Ich finde es sehr schwierig Erfahrungsberichte zu bewerten. Bei diesem Buch hatte ich das Gefühl Tim Pröse fungiert hier teilweise als "Vormund" von Hans-Erdmann Schönbeck und hat sich gerade am Anfang des Buches, für meinen Geschmack, unangenehm viel eingebracht - was sich im Verlauf des Buches jedoch ein kleines bisschen bessert. Ich war sehr interessiert an der Geschichte eines Stalingrad-Überlebenden, hatte jedoch gerade ab Mitte bis zu den letzten Seiten des Buches häufig das Gefühl, dass seine Karriere als Vorstand bei BMW sich sehr in den Vordergrund schiebt, mir kam die Geschichten aus dem Krieg und der Zeit in Stalingrad etwas zu kurz. Auch finde ich die Anmerkung, dass gerade die Jugend heutzutage (natürlich auch Erwachsene etc. seit der Corona-Pandemie) behauptet nicht mehr frei zu sein - falsch sei, und diese Menschen gar nicht wissen was Freiheit bedeutet - sehr grenzwertig. Das Gefühl des "Freiseins" empfindet jeder anders und ich denke niemand anders als die Person selbst hat das Recht über dieses Gefühl zu urteilen. Natürlich ist es nicht möglich das "Heute" mit dem "Damals zu vergleichen. Wir leben in einer Zeit in der Freitheit eine andere Bedeutung bekommt. Man muss nicht im Gefängnis sitzen oder in direkter Diktatur leben. Aktuell betrifft das vorallem die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit, Zensur etc. Auch heutzutage muss man als "Andersdenkender" vorsichtig sein und aufpassen was man sagt, egal ob zum Thema Religion, Politik oder Corona. Folgt man nicht immer der Mainstream-Meinung steht man oft bein einigen Personen schon auf dünnem Eis. Jeder hat das Recht auf eine eigene Meiunung.
Ansonsten hat sich das Buch durch große Schrift und häufig nur halb oder gar nicht gefüllter Seiten schnell lesen lassen. Der Anteil in dem ausführlich und von Hans-Erdmann Schönbeck persönlich über seine Erfahrungen in Stalingrad berichtet wird hat mir sehr gut gefallen, ein sehr sympathischer Mensch, der sehr bodenständig und ehrlich berichtet.