Jump to ratings and reviews
Rate this book

Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit

Rate this book
In unserer Gesellschaft wird Weiblichkeit gleichgesetzt mit Fürsorglichkeit. Frauen sind, ob in der Familie, in Beziehungen oder im Beruf, zuständig für emotionale Zuwendung, für Harmonie, Trost und Beziehungsarbeit - für Tätigkeiten also, die unsichtbar sind und kaum Anerkennung oder Bezahlung erfahren. Sie "schulden" anderen - der Familie, den Männern, der Öffentlichkeit, dem Arbeitsplatz - ihre Aufmerksamkeit, ihre Liebe, ihre Zuwendung, ihre Attraktivität, ihre Zeit. Und kämpfen jeden Tag gegen emotionale und sexuelle Verfügbarkeitserwartungen.

Es sind diese allgegenwärtigen Ansprüche, die Frauen in die Erschöpfung treiben. Denn - deklariert als "weibliche Natur" - ist die geleistete Sorgearbeit meist wenig anerkannt und bleibt unsichtbar. Sie gilt ökonomisch als irrelevant und ist gerade deshalb ausbeutbar. Das Buch zeigt, dass die Verfügbarkeitsansprüche für unterschiedliche Frauen Unterschiedliches Ob als Mütter oder als Mädchen, ob als schwarze oder weiße Frauen, als Migrantin, Trans- oder non binäre Person, als dicke oder lesbische Frau, ob im Dienstleistungssektor, in Pflegeberufen oder in der digitalen (Selbst)vermarktung, ob als Politikerin oder Künstlerin - die Verausgabung hat unterschiedliche Ausmaße und unterschiedliche Ursachen.

Die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach wendet sich gegen ein misogynes System, das von Frauen alles erwartet und nichts zurückgibt. Und sie zeigt, welch vielfältigen Widerstand Frauen gegen die Ausbeutung ihrer Energie, ihrer Psyche und ihrer Körper leisten. Ein Widerstand, der zu einer treibenden Kraft für neue Arbeits- und Lebensweisen wird und die Welt verändert.

Audible Audio

Published February 18, 2022

180 people are currently reading
2372 people want to read

About the author

Franziska Schutzbach

6 books27 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
590 (61%)
4 stars
301 (31%)
3 stars
65 (6%)
2 stars
7 (<1%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 76 reviews
Profile Image for Elena.
1,043 reviews416 followers
July 26, 2022
Ich werde manchmal von meinem Umfeld gefragt, ob ich nicht mittlerweile "genug" feministische Bücher gelesen hätte, ob es denn wirklich so viele Bücher zum Thema brauche und ob da nicht langsam alles gesagt worden wäre. Puh. Mit "Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit" hat mir Franziska Schutzbach mal wieder gezeigt, dass eben nicht bereits alles zum Themenkomplex Feminismus und Gleichberechtigung gesagt und verhandelt wurde. Klug, pointiert und mit super vielen Fakten und hochinteressanten Beispielen untermauert widmet sich die Schweizer Autorin der vielfältigen Erschöpfung der Frauen, die aus einem zutiefst patriarchalen System herrührt.

Frauen können und dürfen heute angeblich alles - von sexueller bis hin zu beruflicher Freiheit stehen ihnen scheinbar alle Möglichkeiten offen. Gleichzeitig greift eine massive Erschöpfung um sich, es wird eine permanente Verfügbarkeit der Frauen gefordert, in der Familie, im Beruf, in sexuellen und gesellschaftlichen Belangen. Anhand von sieben Essays beleuchtet Franziska Schutzbach diese andauernde erzwungene Verausgabung aus verschiedenen Blickwinkeln und Themenbereichen heraus. Sie stellt immer die richtigen Fragen, legt den Finger dorthin, wo es echt weh tut und achtet vor allem ebenso darauf, immer intersektionale Perspektiven in ihre Gedankengänge mit einzubinden. Dafür macht sie in ihren Texten auch Platz für Own-Voice-Beiträge. Gleich zu Beginn des Sachbuchs stellt sie klar, dass sie den Begriff "Frau" nicht als eine feste homogene Kategorie verwendet, sondern um die historischen Verbindungen und gesellschaftlichen Zuschreibungen darzustellen. Zudem geht sie immer wieder auf die Erschöpfung mehrfach Marginalisierter wie Menschen mit Migrationsgeschichte, BIPoC und trans Personen ein.

Ich durfte dank "Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit" (erneut) extrem viel dazu lernen, vor allem weil Franziska Schutzbach auch einige Lösungs- und Revolutionsansätze mit in ihr Buch einfließen lässt. Habe ich richtig gerne gelesen und lege ich euch allen sehr, sehr nachdrücklich ans Herz!
Profile Image for Birgitt.
3 reviews1 follower
January 6, 2022
Dieses Buch sollte jeder Mann lesen.

Für mich als 1965 geborene Frau, die doch sehr große Illusionen bezüglich ihrer Emanzipiertheit hatte, ist es eine Bestätigung, Entlastung und Bereicherung vieler Gedanken, die mir in den letzten Jahren durch den Kopf gegangen sind und die heftige Streitigkeiten in meiner Ehe ausgelöst haben. "Hier, andere denken das auch!" Der Satz hat meinen Mann immerhin bewogen das Buch seinerseits zu kaufen und zu lesen. Und damit spart mir die Autorin enorme Energie! Allein dafür schon danke!

Was ich an dem Buch sehr schätze, ist, dass es immer wieder aufzeigt, dass die Perspektive der weißen Mittelschichtfrau eine von vielen ist, die in Diskussion mit anderen Perspektiven treten muss.

Ganz besonders gefallen hat mir auch die Einordnung der Erschöpfung der Frau in einen größeren wirtschaftlichen Rahmen und der Ausblick auf eine mögliche Lösung.

Das ist ganz sicher eins der Bücher, an dem ich lange weiter denken werde.
Profile Image for Lotte.
632 reviews1,135 followers
February 8, 2022
Mit Aussagen wie "Das sollte jede:r lesen!" bin ich eigentlich echt sparsam, aber: Dieses Buch sollte halt echt jede:r lesen. Auch wenn ihr schon einige feministische Sachbücher gelesen habt – Franziska Schutzbach präsentiert hier noch einmal einen ganz neuen Blickwinkel auf weibliche Verfügbarkeit und dessen Ausbeutung im patriarchalen System. Highly, highly recommend!
Profile Image for Rico.
2 reviews2 followers
February 17, 2022
Lesenswertes Buch! (Auch) Männer können aus diesem Werk sehr viel gutes ziehen. Beim Lesen wird die lesende Person mit Themen und Verhaltensweisen konfrontiert, welche man(n) zuvor nie hinterfragt hätte. Ausserdem ist es spannend die Reaktanz bzw. die sofortige Abwehrhaltung, die bei der Konfrontation entsteht, bei sich selbst zu sehen. Richtig spannend wird es dann, wenn Franziska Schutzbach dir erklärt wieso diese Abwehrhaltung entsteht. Auch die die Behandlung des Themas "Selbstoptimierung" und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und unsere Wahrnehmung ist sehr gut beschrieben!
Bei gewissen Thesen und Aussagen tue ich mich nach wie vor schwer. Doch das soll auch so sein. Nur so bleiben soll es nicht ;)
Vielen Dank für das gelungene Buch.
Profile Image for Michael.
1 review
January 9, 2022
Caveat: book is in German.
A book every person should read. Every. In particular men.
The author carefully and thoroughly analyzes, how deep patriarchal structures and thinking are woven into all aspects and every detail of our cultures and societies, how long their history is, how much capitalism needs and nurtures them. In particular the strong entanglement of capitalism and patriarchy is eye opening. Both mutually enforce each other.
The book helps to make the reader aware, that almost every little routine, every social interaction, every constellation involving tasks and persons is contaminated with patriarchal structures often so deeply engrained that they became automatisms in our daily behavior. The book helps to realize these patterns, to see behind them and - hopefully - to start a process to emancipate oneself from them. We all grew up and were educated embedded in our culture. Thus, we all internalized these patriarchal patterns so much that we tend to miss the extent of their continuous presence and influence.
The book is well written, the language is precise and entertaining at the same time.
Profile Image for Aniya.
341 reviews37 followers
January 10, 2022
Kluge, umfangreiche Analyse (mit Fakten untermauert), die erfrischenderweise ohne viel persönliche Geschichte und Anekdoten auskommt.
Profile Image for Fiona.
679 reviews81 followers
July 21, 2022
Ein gelungener Rundumschlag. Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Ich habe bereits mehrere Bücher rund um das Thema Feminismus und Gleichberechtigung gelesen, viele versuchen möglichst alle Bereiche abzudecken, reissen sie dabei aber nur an. Natürlich konnte auch in diesem Buch nicht auf alles bis ins Detail eingegangen werden, aber die Autorin hat bei allen Themen den Bezug zum Kern ihres Buches hergestellt: warum das Leben in unserer Gesellschaft für Frauen erschöpfend ist.
Eine Leseempfehlung für alle, die meinen Gleichberechtigung sei schon erreicht, aber auch für alle, die Feminismus unterstützen und sich damit bereits auseinander gesetzt haben, man lernt doch immer noch etwas neues.
Profile Image for Mondperle.
112 reviews20 followers
July 4, 2025
Ein Buch, das mal wieder wütend macht. Ich bin jedes Mal aufs neue erstaunt, wie sehr Sexismus auch mein Leben prägt und geprägt hat. Hätte mir ein bisschen mehr Neues gewünscht und ein bisschen mehr, dass der Fokus häufiger oder expliziter auf der Erschöpfung liegt.
Profile Image for Lenakoko.
121 reviews2 followers
July 23, 2023
War an einigen Stellen etwas langatmig, aber sonst ein gutes Buch. Besonders die letzten Kapitel war sehr interessant.
Profile Image for Louise.
15 reviews
July 18, 2022
„Wenn Erschöpfung als geteilte Erfahrung spürbar wird, bringt uns diese Erfahrung in ein Verhältnis und in eine Beziehung zu anderen. Und nur in Beziehung zu anderen können gesellschaftliche Strukturen verändert werden“ (S. 269)

11/10, Grundlagenlektüre zur Erschöpfung wie auch Ermächtigung der Frauen (bzw FINTA). Schutzbach hat vieles niedergeschrieben, was sonst unausgesprochen bleibt. Sie beschreibt den Grund für meine Erschöpfung und die anderer. Auch fühlen sich ihre Worte wie eine vertraute Umarmung an, welche einem Kraft und Vertrauen geben, einem wissen lassen, dass frau nicht alleine ist.

Dieses Buch sollte jede*r lesen!
Profile Image for Annina.
412 reviews86 followers
March 31, 2025
Lesen! Franziska Schutzbach bringt die Fakten auf den Tisch. Es gab so viele Passagen in denen ich meine Denk- und Handlungsmuster wieder erkannte. Sehr ernüchternd und darum umso empfehlenswerter!
Profile Image for Zita.
15 reviews2 followers
August 5, 2023
Ein großartiges Buch! Es hat mich traurig gemacht. Es hat mich wütend gemacht und ich habe mich verstanden gefühlt. Es hat mir Dinge wieder ins Bewusstsein geholt, die ich schon wusste und mir Neues gezeigt.

Es werden verschiedene Themenfelder behandelt, in denen Frauen aus unserem kapitalistischen patriarchalen System heraus erschöpft werden. Diese sind in Kapitel unterteilt, die sich alle als selbstständige Essays lesen lassn - fand ich sehr gut, weil ich das Buch dadurch immer wieder gut weglegen oder mir ein Thema aussuchen konnte.

Punktabzug gibt es für die Quellen. Die Belege und herangezogenen Studien wirken stellenweise etwas schwach. Könnte mir vorstellen, dass es überzeugendere Quellen für diese so wichtigen Argumentationen gibt.

Absolute Leseempfehlung!
Profile Image for Sophie.
117 reviews6 followers
January 6, 2025
Hie chunt ouno mis rating, es isch zwar teilwis recht repetitiv worde, aber wüus e essay-sammlig isch u deshaub o muess funktioniere wenn epper nid so wie ig chronologisch list sondern ebe ef bestimmti essays dürenang, chani ds verstah u drübr hinwegluege.
Jedefaus, i muess gar niso viu derzue sege es isch haut ef wild i wiviune gfüu und muster ig mi und anderi froue us mim umfeud erkennt ha. Es paar sache woni gwüsst ha vo wo s chunnt, woni scho seuber oder dür ufklärigsarbeit vo angerne realisiert ha, aber o sache woni scho immer gspürt ha u nie ha chönne iordne, woni seuber nie in wort hätt chönne fasse, woni bim lese aber 1 zu 1 ha nachegfüut. Und ner widerum o sache wonimer ef no garnie überhoupt bewussti gedanke gmacht ha, wo aber haut o efach true si. U btw am afang wosi vo gwüssne männer verzeut het, digga I cannot. I know, not all men, i kenne würk ganz viu tolli männer, aber die männer i dem buech, und die gits haut leider o in real life, si zum chotze.
Profile Image for Laura.
47 reviews
December 31, 2023
Normalerweise tue ich mich schwer mit Sachbüchern. Aber für dieses Buch gibt es nicht genug Sterne. In ihrem Plädoyer für eine Care-Ökonomie zeigt Franziska Schutzbach präzise, faktenreich und leicht verständlich auf, wie Frauen im heutigen patriarchalen und kapitalistischen System ständig verfügbar sein müssen. Lest dieses Buch - alle!
Profile Image for Berit.
111 reviews23 followers
February 14, 2022
In "Die Erschöpfung der Frauen" thematisiert Franziska Schutzbach den systematischen und kollekiven Erschöpfungszustand, der dem Frausein* in unserer Gesellschaft immanent ist. Beleuchtet werden diverse Ebenen und Themengebiete wie etwa die konstante Erwartungshaltung der weiblichen Verfügbarkeit (sei es im sexuellem emotionalen oder beruflichen Sinne), die ungerechte Verteilung von Haus- und Carearbeit und Aspekte des sogenannten mental load (die oft unsichtbare aber verausgabende Arbeit auf emotionaler Ebene, die in vielen Fällen durch Frauen* geleistet wird).
Die empirischen bzw. wissenschaflich-theoretischen Teile werden an vielen Stellen anegreichert durch kleine Anekdoten und Erfahrungswissen der Autorin selbst, was die Lektüre insgesamt nicht abstrakt undtrocken, sondern vielmehr konstant frisch und anregend hat werden lassen.

Was mir neben des erwähnten Schreibstils außerdem sehr gut gefallen hat, war die inklusive Behandlung der betrachteten Personen: der Fokus lag nicht nur auf "den Frauen", sondern vielmehr auf FINTA insgesamt (Frauen, nicht-binäre, trans und agender Personen). Ein Aspekt, der mir bei vielen populärwissenschaftlichen Werken, die ähnliche Thematiken behandeln, oftmals fehlt. Auch die intersektionale Sichtweise der Autorin fand ich richtig und wichtig, sodass nicht nur das "Frausein" Betrachtungsgegenstand Schutzbachs ist, sondern auch vermehrt auf die Rolle von etwa Migrant*innen im Kontext voin Carearbeit, oder auf Arbeitsaufteilung in nicht-heterosexuellen Paarbeziehung eingegangen wird. Dieser ganzehitliche Blick konnte mich während des gesamten Lesens rundum beeindrucken und überzeugen. Schließlich, mein dritter besonders hervozuhebender Punkt, setzt Franziska Schutzbach ihre Beobachtungen und Beschreibungen in einen großen mikropolitischen Kontext und wirft die Frage auf, ob eine tatsächlich gleichgetellte Arbeit inklusive der vollständigen Wertschätzung unbezahlter (und zumeist weiblicher) Sorgearbeit innerhalb der kapitalistischen Verhältnisse, in denen wir nunmal leben, überhaupt möglich sein kann (Spoiler: nein, kann sie nicht). Auch dies ist eine Perspektive, die meines Erachtens nach oft viel zu kurz kommt und die Franziska Schutzbach den Lesenden sehr verständlich werden lässt.

Als letztes bleibt vielleicht die Frage, ob die gesamte Thematik nicht komplett desillusioniert und frustriert: Die immerwährende Erschöpfung, der Teufelskreis, und die Ohnmächtigkeit, Strukturen zu überwinden und aufzubrechen. Und auch hierfür findet Franziska Schutzbach die richtigen Worte, wie es auch viele andere Feminist*innen in diesem Zusammenhang tun: Wütend sein ist wichtig. Lauts sein ist wichtig. Und letzten Endes ist "die Bewegung hin zur Utopie [...] bereits Teil der Utopie".

Große Leseempfehlung!

Profile Image for Limaxo.
3 reviews
August 18, 2022
I think EVERYONE MUST READ this Book. It is a well explained piece about why feminism has still ways to Go, needs understanding of all of us and why we are where we are. Besides, it is well researched and written in a simple language so everyone CAN actually read and understand it fully.
Profile Image for Luisa.
170 reviews6 followers
November 3, 2022
Viel food for thought in diesem Buch. Zum einen interessant, weil ich mich mit meinen Erfahrungen teils wiedergefunden habe, und nun Begriffe zu Verhalten (wie bspw. body monitoring) kennengelernt habe. Auch die Diskussion um Essstörungen als komplexe Aneignungsstrategie von Frauen* war mir bisher nur vage bewusst. Mir ist klar, dass hinsichtlich dessen mehr reinspielt als bloße patriarchale Bedingungen, jedoch machte es für mich Sinn, diese als Versuch der Kontrolle über den eigenen Körper zu werten. Ein Versuch, der in seiner Konsequenz auch die Nutzlosigkeit und Unverfügbarkeit verspricht. Auch spannend, und das war mir in seinem Ausmaß bisher nur weniger bewusst, ist die überaus wichtige Rolle der kostenlosen Sorgearbeit für die kapitalistische Ökonomie. Die Autorin greift hierfür durchaus sarkastische Momente der (europäischen) Denkgeschichte auf. Der Begründer der neo-liberalen Theorie, Adam Smith, der mit seiner These bekannt geworden ist, dass für alle gesorgt sei, wenn sich alle um sich selber sorgen, klammert nämlich die Notwendigkeit des Sich-Sorgens, Sich-Kümmerns, der Instandhaltung des Haushalts aus, und das zieht sich bis heute. Der „homo economicus“ existiert in seiner Denke ohne die Fürsorge und Hingebung anderer, wo wäre er jedoch geblieben, wenn sich nicht jemand bei ihm zuhause, um sein Essen, seine Wäsche, seine Kinder gekümmert hätte? Wie würden Adam Smiths Theorien aussehen, wenn er sich nicht von seiner Mutter hätte durchfüttern lassen? Wie lange hätte Thoreau es in der Natur ausgehalten, wenn deine Mutter ihm nicht die Wäsche und Lebensmittel gebracht hätte? Die Unsichtbarkeit dieser Arbeitsform ist natürlich logische Konsequenz des Kapitalismus, wird jedoch immer absurder je mehr man darüber nachdenkt.

Gespickt mit vielen kulturrelevanten Anekdoten, und neuen oder bisher verdeckten Zugängen zu feministischen Themen, hat mir die Lektüre viel zu denken und viel zum Aufregen gegeben. Jedoch - und das rechne ich der Autorin hoch an - verweilt man nicht bei der Wut. Sie entgegnet dem hasserfüllten Stillstand mit Lösungen und Ansätzen, wie eine feministische Revolution und Neugestaltung tatsächlich in Gang gebracht werden kann.
Profile Image for Dino.
30 reviews
September 16, 2024
Hat mich persönlich sehr abgeholt und mir hervorragend dabei geholfen, eine Menge gesellschaftlicher Themen miteinander zu verknüpfen. Würde das Werk aus diesem Grund ganz klar empfehlen, wenn man sich die Augen öffnen lassen möchte - auch, wenn das natürlich nicht immer so ganz angenehm ist und sicher triggern kann.

Mit den meisten Einordnungen kam ich (rein vom Verstehen her) sehr gut klar; grundsätzlich hätte ich vielleicht an manchen Punkten innehalten und Quellen zurate ziehen können, um vor allem die zitierten Inhalte besser sacken zu lassen.

Was mir hingegen fachlich bitter aufgestoßen ist (als eine Person, die Pädagogik studiert hat), war die Einleitung hinsichtlich der modernen Kindererziehung. Es war mir persönlich nicht möglich, zu beurteilen, ob dieser Part bewusst provozierend und pauschalisierend gemeint war und (zumindest in der Hörbuchfassung) gab es keine weiteren Verweise auf Quellen, Fakten oder Statistiken, die belegen, dass Kinder ihre Mütter wirklich gezielt manipulieren und "zur Unterdrückung" beitragen. Ich hätte mir da einen deutlich differenzierteren Blick gewünscht, da das Thema Mutterschaft ohnehin schon derart polarisiert und es weiblich gelesenen Personen noch schwieriger macht, ihre Rolle in der Gesellschaft zu behaupten, ohne dabei völlig unterzugehen (worauf ja wiederum ausführlich eingegangen wurde). Dass die Ursache in dieser Form der Unterdrückung auch von den Kindern selbst ausgehen soll, fand ich unglücklich formuliert, fachlich fragwürdig und im Anbetracht von Adultismus vs. intersektionalem Feminismus auch irgendwie ... schwierig.
Profile Image for mél.
77 reviews
December 2, 2024
Ja. Lesbar, aber sehr akademisch, weiss nicht wie sinnvoll es ist, wenn sie das an die Massen bringen will, aber okay... und pädagogisch versiert ist Franziska Schutzbach m.E. nicht, bzw. ihre Sicht auf Kinder und Eltern ist ziemlich hart, würde ich als Lehrperson nicht so verurteilen. Zudem ignoriert Schutzbach den Föderalismus und die Schwierigkeit der Schweiz, gesamtschweizerische Bildungsreformen einzuführen. Auch die Rolle von Kindersterblichkeit in Kinderrechten die ab den 70ern eingeführt wurden lässt sie zur Seite für ihre Argumente des "idealen Kindes". Sie macht aber sehr viele relevante Punkte und die Werke, auf die sie sich bezieht und die sie damit sammelt sind mir bekannte und wichtige Werke des Feminismus. Würde das Buch definitiv weiterempfehlen!
Profile Image for ➸ Gwen de Sade.
1,227 reviews112 followers
March 22, 2022
Wirklich großartig. Nachdem ich schon sehr sehr (sehr) viele Bücher dieser Art gelesen habe, erwarte ich eigentlich immer, dass ich nun "nichts Neues" mehr finden werde und mit dieser Einstellung gehe ich nun auch schon an diese Bücher ran. Es freut mich dann allerdings umso mehr, wenn ich Bücher finde, die sehr wohl noch neue Ansätze, Ausführungen und Lösungsvorschläge liefern. Gerade in Puncto "Kinder kriegen" denkt man, dass man schon alle Hintergründe kennt, aber das Kapitel war explizit neu und spannend.

Also ich kann "Die Erschöpfung der Frauen" allen empfehlen, auch wenn man sich bereits mit ähnlicher Lektüre auseinandergesetzt hat.
Profile Image for Victoria.
4 reviews
July 26, 2024
Ich bin erschöpft und eine Frau - dann ist das Buch ja sicherlich für mich.
Das war es auch. Zu wissen, dass meine Erschöpfung nicht eine individuelle Erfahrung, sondern ein Resultat systematischer Unterdrückung ist, löst in mir viele Gefühle aus: Erleichterung, Wut, noch mehr Erschöpfung, der Drang, etwas zu ändern.
Ein tolles Buch, dass sehr verständlich Zusammenhänge erklärt und mir die Worte gibt, sie auch anderen zu erklären.
11 reviews1 follower
January 6, 2025
Sehr gut lesbares Buch. Für mich persönlich waren zwar nicht so unglaublich viele neue Informationen dabei dennoch sehr interessant gesammelte Information. Mochte besonders, das es sich auf verschiedene Erschließungsbreiche besprochen wurden. Hier und da sind Szenarien, auf die man so noch nicht der Schöpfung, der Frau zugeordnet hat. Ein wirklich tolles Buch.
Profile Image for Soeph.
171 reviews1 follower
December 2, 2022
Das Buch schafft, was Criado-Perez nicht hinbekommt mMn: strukturelle Probleme aufzuzeigen und Studien dazu verarbeiten, ohne in ein absolut binäres und nicht intersektionales Denken zu verfallen. Es macht gleichzeitig wütend, hoffnungslos und Erleichterung. Jeder Mann sollte das Lesen💁🏼‍♀️
10 reviews
August 27, 2024
Empfehlung für alle Menschen. Es beschreibt eingehend gesellschaftliche Zustände von FINTA und benennt umfassend die alltäglichen Missstände, die dieser Gruppe begegnen und seit Jahrzehnten normalisiert sind - aber nicht sein sollten, wozu das Buch mit der Benennung einen großen Beitrag leistet.
Profile Image for Söffel.
37 reviews1 follower
May 29, 2025
viel revolutionärer als dass ihr denkt
Profile Image for Chipo.
58 reviews
February 24, 2025
Sehr spannend, teilweise Blutdruck-steigernd (aufgrund des Inhaltes), aber alles in allem sehr empfehlenswert.
Wenns mehr Menschen lesen würden, könnten wir vielleicht tatsächlich was daran ändern...
Profile Image for Janina.
212 reviews9 followers
August 21, 2025
Listened to this while going on runs so my legs were purely fuelled by feminine rage
Profile Image for MsWatson.
148 reviews2 followers
October 8, 2024
Dieses Buch öffnet Augen und veranlasst definitiv zum Hinterfragen eines destruktiven Systems!
Absolut lesenswert!
Displaying 1 - 30 of 76 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.