Were the microorganisms only longer than the people on earth or would they stay longer?
Please note that I put the original German text at the end of this review. Just if you might be interested.
I would like to focus on the theoretical part of the book. Paul Farmer is a shining example of with his commitment to the poorest and the weakest. His approaches and ideas for better medical care, more distributive justice and a restructuring of inefficient and corrupt systems are visionary. He describes the mistakes in the order, specifically the AIDS and tuberculosis epidemic in developing countries. However, back to the plagues.
Since the book is quite old, I include some of the newer developments.
One should not lose sight of the historical role models along with new scientific findings, despite all criticism of the events surrounding pork and avian flu hysteria. Above all, the pharmaceutical companies used the hyped crisis to sell more drugs and exaggeration was used to increase circulation of media.
Because the Spanish flu killed not only millions of people but, what is even more terrifying, infected more than half of the then world population. It was a lucky coincidence that it just killed young and healthy people. Bird and swine flu, which may also have other intermediate owners as zoonoses, have the potential to be both incredibly deadly and contagious. So far it has not been, but the potential combinations of characteristics of Ebola and smallpox, AIDS and influenza or tuberculosis and hepatitis C give a foretaste of dystopian scenarios. These are in no way fictitious or unlikely.
As quickly and inaccurately mutating viruses such as HIV and Ebola are changing constantly and thus escape any vaccine and cure. They come in contact with new hosts and other viruses and bacteria and develop resistance.
In tuberculosis, hepatitis C, hospital germs and other pathogens, this has now led to the formation of multidrug-resistant bacteria.
The practice of evaluating the costs and financial potential of outbreaking diseases and disabilities after illnesses seems sick itself. Whether in hard currency or a lost, healthy life-year counted, these monsters are poor reports of bureaucratic withdrawal. One does not need to shun the comparison with the profit calculation of corporations.
They have no scruples about sitting on the patents, formulas and production sites of drugs and active ingredients. However, they keep them under wraps and thus prevent research and its healing by states or other companies. Not only are there no ambitions to produce drugs against diseases that are rampant in developing countries and therefore unprofitable. It is also systematically prevented that those affected resorts to self-help.
If they do, they will be sued for infringement of patent and copyright rights. However, these class action lawsuits by pharmaceutical companies against developing countries are not entirely in harmony with the code of conduct. They cause annoying cries of the press and usually have to be pulled back. Provided the world public learns about it. Good that there are still the lucrative civilization diseases in the first world.
The combination of unscrupulousness, greed and the postponement of action could, above all, make the industrialized countries regret their actions. Not only that they ensure a better exciter distribution through the developed infrastructure and many more people can be infected in a shorter time than in developing countries. What is also not considered are the extended consequences of a plague that is only rampant in developing countries due to the successful isolation of the West. The resulting lack of raw materials and food would also cause considerable damage in the North American and European economies.
Since research on drugs and vaccines is increasingly focusing on genetically modified organisms, consideration is required. We know nothing at all about the short-term, long-term or consequential effects of interfering with the genetic material of life forms. Except perhaps that the modification changes specific characteristics and results in desired directions. Often by accident or random. How this affects the further development, reproduction and the rest of the ecosystem is also under running and thus vanishes into insignificance.
Governments, corporations, and scientists now fully control their mental powers by combating some of the most adaptable, only partially explored and understood, mutant and hazardous forms of life using genetic engineering. It will be exciting to see what the viruses and bacteria can do with these extra, unnatural building blocks. Also, what a multidrug-resistant, genetically engineered pathogen knows how to start with the evolutionarily most successful properties of various diseases when it unites them.
In a slum in the third world, in a Chinese internment camp or an over-occupied prison of the industrialized countries.
Waren die Kleinstlebewesen nur länger als die Menschen auf der Erde oder werden sie es auch länger bleiben?
Ich möchte mich auf den theoretischen Teil des Buches konzentrieren. Paul Farmer ist mit seinem Engagement und Einsatz für Ärmsten und Schwächsten ein leuchtendes Vorbild. Seine Ansätze und Ideen für bessere medizinische Betreuung, mehr Verteilungsgerechtigkeit und eine Umstrukturierung der ineffizienten und korrupten Systeme sind visionär. Er beschreibt die Fehler im System, speziell anhand der AIDS und Tuberkulose Epidemie in Entwicklungsländern. Doch zurück zu den Seuchen.
Da das Buch recht alt ist, binde ich ein paar der neueren Entwicklungen mit ein.
Man sollte die historischen Vorbilder samt neuen, wissenschaftlichen Erkenntnissen, bei aller Kritik an den Vorgängen rund um die Schweine- und Vogelgrippehysterie, nicht aus den Augen verlieren. Vor allem die Geschäftemacherei von Pharmakonzernen und Übertreibung zwecks Auflagensteigerung von Medien.
Denn die spanische Grippe tötete nicht nur Millionen Menschen, sondern, was noch erschreckender ist, infizierte auch mehr als die halbe damalige Weltbevölkerung. Dass sie nur die jungen und gesunden Menschen dahinraffte, war ein glücklicher Zufall. Vogel- sowie Schweinegrippe, die als Zoonosen auch weitere Zwischenwirte haben können, bergen das Potential in sich sowohl überaus tödlich als auch ansteckend zu sein. Bisher war es noch nicht der Fall, aber die potentiellen Kombinationen aus Eigenschaften von Ebola und Pocken, Aids und Grippe oder Tuberkulose und Hepatitis C geben einen Vorgeschmack auf dystopische Szenarien. Diese sind in keiner Weise fiktiv oder unwahrscheinlich.
Gerade so schnell und ungenau mutierende Viren wie HIV und Ebola verändern sich stetig und entschlüpfen damit jeder Impf- und Heilungsmöglichkeit. Sie kommen mit immer neuen Wirten und anderen Viren und Bakterien in Kontakt und entwickeln Resistenzen.
Bei Tuberkulose, Hepatitis C, Krankenhauskeimen und anderen Erregern hat dies mittlerweile zur Bildung von multiresistenten Keimen geführt.
Pietätslos mutet die Praxis der Kostenermittlung von Krankheiten, Seuchenausbrüchen und durch Invalidität nach Erkrankung verkürzter Erwerbstätigkeit an. Egal ob in harter Währung oder verlorener, gesunder Lebenszeit gerechnet, sind diese Ausgeburten bürokratischer Abgehobenzeit Armutszeugnisse. Sie brauchen nicht den Vergleich mit der Gewinnkalkulation von Konzernen zu scheuen.
Diese haben keine Skrupel, auf den Patenten, Formeln und Produktionsstätten von Medikamenten und Wirkstoffen zu sitzen. Sie halten diese aber unter Verschluss und verhindern damit eine Forschung samt Heilung durch Staaten oder andere Firmen. Nicht nur, dass keine Ambitionen bestehen, Medikamente gegen nur in Entwicklungsländern grassierende und deshalb unrentable Krankheiten zu produzieren. Es wird auch noch systematisch verhindert, dass die Betroffenen zur Selbsthilfe greifen.
Tun sie das doch, werden sie auf die Verletzung von Patent- und Urheberrechten verklagt. Diese Sammelklagen von Pharmakonzernen gegen Entwicklungsländer sind aber nicht ganz mit dem code of conduct in Harmonie zu bringen. Sie verursachen lästige Aufschreie der Presse und müssen meist wieder zurück gezogen werden. Vorausgesetzt, die Weltöffentlichkeit erfährt davon. Gut, dass es da noch die einträglichen Zivilisationskrankheiten in der ersten Welt gibt.
Die Kombination aus Skrupellosigkeit, Gier und Handlungsaufschub könnte vor allem die Industrieländer noch teuer zu stehen kommen. Nicht nur, dass sie durch die ausgebaute Infrastruktur eine bessere Erregerverteilung gewährleisten und viel mehr Menschen in kürzerer Zeit angesteckt werden können als in Entwicklungsländern. Was zusätzlich nicht bedacht wird, sind die erweiterten Konsequenzen einer durch erfolgreiche Abschottung des Westens nur in Entwicklungsländern grassierenden Seuche. Denn das damit einhergehende Ausbleiben von Rohstoffen und Lebensmitteln würde auch in den nordamerikanischen und europäischen Volkswirtschaften beträchtlichen Schaden anrichten.
Da bei der Erforschung von Medikamenten und Impfungen vermehrt auf gentechnisch veränderte Organismen gesetzt wird, drängt sich eine Überlegung auf. Wir wissen nicht das Geringste über die Kurz-, Langzeit- oder Folgewirkungen von Eingriffen in das Erbgut von Lebensformen. Außer vielleicht, dass die Modifikation gewisse Eigenschaften verändert und daraus erwünschte Resultate erwachsen. Und das oftmals zufällig oder aus Versehen. Wie sich das auf die weitere Entwicklung, Fortpflanzung und das restliche Ökosystem auswirkt, läuft unter ferner liefen und entschwindet somit in die Bedeutungslosigkeit.
Nun bekämpfen Regierungen, Firmen und Wissenschaftler im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte einige der anpassungsfähigsten, nur teilweise erforschten und verstandenen, mutationswilligen und extrem gefährlichen Lebensformen mit Mitteln der Gentechnik. Es wird spannend sein zu beobachten, was die Viren und Bakterien mit diesen zusätzlichen, unnatürlichen Bausteinen anzufangen wissen. Und was so ein multiresistenter, gentechnisch verfeinerter Erreger mit den evolutionär erfolgreichsten Eigenschaften verschiedener Krankheiten anzufangen weiß, wenn er sie in sich vereinigt.
In einem Slum in der dritten Welt, in einem chinesischen Internierungslager oder in einem überbesetzten Gefängnis der Industriestaaten.