Eine andere Person auf goodreads hat das Buch mit 2 Sternen und folgenden Text bewertet:
"die story an sich hat sehr viel potenzial… meiner meinung nach hätte man sich entweder auf die liebe zwischen victoria und liam oder zwischen victoria und abby konzentrieren sollen :/
mir passiert hier einfach viel zu viel, weshalb man die charaktere auch nicht wirklich kennenlernt
(abgesehen davon, kann man die ganzen infos über walnüsse - welche wirklich absolut unnötig sind - einfach weglassen und sich mehr auf die story konzentrieren)"
Witzigerweise teile ich die Kritikpunkte nicht; ich liebe die Fun-Facts zu in diesem Fall Walnüsse und auch der Schwesternplot hat mich nicht gestört - trotzdem konnte es mir leider nicht zusagen.
Ich bin jemand, der diese Art von Romanen selten liest und schon weiß, dass ich mit dem einfachen Bewundern der stets wohlgefallenen Cover besser bedient bin.
Trotzdem versuche ich es ab und zu, wenn mir so ein Buch in die Hände fällt und ich die Thematik interessant finde.
Wenn ihr diese Art von Genre verschlingt, werdet ihr dieses Buch auch mögen. Bin da kein Maßstab, gehört aber trotzdem zu meiner Lesestatistik.
Der Anfang war vielversprechend: Interessante Thematik (Walnussfarm in Kalifornien, also eine junge Farmerin Vicky auf der einen Seite, dazu wohnt noch der Altbauern-Vater da; auf der anderen Seite ein bekannter Autor als Love-Interest, der auf der Farm Inspiration, Ruhe und Walnussrecherche sucht - außerdem noch die Schwester von Vicky, die mit dem Ganzen nichts anfangen konnte und früh ausgerissen ist)
Beim ersten Durchblättern fand ich auch Walnuss-Rezepte, deren Zutatenliste ohne tierische Inhaltsstoffe auskam, was ich toll fand. Im Buch wird aber mit Butter, Speck, Ei, Milch gearbeitet, was ich realistisch und okay fand. Fand das umso cooler, dass bei den Rezeptvorschlägen dennoch anders gehandelt wurde.
In der Geschichte selbst fiel mir zuerst auf, wie sehr mich der Vater von Vicky aufregte. Im Gegensatz zu den tierprodukthaltigen Zutaten konnte ich es hier mit "Ja, war halt so; oder hier geht es halt zufällig traditioneller zu) nicht schönreden. Ja, der Vater ist nicht mehr ganz fit und ist halt der Altbauer, der typischerweise auf der Farm (österr. "Ausgedinge", bairisch "Austrag", sonst Altenteil) lebt, der auch mit seiner Erfahrung und natürlich mit der ganzen Immobilie, die der übergeben hat, zur Seite steht.
Aber der Vater ist gleichzeitig so nervig: Wenn Vicky sich mit jemanden unterhält, grätscht er rein und antwortet für sie oder den Gesprächspartner. Auch sehr ungeschickt: Als Vicky den Autor Liam fragt, ob er Familie hat, antwortet ihr Vater Anthony: "Das weißt du doch, das hast du doch schon gegoogelt/bei Wikipedia nachgeschaut."
Und ansonsten wartet er darauf, dass es Essen gibt, von Vicky zubereitet und serviert. Und, da ist er ganz gnädig, wenn sie mal zu viel um die Ohren hat, ist Takeaway ausnahmsweise natürlich auch okay (von mir übertrieben dargestellt).
Dazu kommt, dass Vickys Schwester Abby nicht besonders verantwortungsbewusst für ihre kleine Tochter Bella (die ganz schlau und süß ist, die Interaktionen mit ihr waren nett) und dass sowohl der Autor Liam ein inniges Verhältnis zu seiner Mutter pflegt, so wie sich auch Vicky liebevoll um ihren Vater kümmert. Dadurch haben sie etwas gemeinsam und verstehen sich. Das war eine richtig schöne Ausgangssituation, interessiert nur mich persönlich nicht allzu sehr.
Also hier wurde einfach mein Geschmack nicht getroffen.
Bei einem Drittel, als Vickys Gedanken zu Liams Aussehen wieder beschrieben wurden, wurde es mir dann zu viel. Da hab ich mich entschlossen das Buch abzubrechen.
Trotzdem hab ich dann noch durchgescannt und durchgeblättert, um die Geschichte noch in groben Zügen zu erfahren. Das ist ja auch was.
Fazit: Absolut persönlicher Geschmack, dass mir das Buch letztendlich nicht gut gefiel.
Die Thematik und das Handwerk der Autorin fand ich sehr gut.
Das Buch enthält vor allem die PoV von Vicky, Liam und Vickys Schwester Abbie mit gelegentlichen Rückblicken. So erhält man Eindrücke von den verschiedenen Personen, ohne dass es sich zu sehr wiederholen würde.
Es gibt in den Buch in den 400 Seiten einige Baustellen, das heißt, dass sie logischerweise doch etwas schneller aufgeräumt werden und man dadurch vielleicht "Hmm, das ist jetzt aber zu einfach gelöst" denken könnte. Trotzdem ist die Geschichte eine runde Sache, kurzweilig und bestimmt eine passende Lektüre für Personen, die mit diesem Genre mehr anfangen können.