Der zweite Roman der aspekte-Preisträgerin. Lustvoll, abenteuerlich und temporeich geht es um Kunst und Leben.
Mach gute Kunst! Nichts Geringeres haben Johnny und Jean im Sinn, als sie sich nach dem Sommer in der Kunsthochschule wieder begegnen. Ein Sprung ins kalte Wasser steht am Beginn dieser Geschichte, und hundert Schritte sind noch zu tun für eine Weltkarriere in New York und Paris. Was dabei hilft: die Einflüsterungen der Alten Meister, gut gespitzte Buntstifte und eine Flasche Pastis. Und manchmal hilft das alles überhaupt nicht. Was, wenn man beim Anblick von Blumen an Geschlechtsteile denkt? Was, wenn einen beim Baden die Polizei verhaften will? Was, wenn die Pin-up-Girls den Magazinen davonlaufen? Wenn Europa in Flammen steht? Wenn einen der Wärter aus dem Museum wirft? Wenn der eigene Vater ein riesiger Zwerg ist? Wenn man Frauen mit französischen Vornamen liebt? Wenn man sich einen Goldzahn im Munde wünscht? Wenn die Kunst zu viele Katzen hat? Wenn der Teufel selbst unter Burn out leidet? Wenn man ohne Geld nach Zürich will? Wenn man Björk heiraten möchte? In zahlreichen Episoden erfindet Teresa Präauer das abenteuerliche Leben zweier junger Männer, die sich in der Kunst und im Leben üben. Lustvoll und schlagfertig!
Teresa Präauer, geboren 1979, ist Autorin und bildende Künstlerin in Wien. Sie schreibt regelmäßig für Zeitungen und Magazine zu Theater, Kunst, Literatur, Mode und Pop. Ihr Roman ›Für den Herrscher aus Übersee‹ wurde ausgezeichnet mit dem aspekte-Preis für das beste deutschsprachige Prosadebüt. Der Künstlerroman ›Johnny und Jean‹ wurde ausgezeichnet mit Droste-Literaturförderpreis und dem Förderpreis zum Hölderlinpreis 2015 und war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015.
Voller Vorfreude habe ich den neuen Roman von Teresa Präauer erwartet und dann passierte mir etwas völlig unerwartetes. Ich hatte wieder die geschliffenen, strahlenden Sätze erwartet die ihren ersten Roman so sehr ausgezeichnet haben. Hier nun lese ich plötzlich Sätze mit einer gänzlich anderen Melodie, die ich so gar nicht vorhergesehen habe. Postpubertäre Sprache der Studentengeneration im ersten Semester so schien es mir. Erst im Zuge des Lesens wurde mir klar wie genial diese Methode des Schreibens der erzählten Geschichte gerecht wird. So passend zum Inhalt, so passend zu den handelnden Personen ist diese Sprache dass man beim Lesen immer klarer ein Bild davon erhält was die Autorin da wirklich für ein Bild malt. Es erscheint nämlich eine bittersüsse Abrechnung mit der Kunstproduktion und dem Kunstgeschäft des beginnenden 21 Jahrhunderts. Dieses besteht aus nichts mehr als aus glänzender Oberfläche und Attitüde. Das Wichtigste ist der Schein. Tiefe oder reflektierte Erkenntnis spielen keine Rolle mehr. Es wird - selbst unter Künstlern - nur mehr mit rudimentärem Wissen zur Kunstgeschichte um sich geworfen um zu beweisen wie befasst und erfahren man ist. Das grundieren einer Leinwand wird zur weltbewegenden Erfahrung stilisiert und Liebeskummer dauert genau so lange bis man in der eigenen Kemate keine Joghurtbecher mehr zum reinpinkeln findet. Die Aufmerksamkeitsspanne beträgt eventuell einen ganzen Abend (oder jedenfalls solange, solange der vielbeschworene "Pastih" noch nicht ausgetrunken ist) aber sicher nicht länger. Die verwendete Sprache zeichnet mit ihren locker eingestreuten und vermeintlich coolen Anglizismen und französischen Sprüchen die Personen so genau auf das Papier dass sie diesem tatsächlich zu entsteigen scheinen. Die coolen Jungs mit ihrem coolen Benehmen und den coolen Ideen, sie irrlichtern durch ihr eigenes Leben dass vorwiegend daraus besteht den anderen coolen Jungs zu beweisen wie cool sie sind. Dies aber - wenn schon, denn schon - bitte mit Niveau (ein Dali muss her, oder doch wenigstens Duchamp - auch wenn der überbewertet wird), und es fällt ihnen selbst nicht einmal auf das dieses Niveau sich nicht einen Deut über das eines durchschnittlichen deutschsprachigen Kunstmagazins erhebt. Ihr Leben spielt sich eben genau in den vorwiegend umeinander kreisenden Bahnen ab - und ihre Sonnen sind sie in Personalunion auch gleich selbst. Das die Autorin sie dabei begleitet und in ihrer Welt durchaus Ernst nimmt spricht für sie, denn als Leser hatte ich den Eindruck dass ihre vermeintlichen Ängste und Nöte aufgrund ihrer Lebensläufe bei weitem nicht so aufregend sind wie sie selbst in blumenreicher Sprache und tiefer Überzeugung behaupten. Das Leben ist so saturiert dass man sich die erlebten Dramen dann eben ein wenig "auffrisieren" muss um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Ich kann die Autorin nur bewundern mit welcher Präzision sie beobachtet und wiedergibt wie die Welt der bildenden Kunst heute tickt. Völlig stringent und ungeschönt und dennoch mit dem ihr eigenen Witz und ihrer Ironie hält sie schonungslos Gericht. Dies ist auch der Grund wieso ich dieses Buch mit steigender Begeisterung bis zum Ende verschlungen habe. Je tiefer man als Leser in diese Welt eintaucht umso lustiger und - zum Teil von schaurigem Voyeurismus gebeutelt - ehrlicher wird das Buch. Das faszinierendste an diesem Buch ist sicherlich - ähnlich wie beim "Herrscher" - dass es Teresa Präauer wie spielerisch gelingt die Sprache, die Zusammenstellung der Geschichten und die Protagonisten so derartig genau aufeinander abzustimmen dass das Gefühl beim Lesen der ersten Seiten sich immer mehr verdichtet bis man endlich das gesamte Bild in seiner Umfänglichkeit vor sich sieht. Das sie es dabei versteht sich diese neue Diktion völlig zu Eigen zu machen ist wirklich bemerkenswert, denn es bedarf eines ausserordentlichen Sprachgefühls um so authentisch und durchgängig die Oberfläche in dieser Form auf Hochglanz poliert scheinen zu lassen.
"Johny und Jean" é o terceiro romance que leio, na íntegra, em língua alemã, sendo que é tudo menos uma obra normal e habitual. Porque é em si mesma uma manifestação artística, um extravasamento de criatividade, uma explosão de loucura... Da escrita como arte para a pintura/escultura/... como arte.
É um livro caótico, por vezes. Parece um devaneio. E não acho que isso seja mau; antes pelo contrário. É "uma revoada de vento" que nos agita as ideias.
Ao mesmo tempo, é leve, curioso e atípico. Lê-se com vontade de perceber onde é que nos vai levar, onde vamos parar. Quem é o Johny? Quem é o Jean? Que tipo de arte pretendem fazer? Como é que aquilo que são enquanto pessoas se reflecte na sua arte e na forma como esta é aceite?
Finalmente, "Johny und Jean" pode ser encarado como um medley de história de arte. No entanto, não se esgota nisso. Aliás, sinto que no limite é uma crítica ao mundo da arte: à subjectividade do que é belo, à necessidade de atingir o intemporal e ser marcante, ao seguir como modelo os pintores de referência e superá-los, ter uma fase da cor x e/ou da cor y, ...
Ein kurzer, leichtfüßiger Roman über zwei Jungs, die es aus der Provinz immerhin in die zweitgrößte Stadt des Landes geschafft haben, wo sie nicht nur Künstler werden wollen, sondern sich auch gleich noch erfinden wollen. Nebenbei geht es natürlich auch Kunst, nicht umsonst ist die Autorin selbst auch bildende Künstlerin. Ein eingängiges, atmosphärisches, lesenswertes Buch.
Die Idee des Buches gefällt mir. Das Buch spielt in der Traumwelt und in der Realität des Protagonisten. Die Welten sind ineinander verworben. Es ist nicht immer erkennbar in welcher seiner Welten er sich gerade befindet. Leider hat mich das Buch teilweise gelangweilt, es geht viel um Kunst und dem Drumherum.
Jean ist der Typ Künstler dem Alles gelingt. Aus Sperrmüll macht er mal eben Performanceart. Die Herzen fliegen ihm nur so zu. Er ist auf der Überholspur und scheinbar jeder an der Uni kennt seinen Namen. Johnny ist eher ein kleiner Fisch an der Kunsthochschule. Ihn kennt kaum jemand, geschweige seine Kunst. Er ist begeistert von Jean und wäre gerne mit ihm befreundet. Ein Roman über die Freundschaft, das Erwachsenwerden und die damit einhergehenden Höhen und Tiefen im Leben.
Meine Meinung
Johnny und Jean könnten nicht unterschiedlicher sein. Johnny hadert noch mit sich und seinem Leben. Er ist künsterlisch begabt, weiß aber noch nicht so recht wohin er seine Kreativität lenken soll. Auch Kontakt mit Kommilitonen findet nur schleppend statt. Jean ist das genaue Gegenteil. Er scheint zu wissen wohin sein Weg gehen soll und was er tun möchte. Ihm fällt es leicht Kontakte zu Studenten und Galerien herzustellen. Ihm scheint alles zu zufliegen.
Der Schreibstil war für mich nicht leicht lesbar. Es gibt keinen sichtbaren roten Faden und man fragt sich wohin das Ganze führen wird. Zudem war für mich nie klar ob Johnny und Jean wirklich beide existieren oder der jeweils andere nur eine Art Phantasiefreund ist. Die Charaktere sind zwar nicht uninteressant aber auch nicht so spannend, dass man das Buch in einem Rutsch liest. Im Gegenteil, mir war es nicht möglich das Buch nahtlos zu lesen. Ich benötigte die ein oder andere Pause um zu verarbeiten was ich gelesen habe.
Oftmals war mir die Handlung auch zu simpel. Man begleitet Johnny in eine Bar und ist dabei wie er an Fischen verzweifelt. Alles war so belanglos, dass ich aufpassen musste nicht ins "überfliegen" zu gleiten. Auch die Zwiegespräche mit großen, verstorbenen Künstlern stießen mit eher sauer auf. Ich bestreite nicht das die Autorin durchaus Interessantes (besonders über die Kunstszene) geschrieben hat, aber das Buch an sich konnte mich nicht überzeugen. Mir war egal was aus Johnny und Jean wird.
Fazit
Ich kann nur dazu raten eine Leseprobe zu begutachten und dann zu entscheiden ob man das Buch lesen mag. Ich bin froh es aus der Onleihe gehabt zu haben, da ich mich bei der Printausgabe über den Preis geärgert hätte.
Satire? Millieustudie? Fast schon ein Stream of Conciousness?
Präauer formuliert in fein modelierten Sätzen die Gedankenwelt eines Anfang- bis Mittzwanzigers im Kunststudium, der eine besondere (rein freundschaftliche) Faszination für einen Komilitionen hegt.
Ich konnte mich - aus welchen Gründen auch immer - sehr gut mit dem Hauptprotagonisten identifizieren. Darüber hinaus ist es wirklich bemerkenswert, wie die Autorin es schafft, die Grenzen zwischen fiktiver Wirklichkeit und Imagination zu verwischen. Ein kleines Meisterwerk!