Elefantengeschichte ist Menschheitsgeschichte - und umgekehrt. Für den Menschen ist das schwerste Landsäugetier alles Statussymbol und Fleischreservoir, Kriegswerkzeug und Arbeitstier, Rohstoffressource und Entertainer, Trophäe und Traumbild, Monster und Maskottchen. In seinem so zärtlichen wie erhellenden Portrait widmet sich Rüdiger Schaper diesen grauen Riesen. Mit ihrem sanften, aber auch reizbaren Wesen, ihrer Masse auf säulenartigen, doch leisetreterischen Beinen und ihrer zentimeterdicken bis papierdünnen Haut vereinen Elefanten die Widersprüche des Lebens in sich. Schaper lässt keinen Zweifel daran, dass wir es sind, die von den Elefanten lernen können, und nicht umgekehrt.
Schaper erzählt zunächst von seiner Wohnung, die voller Elefantenobjekte ist: eine Flasche von Elephant Gin, eine Decke mit Elefantenmuster, Bücher über Elefanten und Elefanten-Skulpturen. Die Ich-Erzählung führt dann weiter… Leser, die sich für den Luxusurlaub und das Privatleben des Autors sowie für viele Geschichten und literarische Bezüge über Elefanten interessieren, können weiterlesen. Wer jedoch tiefgehendes Wissen über wilde Elefanten sucht, sollte sich anderweitig umsehen.
Einfach unglaublich, was die Menschen diesen liebenswerten Dickhäutern so alles angetan haben und immer noch antun. War teilweise hart zu lesen, aber entspricht eben der Realität.
Rüdiger Schaper nimmt uns mit auf eine kulturgeschichtliche, biologische und philosophische Reise durch die Elefanten-Welt. Er lässt uns teilhaben am schaukelnden Elefantengang, am Trompetengetöse. Man versteht, wie sehr und warum ihm diese Tiere am Herzen liegen. Daneben räumt er auch mit einigen Mythen auf und lässt neue Erkenntnisse einfliessen. So erfährt man, dass es Rechts- und Linksrüssler gibt. Ein lesens-/hörenswertes Buch.