Race and State is the second of five books that Eric Voegehn wrote before his emigration to the United States from Austria in 1938. First published in Germany in 1933, the year Hitler came to power, the study was prompted in part by the rise of national socialism during the preceding year. Yet Voegelin neither descended to the level of contemporary debates on race nor dismissed these debates by way of value judgments. Although still young when he wrote this book, Voegelin already demonstrates his singular analytical capacity as well as his ability to put political phenomena into a new perspective.
In Part I Voegelin analyzes contemporary race theories by placing the question of race in the context of the more comprehensive philoiophical problem of the interrelationships of body, mind, and soul. He demonstrates the intellectual shortcomings and theoretical fallacies of current theories; more important, he contributes to the development of a modern philosophical anthropology that aims, as Helmuth Plessner put it in a review of Race and State, "at a concept of the human being that does justice to its multilayered existence as a physical, vital, psychic, and intellectual being, without making one of these layers the measure and explanatory basis for the others."
In Part II Voegelin deals with race ideas, which he distinguishes from race theories. Race ideas, like other political ideas, form a part of political reality itself, contributing to the formation of social groups and societies. Voegelin shows that the modern race idea is just one "body ideal" among others, such as the tribal state and the Kingdom of Christ, each offering a different symbolic image of community. He traces the rise of the modem race idea, analyzes its function to structure community, and offers an answer to the question of why race ideas became successful in Germany.
Voegelin's meticulous sifting of all the Nazi race literature finally arrives at this blunt statement regarding its overall validity: "In order to preclude even the slightest possibility of a misunderstanding, let us again point out emphatically that the contrasting descriptions of the Semitic and the Aryan, the Jewish and the German character . . . contain little that is true about the nature of Jewishness."
German-born American political philosopher. He taught political theory and sociology at the University of Vienna after his habilitation there in 1928. While in Austria Voegelin established the beginnings of his long lasting friendship with F. A. Hayek. In 1933 he published two books criticizing Nazi racism, and was forced to flee from Austria following the Anschluss in 1938. After a brief stay in Switzerland, he arrived in the United States and taught at a series of universities before joining Louisiana State University's Department of Government in 1942. His advisers on his dissertation were Hans Kelsen and Othmar Spann.
Voegelin remained in Baton Rouge until 1958 when he accepted an offer by Munich's Ludwig-Maximilians-Universität to fill Max Weber's former chair in political science, which had been empty since Weber's death in 1920. In Munich he founded the Institut für Politische Wissenschaft. Voegelin returned to America in 1969 to join Stanford University's Hoover Institution on War, Revolution, and Peace as Henry Salvatori Fellow where he continued his work until his death on January 19, 1985. He was a member of the Philadelphia Society.
Erich Voegelin veröffentlichte im Jahr 1933 diese Studie zum Verhältnis von sogenannten Leibideen zum Staat. Es geht darum, wie in Nationalstaaten oder anderen politischen Gebilden historisch die leibliche Einheit ideel garantiert wurde und aus welchen Ideen die Rassenideologie der Nationalsozialisten historisch hervorgegangen ist, was ihre besonderen Charakteristika sind und auch: was von diesen, besonders ihrem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, zu halten ist. Leibideen können entweder nur ganz lose mit Körperlichkeit in Verbindung gebracht werden, wie es bei der Einheit der Christenheit als "Leib Christi" der Fall ist, oder sich auf vorgebliche körperliche Unterschiede im Sinne von vorgeblichen biologischen Merkmalen stützen, wie es bei den Ideen der nordischen Rasse der Fall ist. Der erste Teil ist der Untersuchung des "systematischen Gehaltes" der biologischen Rassetheorien von Voegelins Zeit gewidmet. Denn die moderne Rassentheorie unterscheide sich dadurch, dass sie den Anspruch der Wissenschaftlichkeit mit sich führt. Das hat einige Konsequenzen, wie z.B., dass die "Wahrheit" der Theorie vernünftig ist, und deshalb universal von allen eingesehen werden müsste. Auf diesem Wege wird z.B. der genuin beliebige politische Charakter übertüncht und verdeckt. Voegelin gelangt zu einem vernichtenden Urteil: Die Bildung eines Rassebegriffes ist auf wissenschaftlichem Wege völlig unmöglich. Er zeigt scharf auf, wo wissenschaftliche Möglichkeiten aufhören und die willkürliche politische Ideenbildung und Spekulation anfangen. Auf diesem Wege entsteht ein materialschwangeres Bild, das eng an den Formulierungen der Rassetheoretiker deren Absurditäten aufzeigt. Der zweite Teil ist der Funktion gewidmet, die Leibideen zum Aufbau einer Gemeinschaft haben. Nach Voegelin sind es gerade die Ideen, die Gemeinschaften oder Völker hervorbringen. Dass aus einer Idee oder einem Mythos heraus sich eine Gemeinschaft konstituiert und nicht umgekehrt aus etwaigen physischen oder geographischen Begebenheiten wie der Tatsache eines gemeinsamen Zusammenlebens erst die Idee der Gemeinschaft (zum Beispiel die Einheit der Gemeinschaft als Einheit einer Rasse) hervorgeht, sei eine entscheidende Einsicht Schellings gewesen. Im siebten Unterkapitel des zweiten Teils zeichnet Voegelin die Genese der Juden als "Gegenidee" nach. Er macht überdeutlich, dass schon aus prinzipiellen Gründen nichts Ernstzunehmendes über das Judentum in der Idee von den Juden enthalten sein kann. Sie werden als Gegenidee missbraucht, um sich der eigenen Identität versichern zu können. Dies hat seinen Ursprung u.a. in Fichtes Begriff vom Ich, das sich setzt, in dem es sich vom eigenschaftslosen Nicht-Ich abgrenzt. Dieses eigenschaftslose Nicht-Ich wird durch Pseudoeigenschaften, die einfach aus der Entgegensetzung entstehen, scheinbar aufgefüllt. Abschließend wird die "nordische Idee" evaluiert und u.a. betont, dass die Idee keinesfalls wie von den Nationalsozialisten behauptet, nationalen Charakter haben kann, sondern historisch als transnational europäisch betrachtet wurde. D.h. auch als Idee abseits von wissenschaftlichem Anspruch kann sie nicht ernst genommen werden. Voegelin hat mit diesem Buch eine leidenschaftliche Auseinandersetzung mit den Absurditäten seiner Zeit vorgelegt. Er hat sich als Wissenschaftler mit ihnen konfrontiert und versucht, sie ernst zu nehmen. Er zeigt die inneren Konstruktionsfehler bzw. Beliebigkeit aller dieser Theorien auf und weist ihren Anspruch auf Wissenschaftlichkeit auf dieser Basis harsch zurück. Dabei arbeitet er ehrlich, äußerst präzise und gewissenhaft an dem ihm vorliegenden Material. Er zeigt dabei auch, dass und wie es möglich ist, Gemeinschaften auf Basis solcher Ideen historisch zustande zu bringen. Das ist in Anbetracht der Zeit in der er schreibt ein der politischen Realität adäquates Urteil und kann als Erkenntnis leider vermutlich auch heute oder in Zukunft zum Verständnis politischer Vergemeinschaftungen beitragen.