilfreiche und so viel schädliche „Informationen“ zum Thema Geschlechtsidentität gibt.
Linus schreibt einen Brief an den Jungen Jonas, nachdem dieser ihn besucht hat. Auch wenn das Buch nur knapp 80 Seiten umfasst, fand ich es soooo schön & vor allem empowering, was ich bei der Kürze absolut nicht erwartet hätte.
Jonas steht noch ziemlich am Anfang seiner Transition, trotzdem fand ich die Themen und aktuellen Diskurse über die Linus schreibt (z.B.die Angst “zu alt” für eine Transition zu sein, fehlende Repräsentation in Büchern und Filmen), sehr gut ausgewählt. Generell greift Linus einige aktuelle Debatten auf und entkräftet sie kurz und schmerzlos, weswegen ich mir vorstellen kann, das es nicht nur trans Menschen Ängste nimmt, sondern auch ihren Angehörigen!
Keine Bewertung, weil ich das bei Sachbüchern selten tue. Aber ein paar meiner Gedanken:
Giese schreibt über wichtige Dinge. Aber für die vielen Aspekte auf den wenigen Seiten wirkt es so, als hätte er sich an einer Checkliste entlang gehangelt. Ich glaube, um es auf den Punkt zu bringen, fehlte mir hier irgendwie das Format Brief? Es war dann doch eher ein Essay, mit ein paar Wiederholungen aus 'Ich bin Linus', in dem zwischendurch Jonas adressiert wurde. Es war nicht schlecht. Ich hatte nur andere Erwartungen.
Am Ende spielt das aber nicht die größte Rolle. Ich würd das Buch aufjedenfall weiterempfehlen.
ich habe bereits Linus Gieses erstes Werk sehr geliebt. Dieses in Form eines Briefes hat mir auch sehr gut gefallen. Da es sehr schnell zu lesen ist vielleicht auch eine gute Option um Menschen, die noch nicht über die Thematik aufgeklärt sind abzuholen und zum Lesen zu animieren. Ich finde es besonders bewundernswert wie Linus Giese es schafft über ein emotionales und schmerzhaftes Thema zu berichten und mir trotzdem beim Lesen, insbesondere in der Briefform an Jonas das Gefühl gibt eine heiße Trost Schokolade und kein Buch zu genießen 💙🤍🩷
Ein wundervoller und kurzweiliger Brief über das trans* sein und werden. Die kurze Form macht das Thema schnell zugänglich für Menschen, die sich bislang damit nicht oder wenig beschäftigt haben. Es zeigt in seiner Kürze dennoch eindrucksvoll auf, dass wir alle von einer offenen Gesellschaft profitieren können und gibt Menschen Mut, zu ihrer Identität zu stehen bzw. sich auf die Suche nach ihr zu begeben.
Ein Brief an einen Transmann:) Es werden die Herausforderungen klar beim Namen genannt. Dadurch wird es schwierig, sich solchen Gedanken zu entziehen. Außerdem wird einem die Perspektive eines anderen Lebensalltags vor Augen geführt. Es muss sich was verändern und Menschen müssen angenommen werden, wie sie sind! Es ist nicht sehr umfangreich, aber dennoch klar und präzise geschrieben. Ich glaube, es wird jedem klar, was damit ausgesagt werden soll.
Ich konnte mich gut in diesen jungen Menschen hineinversetzen, Jonas, der erst am Anfang einer Reise steht. Und in Linus, der gerne helfen und begleiten möchte. Sehr einfühlsames Buch. Ich konnte gut nachvollziehen wie es sein muss wenn man so viel Hass und Unverständnis erleben muss. Hoffentlich werden wir in Zukunft lernen besser miteinander umzugehen.
ein so so wichtiges und eindrucksvolles buch !! auf etwa 80 seiten ist alles über die selbstbestimmung von trans* personen abgedruckt. das buch erklärt welche hürden diese auf dem weg zu sich selbst überwinden müssen & welche steine die politik / die gesellschaft ihnen in den weg legt. hat mich sehr zum nachdenken angeregt
Ein gefühlvoll geschiebener kleiner Brief. Ich hoffe, viele Eltern, die sich noch nicht mit dem Thema einer queeren Identität auseinander gesetzt haben, werden dies lesen und ihre Kinder in ihrer natürlichen Entwicklung unterstützen.
Die Aufmachung des Briefes nimmt einen beim Lesen an der Hand und führt einen kurz und knackig durch unterschiedliche Aspekte der Selbstbestimmungsdebatte aus Sicht eines Betroffenen.